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Was waren, was taten „die mächtigen Vertriebenenverbände“?

Eine Erwiderung auf Alan Posener

Wie wird man mächtig in der Demokratie? Durch markige Sprüche und und öffentlich aufgeführte schlesische Volkstänze?

Mitnichten. Macht erlangt „man“ in der Demokratie durch das Aufstellen einer Interessenvertretung und deren Einzug in die Parlamente. Der 1950 in Schleswig-Holstein gegründete Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) zog noch im selben Jahr mit 23,4 % der Wählerstimmen in den dortigen Landtag ein. Das war noch wenig, angesichts der Tatsache, dass in jenem Jahr jeder zweite Einwohner Schleswig-Holsteins ein Vertriebener war.

Und wo in späteren Jahren der Flensburger Klempnermeister Röhrich seinen Gesellen „Eckat“ losschickt, ob bereits „die Russen im Keller“ seien (Bild oben). Weiterlesen

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Von den vier Feinden des Sozialismus. Heute: der Sommer

Sozialismus ist ein Versprechen.

Das Versprechen, dass der Staat sich um Ihr Wohlergehen kümmern wird. Um Ihren gesunden Leib und Ihre gesunde Seele.

Stellen Sie sich mal vor: Sie sind ein Oberstudienrat, haben sich in der Leipziger Innenstadt eine Eigentumswohnung gekauft, direkt über dieser Straßenbahnkreuzung, und nun quietscht es da.

Die Straßenbahn quietscht sogar noch nachts um 4. Gleich um 5 gehts wieder los. Weiterlesen

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Von Weißen Adler-Orden und so…

Bild: Der Orden des Weißen Adlers, die höchste polnische staatliche Ehrung (aus Wikipedia).

Vom Anlass (nicht Grund) des ukrainisch-polnischen Streites, auf dessen gestrigem Höhepunkt der polnische Präsident Karol Nawrocki (gesetzt von der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ = Prawo i Sprawiedliwość, kurz: PiS) …

… von den Geschichten, aus denen heraus er dem ukrainischen Staatspräidenten Wolodymyr Selenski den Weißen Adlerorden entzogen hat ….

… also von diesen haben Sie vermutlich noch nie etwas gehört. Weiterlesen

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„The Spies Among Us“ – ein großartiger US-amerikanischer Stasi-Film

Bild: Bodo Walther

Ein beeindruckender Film. Gemacht von Jamie Coughlin Silverman und Gabriel Silverman.

„Zum ersten Mal stehen ein Stasi-Opfer und ein Stasi-Täter gemeinsam vor der Kamera!“ So preist die unvermeidliche sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (im Bild oben) das 94 Minuten lange Werk an.

Richtig daran ist: Den vormaligen Generalmajor des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, den Heinz Engelhardt so vor die Kamera zu bringen, das könnte kein deutscher Aufarbeiter. Schon auf das Narrativ vom „Stasi-Opfer und Stasi-Täter“ würde sich ein vormaliger Stasi-General nicht einlassen.

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, sollte man wissen, hat außerhalb Deutschlands keineswegs nur den Ruf des verruchten, weil perfekten Unterdrückungsapparates. Es hat auch den Ruf, perfekt gewesen zu sein. Und perfekte Geheimdienste haben durchaus ihre Fans. In den USA, in Großbritannien und in Israel. Das wissen schließlich auch MfS-ler. Weiterlesen

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Vom Sein des Scheins

Das anthroposophische Goetheanum in Dornach (Bild : Wikipedia)

„Das haben Sie schön dargestellt, Herr Walther“ hatte die greise Anthroposophin mit dem weißen Haar in jenem Sommer 2013 in Tübingen gesagt, „Dass Ihnen kraft der Lehren Doktor Rudolf Steiners diese ganze DDR nichts anhaben konnte!“

Hä? Das hatte ich doch gar nicht sagen wollen!

Aber fangen wir von Anfang an.

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Muss man das lesen? „Landschaft ohne Zeugen“?

Ja klar, wenn ich so etwas wie eine Rezension zu dem Buch schreiben will, muss ich das lesen. Aber Sie? Sagen wir mal: Wenn Sie sich vor Ihrem geistigen Auge die AfD als eine Wiedergängerin der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei aufgebaut haben. Und wenn Sie davon überzeugt sind, dass alle AfD-Höhenflüge so eine Ossi-Sache seien…

Und wenn Sie dann auch noch wissen, dass in der DDR halt doch nicht diese Aufarbeitungsmedaillen gewonnen wurden, mit denen die Bonner Republik sich behängt hat, …

… dann kann Ihnen Ines Geipel dazu ein ganzes Buch verkaufen. In dem steht:

„Sie haben so was von recht.“ Weiterlesen

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Die Stasi wars !!!

20 % aller 65-Jährigen entwickeln eine Altersdepression. In Pflegeheimen steigt die Quote auf 40 %.

Neurologen und Psychiater nennen die Ursachen: Verluste und weitere Verlustängste. Und die Aussicht, sterben zu müssen, ist nicht die rosigste Zukunftsperspektive.

Allerdings:

Das Bundesjustizministerium bastelt gerade an einer Verordnung:

War der depressive alte Mensch vor 35 oder mehr Jahren in der DDR auch nur 30 Tage zu Unrecht in Haft, war’s die Stasi, die das verbrochen hat.

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Das Märchen vom großen Klaus und vom kleinen Klaus

… oder: vom Vermögen in West- und Ostdeutschland

Kennen Sie Hans Christian Andersens Märchen vom großen Klaus und vom kleinen Klaus? Also das geht so:

In einem Dorf lebte einmal ein Klaus, der hatte drei Pferde. Der große Klaus wurde er genannt. Und es lebte noch ein Klaus im Dorf, der hatte nur ein Pferd. Und hieß deshalb der kleine Klaus.

Montag bis Samstag lieh der kleine Klaus dem großen Klaus sein eines Pferd. Und Sonntags lieh der große Klaus dem kleinen Klaus seine drei Pferde.

Die spannte der kleine Klaus mit seinem eigenen Pferd vor seinen Wagen und rief: „Hü, alle meine vier Pferde!“

Was den großen Klaus erzürnte denn es waren ja seine Pferde und er schlug das eine Pferd des kleinen Klaus tot…

Bild oben: Der große und der kleine Klaus, Alfred Walter Bayes, 1895, aus Wikipedia

Ach, lesen Sie doch die Geschichte im Netz zu Ende.

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Bericht von der Toteninsel

Kennen Sie Arnold Böcklins „Die Toteninsel“ ? Das wären diese Gemälde hier …

Das unten stehende Werk ist ein Zitat dieser Bilder.

Foto oben: „Die Toteninsel“, fotografiert von Bodo Walther

Erkennen Sie das Stadtwappen am Landungssteg? Es ist das Wappen Halles an der Saale: Zwei Salzkristalle, jeweils oberhalb und unterhalb einer Salzsiedepfanne. Und die vier Kirchtürme auf der Insel sind die der Marktkirche Unserer Lieben Frauen in der Stadt.

Gemalt ist es 2012 von Ralph Penz und derzeit ist es in der Kunsthalle in der Talstraße in Halle zu sehen,

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Als ich vor Gericht das letzte Wort nicht hatte …

… oder: Das große Thalia-Theater

Wollen Sie einem üblen Demagogen oder einem, den Sie dafür halten, den Prozess machen? Ihm aber mit einer öffentlichen Gerichtsverhandlung nicht auch noch eine Bühne bieten? Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie können den Angeklagten vor Gericht reden lassen, schließen aber die Öffentlichkeit aus. Oder Sie lassen die Öffentlichkeit zu, schließen aber den Angeklagten aus.

Justitia in einem der vier Gerichtsbarkeits-Kapitelle an den Hauptportalen des Obergerichts Göttingen (Bild: Wikipedia)

Im Sozialismus habe ich beides erlebt. Die Berufungsverhandlung am Obersten Gericht der DDR gegen mich am 14. September 1984 war tatsächlich öffentlich. Ja gut, sie war nicht ein Schauspiel wie das am Wochenende im Thalia-Theater in Hamburg und stand auch nicht in der Zeitung.  Aber meine Mutter und mein Bruder durften dabei anwesend sein. Sie wurden nicht des Gerichtssaals verwiesen. Ich hingegen blieb draußen.

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Vom russischen und vom unrussischen Lied

Kennen Sie dieses russische Lied von der Katjuscha?:

„Leuchtend prangten ringsum Apfelblüten,
still vom Fluss zog Nebel noch ins Land;

Bild oben (aus Wikipedia): Der Apfel blüht auch in Ostsibirien

… durch die Wiesen kam hurtig Katjuscha
zu des Flusses steiler Uferwand.“

„Ja“ So sagen die einen, „So zukunftsgewiss ist sie halt, die große russische Seele.“ Mit diesem Lied von der Katjuscha und dem Brieflein von der Front, welches der Liebste schrieb.

Andere hingegen verweisen auf die dritte Strophe, heute gern vorgetragen vom Alexandrow-Ensemble, einem Chor der Russischen Streitkräfte und sagen: „So verlogen sind sie halt, die Russen, mit ihrem Singsang:“ Weiterlesen

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