
Bild oben: Lanzenreiter aus der Reichswehr der Weimarer Republik, erst 1927 abgeschafft (Bild aus Wikipedia/Bundesarchiv)
Als wir 1998 einen Bauernhof in einem Ortsteil von Weißenfels kauften, fanden wir darin ein altertümliches Poster. Eine Fotografie, etwa DIN A 2. Eine Schar von Soldaten war darauf dargestellt, ein Gruppenfoto. Darunter stand:
„Und wo ich bin auf Erden, vergessen werd‘ ich’s nie.
Ich war ein Lanzenreiter in der sächsischen Kavallerie.
Zur Erinnerung an meine Dienstzeit, Grimma 1911 bis 1914“
Wir haben nicht herausbekommeen, wer auf dem Foto der ehemalige Bewohner unseres Hauses gewesen war. Ein kräftiger Bauernsohn, geübt im Umgang mit Pferden muß er gewesen sein. Wie wohl alle auf dem Foto.
Wikipedia weiß: Zwei Regimenter mit je 700 bis 800 Lanzenreitern, so genannten Ulanen, hatte Sachsen am Ende des 19. Jahrhunderts. 1905 kam ein drittes hinzu. Wechens der Kriegsgefahr und zum Zwecke der militärischen Abschreckung.
Aber einmal konkret gefragt: Wenn Sie 1914, mit Beginn des I. Weltkrieges russischer Zar gewesen wären …
… und Sie überlegt hätten, ob Sie nun im ostpreußischen Memelland, also im heutigen Litauen einfallen sollten,
… und Ihnen Ihr General gesagt hätte: „Vorsicht, da stehen 2.300 deutsche Lanzenreiter!“
… hätte Sie das abgeschreckt?
Nicht? Weil das doch schon 1914 eine völlig veraltete Waffengattung gewesen sei?
Und wären 4.000 Lanzenreiter abschreckender gewesen?
Auch nicht?
Und 4.000 Panzerreiter? Ich meine: Eine ganzes Panzerbrigade 45 ?
Auch veraltet? Wo doch Großbritannien sämtliche Panzereinheiten aus dem Baltikum abgezogen hat und durch Drohneneinheiten ersetzen will ?
Aber irgendwie müssen wir die Russen doch abschrecken!
Haben Sie eine Idee?