avatar

Kinder als Opfer gegen die Juden

Die Kleinen werden schon im Kindergarten zu Terrorkriegern gegen Juden erzogen
Tut es Dir nicht leid um die palästinensischen Kinder? Doch genauso wie denjenigen, die mich das fragen. Aber ich bedauere alle dort geborenen Kinder. Schon seit über 50 Jahren. Es wäre längst an der Zeit, dass auch ihre Eltern anfangen, Mitleid mit ihnen zu haben.
In den Tagen meiner Jugend, in den Siebziger Jahren, lebte ich in Pale, einem kleineren, aber nicht so rückständigen Ort in der Nähe von Sarajevo. In unsere Nachbarschaft zog eine ungewöhnliche Familie: ein junger Arzt, Palästinenser, der sein Medizinstudium in Sarajevo abgeschlossen und eine Stelle im örtlichen Gesundheitszentrum bekommen hatte, seine bosnische Frau und ihre drei kleinen Kinderr. Sie erregten viel Aufmerksamkeit, nicht nur wegen dieser Mischung, sondern weil er ein sehr düsterer Typ war, der nie lächelte oder grüßte.

Ich sah die Ehefrau manchmal mit den Kindern spazieren und fragte mich, wie sie es, so schwach und blass wie sie war, schaffte, das Baby zu tragen. Manchmal tauschten wir auch die eine oder andere Erfahrung im Zusammenhang mit den Kindern aus. Sie sprach nur ungern mit mir; mir schien, als hätte sie Angst vor ihrem eigenen Schatten
In einem kleineren Ort weiß man oft alles über jeden, und so kursierten über den Arzt diverse Geschichten. Es hieß, er sei gegenüber Kolleginnen, also Ärztinnen, sehr unangenehm gewesen … Einmal kam es zu einem echten Skandal, weil er auf eine Kollegin losging, nur weil sie seiner Frau die Antibabypille verschrieben hatte. An Verhütung durfte seine Frau ohne seine Erlaubnis nicht einmal denken. Drei Kinder waren für ihn eine Kleinigkeit, er wollte zehn haben und sagte das auch ganz offen.

Die Frau als Sklavin und Gebärmaschine

Ihre Mutter wohnte in der Nähe meiner Cousine, und so erfuhr ich aus dieser gesprächigen Quelle vieles über die Charaktereigenschaften des Schwiegersohns aus Jerusalem. Auch das Leben mit unseren Männern, den Bosniern, war nicht leicht, aber nach dem, was diese Schwiegermutter erzählte, war ihre Tochter nicht seine Ehefrau, sondern seine Sklavin. Sie durfte nicht einmal mit den Kindern spazieren gehen, bevor er sie nicht anrief und es ihr erlaubte. Es war ihr auch verboten, sich mit anderen Frauen zu treffen, mit wem auch immer, und nicht einmal ihre Mutter durfte sie besuchen, wenn er nicht zu Hause war.
Eine Geschichte für sich waren die Kinder. Der Oma taten sie leid, weil der Vater nie ein einziges Kind liebkoste oder auf den Schoß nahm; seine einzige Absicht war es, so viele wie möglich zu zeugen, ohne Liebe, Zärtlichkeit oder irgendein Gefühl, weder gegenüber der Frau noch gegenüber den Kindern. Und das Gebären dieser Kinder hatte nur einen einzigen Zweck, zumindest für ihn, oder wie er zu sagen pflegte, für alle Palästinenser: durch die Geburtenrate die Juden in Israel zu erdrücken.
Seine Frau war bald wieder schwanger, und dann brachte er sie mit den Kindern in seine Heimat. Wie gesagt, es sind fast 50 Jahre seit diesem ersten Wissen vergangen. In all diesen Jahren kam es vor, dass ich Menschen traf und mit ihnen zusammenarbeitete, die sich zeitweise als Aktivisten in Israel und den arabischen Gebieten aufhielten und an der Versöhnung von Arabern und Juden arbeiteten (Europäer konnten eben nie ohne ihre Illusionen leben). Sie bestätigten: Diese Kinder werden nicht gezeugt und geboren, weil die Eltern ihnen ein eigenständiges zukünftiges Leben ermöglichen und sie darauf vorbereiten können und wollen; diese Kinder sind bereits im Voraus im Kampf für die Vernichtung Israels geopfert. Seit ich mich erinnern kann, seit fast 50 Jahren. Und dieses Opfern von Kindern durch fanatische Araber hat nie aufgehört.
Folge uns und like uns:
avatar

Über Safeta Obhodjas

Die aus Bosnien stammende Schriftstellerin und frühere Journalistin Safeta Obhodjas lebt seit 1992 in Deutschland. Sie hat mehrere Bücher, Theaterstücke und Essays auf Deutsch und Bosnisch geschrieben und engagiert sich als liberale Muslimin für die Befreiung muslimischer Frauen aus der Unterdrückung durch den konservativen, fundamentalistischen Islam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll To Top