
Fern aller Politik molto presto ein Ausflug in die Musik. Ein unvollständiger, wohlgemerkt. Ich weiß, dass der ein oder die andere das Näs- oder Ohrlein rümpfen wird angesichts und angeohrs dessen – »der Kampf um Vollständigkeit ist wahrscheinlich nichts anderes als Todesangst« (Th. Mann) –, was ich freilich mit dem großen Zauberwort der Erziehungswissenschaft kompensieren kann: didaktische Reduktion.
Dazu sei ergänzt: Die Rede ist allein von westlicher Musik. Mit all den anderen Musiken kenne ich mich noch weniger aus. E viola.
Singsang
Musik kommt von Muse. Als Begriff. Musik wird gemacht. Muss produziert werden. Keine Forschung hat bislang bewiesen, ob entweder Sprache oder Gesang (= Musisches) die Evolution und somit die sukzessiv-wesentliche Trennung des Menschen vom Tier in Gang setzte. (Lesetipp: Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen, Sloterdijk.)
Wir kennen alle den Singsang der Sprache, fachmännisch Prosodie genannt. Gefühle werden artikuliert. Bewusst wie unbewusst. Der für den Menschen erste unbewusste Gefühlsausbruch ist dessen Schreien als Neugeborener, das Mutter und Neugeborenes selbst wahrnimmt – wo auch immer der Erzeuger nebst Verwandtschaft bei der Niederkunft sich aufhalten.
Kreischsaal
Das Weltwunder der Geburt eines Kindes mag oftmals Jubelschreie hervorrufen, die aber hurtig verstummen: Kein Mensch erachtet fortlaufendes Schreien als probates Mittel lebensbejahender Kommunikation mit dem eigenen Kind. Das Kind würde über kurz oder lang fort laufen. Die Mutter ebenso.
In den Nachmomenten einer Geburt wird aus Geräusch Klang produziert: Jeder Klang ist ein Geräusch, aber nicht jedes Geräusch ist ein Klang. Geräusche der Beschwichtigung, des Wunsches nach Ruhe, Seelenruhe, ubiquitär mittels wohliger Gestik, Mimik, Körpernähe inklusive eines leichten Säuselns, dem liebevollen Klang eines Summens und dem In-den-Armen-Wiegen des Kindes.
Schwerwiegender Rhythmus
Kein Singsang ohne Periodizität, will sagen Gleichmäßigkeit. Symmetrie. Hin und Her. Der Musiker spricht von Rhythmus. Und von Melodie. Monodie, dem einstimmigen Gesang. Ein Ton folgt auf den nächsten in klar erkennbaren, besser gesagt hörbaren Mustern. Der Fachjargon dafür lautet Intervall, Zwischenraum.
Trotz dieses Dazwischen fließen die Melodietöne. Der Rhythmus bringt Ruhe ins Fahrwasser. Diese beiden Parameter können nur wechselseitig passieren – im doppelten Wortsinne: sie passieren das Ohr, indem sie passieren. Es fließt, es erklingt zusammen, was zusammen gehört (!).
Zusammen-/Entgegengesetzes
Das bezeichnet der Musikfachmann als Konsonanz, von lateinisch consonare: zusammen klingen. Jedem Zusammen wohnt ein Entgegnen inne: Dissonanz. Der Gegenklang, unwissenschaftlicher gesprochen: schräg, schrill, hässlich und klingt einfach, sit venia verbo: scheiße.
Eine weitere und wesenswichtige Differenz in der Musik sind Dur und Moll, sprich hell oder dunkel, fröhlich oder traurig (etymologisch: hart und weich). Gleichsam Hochzeit und Beerdigung (teils wird’s anders herum empfunden). Diese beiden Tongeschlechter – es gibt nur zwei (kommt mir irgendwie bekannt vor) – sind nicht ohne Grundtonbezug zu haben. Wer nicht weiß, was allgemein ein Grundton sein mag, stelle sich kurz ein Haus vor ohne Fundament. Ein Schiff ohne Rumpf. Ein Auto ohne Motor.
Kleine Experimente, große Wirkung
Trotz faktisch menschenmehrheitlicher Unkenntnis ob dieser Musikwissenschaftsterminologie findet all dies einfach statt, seit es Menschen gibt. Jahrhundert(tausend)e lang.
Und Mensch suchte offenbar und fand sogleich – über einen ellenlangen wie wellenförmig ablaufenden Zeitraum hinweg – den Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Monodie in den Eingang der Vielstimmigkeit (griech. Polyphonie), ähnlich zur Entwicklung von mannigfacher Gerätschaft. Diese multipliziert(e) unsere recht bescheidene Menschenkraft (physisch/psychisch) – im Gegensatz zur physischen Teilüberlegenheit nicht weniger Tiergattungen – und minimiert(e) die Anstrengung für Mensch.
Parallel dazu klimaximiert(e) Mensch sowohl die Organisation von Tönen in hochkomplexe Kompositionen (componere, lat. für zusammensetzen) als auch das Herstellen eines filigran-ausgefeilten und teilbombastischen Musikinstrumentariums. Vergegenwärtigen Sie sich flugs den Weg von der Panflöte über eine Kirchenorgel bis hin zur verzerrten Elektrogitarre mit vierzig angeschlossen Marshall-Amps (»Rock am Ring«). Die virtuell generierte Musik am PC eingedenk der KI sei vorerst exkludiert – dazu demnächst mehr.
Mit Natur gegen Natur
In der Natur des Menschen ist folglich Progress angelegt, »gäbe (es) keinen Prozess, wenn nicht ein Ungelöstes, dann gar Hemmendes in der Welt wäre, das nicht sein sollte« (ein ausnahmsweise guter Bloch, der alte Stalin-Apologet). Die Menschennatur neigt also dazu, innere wie äußere Menschennatur modulieren zu wollen – in welche Richtung(en) auch immer. Und scheint dies zu können.
Unmittelbar aufkeimende Fragestellungen: ja, in welche Richtung(en)? Und: wie weit? Wozu? Progress um des Progress willen? In der westlichen Kultur schien – unabgesprochen – Ende des 19. Jahrhunderts kollektiv eine Art Neophilie ausgebrochen zu sein, wenn nicht Neomanie. Alles Alte weg, her mit dem Neuen. Es vorherrschte ein »konfuses Verlangen nach totaler Andersheit« (Sloterdijk).
Tabubruch
Musikalisch akkumulierte das Neomanische ins oder als Genre »Neue Musik« zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dessen Pionier war Arnold Schönberg. Die Herren Hauer und Obuchow erschufen zwar wenige Jahre vorm Schönberg Gleichwertiges. Es blieb ihnen jeweils allerdings versagt, ein Säulenheiliger, wie es Schönberg gelang, der Musikavantgarde zu werden. Neue Musik? Franz Marc kann sie erklären (1911):
»Schönberg geht von dem Prinzip aus, dass die Begriffe Konsonanz und Dissonanz überhaupt nicht existieren. Eine sogenannte Dissonanz ist nur eine weiter auseinanderhegende Konsonanz.«
Das nenne ich Chuzpe. Stark. Ebbe und Flut existieren ja auch nicht. Tag und Nacht sind wie Muta und Fata Morgana. Und hält sich das Kind die Hände vor seine eigenen Rehäuglein, hört (!) Welt auf einmal auf zu existieren.
Übrigens: Eigentlich strebte Schönberg vehement die sogenannte »Emanzipation der Dissonanz« an. Ja, was denn nun, Arnold?
Trans-Musik
Übrigens II: Schönberg hatte mit dessen Prinzip die elende Genderdebatte – nolens volens – über einhundert Jahre vorgezogen und an der Musikwelt exerziert, den Diskurs lediglich flüchtig geführt und ad hoc mit folgendem Ergebnis abgeschlossen: Es gibt weder Tongeschlecht noch Klangdifferenz. Und nur allein, weil Schönberg das so will – wie jeder heutzutage halt der oder die das sein kann, weil ich das so will! Ab 14. Zwei Mal pro Jahr. Ferner: Nun ist’s sonnenklar, weshalb der Titel der Sammlung ausgewählter Schriften von Schönberg der ist, der er ist: »Stile herrschen, Gedanken siegen« (2007). Chuzpe 2.0.
Das hochheilige Schönberg-Komponieren mit den uns bekannten zwölf Tönen (Sie erinnern sich sicher noch an die PoC-weiß-aufgebaute Klaviertastatur) schimpft sich, ganz profan, Zwölftonmusik. Alle zwölf Töne müssen gesetzt sein, bevor sich einer der zwölf wiederholt. Nicht verstanden? Okay. Also noch einmal: Du hast zwölf Bauklötze in Deinem Plastikeimer, was machst Du damit, mein liebes Kind? Ich tu‘ einen nach dem anderen rausnehmen und dann tu‘ ich die alle wieder rein und fang erneut von vorn an, is‘ voll lustig. Spitzenidee.
Große Experimente, keine Wirkung
Wie dem auch sei: Auf jeden Fall ist all das, was Sie unter Musik verstehen, einerlei ob mit oder ohne Fachtermini, Studium oder Proberaum, laut Zwölftonideologie verboten. Jawoll: untersagt. Wer derart komponiert, wie es Menschen Jahrhunderte lang vollzogen, ist demzufolge sinistrer Reaktionär, Verräter am Fortschritt und Zuhälter des Faschismus – Sie kennen das passiv-aggressive Sponti-DaDa-Avantgarde-Dauergequassel derjenigen, die, ganz bescheiden des Weltfriedens willen, das Schöne, Gute und Wahre im Herzen tragen.
Schönberg ging sogar so weit und behauptete 1921 voller Stolz (= Hochmut), er habe mit der Zwölftonmethode eine Erfindung gemacht, die der deutschen Musik die Vorherrschaft für die nächsten einhundert Jahre sichere. Hört, hört, welch überraschend nationale Duftnote! Und schon wieder ein Österreicher. Wenn sich da der Arnold mal nicht krass verhochrechnet hatte.
Still, still, still…
Ja, Neue Musik wird weiter komponiert und aufgeführt, jedoch nur weil »vom deutschen Steuerzahler gesäugt, genährt, aber nimmermehr abgestillt« (Klonovsky). Denn, werter Leser, Hand aufs Herz: Wann hörten Sie das letzte Mal Neue Musik? Wann das erste Mal? Oder ihre Freunde? Bekannten? Da wird’s ganz schnell ganz schön still.
Fürs erste Mal: Ich darf annehmen, Sie sitzen momentan am Rechner. Gehen Sie zu oder auf YouTube und – Sie wissen Bescheid. Kommentieren Sie hier und schildern Sie Ihre Höreindrücke. Danke.
Meines Erachtens könnte es ruhig still werden um Neue Musik. Braucht niemand außer der endogamen subventionsdependenten Neue-Musik-Koterie. Ich gehe erfreulich prinzipienlos, dafür voller Realleben davon aus, dass eine Neue-Musik-Subvention überhaupt nicht existieren muss. Eine derartige Subvention ist nur weiteres Anzeichen römischer Dekadenz.
Wir sind Peanuts!
Weshalb ist denn nun Neue Musik eine Musik, »der sich jedes wohlgeborene und wohlerzogene Ohr augenblicklich verschließt« (Proust)? Lou Reed gibt Antwort. Ich liebe seine Musik. Vornehmlich dessen Soloalben. Mr. Reed soll hiermit das letzte Wort haben, das mir selbst erst vor Kurzem jener YouTube-Algorithmus (Rhythmus?) auf meinen Laptop-Bildschirm spülte.
Wir alle lieben den Beat. Wollen Musik körperlich erfahren. Das geht nur – ich weiß, ich weiß, es gibt hunderttausende Ausnahmen, siehe oben, von wegen Vollständigkeit –, bebt der Tanzboden und es fällt das Glas Bier vom Tisch oder ich in die Arme einer wunderschönen Frau – und erfreuen uns am „sound of love“…
Bei oder mit »Neue Musik« passiert das nicht. Garantiert. You know that.
Agreed ?
(Der Link verweist direkt auf die entscheidende Stelle; gern ganz anschauen, es sind lediglich knapp 7 Minuten).
Zugabe
»Hasset die schlechte Musik, verachtet sie nicht. Da man sie häufiger spielt oder singt und viel leidenschaftlicher als die gute, hat sie nach und nach den Traum und die Tränen der Menschen in sich aufgenommen. Deshalb gebührt ihr eure Ehrfurcht. So unbedeutend ihre Stellung in der Geschichte der Kunst ist, so unermeßlich ist sie in der sentimentalen Geschichte der Gesellschaft. […]
Wie viele in den Augen eines Künstlers wertlose Melodien hat die Menge der jungen, romantischen und verliebten Leute sich nicht zu Vertrauten erwählt. […] – geistvolle und begeisternde Vertraute, die den Kummer veredeln und den Traum überhöhen und im Austausch mit dem glühenden Geheimnis, das man ihnen anvertraut, die berauschende Illusion der Schönheit geben.
Wie das Volk, das Bürgertum, die Armee und der Adel die gleichen Briefträger haben, Träger der Trauer, die sie trifft, oder des Glücks, das sie erfüllt, so haben sie auch die gleichen Liebesboten, die gleichen vielgeliebten Beichtväter. Es sind die Komponisten von schlechter Musik. Irgend so eine ärgerlich alte Leier, der sich jedes wohlgeborene und wohlerzogene Ohr augenblicklich verschließt, hat den Schatz von tausenden von Seelen empfangen, bewahrt das Geheimnis von Tausenden von Leben;
[…] sollte uns bewegen wie ein Friedhof oder wie ein Dorf. Was macht es aus, wenn die Häuser keinen Stil haben und die Gräber unter der geschmacklosen Inschriften und Ornamenten verschwinden. Aus diesem Staub kann vor den Augen einer einfühlsamen und achtungsvollen Phantasie, wenn sie für einen Augenblick ihre ästhetische Geringschätzung zum Schweigen bringt, sich der Schwarm der Seelen sich erheben, im Schnabel den noch grünen Zweig des Traums, der sie die andere Welt erahnen und sie in dieser genießen und weinen ließ.«Marcel Proust: Freuden und Tage, Frankfurt am Main 1998, S. 166–168.
Ich bin kein Musikexperte. Reiner Konsument. Aber ich suche gerne das Neue. So wie es die Menschen suchten, die Ravels Bolero damals hörten und dann teils geschockt in Ohnmacht fielen. Heute darf das Stück auf keiner EUR 5,99 Kompilation „Klassik für solche, die damit nichts anfangen können“, fehlen, neben einem Satz aus Beethovens Fünfter und der Arie der Königin der Nacht. Für mich persönlich eines seiner ungeliebtesten Werke. Bourdieu schlug solche Populär-Klassik im Rahmen der feinen Unterschiede eher dem Schlagergenre zu und nicht dem Anspruchsvollen.
Also 1) natürlich geht es bei Neuer Musik in Teilen auch um kulturelle Distinktion; und wenn ich solche Artikel lese, atme ich auf: Es wäre unter dem Gesichtspunkt eine Katastrophe, wenn das jedem gefiele. Distinktion ( selbst amateurhaftes Violon-D’Ingrès-) Expertentum ist ein Quell der Freude an sich: Ob sie sich auf die Finessen eines Charlie Parker bezieht oder eben darauf, neuer Musik dann doch sehr viel abgewinnen zu können. Weil man z.B. Schönberg in einem damals vor allem Wien-Berlin-Prag umspannenden Koordinatensystem mit den besonderen Zeitläuften und Herausforderungen „er-kennen“ kann. Eminem sagte, auf die Rauheit seiner Texte kritisch angesprochen, sind gemäß, genau deswegen seien sie wahr. Und das vermeintlich Unzugängliche an Schönberg, um bei dem Beispiel zu bleiben, ist für seine Zeit und danach soviel wahrer als vieles andere. Nun beschriebt der Autor sein Missvergnügen und fragt, wohl sogar rhetorisch, wer denn sowas hört.
Wem also, 2), gefällt das überhaupt? Da hebe ich schnipsend den Arm: Mir, mir. Ab etwa 18. Habe CDs gekauft, bin zu Kammerkonzerten gegangen oder Symphoniekonzerten, oder auf ein ganzes Workshop-Wochenende: Da war z.B, ein weltbedeutender Schüler von Ligeti, der Schüler wiederum von Kodály gewesen war. Das Ganze hat also durchaus Wurzeln, wie auch Schönbergs Verklärte Nacht noch ganz anders klingt. Für mich eine große Freude, ein großer Genuss, ein großer Spaß. Da war ich schon damals nicht alleine: Festivals Neuer Musik zogen in Ungarn zehntausende an, und auch die Donaueschinger Musiktage waren stets ein Großereignis. Später, jeweils ein halbes Jahr wohnhaft in Upstate New York und in Paris, kamen viele Konzerte und CD-Käufe neuer Musik hinzu. Es ist auch ein deutsches Ding: Die eigenen Überväter in Barock, Klassik und Romantik sperren vieles andere aus. Und damit kommen wir zu den Musikern. Als ich in der Kommunalpolitik war, ermunterte ich den Direktor des örtlichen Symphonieorchesters, doch wenigstens mit einem Stück nach der Pause im Aboprogramm auch einmal Neue Musik erklingen zu lassen. Es kam der Seufzer der Erleichterung. Und einige Male die Umsetzung.
3) Auch für Musiker ist die Neue Musik oft eine Freude. Die Möglichkeit zum kreativen Ausbruch aus dem immer gleichen Standardkanon.
Es ist wie mit der gleichgeschlechtlichen Ehe: Wer sie anlehnt, soll sie halt nicht eingehen. Wer Neue Musik nicht mag, soll sie nicht hören. Aber bitte nicht unter Missachtung der Adepten eine Prinzipienfrage daraus machen.
Ich durfte im Rahmen meines Abiturs 1983 eine Höranalyse zu Stockhausens „Studie II“ schreiben.
Nach meiner Erinnerung hielt ich damals fest, dass der Klang mich daran erinnert, wie meine damals dreijährige Nichte mein Klavier entdeckte…
In diesem Sinne – Hurz 😎
Tja – ich musste dann in die mündliche Nachprüfung über die Rezeptionsgeschichte von Karel Gott. Humor hatte mein Musiklehrer
Ich finde diese Gedanken todlangweilig (und ein weiteres Zeichen für unsere risikofeindliche, stetig vergreisende Gesellschaft, geistig und seelisch versteinernde Gesellschaft) .
Als ich angefangen habe, mich mit klassischer Musik zu beschäftigen, war mir Richard Strauss zu modern. Die erste Begegnung mit Berg war ein Schock, aber nach mehrmaligem Hören gibt es auch in dieser Musik Wiedererkennungsmomente.
Wolfgang Rihms Ödipus-Oper war eines der intensivsten Musiktheatererlebnisse überhaupt.
Als Berlinerin habe ich natürlich das Glück, neue Musik stets und ständig live geboten zu bekommen. Da ist auch manches dabei, dass ich ziemlich ätzend finde, aber das hat meistens handwerkliche Gründe. Kinder und Jugendliche by the way reagieren sehr aufgeschlossen auf neue(re) Musik. Sie werden dadurch an Film- bzw. zunehmend an Game-Musik erinnert (ich betreue dann und wann Schulklassen bei Probenbesuchen und habe das schon mehrfach erlebt (abgesehen von Pierre Boulez…).
Total witzig finde ich die Idee des Autors, dass es neue Musik ohne (deutsche) Förderung nicht mehr gäbe. Neue Musik wird überall geschrieben, zwischen Südkorea und Brasilien, Spanien und Finnland.
Ich bin übrigens 70.
Ich bin mir nicht sicher ob Herr Klappmeyer viel von neuer Musik kennt. Unter dem Label wird doch viel mehr geboten als 12 Tonmusik. Es gibt Berührungspunkten zu Ethnischer Musik, Jazz, klassischer Musik, Elektronischer Musik etc.. Das mag für jemanden dessen Hörgewohnheiten an Lou Reed geschult sind immer noch seltsam und abstrakt klingen. Und doch hat diese Musik sicher ihre Berechtigung. Sie ist vielleicht mehr ein Art von Grundlagenforschung. Auch da ist ja deren unmittelbarer Nutzen oft nicht direkt zu erkennen und der Kreis der Leute, die das nachvollziehen sehr klein.
Ansonsten ist es mit der Subventionen von Kultur immer ein schwieriges Thema. Wenn man nur auf die Zahl der Besucher schaut würde man nur noch Helene Fischer und Zauberflöte hören und kaum mehr eine Ausstellung mit moderner Kunst zu sehen bekommen.
Zur Einstimmung pfeifen wir mal kurz Hans Sedlmayrs „Verlust der Mitte“!
PPS: Um noch einmal Mr. Reed heranzuziehen, indem ich ihn bewusst falsch übersetze, für mich, meine Meinung, siehe Link (springt, wie gehabt, an die gewollte Stelle):
https://www.youtube.com/watch?v=lfTnvtrbR38#t=2m34s
„If you don’t have the BASE (Reed meint natürlich Bass, die tiefe Klanglage), it’s like being amputated. It’s like you had no legs…“
Keine Basis, kein Grundton, so dreht sich Musik nur im sich selbst – ins Nichts.
PS: fremde Federn: 1.) Volltreffer, was die Schimäre „atonal“ resp. „dodekaphon“ betrifft und 2.) die Anmaßung, die an Musik im allg. gelegt ward und wird.
»Für Arnold Schönberg sollte die Zwölftonreihe die Faßlichkeit garantieren. Sie tat es nicht. Für Schönbergs Anhänger sollte sie die Atonalität garantieren. Auch dafür war sie ungeeignet. […] Es ist schwer, wenn nicht sogar unmöglich, eine atonale Zwölftonreihe aufzustellen. Quinten und Quarten wirken stets stark tonal. Terzen werden als Dreiklangsbrechungen aufgefaßt. Eine wechselnde Folge von Ganztönen und Halbtönen wird im Sinne der diatonischen Skala, eine stärkere Verwendung des Halbtons wird im Sinne der Vorhaltsmelodik der erweiterten Tonalität gehört. Sexten und Septimen sind in der Zwölftonreihe, für die es auf die Oktavlage der zwölf Töne nicht ankommt, nur die Umkehrungen der Terzen und Sekunden und wie diese mit dem tonalen Makel behaftet. Es bleibt nur der Tritonus, auf den auch kein Verlaß ist, da er ja in jeder Dur- oder Molltonleiter und in der simpelsten Dissonanz, im Dominantseptakkord, vorkommt. In der Einstimmigkeit ist es bei enger Lage nicht möglich, atonal zu werden. Die Atonalen haben sich daher in die weiten Melodiesprünge und in ein gezacktes Melos gerettet.«
Martin Vogel: Die Lehre von den Tonbezeichnungen, Bonn-Bad Godesberg (Verlag für systematische Musikwissenschaft GmbH) 1975, S.271/272.
2.) »Dass ein hemmungsloser Musikgenuss eine öffentliche Ordnung untergraben könne, ist ein albernes Märchen, an das bisweilen haltlose Hoffnungen wie Befürchtungen gleichermaßen geknüpft worden sind, und zwar in maßloser Verkennung der Rolle, welche die Kultur in der Weltgeschichte in den Kulturnationen wirklich spielt.«
Franz Sauter: Die tonale Musik, Hamburg 2001, S. 45.
@alle: Funktionsharmonik vs. Atonalität (den Begriff lehnte SB zurecht ab, es bleiben schließlich tonale Zusammenhänge) resp. grundtonlose Musik. Für diesen Widerspruch sorgte Schönberg „als Erster“ (was nicht ganz stimmt, siehe Text). Nicht ich.
Einerseits gab es laut dessen Deklaration nur noch Konsonanz, andererseits, das Mantra 2.0 der „Neutöner“, strebte er nach der sog. „Emanzipation der Dissonanz“ – ja was denn nun?
Mit keiner Zeile schreibe ich, dass da irgendwas „weg kann“. Das, was weg kann, ist die Subvention. Von aller Klassik – also als Gattung, nicht Epoche? Ja, warum denn nicht?
Auf alles weitere zu antworten, dazu habe ich just keine Zeit. Wie es Herr Greven hier auch mal erwähnte:
Es neigt zum Ausufern inkl. der hohen Wahrscheinlichkeit an Missverständnisakkumulation.
Alles Weitere gern per Mail: info@axel-knappmeyer.de Bin offen für jeden Schlagabtausch – puff-puff!
„Das, was weg kann, ist die Subvention. Von aller Klassik – also als Gattung, nicht Epoche? Ja, warum denn nicht?“
Dann kann auch alle Kultur weg, die sich nicht selbst finanzieren kann.
Museen – weg, warum denn nicht … Film, Literatur, kulturelle Bildung – weg!
Und weiter: ÖRR – weg! Warum denn nicht …
Aber aufpassen! Auch Jazz wird subventioniert, z.B. dadurch, dass Musiker als Lehrer an staatlichen Schulen angestellt werden …
„Neue Musik wird weiter komponiert und aufgeführt, jedoch nur weil »vom deutschen Steuerzahler gesäugt, genährt, aber nimmermehr abgestillt« (Klonovsky)“
Gilt das nicht für die klassische Musik überhaupt? Welches Opernhaus, welches Sinfonieorchester ist ohne Subventionen lebensfähig? Von klassischer Musik kann doch nur leben, wer sie gnadenlos vergeigt …
Nur ein paar hingeworfene Gedanken:
Zwölftonmusik heute noch als „Neue Musik“ zu bezeichnen – hm. Kaum eine Musik ist heute älter als die „Neue Musik“.
Und steckt nicht auch die Musik eines JSB in einem sehr engen Korsett, wenn auch in einem tonalen? Warum erkennt man sie so leicht? Weil sie so langweilig ist?
Ludwig van war ein Pop-Musiker („klassische Musik“ gab es zu seiner Zeit noch nicht) und Revolutionär – Freunde, nicht diese Töne!
Bartok – ein kluger Kopf meinte einmal, seine Musik sei für Leute die Schach spielen und das Kreuzworträtsel in der „Zeit“ mögen – finde ich zuweilen sehr sperrig (also „neu“), manchmal aber auch einfach schön (obwohl „neu“).
Und dann vergleiche man John T. Williams „Sinfonietta for Wind Ensemble“ mit seinen Filmmusiken, womit er wohl mehr verdient?
Wie auch immer: bitte mehr solcher Artikel!
Bei „nur zwei Tongeschlechter“ wollte ich eigentlich aufhören zu lesen – der Autor sollte mit seinem fachlichen Hintergrund schon mal was von modalen Skalen gehört haben, wenn man schon von „westlicher“ Musik spricht (bis zum Heavy Metal, oder ist das auch „dekadent“?). Und auch die platte Assoziation „Dur“ = „fröhlich“, „Moll“ = „traurig“ geht völlig am Thema vorbei. Mehr Simplifizierung geht kaum noch. Das Problem heutiger Zeit sind weder Zugänglichkeit noch Vermittelbarkeit von „Neuer Musik“ (unter der sich mehr versammelt als Schönberg und Serialisten, die zudem nicht gerade „neu“ sind), sondern eher, dass in der Popularmusik noch vor wenigen Jahrzehnten übliche Modulationen inzwischen praktisch fast ausgestorben sind. Und was Dissonanzen angeht – ohne die wäre Musik stinklangweilig.
Ich weiß nicht, was Sie unter „Neuer Musik“ verstehen. Nur die Zwölftonmusik im Gefolge Arnold Schönbergs? Oder auch Igor Strawinskis Feuervogel? Krysztof Pendereckis schaurig-schöne religiöse Musik? Die seriellen Stücke von Philip Glass oder John Adams? Alles „kann weg“? Ich höre die Musik gern.
Und was den Spruch Franz Marcs angeht, „Eine sogenannte Dissonanz ist nur eine weiter auseinanderhegende Konsonanz“: Hören Sie sich den Anfang von „Hey Joe“ an. Was Jimi Hendrix dort macht, ist eine Illustration dieser Aussage.
Lou Reed hat mit dem Herzschlag vermutlich recht. Aber das Mutterherz schlägt nicht im Dreivierteltakt, und doch tanzen wir dazu. Das Mutterherz schlägt nicht im Tango-Takt. Das Mutterherz schlägt nicht im Offbeat, und viele ältere Deutsche können das bis heute nicht klatschen, aber Elvis konnte nicht anders und hat damit das rhythmische Empfinden aller nachfolgenden Generationen geprägt.
Kurzum: man kann sich über das Getue mancher Musiker und Musikkritiker ärgern (ich zum Beispiel finde die Überheblichkeit mancher Jazzmusiker und -Adepten schwer erträglich): aber die Vorstellung, es gebe eine natürliche Musik, der die Musik in der Schönberg-Nachfolge nicht entspreche, ist für mich so wenig nachvollziehbar wie die Vorstellung, Lyrik müsse sich reimen oder Malerei gegenständlich sein.
Gibt es die Jazzmusiker-Überheblichkeit wirklich noch? Mir will scheinen, die hat sich spätesten seit 20 Jahren in Wohlgefallen aufgelöst… aber wer bin ich, das zu beurteilen
Danke, Alan. Konkret zu Deinen Aussagen:
1) Ich weiß nicht, was Sie unter „Neuer Musik“ verstehen. Nur die Zwölftonmusik im Gefolge Arnold Schönbergs?
Neue Musik ist ein Epochenbegriff geworden wie alle anderen klass. Epochen ebenso: Renaissance, Barock, Klassik etc. Zum Bleistift Impressionismus: Eindrücklichmachung: ist nicht alles mit Impressionen verbunden….? Was hat das C noch mit der CDU zu tun? Begriffe/Metonyme verselbstständigen sich, you know that, Somit ist Neue Musik, der 19222 von einem gew. Musikjournalisten Bekker ins Leben gerufen ward, halt der Oberbegriff geworden für, wie ich es @alle schrieb: grundtonlose Musik, sprich die konkret-radikale Negierung der tonalen, der grundtonbezogenen Musik.
Auch wenn einer der Mitkommentatoren nach „Dur und Moll“ aufhören wollte zu lesen – was für ein Ignorant, in meinen einleitenden Worten wies ich EXPLIZIT auf mein bewusst gewählte große Oberflächlichkeit dieses Beitrags hin, nun denn –, ist damit alles erklärt:
Dur/Moll isch over – frei nach Wolle Schäuble –, die Musik verliert ihren Grund, als Fundament.
2) Oder auch Igor Strawinskis Feuervogel?
Ist eindeutig grundtonbezogen mit bitonalen Elementen.
3) Krysztof Pendereckis schaurig-schöne religiöse Musik?
Kenn ich zu wenig; das, was ich kenne, ist gesichert polytonal, sprich Dur/Moll gleichzeitig, also Grundton is da!
4) Die seriellen Stücke von Philip Glass oder John Adams?
Glass hat seriell komponiert? Ich dachte, der sei Minimal-Music-Mit-Pionier neben Steve Reich et al.? Das ist mir neu. Serielles Komponieren ist meines Wissens, musikwiss. archiviert, eine Fortsetzung von Neue Musik:
Alle, ja, ALLE Parameter der Musik sind vorberechnet und starr – wie grauenhaft. Elendes Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=y_XrAUvvuBs
Hat Boulez SELBST aus dessen Werkekanon streichen lassen. Er schien Einsicht gelernt zu haben…
John Adams: s. o., was ich kenne, ist alles tonal = hat trad. Funktionsharmonik, nur eben modern gesetzt, sprich polytonal.
5) Alles „kann weg“?
Das sagte ich ja schon unter @alle: das ist schon fast eine Unterstellung: mit keinem Wort, auch nicht im Subtext, sage/denke ich, dass da „was weg kann“. Nur der universalistisch-antikap.-Weltbefreiungs-Anspruch der Neutöner, der passt nicht zur Hochsubvention des Neutönenden durchs Kapital selbst. Das ist widerwärtige Hybris. Deswegen: die Subvention, die „kann weg“.
6) Ich höre die Musik gern.
Das freut mich. Möchte ich weder Dir noch anderen nicht wegnehmen, dieses Gernhaben.
7) Und was den Spruch Franz Marcs angeht, „Eine sogenannte Dissonanz ist nur eine weiter auseinanderhegende Konsonanz“: Hören Sie sich den Anfang von „Hey Joe“ an. Was Jimi Hendrix dort macht, ist eine Illustration dieser Aussage.
Bei allem Respekt, Alan: Was haben Hendrix und Neue Musik gemein? Nichts. Hendrix hat 110.000-%-ig tonal gedacht. Dass da mal „freakige“ Soundcluster kamen oder eben das Tonale verlassen wurde: Hendrix war ein trad. Komponist, Singer-Songwriter-Strukturen, zuletzt ne Art Popmusik – was nie was Schlechtes ist in meinen Augen wie Ohren! –, siehe z. B. „Little Wing“ vom Hendrix (nebenbei: Sting’s Cover ist m. E. großartig).
8) Lou Reed hat mit dem Herzschlag vermutlich recht. Aber das Mutterherz schlägt nicht im Dreivierteltakt, und doch tanzen wir dazu. Das Mutterherz schlägt nicht im Tango-Takt. Das Mutterherz schlägt nicht im Offbeat, und viele ältere Deutsche können das bis heute nicht klatschen, aber Elvis konnte nicht anders und hat damit das rhythmische Empfinden aller nachfolgenden Generationen geprägt.
Das Reed’sche „Puff-puff-puff“ war schlicht bildhaft, um intellektueller zu salbadern: allegorischer Provenienz (mein Gott, bin ich ein Schwafler, harharhar). Beat als Metabegriff, als eben ein oder DER Rhythmus, der – ob nun instrumental- oder mental-technisch einwandfrei (= Megaprofis wie Vinnie Colaiuta am Drumset, eben Sting, Rubinstein, 100.000e…) oder approximativ oder eben punk-dilettantisch – einfach DA ist (im Sinne des im Sein sein, ob mit oder ohne Black & Heidegger): rein, raus, hin, her, symmetrisch, klare Struktur, eben am Puls des Menschen, will sagen ums Tempo 60/120 bpm herum, plusminusmalgeteilt: DAS ist Musik, nein: die Basis der Musik der Welt. Sorry, um H. Wehner zu zitieren: das weiß ich, das isso… (13. März 1976, als die CDU den Plenarsaal verließ…)
9) Kurzum: man kann sich über das Getue mancher Musiker und Musikkritiker ärgern
Das tue ich auch, aber das hat doch nichts mit Reed’s Aussage zu tun, oder wie ist das gemeint?
10) (ich zum Beispiel finde die Überheblichkeit mancher Jazzmusiker und -Adepten schwer erträglich):
Ich „bin“ (siehe oben, im Sein sein, Heideggerlein, das Nazischwein…) Jazzmusiker. Als junger Kerl war ich gigaüberheblich, hat sich alles gelegt, wie bei Irving Kristol, der God-Father der Neocons:
I am a liberal mugged by reality…
11) aber die Vorstellung, es gebe eine natürliche Musik, der die Musik in der Schönberg-Nachfolge nicht entspreche, ist für mich so wenig nachvollziehbar wie die Vorstellung, Lyrik müsse sich reimen oder Malerei gegenständlich sein.
Nichts MUSS sein, es ist die Frage des Anspruchs, und, wo Du die Überheblichkeit mit ins Spiel gebracht hattest: Schönberg und all dessen Nachfolger sind Epitome der Hochnase, des Hochmuts und der (hochsubventionierten) Arroganz: siehe in meinem Beitrag: »Stile herrschen, Gedanken siegen« und dass ab 1920 rum in 100 Jahren die Neue Musik das Nonplusultra der toitschen Musik sein wird: was ist das denn, bitte sehr?
Lyrik muss sich nicht reimen, nur ist nicht wenige moderne (was ist schon modern? Sofern es DIE Grenze gibt, ist sie, wie bei Musik, eben die Negation all der Dinge, die zuvor da waren) Lyrik, die ich kenne – bin da ne echte Vollwurst, kenne nur im Promillebereich Auszüge –, ist im Kern, siehe Negation, reimbefreit – „befreit“, also weg vom Metrum, siehe Musik, wird doch sonst hymnisch „DAS“ Musikalische in der Lyrik stets hervorgehoben, als sei u. a. Shakespeare eigentlich Musik – oder besser Musiker, wie es mal Hannes Stein vor Jahrzehnten schrieb, dass er WS für einen Jazzmusiker hielte… na ja, fand ich ziemlich anmaßend. Und der Anspruch (!), das Neu-Befreite, all das alte = Metrum hinter sich zu lassen, tja, das macht, m. E., die meiste mod. Lyrik eben nicht zu der Lyrik, die ich als metrumsbasierte Lyrik kenne. Aber jeder wie ersiees will.
Malerei: Na ja, der Scheiß, der hier in MG im Abteimuseum hängt und als „zeitgenössisch“ (auch son toter Begriff…) oder als modern (siehe oben…. man könnte auch das MO in modern betonen, dann kommt’s vom Vergammeln, hahaha) betitelt wird: sorry, bei allem Disrespekt: Schrott. Totaler. Dazu ne fremde Feder, als letztes:
»Eine künstlerische Form durch eine andere zu erklären, ist monströs. Man wird in allen Museen der Welt nicht ein einziges gutes Gemälde, das eines Kommentares bedarf. Je mehr Text im Katalog steht, desto schlechter das Bild.« (Flaubert)
Und bei dem modernen Krams kommt es m. E. immer mehr auf die Texte übers Gekrakel an als auf das Gekrakel selbst…