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150 Jüdinnen und Juden haben am Tag nach der Wahl in Berlin, bei der die Linkspartei mit fast 26 Prozent der Stimmen zur stärksten politischen Kraft wurde, was eher etwas über die Zersplitterung der Wählerschaft aussagt als einen klaren Regierungsauftrag darstellt, einen Offenen Brief veröffentlicht, den ich unten anhänge. Sie widersprechen darin der Behauptung, „Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden.“ Sie rufen zur Bildung einer Regierungskoalition unter Führung von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Linken, auf: „Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird.“ Ich halte die Argumente der Unterzeichner:innen nicht für einleuchtend.
Ich lasse dahingestellt, ob eine Rot-Grün-Rote Koalition wirklich „die Kraft hat, die materiellen Ursachen gesellschaftlicher Spannungen anzugehen“, also ob etwa die auf Pump finanzierte Vergesellschaftung von Zigtausenden Wohnungen wirklich zu mehr Wohnraum und niedrigeren Mieten führen würde, ganz zu schweigen von der notwendigen klimagerechten Sanierung, selbst wenn eine solche Koalition sie beschließen und durchführen würde, was in hohem Grad unwahrscheinlich ist. Das ist eine Frage, die je nach politischem Standpunkt verschieden beantwortet wird und – hier bin ich entschieden anderer Meinung als die Briefschreiber – nichts mit der Frage des Antisemitismus zu tun hat.
Ist der Antisemitismus ein Ergebnis schlechter Sozialpolitik?
Die Verfasser und Unterzeichner (ich lasse im Interesse einfachen Lesens die gendergerechte Sprache mal beiseite) meinen: „Prekäre Beschäftigung, überlastete Schulen, ein Gesundheitssystem am Limit, wachsende soziale Spaltung – all das erzeugt genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die auch den Judenhass fördern.“
Das ist die alte, längst widerlegte vulgärmarxistische Mär, die im Antisemitismus nicht eine in die abendländische und islamische Kultur seit jeher eingeschriebene, jederzeit wieder abrufbare Ressource sieht, sondern eine Reaktion auf soziale Missstände. Eine Mär übrigens, mit der sich die kompromittierten Deutschen 1945ff herauszureden suchten: „Ihr müsst verstehen, die Wirtschaftskrise … blablabla.“
Dabei gehören die Studenten und jungen Bildungsbürger, die in den geisteswissenschaftlichen Fächern der Berliner Universitäten die Diktatur des Antizionismus durchsetzen wollen und in den früheren Hochburgen der Grünen wie Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder – ja auch – Steglitz-Zehlendorf massenhaft die Linkspartei gewählt haben, eben nicht zu jenen sozial Benachteiligten, die unter den beschriebenen Problemen zu leiden haben. Sie sind – wie die Studenten und Dozenten, die in den 1920er Jahren die Hochschulen zu den ersten Hochburgen der Nazis gemacht und in den 1970er Jahren den Marxismus und Antiamerikanismus als Grundlage von Forschung und Lehre durchgesetzt haben – bei allen Problemen, die sie haben mögen, Privilegierte. Ihnen darf man nicht erlauben, sich hinter einem Gerede von sozialen Problemen zu verstecken.
Mehr Wohnraum – weniger Islamismus?
Die Briefschreiber weiter: „Wer soziale Missstände ignoriert, überlässt das Feld denen, die immer als erstes nach Sündenböcken suchen. Eine Stadtregierung, die bezahlbaren Wohnraum sichert, öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und soziale Ungleichheit spürbar reduziert, tut mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit auch für unsere Sicherheit (als Juden und Jüdinnen – A.P.)! – als bloß eine demokratische Partei auszugrenzen.“
Nehmen wir also den Fall an, der Senat schafft mehr bezahlbaren Wohnraum und so weiter: Glauben die Verfasser und Unterzeichner dieses Briefes, sie würden dann weniger Probleme haben, wenn sie mit einer Kippa (oder, bitte sehr, als Schwule ohne Kippa, aber Hand in Hand) die Sonnenallee entlanglaufen würden? Rufen die Leute in Neukölln „Yalla, yalla, Intifada!“ weil sie Probleme mit der Miete haben oder nicht genug Kindergeld bekommen? Werden Frauen und Mädchen unters Kopftuch gezwungen, weil ihre Männer unter sozialer Ungleichheit leiden? Werden schwule Muslime oder „unzüchtige“ Frauen ausgegrenzt, verfolgt, ermordet, weil es mit der „sozialen Daseinsvorsorge“ – was man auch immer darunter verstehen mag – hapert? Nein. Und so ist es auch mit dem Antizionismus: Er ist der Kitt, der die Umma zusammenhält, er bildet das Bindeglied zwischen dem ideologisch rückständigsten Teil der Gesellschaft und jenen, die sich für den fortschrittlichsten Teil halten. Der Antizionismus ist nicht sozial, sondern kulturell und politisch zu verstehen.
Der Antizionismus verbindet Unvereinbares
Ohne den Antizionismus kann die Linkspartei, angeführt von einer aufgeklärten, modernen, assimilierten, studierten Frau, die kein Kopftuch trägt und deren Eltern als Gewerkschaftler und Sozialisten aus der Türkei flohen, die muslimischen Wähler nicht mobilisieren, schon gar nicht die Clans, die oft genug ihr wie auch immer verdientes Geld in Immobilien gesteckt haben und – wäre die Linkspartei tapfer genug, ehrlich zu sein – mit schuld sind an der Mietenmisere in Berlin.
Doch all das wollen die Briefschreiber nicht zur Kenntnis nehmen. Sie gehen anscheinend blind durch die Stadt, oder gar nicht. Anders ist nicht zu erklären, wie sie schreiben können: „In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen.“
Und was ist mit der AfD?
Nun, niemand behauptet, soweit ich weiß, dass die Linkspartei „die größte Gefahr für jüdische Sicherheit“ in Berlin wäre. Allein, die AfD, die in Berlin nur 16,3 Prozent bekommen hat, und das primär in den östlichen Stadtrandbezirken, wo wenig Juden wohnen, ist es auch nicht. Es sind vor allem Linksradikale Aktivisten einerseits und islamistische Netzwerke andererseits. Und weil das so ist, wird von der Linkspartei verlangt, sich klar davon zu distanzieren, verbal, politisch, organisatorisch und personell. Und das passiert nicht.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, hat über die AfD gesagt, sie sei zwar keine antisemitische Partei, aber eine, in der sich „Antisemiten zuhause fühlen“ können. Recht hat er. Aber das gilt auch für die Linkspartei. Juden können unmöglich für die AfD Partei ergreifen, und die „Juden in der AfD“ sind ein trauriger Haufen und so offensichtlich ein Feigenblatt, dass es sich kaum lohnt, über sie ein Wort zu verlieren. Die Unterzeichner bieten sich freilich ungefragt an, für die Linkspartei eine ähnliche Funktion zu übernehmen.
Warum?
Es geht einzig um die Ausweitung der Israelkriitk
Es müsste doch, wenn es den Unterzeichnern wirklich darum geht, dass sich alle Berliner und Berlinerinnen unabhängig von Rasse (ja, ja …) und Religion, Kultur und Konto wohlfühlen, in deren Interesse sein, wenn die Linkspartei die Bedingungen ihrer möglichen Koalitionspartner von der SPD und den Grünen erfüllt und die militanten Antizionisten in ihren Reihen zuverlässig kaltstellt oder ausschließt. Aber letztlich geht es ihnen gar nicht darum. Sie schreiben, und dies ist der entscheidende Absatz, alles andere ist schmückendes Beiwerk und Gesülze:
„Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen.“
Ach Gott. Ach Gott. Ach Gott. Die uralte Klage, früher kam sie von rechts, von der NPD und Konsorten, nun von links, von Sympathisanten der Linkspartei: “Man darf Israel nicht kritisieren.“ Dies in einer Situation und einem Land, wo man kaum die Nachrichten anmachen oder eine Zeitungswebseite aufrufen kann, ohne mit Israelkritik konfrontiert zu werden. Nein, Freunde, die Linke wird nicht des Antisemitismus beschuldigt, weil sie – wie die linken Parteien in Israel – Kritik an der israelischen Politik übt, und das zu unterstellen ist eine demagogische Gemeinheit, die durch Wiederholung nur gemeiner, nicht überzeugender wird. Wo legitime, vielleicht notwendige, auf jeden Fall zu duldende Kritik aufhört, und wo Antizionismus und Antisemitismus beginnen, das ist nun hinreichend diskutiert und definiert worden, nicht zuletzt in der IHRA-Definition des Antisemitismus, die der Bundestag als Grundlage seiner Arbeit angenommen hat, den aber viele der Unterzeichner – in anderen Offenen Briefen, Artikeln, Tagungen usw. – ablehnen.
„Yalla, yalla, Intifada!“, „From the River to the Sea – Palestine will be free” (of Jews), “Death to the IDF!” “Fuck Zionism!” usw. usf. sind aber – egal, welcher Definition man folgt – antisemitische Parolen, weil sie die Illegitimität des jüdischen Staates postulieren und seine Auslöschung fordern; über die konkrete Umsetzung dieser und ähnlicher Losungen kann es seit dem 7. Oktober 2023 keine Unklarheiten geben.
Man muss aber den Verfassern und Verfasserinnen des Offenen Briefs – darunter meine Freundin, die ehemalige Direktorin des Einstein-Zentrums in Potsdam und unermüdliche Kritikerin Israels und der IHRA-Definition Susan Neiman – dankbar sein, dass sie mit diesem Abschnitt zeigen, worum es ihnen wirklich geht. Nicht um Mieten und Daseinsvorsorge, nicht um die AfD, und schon gar nicht um die Sicherheit der Juden in Berlin. Sondern darum, dass eine Partei die Regierende Bürgermeisterin stellt, die dem Anliegen dieser, ich möchte fast sagen berufsmäßigen Israelkritiker und nebenberuflichen nützlichen Idioten der Islamisten wohlwollend gegenübersteht und ihnen weitere Räume – an Unis und Schulen, in Kultur- und Bildungseinrichtungen, durch Projektförderung und Stellenbesetzungen – eröffnet.
Sie haben natürlich jedes Recht, dafür zu werben. Aber die Mehrheit der Juden in dieser Stadt, und nicht nur sie, haben auch das Recht, ihnen diese Räume zu versperren. In Berlin gibt es schon jetzt nicht zu wenig Israelkritik. Sondern zu wenig Verteidigung Israels.
Nachträglich übrigens noch nach Granada:
Alles Gute zum Geburtstag, Alan Posener!
Toledo, nicht Granada, sagt der Ex-Studiendirektor; aber Danke, Bodo Walther.
Vom mir auch!
Danke.
Lieber Herr Posener,
das ist schon lustig, was da an schwerem und leichterem Geschützt aufgefahren wird, um gegen die Linke Stimmung zu machen.
Ihr Hinweis, dass „die Linkspartei mit fast 26 Prozent der Stimmen zur stärksten politischen Kraft wurde, was eher etwas über die Zersplitterung der Wählerschaft aussagt als einen klaren Regierungsauftrag“ darstelle, gehört eher zur zweiten Kategorie.
Die Linke wurde von fast 470.000 Berlinerinnen und Berlinern gewählt, soviel Wähler hat zuletzt die SPD vor 25 Jahren hinter sich versammelt.
2017 hat die CDU bei der Bundestagswahl 32 Prozent erreicht und Sie schrieben damals, dass sei ein „klarer Regierungsauftrag“ gewesen. Gut das waren etwa 6 Prozent mehr, es deucht mir aber, dass es ihnen nicht um 6 Prozent hin oder her geht und auch nicht um Demokratie, sondern um Diffamierung. Das sei ihnen unbenommen. Aber darauf hinweisen, erlaube ich mir. Denn der Hauptgrund dieser Kampagne, das zumindest ist mein Eindruck, ist nicht die Haltung der Linken zum Konflikt in „Palästina/Israel“ sondern die angekündigten Vergesellschaftungen. Und da hört dann plötzlich die Demokratiefreundlichkeit auf.
Knapp 58 Prozent der Berliner haben für die im Grundgesetz ausdrücklich vorgesehene Möglichkeit gestimmt, Wohneigentum zu vergesellschaften, d. h. In Gemeineigentum zu überführen. Und dazu gab es zum Teil überwältigende Mehrheiten in den einzelnen Stadtbezirken, vor allem da, wo es den Menschen wirklich dreckig geht, nicht bei den feinen Pinkeln, in Reinickendorf, Steglitz und Zehlendorf in ihren abbezahlten Reihenendhäusern mit doppelter Rente bze. B? Pension, den Bezirken mit dem höchsten Eigentümeranteilen in Berlin.
Aber da, wo die Mehrheit der hart schuftenden Menschen wohnt, da wohnt ja das dumme Pack, auf dessen Stimme man besser nicht zu oft hören sollte, vor allem nicht bei „pösen Volksapstimmungen“, es sei denn, sie dienen der Einführung des Mehrheitswahlrechtes. Soviel Pirouetten muss man erstmal drehen können. Allerhöchsten Respekt!
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article174302021/164-Tage-nach-der-Wahl-Deutschland-braucht-ein-Mehrheitswahlrecht.html
Ihr 68er
Vielen Dank, Alan Posener, für diesen klugen Text, der den Antagonismus eines feuchtsozialistischen Alptraums so treffend dekonstruiert.
Marx als Lektüretipp? Ich würde die Blauen Bände noch höchstens als Untersetzer nutzen. Marx‘ Analyse ist und bleibt der größte BS aller Zeiten.
Ich frage mich, weshalb überhaupt noch auf den Bärtigen auf irgend eine Art und Weise rekurriert wird. Wozu?
Wurde in dessen Namen nun nicht wirklich ausreichend „Unfug“ betrieben = 50 Millionen Tote, oder waren es 100 Millionen?
Vllt. mag ja ein Satz oder ein Abschnitt „mal okay“ sein, aber auch ein kaputte Uhr zeigt zwei Mal am Tag die richtige Zeit an.
Abschließend ein m. E. ausgez. Gedanke des Herrn D. Murray (UK) über Marx:
»Are there things we could learn from Marx plausibly possibly. I can’t think of anything my-
self off hand but to have a critique of capitalism isn’t by any means a bad thing in the society.
I’d rather that it was a critique of capitalism that showed how you improve capitalism as a critique of free market. That showed how people could get better access the free market, how you could ensure, for instance, that young people get onto the property ladder, things like that. Those are constructive things.
The people who say we must have Marxism, I mean, don’t know what the hell they’re talking about because that never leads to any of those things. It’s never led in the past. And at some point you’ve got to try to work out how many how many attempts you make at this damn philosophy, before you realize that every attempt always leads to the same thing.
We could pretend that fascism has never been properly tried and that it was unfortunate what happened in Nazi Germany. But, you know, that wasn’t real fascism and in Mussolini’s fascism, you know, didn’t go all that well, but it was, you know, a bit better and maybe we could try a bit more Franco fascism?
Nobody would have any time for this crap nor should they. The people who try that reviled and quite rightly. So why do we tolerate it? With the Marxism thing? And it’s a great mystery to me the way that people do tolerate it. Always, always in this stupid way of saying:
„We haven’t done it yet“. If you keep trying the same recipe and every time it comes out as shit, it’s the recipe’s shit.« – Douglas Murray, 2022
Lieber Axel Knappmeyer, Sie zitieren Douglas Murray, der gegen Marxisten wettert. Ich habe auch nichts für Marxisten übrig. Auch weil ich Marx kenne. Sie können etwas gegen Marxisten haben, ohne etwas von Marx gelesen zu haben, aber das ist ein bisschen wie jene Leute, die etwas gegen das Christentum haben, ohne die Bibel gelesen zu haben.
Lieber, Alan: Ich habe Marx gelesen, Rote-Ruhr-Uni, ersten Band. Ein ganzes Jahr lang, mit betreutem Vordenker, wie es bei dem ganzen Geschwurbel auch vonnlten ist. Akadmische Marxisten, die nun ALLE als „Staatsfeinde auf dem Lehrstuhl“ von dem System genöhrt werden, das sie abzuschaffen angeschwurbelt hatten – und weiter machen. Grotesk. Peinlich. Man sollte denen die Lehrerlaubnis entziehen. Wer das Kapital vehement ablehnt, sollte auch keines bekommen. Period.
Habe übrigens die Bibel gelesen. Sogar den Koran. Das nebenbei. Das macht mich sicher zu keinem Experten, aber einem von den wenigen Prozent, die das alles gelesen haben.
Aber auch hätte ich Marx nicht gelesen – wie Milliarden von Mitmenschen –, reicht das, was ich, s. o., dazu schrieb: Antizipierter Massemord, Armut und Terrorstaat. Na, was denn sonst.
Und Murray soll gern gegen Marx(isten) hetzen. Warum denn nicht.
Zum Wohle!
Ja, lieber Axel Knappmeyer, ich bin – wie Marx – kein Marxist. Aber Marx zu reduzieren auf „antizipierter Massemord, Armut und Terrorstaat. Na, was denn sonst“, ist denn doch ein wenig überheblich, vor allem gegenüber den vielen intelligenten und moralisch integren Menschen, die ihm folgten. Er war ein scharfsinniger Beobachter und Analytiker und sah manches durchaus richtig. Und was „Lehrerlaubnis entziehen“ betrifft, so würde ich denn doch darauf hinweisen, dass Forschung und Lehre bei uns frei sind. Steht in der Verfassung Art 5; ich hoffe, Sie erinnern sich an die Bibel, den Koran und das Kapital besser als ans Grundgesetz, das Sie sicher auch gelesen haben.
Marx hat die Situation hervorragend und auch psychologisch in fast allen Punkten treffend analysiert. Die Frage ist nur, in wie weit er verantwortlich für den Stuss seiner Adepten ist. Natürlich nicht! Das ist ja selbst mir (einem reaktionären Konservativen) klar. Womit wir bei der Kritik am ‚Intellektualismus‘ dieser Zeit sind. Eine gute Diskussion – bitte mehr davon!
In Israel sagt mich mal jemand bereits vor gut 10 Jahren schon: „Ihr [Deutschen] importiert Euch die Konflikte der Welt. Warum?“. Ich musste wirklich überlegen: Aus Ahnungslosigkeit? Überheblichkeit? Besserwisserei? Überdrüssigkeit an der eigenen Kultur? ‚Daffke‘, wie sie wohl in Berlin sagen? Daß 150 Juden in Berlin so ein Pamphlet verfassten.. das ist wohl der Unterschied zwischen Juden und Israelis. Und mich wundert das nicht. Daß die „150“ dann von Nichtjuden angeführt werden, um ihre Politik zu rechtfertigen, wundert mich noch weniger. Muss für viele noch schön sein, so zwischen den Fronten als nützliche Idioten..
Ich glaube aber, KJN, dass sich unter den 150 viele Exil-Israelis befinden.
Ja, die linke Szene. Das gleiche wie hier. Ihr Einwand gegen meine etwas alberne Zuschreibung ist natürlich richtig.
„Ihr [Deutschen] importiert Euch die Konflikte der Welt. Warum?“
Entgegen seiner vorherigen Versprechen, Klaus,
hat Michel Houellebecq nun doch noch ein Buch auf den Markt geworfen. Gedichte und Kurzprosa: “Combat toujours perdant” (Der stets verlorene Kampf).
Deutschland ist ja nun nicht die einzige Nation im Untergang der eigenen Identität im so genannten Wertewesten. Wenn in Gelsenkirchen 62 % aller Grundschüler einen Migrationshintergrund haben und die Hälfte davon aus Familien stammt, die einer der 21 Moscheegemeinden dort angehören, …
… dann ist es doch in Brüssel oder Marseille gar nicht anders.
https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/plus6a9a796bdde98c92361812ea/michel-houellebecq-unser-lebenswille-hat-uns-verlassen-unkt-er-in-seinem-neuesten-buch.html
@Bodo: Michel Houellebecq hat ja mit „Unterwerfung“ 2015 bereits beschrieben, wo der Ring beispielsweise anzubringen ist, mit dem männliche Akademiker durch die Manege in Richtung Moschee geführt werden können. Die Frage nach dem ‚Warum‘ hat er damit allerdings auch nicht beantworten können, wahrscheinlich weil sie falsch gestellt ist bzw. auf individuelle Befindlichkeiten abzielt, die zu vielfältig sind. Individualisierung halt. Folgerichtig landet er in (düsterer) Poesie.
Die passende etwas aktualisierte Dystopie dazu geht so: Die Linke unterschätzt in ihrer überheblichen Dummheit die muslimischen Communities und einschlägigen Clanführer völlig, die sich das Mündeldasein einige Zeit gefallen lassen, denn immerhin finanzieren die Sozialsysteme ihre Rekruten: Yalla yalla Intifada! Nachdem das Steuergeld ausgegeben, die vergesellschafteten Viertel komplett verwahrlost und die Sozialkassen geplündert sind, bricht das Schneeballsystem erwartungsgemäß zusammen, Kriminalität und Euthanasie folgen in einer Herrschaft der Stärksten der Straßen und eine ersehnte Ordnung lässt eine moderate Scharia als Alternative für Deutschland auch bei denen ‚die schon länger hier leben‘ akzeptabel werden. Und Alkohol ist ja sowieso ungesund und die Clanchefs kennen sich mit Organisation ja auch aus. Die Karte mit dem A am Anfang haben dann bioeuropäische LGTBQs, die Araber, die vor dem Islam geflüchtet sind, naja und die um die es hier bei dem Thema geht. Ich weiß, nicht ganz so unterhaltsam jetzt, wie Houellebecqs Roman, aber zumindest wird der Traum von Kathrin Göring-Eckardt wahr, daß das Leben in D neu ausgehandelt wird. Doch, einen Grund kann man wohl getrost nennen: Naivität aufgrund mangelnder Lebenserfahrung auch im fortgeschrittenen Alter.
„muslimischen Communities und einschlägigen Clanführer“
Lieber Klaus,
es ist alles eine Folge der Statistik: Die Meinungsmacher in Deutschland erwarten zukünftige Ärzte und Ingenieure aus Zuwanderung.
Aber Zuwanderung kann nur kommen aus Ländern, die einen Bevölkerungsüberschuss haben. Das ist Schwarzafrika und das ist die islamische Welt.
Aber die will „man“ eigentlich gar nicht. Sondern will Zuwanderung aus Ländern, deren Bevölkerung selbst schrumpft. Saugt von dort die Jungen und Kräftigen ab. In deren Herkunftsland verbleiben die Alten.
Polen hat „die Kurve gekriegt“. Der polnische Erdbeerpflücker kommt nicht mehr nach Deutschland. Hat er nicht mehr nötig. Und im Übrigen hat er zu Hause jetzt selbst eine Erdbeerplantage und auf der tummeln sich ukrainische Erdbeerpflücker.
Ach die Ukraine, die ist die Letzte in der Kannibalismus-Kette.
Deutschland hat einen Anteil von 22 % Rentnern. Die Ukraine 35 %.
Und von den arbeitsfähigen 1,35 Millionen Ukrainern in Deutschland wird KEINER zurückgehen.
Muß ich mir doch nur an meine eigene Nase fassen:
Warum bin ich nach 1990 zurückgekehrt in den Osten?
Na, weil mir eine Stelle als Jurist im Öffentlichen Dienst winkte. Nicht für die 60 % des Westgehaltes, die ein Ossi nach dem damaligen Bundesangestellten-Tarif-Vertrag Ost, BATO, bekam. Sondern mit Bezahlung West. Als „Bewegungsmotivation“. Bezahlt von Bonn.
Das wird es doch alles in einer zukünftigen Ukraine gar nicht geben.
@Bodo, ja. Es IST natürlich die kapitalistische Verwertungskette, die die Jugend verbraucht und verbrannte Erde hinterlässt. In den 70ern ’solltest‘ du noch Ingenieur werden oder Naturwissenschaften studieren. Dann Betriebswirtschaft. Dann ’social skills’… Wenn du mit dem Studium fertig warst, wartete für viele das Jobcenter. Der Chef vom DM-Markt, Werner hieß der glaube ich, forderte folgerichtig ein bedingungsloses Grundeinkommen für den Ausschuss der Bildungsindustrie. Folgerichtig, humanitär, aber das falsche Signal.. Und jetzt sind wir soweit, daß wir dafür sorgen müssen, daß 15 Jährige wieder lesen können und 6×4 ausrechnen können. Nur: Statt das, was ‚der Markt‘ eben nicht regelt, zu identifizieren und als vordringliche politische Aufgabe zu akzeptieren, echauffieren ‚wir‘ uns über die Ben Gvirs dieser Welt oder retten das Kli… ich höre auf, es gibt gleich Mittagessen.
Ich habe in den 90ern keinen offenen Brief geschrieben, habe deswegen auch keinen öffentlichen Gegenwind bekommen. Es gab kein Internet. Aber privat habe ich einiges eingesteckt, dass ich mich gegen die nationalistischen Enthemmungen gestellt habe. Heute noch. Und wenn jemand versucht es versöhnend als Unfall der Geschichte darzustellen, verbiete ich es mir. Es war meine Entscheidung, keine Kinder umzubringen und das Morden in meinem Namen abzulehnen. So wenig ich mit „der Linken“ in Berlin etwas anfangen kann, sich nationalistischem Wahnsinn der eigenen Seite entgegenzustellen, erfordert viel mehr Mut als wirklich durchdachte Argumente. Jetzt sind andere Werte gefragt: Zusammenhalten, Gruppenkuscheln, das Große ganze sehen und nie vergessen, alle, wirklich alle, sind gegen die eigene Seite: Das ist der leichte, bequeme Weg. Es ist immer das gleiche. Wo warst du 1991? Ich glaube Frau Obhodjas hat bereits im ersten Beitrag deutlich gemacht, dass sie nicht vergessen hat, wer kämpfen war und wer nicht. Diese Wunden verheilen nicht. Ben Gvirs Wackeldackel zu machen ist vielleicht gerade in Deutschland nicht angesagt, langfristig ist es aber die klügere Entscheidung. Denn die Unterzeichner wird der Makel bleiben, in der fabulierten Stunde der Bewährung, nicht da gewesen zu sein. Egal wie es ausgeht. Ich weiß nicht, ob alle Unterzeichner (vor allem die aus Israel) sich dessen bewusst sind, aber vor denen, denen es bewusst ist, habe ich tiefsten Respekt, vor allem vor denen aus Israel. Vielleicht nicht politisch, aber als Menschen schon. Die Selbstzweifel werden kommen. Nein, diese Leute gehen nicht den einfachen Weg. Den gehen andere.
Fun Fakt: Nicht nur Antizionismus, auch Zionismus ist besonders unter Akademikern verbreitet. Zumindest habe ich auf keiner Pro-Israel Veranstaltung oder Demo besonders viele Malocher gesehen.
Das Problem ist ja, daß wir uns aus eigenem Unvermögen in die Situation begeben, entweder Ben Gvirs Wackeldackel zu geben oder in Yalla yalla global Intifada einzustimmen. Und so gesehen gebührt den Unterzeichneten tatsächlich ein gewisser Respekt. Wie wahrscheinlich auch der Kathrin Göring-Eckhardt. Für ihren Versuch, die Menschlichkeit zu verteidigen auf jeden Fall, für die Analyse weniger. Finde ich.
Lieber Stevanovic, wer von „Malochern“ redet, lebt, glaube ich, in einer anderen Zeit. In Israel war der Zionismus die Ideologie der Arbeiterpartei Ben Gurions, und sie war auch eine Arbeiterpartei. Bis heute sind, denke ich, 99% der arbeitenden jüdischen Bevölkerung Israels Zionisten, d.h., sie sind der Ansicht, dass sie ein Recht haben, in Israel zu bleiben und dort einen eigenen Staat zu haben. Warum sollten aber hiesige Arbeiter Zionisten sein? Warum sollte überhaupt jemand hier Zionist sein? Wenn man als Jude Zionist ist, sollte man die Konsequenz ziehen und nach Israel ziehen. Ich persönlich kenne unter hiesigen Intellektuellen viele Antizionisten, aber keine Zionisten. Die Frage ist nicht, ob Ben Gvir oder Smotrich moralisch besser sind als irgendwelche serbischen, kroatischen oder bosnisch-muslimischen Nationalisten. Die Frage ist, warum das hier so viele Leute aufregt, die vermutlich nicht in der Lage wären, die Republika Srpska auf einer Landkarte zu finden oder zu sagen, welche Sprache die Mehrheit im Kosovo spricht.
Auf die Frage habe keine klare Antwort, nur Vermutungen. Vielleicht aus dem gleichen Grund, aus dem Studenten aus Hongkong von der „Welt“ als Helden gefeiert wurden, obwohl die meisten in der Redaktion nichts über Hongkong wissen. Oder wie Artikel in „Welt“ was gut für Afghanistan sei oder warum es sich lohnt, Krieg für die staatliche Unabhängigkeit Taiwans zu führen. Wenn Sie die Frage so stellen, macht werteorientierte Politik, die den Kindern seit der Schule beigebracht, keinen Sinn. Dann macht die ganze werteorientierte Publizistik keinen Sinn
Vielleicht habe ich die Frage nicht gut formuliert, lieber Stevanovic. Meine Frage war, warum vermutete oder wirkliche Kriegsverbrechen Israels im Kampf gegen den Terror die Leute so viel stärker aufregen als andere Grausamkeiten; warum die Sprüche Smotrichs oder Ben Gvirs (mehr als Sprüche sind es nicht) die Leute so sehr aufregen. Warum es in der akademischen Jugend so viele „pro-palästinensische“ Leute gibt, aber so gut wie keine „pro IS“- oder „pro-Erdogan“-Leute, obwohl der IS und die AKP ähnliche Ansichten vertreten wie die Hamas.
Lieber Stevan.
ich denke, auf das „ich habe getan“ („Gott sei mir Sünder gnädig“) oder „ich habe nicht getan“ kommt es an.
Wenn ich noch fromm wäre, könnte ich sagen: „Wie kann ich Gott nach diesem Leben unter die Augen treten?“
Bin ich aber nicht.
So, jetzt bastle ich noch was zu dem Buch von Michel Houellebecq, das er entgegen aller vorherigen Versprechen doch noch auf den Markt geworfen hat. Gedichte:
https://www.dumont-buchverlag.de/buch/michel-houellebecq-der-stets-verlorene-kampf-9783755801146-t-7892
„Wir legen uns ans Ufer des Flusses,
Verloren in nutzlosen Träumen,
Und warten darauf, dass der Tod herabregnet
Wir suchen nach ein paar Sinnesfreuden
Und warten auf die Gegenprobe
Für einen Bürgerkrieg muss man mindestens zu zweit sein.“
Danke, wunderbar, ein absuluter Volltreffer!!!
Bertolt Brecht: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber‘.
Ja, auf Menschen wie Sie bezieht sich wohl Götz Aly in „Wie konnte das geschehen?“…
Wenn er schreibt, ihm werde zu diesem Buch „Vulgärmarxismus“ vorgeworfen.
Antizionismus nährt sich aus demselben Pfuhl wie Antisemitismus:
„Reicher Mann und armer Mann
standen still und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“
Für Antizionisten ist „sonnenklar“ dass aller Wohlstand Israels „den Palästinensern“ gehöre, die „beraubt“ worden seien.
Übrigens:
In Staaten auf der arabischen Halbinsel, die stinkereich sind, weil sie auf einem Ölsee schwimmen, hat Antizionismus nicht so viele Freunde.
Ja, mein Freund Götz Aly, der aus dem gleichen marxistischen Umfeld stammt wie ich, um es vorsichtig auszudrücken, haben uns über diesen Punkt oft gestritten. Ihr Beispiel ist sowas von daneben: Wer finanziert die Hamas? Das stinkreiche Emirat Qatar. Und hätten Sie den Text gelesen oder wenigstens verstanden, dann hätten Sie hier meine Frage beantwortet, wie es kommt, dass die Linkspartei gerade in den bürgerlichen Bezirken gewonnen hat, und wie es kommt, dass die rabiatesten Israelfeinde in den Reihen der weißen akademischen Jugend zu finden sind, in den USA wie in Großbritannien und hier.
Auch die DDR pflegte einen Vulgärmarxismus, und da bleiben Sie Ihren Wurzeln treu.
Marx aber war nicht der Meinung, dass der Reiche reich ist, weil er den Armen bestiehlt. Da empfehle ich die Lektüre des Kapitals Band 1.
„und wie es kommt, dass die rabiatesten Israelfeinde in den Reihen der weißen akademischen Jugend zu finden sind, in den USA wie in Großbritannien und hier“
Ist nur ein Teil der Antwort: aber die Regierung Nethanjahu ist hier Weltmeister im Vorlagen-Geben …
Nicht missverstehen: Die Hamas, dieser menschenverachtende Terroristenverein, hat den Krieg mordend und vergewaltigend vom Zaun gebrochen um ihr eigenes Volk zur Schlachtbank zu führen – mit dem Ziel, den Krieg der Bilder zu gewinnen. Und jetzt tanzen sie auf ihren eigenen Leichen …
Die Frage war aber nicht, „Warum wird Israel kritisiert?“, sondern: Wenn soziale Probleme die Ursache von Antisemitismus sein sollen, wie die Briefschreiber behaupten, warum sind ausgerechnet Akademiker die Vorhut des Antizionismus?
Entschuldiguing, Alan Posener,
wieso Marxismus auch in den 1968ern bei der weißen akademischen Jugend aus wohlhabendem Vaterhaus verfing und nicht bei den Arbeitern, das wissen Sie doch selbst.
P.S.:
Erzähle ich Ihnen jetzt zum gefühlt 999ten mal:
Ich habe in der DDR an keiner Hochschule studiert. Ich habe vom 16. bis zum 19. Lebensjahr Gärtner gelernt und wurde dann verhaftet.
Sie müssen wahrscheinlich sehr oft Vorwürfe über Ihre eigenen „Wurzeln“ gehört haben, wenn Sie diese Vorwürfe beständig auf andere projezieren.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Israelkritik, Antizionismus und Israelbezogenem Antisemitismus. Und da sind auch Akademiker anfällig, wie auch bei sozialen Themen: in meiner Studienzeit schwafelten die von uns liebevoll genannten „Anzugrevoluzzer“ am meisten von der Unterdrückung und Ausbeutung des Proletariats – zu dem sie nun so gar nicht gehörten …
Ja. https://starke-meinungen.de/2013/06/25/was-ich-der-kpd-verdanke-1/
… ooops? Formatierungsfehler, DAHER! Noch einmal. 😉
GW: Es ist ein schmaler Grat zwischen Israelkritik, Antizionismus und Israelbezogenem Antisemitismus.
… was für ‚ein schmaler Grat‘? Ich halte den ständig vorgetragenen Hinweis, ‚man dürfe Israel durchaus kritisieren‘ – ‚erlaubte‘ Israelkritik – für antisemitisch. Das hat was von eigener gönnerhafter Überhöhung. Oder?
… aaaber Benjamin Netanjahu, 2016 [sic!]: ‚… Israel ist eine Insel des Friedens, des Fortschritts und der Demokratie in einem Meer autoritärer Regime, die einen radikalen Islam propagieren, der uns alle bedroht. Auch Europa, auch Deutschland.
Die einzige Kraft im Nahen Osten, die ihnen die Stirn bietet, ist Israel. Eben weil unsere Gesellschaft auf Freiheit und Grundrechten beruht. Dennoch werden wir verleumdet, genau wie das jüdische Volk jahrhundertelang verleumdet wurde. Dieselben Legenden, die einst gegen Juden erfunden wurden, werden jetzt gegen den Judenstaat vorgebracht: dass wir Kindermörder sind, dass wir Krisen schaffen.
Sie werden oft verbreitet von einem Bündnis von Islamisten und anarchistischen Linken, die ihre Stimmen nicht erheben, wenn im Iran Homosexuelle an Kränen aufgeknüpft oder in Gaza verfolgt werden. Doch Israel – die einzige Demokratie in Nahost – wird verleumdet. Das ist falsch. Und es ist dumm. Weil Israel die wichtigste Verteidigungslinie Europas in dieser Krisenregion ist.
Ohne Israel würde der westliche Nahe Osten zusammenbrechen, und es würden noch einmal 100 Millionen Menschen zu denen, die bereits im Sog des islamistischen Mahlstroms stecken, hinzukommen. Zweifellos würden viele von ihnen nach Europa fliehen. Indem es sich selbst verteidigt, schützt Israel deswegen zugleich Europa …‘
… da hat Netanjahu ja wohl Recht!
@ Hans:
„Ich halte den ständig vorgetragenen Hinweis, ‚man dürfe Israel durchaus kritisieren‘ – ‚erlaubte‘ Israelkritik – für antisemitisch.“
Mit Verlaub, das ist Unsinn.
Kritisieren darf ich jeden und alles. Nennt man, glaube ich, Meinungsfreiheit.
Israel darf ich kritisieren, Deutschland und Frankreich auch, ebenso die USA. Dann bin ich noch lange nicht antiamerikanisch …
Die Frage ist, wie man kritisiert.
Antisemitisch ist :
Die Aberkennung des Existenz- bzw. Selbstbestimmungsrechts Israels
Der Vergleich / die Gleichsetzung Israels mit dem NS-Staat
Das Anlegen anderer Maßstäbe an Israel als an andere Länder
Juden in anderen Ländern verantwortlich machen für Regierungshandeln Israels
Die Bezugnahme auf Israel / Israelis mit antisemitischen Parolen, Bildern oder Symbolen
Dass Israel die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist, da stimme ich Ihnen ja vollumfänglich zu. Dennoch darf man Kritik üben.
@GW
… Sie haben nicht verstanden, was ich geschrieben habe, und wiederholen sich. Das gönnerhafte ‚man dürfe Israel kritisieren‘ – ist ein Teilaspekt des Antisemitismus. Ich kenne auch niemanden, der danach fragt, wen oder was er kritisieren darf. Klaukschieter und Dietrich Hessling ausgenommen. Es macht also keinen Sinn auf Ihre Antwort einzugehen. Nur stehen lassen wollte ich es so nicht. 😉
@Hans
Sie haben mich nicht verstanden:
„GW: Es ist ein schmaler Grat zwischen Israelkritik, Antizionismus und Israelbezogenem Antisemitismus.
… was für ‚ein schmaler Grat‘? Ich halte den ständig vorgetragenen Hinweis, ‚man dürfe Israel durchaus kritisieren‘ – ‚erlaubte‘ Israelkritik – für antisemitisch“
Sie beziehen sich auf mich mich und unterstellen mir damit genau – richtig: Antisemitismus …
Was war an meiner Aussage „gönnerhaft“? Was habe ich „ständig vorgetragen“?
Also: wenn Sie sich nicht auf mich beziehen wollen, dann tun Sie es nicht.
Wenn Sie sich so auf mich beziehen, dann framen Sie mich …