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Schöne Stellen – ein musikalischer Ausflug in mehreren Teilen

Der Rosenkavalier. Screenshot

Der Musikinteressierte, der mehr als reiner Konsument ist oder sein will und demnach (wenn auch nur gelegentlicher) Leser von theoretischen Schriften ist, kam und kommt an Adorno nicht vorbei. Mit Gewinn oder Verlust. Oder Kopfschütteln. Wie dem auch sei.

Adorno schrieb hunderte Seiten Abhandlungen über Musik. Final verabscheute er alles Tonale, das sich als rabenschwarze Reaktion in akustischer Form darböte. Jazz verabscheute er geradezu und brachte ihn mit aufs Pflaster schlagenden SS-Stiefeln in Verbindung. Popmusik: Schund. Ach ja: wer Strawinsky schätzt, wie ich dies tue, sei verloren. Ich beneide ja immer Menschen mit einer glasklaren Weltsicht.

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Stille Macht, heilige Macht

Wer kennt sie nicht, Beethovens 3., die »Eroica«. Ich habe sie erst spät kennen gelernt. Lieben gelernt. Als Studienrat für Musik ist sie obligat: Curriculumszwang. Aber aus Zwang wurde Freiheit. Passion.

Bei der Unterrichts-Recherche zu diesem Kunstwerk stieß ich per Zufall auf eine BBC-Produktion von 2003, knapp 200 Jahre nach der Uraufführung der Sinfonie 1804 in Wien. Natürlich in Anwesenheit Beethovens. Im Film wird das gesamte Werk aufgeführt – in Originalstaffage. Herrlich. Ferner schleichen sich liebevolle Nebenszenen ein, die das formstrenge 19.-Jahrhundert-Ständeleben sowie den Furor Beethovens bravourös in Szene setzen.

Hier können Sie den Film anschauen (YouTube-Link).

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Wildgänse kakeln durch die Nacht

Bild KI-generiert

 Die Zeile „Wildgänse rauschen durch die Nacht“ hat mich immer geärgert. Das ganze Lied, natürlich: Die Musik von Robert Götz ist larmoyant-aggressiv – die langgestreckten Töne auf „Moooorden“, „Haaader“, „Aaaaamen“ etwa – wie bei diesem völkischen Ex-Wandervogel, späterem Nazi und Bundesverdienstkreuzträger üblich, der Text vom schwulen Walter Flex, der besser Flexpressionist geheißen hätte, voll der damals modischen Adjektive und Verben, zucken und gellen, wallen und wogen, schrill, fahlhell, ansonsten aber bescheuert, weil er die Truppen des kaiserlichen Deutschland, mit denen er damals – 1915 – in Frankreich kämpfte, mit den Wildgänsen vergleicht, die niemanden überfallen, nirgendwo morden, einfach auf der Flucht vor der Wärme nach Norden ziehen, und im Winter vor der Kälte wieder nach Süden.

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»… the meaning of pain« – Slayer’s »Reign in Blood« zum 40ten – eine Hommage

Einer meiner besten Freunde  – moin, Adi – präsentierte mir, lass es 1991 gewesen sein, eine Alternative zu Sepultura, die einstmals meine No. 1 waren. Kam lange nix dran.

Pustekuchen.

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Die Einzigartigkeit des Mittelmaßes – Das neue Konzeptalbum average of the average von Mike Hans Steffl

Die Geschichte moderner Musik, von Richard Wagner und Arnold Schönberg, über Frank Sinatra und die Beatles, bis hin zu Tangerine Dream und Pink Floyd, ist voll von Beispielen für Konzeptalben. Mike Hans Steffl schreibt diese Geschichte konsequent fort. Schon mit früheren Werken wie „SUCCESSFUL FAILUR,“ das die Geschichte der Apollo 12-Mission thematisiert oder „CALABOOSE ISLANDS,“ das ein feines Netz spinnt, dessen End-und Startpunkte Geschichte von Gefängnisinseln sind, hat Steffl die Kunstform „Konzeptalbum“ immer weiter der Perfektion entgegen getrieben. Nun also „avarage of the avarage.“

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Heul doch. Dolly Partons „Coat of Many Colors“

Bild: Gemini, nach Prompts von Dolly Parton

Es gibt Songs, da weiß ich, dass sie kitschig sind, aber heulen muss ich doch jedes Mal, wenn ich sie höre. „Green, Green Grass of Home“ von Tom Jones etwa, oder „Halleluja“ von Leonard Cohen. In dieses Genre, sentimental, aber irgendwie doch gut, passen viele Songs von Dolly Parton, zum Beispiel „Eagle When She Flies“, „Deportees“, or „If You Hadn’t Been There“, und es ist natürlich auch diese Stimme, die zwischen schluchzen und jauchzen changiert, zwischen flüstern und verkünden, die immer total kontrolliert ist und dennoch zuweilen den Eindruck vermittelt, als würde sie selbst vom Text überwältigt, die selbst kitschige Songs in etwas verwandeln kann, das den Kitsch mit offenen Armen annimmt und damit transzendiert.

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„… and that’s why we love puff-puff-puff“ – Mr. Reed erklärt Musik

Lou Reed – 1942–2013

Fern aller Politik molto presto ein Ausflug in die Musik. Ein unvollständiger, wohlgemerkt. Ich weiß, dass der ein oder die andere das Näs- oder Ohrlein rümpfen wird angesichts und angeohrs dessen – »der Kampf um Vollständigkeit ist wahrscheinlich nichts anderes als Todesangst« (Th. Mann) –, was ich freilich mit dem großen Zauberwort der Erziehungswissenschaft kompensieren kann: didaktische Reduktion.

Dazu sei ergänzt: Die Rede ist allein von westlicher Musik. Mit all den anderen Musiken kenne ich mich noch weniger aus. E viola.

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