avatar

Das Produktions-Paradox der KI

Bild von Tung Nguyen auf Pixabay

Trotz des rasanten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz vielen Unternehmen und obwohl deren Hersteller immense Zeitersparnisse versprechen, steigt die Arbeitsproduktivität kaum. Woran liegt das?

Seit Mitte der 1970er Jahre haben Unternehmen weltweit massiv in EDV und später in digitale Technologien investiert. Wirtschaftswissenschaftler in den USA wunderten sich jedoch über den offensichtlichen Mangel an messbaren Produktivitätszuwächsen im Industrie- und Dienstleistungssektor der OECD-Länder. Was sich nun offenbar wiederholt.

Weiterlesen

avatar

Digitalität und Mündigkeit: Wenn selektive Empörung das Sagbare unsagbar macht

Bild von DeltaWorks auf Pixabay

Wenn man heute über digitale Freiheit spricht, geht es längst nicht mehr nur um Technik. Vor einigen Jahren hätte man dabei wahrscheinlich zuerst an Datenschutz, Verschlüsselung oder Überwachung gedacht, vielleicht auch an die großen Plattformen und die Macht der Konzerne. Heute geht es um etwas Grundsätzlicheres: Wie freie Gesellschaften unter Bedingungen permanenter Unsicherheit überhaupt noch offen bleiben können. Von Schoresch Davoodi und Babak Tubis, alternative Boardmembers bei Pirate Parties International.

Wir erleben eine historische, einmalige Kombination unterschiedlichster Krisen. Künstliche Intelligenz verändert die Struktur von Öffentlichkeit, Informationskriege destabilisieren Vertrauen und hybride Konflikte greifen Demokratien längst unterhalb der klassischen Kriegsschwelle an.  Gleichzeitig verändern geopolitische Spannungen unsere Energie-, Sicherheits- und Kommunikationsräume, während die digitale Beschleunigung all diese Entwicklungen zusätzlich verdichtet.

Weiterlesen

avatar

Gesellschafts(ge)schichten

Screenshot WDR

Nun ist’s passiert. Die AfD stellt im Osten den ersten Landtagspräsidenten. Es gibt hunderte Berichte darüber. Es ist müßig, näher darauf einzugehen. Nun ist mir eine anschauenswerte Doku auf meinen Bildschirm gespült worden. Produziert vom WDR. Sie trägt den Titel »Tanz ums Tabu – Wem gehört das Stadtbild?«. (Link). (Die ersten Minuten spielen übrigens in der Stadt, in der ich lebe: Mönchengladbach.)

Spulen Sie bitte vor bis Minute 19:40, zu einer m. E. bemerkenswerten Aussage einer selbsterklärten Ausländerin. Sie lebt und arbeitet in Essen-Altenessen. Ihre Familie sei seit 50 Jahren hier, stamme aus der Türkei, allesamt klassische Arbeiterschicht. `Ne Nachtschicht stünde ihr bevor, welche bis 1 Uhr nachts gehe. Und der andere, der pennt bis 1 Uhr mittachs! Die deutsche Politik mache da keinen »Cut«. Sie sei eindeutig pro AfD.

Weiterlesen

avatar

Deutsche Mitverantwortung für den 7. Oktober

Gedenkstätte für die Opfer des 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Festival. Bild: Wikimedia

Seit Jahrzehnten finanziert Deutschland Hass und Terrorwahn in den Palästinensergebieten. Und lässt linke und arabische Propaganda gegen Israel zu.

Vesna Medić-Sorak, eine Bosnierin, die vor 30 Jahren wegen des Krieges in Bosnien nach Israel auswanderte, erzählte mir von ihrem Einleben in dem vollkommen unbekannten Land. Sie verließ ihre durch die serbische Bombardierung verwüstete Stadt Sarajevo. 1994 kaum in Israel gelandet, erlebte sie zwei Bombenattacken an einem Tag: die erste aus dem Libanon und die zweite aus einem der palästinensischen Gebiete.

Weiterlesen

avatar

Der 7. Oktober und das Gift des Antisemitismus

Das Massaker der Hamas und der Gazakrieg haben das gesellschaftliche Klima gefährlich verändert. In Berlin müssen Grüne und SPD zeigen, ob jüdisches Leben noch geschützt wird.

Viele Bewohner der Kibbuzim im Süden Israels schliefen noch oder saßen beim Frühstück wie die Jugendlichen beim Nova-Festival, als das Grauen und über sie kam und Tausende Terroristen vor drei Jahren in ihre Siedlungen und das Festivalgelände eindrangen und 1200 Frauen, Kinder, Männer, Greise, selbst Babys und ganz Familien abschlachteten, vergewaltigten und 251 Menschen nach Gaza verschleppten. Das barbarischte Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoa – von Muslime und Linken weltweit bis heute gefeiert, von vielen anderen vergessen oder verdrängt.

Weiterlesen

avatar

Klima im Wandel – Wie wir resilienter werden

©Hereon/ Bianca Seth_KI generated

 

 

 

 

 

 

Die allsommerlichen Hitzewellen und die zunehmende Trockenheit machen uns klar: Das Klima verändert sich. Was wir nicht verinnerlicht haben: Wir müssen uns mit ihm verändern. Al Gore, ehemaliger US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat, prägte bereits 2007 den Satz: „Die Erde hat Fieber – und das Fieber steigt.“ Wir fiebern längst mit.

Forscher weisen seit Langem darauf hin: Zur „Mitigation“, also der Begrenzung und Abmilderung des Klimawandels – vor allem durch weniger CO₂-Emissionen – muss die „Adaption“ hinzukommen: die Anpassung an jene Folgen, die schon spürbar sind.

Weiterlesen

avatar

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen

Verschwimmende Zeit. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Unser Zeitalter der künstlichen Intelligenz oder sogar der „Superintelligenz“ macht uns unmissverständlich klar, dass wir in einer Zeit des „Dazwischens“ leben.

Zu jedem Zeitpunkt ihrer Geschichte besteht eine Gesellschaft aus Schichtungen. Ihre Merkmale stammen aus verschiedenen Epochen und gehen auf unterschiedliche Generationen zurück. Diese Schichten lösen einander nicht ab. Sie bestehen nebeneinander, mischen sich und wirken aufeinander ein. Unterschiede zwischen ihnen schließen gemeinsame politische Ziele oder ein geteiltes Bewusstsein für soziale Probleme nicht aus.

Weiterlesen

avatar

Die Family–App (FApp)

Optimierung ist das Maß aller Dinge. Effizienz über alles. Jeden Zufall ausschließen, falls möglich (obschon Zufall die andere Seite der »Nothwendigkeit« ist, laut Hegel).

Das wahrnehme ich als Vater. Ist das Kind da – oder die Kinder, wie in unserem Falle (zweieinhalb und in Bälde fünf Jahre alt) –, steigt man in eine neue Welt ein, die eigentlich eine alte ist: Kinderwelt und die Eltern. Nur ist es jetzt anders herum: Elternwelt.

Und die gegenwärtigen Miteltern scheinen es kollektiv mit dem Zufallsexklusionswunsch zu übertreiben: Entweder bin ich als recht mittelalter Mann (*1973) punktuell bereits abgestumpft, oder man nenne es abgebrüht, vielleicht auch gelassen. Denn das Verhalten, was kosmologisch-metakonstant Elternliebe lautet, und das ich tagtäglich auf dem Spielplatz oder im Einzugsbereich der KITA, der Schule und auch teils in den eigenen sieben Wänden wahrnehme, scheint nicht Liebe, sondern Wahn zu sein.

Weiterlesen

avatar

Die Kultur als Geisel der Diversitätsideologie

Werbung für Diversität. Bild: Arienne Thuringer auf Pixabay

Lange Zeit hatte ich den Kontakt zu meinen Bekannten in jenen Institutionen verlorenn, in denen man die Kulturpolitik dieses Landes ideologisch kreiert und verbreitet. Ich dachte ich, es wäre sinnvoll, diese Menschen wieder anzusprechen – vielleicht brauchen sie mehr Informationen darüber, wie sich ihre Kulturpolitik an der Basis auswirkt. Ich forschte im Internet auf den Seiten von Akademien, Stiftungen, Kultureinrichtungen und Vereinen, wo meine Mitstreiter von damals angestellt oder freiberuflich engagiert waren.

Schnell konnte ich feststellen, dass sie sich gut angepasst haben – vielleicht aus Überzeugung, vielleicht, um ihre sicheren, gut bezahlten Jobs nicht zu verlieren. Als ein Beispiel nehme ich die Bundesakademie für Kulturelle Bildung, wo eine Bekannte von mir jetzt als Trainerin, Beraterin und Coach für Diversity und Antidiskriminierung fungiert. Vor einigen Jahren teilten wir noch dieselbe Meinung bezüglich der Lage von Mädchen und Frauen, sowohl in der islamischen Tradition als auch zwischen den Kulturen.

Weiterlesen

avatar

Uf d’r Schwäb’sche Eisenbah‘

Dampflok auf der Schwäbischen Alp auf dem Weg nach Stuttgart. Bild: Staatsarchiv

Vor vielen Jahren habe ich ein Lied für meine Kabarettshow geschrieben, in Anlehnung an das bekannte Volkslied über die Langsamkeit der Züge in Schwaben (ähnliche Lieder gibt es auch in anderen Ländern). Ich ging davon aus, dass ich es nach der Eröffnung des brandneuen unterirdischen Hauptbahnhofs „Stuttgart 21“ aus dem Programm nehmen müsste. Was soll ich aber sagen? Er ist nach wie vor im Repertoire. Noch immer hochaktuell.

Der Text hat ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Stuttgart für mich ins „echte Württembergische“ umgeschrieben vor, oh, so vielen Jahren…

„D’r Mehdorn sagt: ‚Ich brauche ein Loch,
wo die Milliarden hinne kroch –
bau einen Bahnhof tief und teuer,
mit Zustimmung von Herrn Ramsauer!‘“
Tunnel, Tunnel, Tunnel hier,
Tunnel, Tunnel, Tunnel da,
Baue ihn tief, das ist der Wahn,
Auf der schwäbischen Eisenbahn……“

und so weiter über viele Strophen hinweg.

Weiterlesen

avatar

Blue Marble 2.0: Warum das nächste ikonische Bild der Erde mehr sein muss als eine Fotografie

Bild: Hereon

Als die Astronauten von Apollo 17 im Dezember 1972 die Erde fotografierten, entstand weit mehr als ein spektakuläres Bild. Das als Blue Marble bekannte Foto veränderte den Blick der Erdbevölkerung auf ihren Planeten. Zum ersten Mal sahen Milliarden Menschen die Erde, als das, was sie ist: ein kleiner, fragiler, begrenzter Lebensraum im weiten Dunkel des Alls.

Der Mensch selbst? Musste erkennen, wie winzig er war, frei nach dem Astronomen Carl Sagan: „Wir sind aus Sternenstaub gemacht.“

Besagtes Bild fiel in eine Zeit, in welcher auch der Club of Rome mit seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ die Frage nach der Zukunft unseres Planeten neu stellte.

Weiterlesen