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Die Gewalt und ihre Erklärer

Das Rathaus von Limoges während der Ausschreitungen am 17. Oktober 2026. Foto: Lucas Destrem, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In Frankreich brennt es wieder. Die Erklärungen sind vertraut: Armut, Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit. Doch wie viel Verantwortung bleibt dem Einzelnen, wenn seine Lebensverhältnisse alles erklären und entschuldigen sollen?

In Limoges brannte das Rathaus. In Paris wurden Geschäfte geplündert und Autos angezündet, mehr als 2.000 Menschen festgenommen. Begonnen hatte es mit Forderungen, die kaum jemand für abwegig hält: bessere Schulen, mehr Lehrer, Preise und Mieten, die man bezahlen kann. Hunderttausende demonstrierten friedlich. Ein kleinerer Teil nutzte die Lage, um zu plündern und sich mit der Polizei zu schlagen. Aber warum?

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Strauß auf Wish: Warum ein AfD-Verbotsverfahren für seine Befürworter zum Albtraum werden kann

„Stoppt Strauß“-Button, Wahlkampf 1980. Foto: Sirdon / Wikimedia Commons, Public Domain

Für meine Generation war er die absolute Hassfigur. Wer in den späten 1970er- und 1980er-Jahren jung, progressiv oder links war – und links waren damals gefühlt alle, die man irgendwie ernst nahm –, für den verkörperte Franz Josef Strauß das perfekte Feindbild. Atomkraft, Rüstung, Überwachungsstaat: Der CSU-Chef stand zuverlässig auf der anderen Seite. „Stoppt Strauß“ war kein nüchterner Appell. Es war ein Lebensgefühl.

Ganz grundlos war unsere Abneigung nicht. Strauß war kein Salonkonservativer. Publizistische Widersacher nannte er „Ratten und Schmeißfliegen“, politische Gegner behandelte er nicht selten wie Feinde. Die von ihm ausgelöste Spiegel-Affäre von 1962 war ein massiver Eingriff in die Pressefreiheit und kostete ihn das Amt des Verteidigungsministers.

War Strauß also die AfD seiner Zeit? Aus unserer damaligen Sicht: eindeutig. Aus heutiger Sicht: eindeutig Nein.

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Der Fall Le Pen und die Krise der liberalen Ordnung

Demokratien sollten sich nicht durch Ausschluss ihrer Gegner durch Gerichtsurteile schützen. Sondern durch Wahlen. Und indem wir alle sie verteidigen.

„Großer Erfolg gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa“, jubelt ein Grüner Bundestagsabgeordneter auf X (ehemals Twitter); rechte Stimmen sprechen von einem „politischen Urteil“. Marine Le Pen, die Präsidentschaftskandidatin und Anführerin des rechtspopulistischen französischen Rassemblement Nationals, wurde schuldig gesprochen, EU-Gelder veruntreut zu haben. Das Urteil: zweijähriger Hausarrest mit elektronischer Überwachung, eine Geldstrafe und der Entzug des passiven Wahlrechts für fünf Jahre mit sofortiger Wirkung, also ihres Rechts, als bislang aussichtsreichste Bewerberin bei der Präsidentenwahl 2027 anzutreten.

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Fernlernen – die Blaupause für die Schule der Zukunft

Foto: imago images / Independent Photo Agency Int.

Ein Gastbeitrag von Helen und Marcus Knauf

Erneut wird über Schulschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diskutiert. Die Politik will sie auf jeden Fall vermeiden. Die schlechten Erfahrungen mit dem Distanzlernen aus dem Frühjahr sollen sich nicht wiederholen. Statt zwanghaft an dem Fetisch „Regelbetrieb“ festzuhalten, sollten wir endlich darüber diskutieren, warum das Lernen auf Distanz im Frühjahr vielerorts so schlecht gelang – und wie es besser werden kann.

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Die radikale Meinungsfreiheit zerstört die liberale Universität

Ein Gastbeitrag von Marcus Knauf

Parteipolitische Auseinandersetzungen gehören nicht an die Universität. Diese Ansicht vertritt der Präsident der Universität Hamburg Dieter Lenzen. Er hat im Oktober sieben Thesen zur Wissenschaftsfreiheit veröffentlicht. Dem widersprach Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seiner Meinung nach müssen politische Debatten auch an Hochschulen geführt werden. Er irrt. Um die Freiheit der Universität zu verteidigen, müssen wir akzeptieren, dass die Meinungsfreiheit in der von Paqué reklamierten Form, nicht gilt. Mehr noch: Eine radikale Meinungsfreiheit kann die liberale Universität zerstören.

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