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Ralf Richter – ein Nachruf

»Is – der – geil!« – »Gib’ Schlüssel!« – »Hätten wa’ auch zu Fuß geh’n könn’n.«

Der aus Essen stammende, in Bochum aufgewachsene Schauspieler Ralf Richter ist  gestorben (1957–2026). Krank war er. Lunge. Herz. Lief alles nich‘ mehr rund. Die Rollen, die er spielte, waren meist keine Rollen. Er spielte sich, das Ruhrgebiet: brutal-rau, derb, gerade raus, klassisches Prolltum, unter oder über Tage, immer ’n Bier am Start, Kippe sowieso – aber ehrlich. Imma ällich.

Als Kind der 80er war ich »Das Boot«-Vielgucker. Auch »Die Katze« (u. a. mit Götz George). Was mit dem Film »Das Boot« vermittelt werden sollte, war mir damals nicht richtig bewusst. Egal. Ralf Richter nebst Konsorten darstellten ein Bild von Mann, das mir offenbar zusagte: hart (aber herzlich), gnadenlos, fokussiert, exzessiv, das Ziel erreichen, Zusammenhalt – echte Kumpels. Blindes Vertrauen. Und Stolz. Ein starkes Ich. Aber auch immer ein Wir. Beinahe amerikanisch.

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Fremd bin ich eingestiegen: Rabbi Rothschilds Winter-Bahnreise

Wenn ein englischer Rabbiner mit breitem Schlapphut, Rauschebart und leuchtender Union-Jack-Krawatte durch ein sächsisches Dorf spaziert, bleiben die Uhren kurz stehen. Den Leuten fällt sprichwörtlich die Kinnlade herunter. Nicht aus Feindseligkeit, sondern aus spontaner, bodenständiger Fassungslosigkeit.

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KAIROS – SETSUNA. Edith Hultzsch (1908-2006) & René Böll

Die in jüngster Zeit wiederentdeckte Künstlerin Edith Hultzsch (1908–2006) widmete sich der Darstellung des Augenblicks in Sport, Tanz und Stierkampf. Sie studierte bei Emil Orlik und Hans Meid in Berlin und arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf als Künstlerin und Dozentin. Internationale Anerkennung erhielt sie vor allem für ihre expressiven Stierkampfdarstellungen. 1981 gewann sie als erste nichtspanische Künstlerin den Plakatwettbewerb der Fiesta Sanfermin in Pamplona.

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Eine mediterrane Moderne: Bettina Heinen-Ayech

Die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nationale Meistererzählungen werden zunehmend durch transnationale und transkulturelle Perspektiven ergänzt. Im Mittelpunkt dieses Paradigmenwechsels stehen Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk nicht innerhalb einer einzigen kulturellen Tradition verortet werden kann, sondern an den Schnittstellen unterschiedlicher kultureller Räume entstanden ist.

Zu diesen Künstlerinnen gehört auch Bettina Heinen-Ayech. Ihr Werk eröffnet einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Deutschland, Frankreich und Algerien, zwischen europäischer Moderne und mediterraner, nordafrikanischer Kultur. In dieser Perspektive erscheint sie als eine bedeutende Vermittlerfigur.

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