»Is – der – geil!« – »Gib’ Schlüssel!« – »Hätten wa’ auch zu Fuß geh’n könn’n.«
Der aus Essen stammende, in Bochum aufgewachsene Schauspieler Ralf Richter ist gestorben (1957–2026). Krank war er. Lunge. Herz. Lief alles nich‘ mehr rund. Die Rollen, die er spielte, waren meist keine Rollen. Er spielte sich, das Ruhrgebiet: brutal-rau, derb, gerade raus, klassisches Prolltum, unter oder über Tage, immer ’n Bier am Start, Kippe sowieso – aber ehrlich. Imma ällich.
Als Kind der 80er war ich »Das Boot«-Vielgucker. Auch »Die Katze« (u. a. mit Götz George). Was mit dem Film »Das Boot« vermittelt werden sollte, war mir damals nicht richtig bewusst. Egal. Ralf Richter nebst Konsorten darstellten ein Bild von Mann, das mir offenbar zusagte: hart (aber herzlich), gnadenlos, fokussiert, exzessiv, das Ziel erreichen, Zusammenhalt – echte Kumpels. Blindes Vertrauen. Und Stolz. Ein starkes Ich. Aber auch immer ein Wir. Beinahe amerikanisch.
Die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nationale Meistererzählungen werden zunehmend durch transnationale und transkulturelle Perspektiven ergänzt. Im Mittelpunkt dieses Paradigmenwechsels stehen Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk nicht innerhalb einer einzigen kulturellen Tradition verortet werden kann, sondern an den Schnittstellen unterschiedlicher kultureller Räume entstanden ist.