Die in jüngster Zeit wiederentdeckte Künstlerin Edith Hultzsch (1908–2006) widmete sich der Darstellung des Augenblicks in Sport, Tanz und Stierkampf. Sie studierte bei Emil Orlik und Hans Meid in Berlin und arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf als Künstlerin und Dozentin. Internationale Anerkennung erhielt sie vor allem für ihre expressiven Stierkampfdarstellungen. 1981 gewann sie als erste nichtspanische Künstlerin den Plakatwettbewerb der Fiesta Sanfermin in Pamplona.
Author: Marc Peschke
Eine mediterrane Moderne: Bettina Heinen-Ayech
Die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nationale Meistererzählungen werden zunehmend durch transnationale und transkulturelle Perspektiven ergänzt. Im Mittelpunkt dieses Paradigmenwechsels stehen Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk nicht innerhalb einer einzigen kulturellen Tradition verortet werden kann, sondern an den Schnittstellen unterschiedlicher kultureller Räume entstanden ist.
Zu diesen Künstlerinnen gehört auch Bettina Heinen-Ayech. Ihr Werk eröffnet einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Deutschland, Frankreich und Algerien, zwischen europäischer Moderne und mediterraner, nordafrikanischer Kultur. In dieser Perspektive erscheint sie als eine bedeutende Vermittlerfigur.
30 Jahre im Bann der Camera obscura. „Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre
30 Jahre im Bann der Camera obscura
„Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre
Wenn durch ein kleines Loch Licht in einen dunklen Raum fällt, erscheint auf einer hellen Fläche die Welt von außen als Bild: auf dem Kopf stehend, seitenverkehrt, zweidimensional und mit weichen Konturen – doch in natürlichen Farben und Schattierungen.
Leonardo da Vinci beschrieb dieses Schauspiel noch als „göttliches Mysterium“. In der Renaissance erhielt es den Namen Camera obscura – die dunkle Kammer. Aus ihr entwickelte sich später die Fotografie. Bereits früh nutzten Künstler die Lochkamera und ihre Weiterentwicklungen als Hilfsmittel beim Zeichnen und Malen. Bis heute gehört sie zu den ursprünglichsten Formen des fotografischen Sehens.
Gerade deshalb hat die Camera obscura im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Faszination verloren – im Gegenteil. Sie setzt auf Entschleunigung und Konzentration. Ihre Bilder entstehen langsam. Sie halten nicht den flüchtigen Augenblick fest, sondern machen Zeit selbst sichtbar.
Die Stadt und ihr Erzähler. Zum Abschied des Rothenburger Nachtwächters
Rothenburg ob der Tauber ist eine Stadt, über die viel geschrieben worden ist: „Eine Stadt, deren Gesicht auf eine Postkarte gepresst wurde“, so Hans Dieter Schmidt in seinem sehr lesenswerten Taubertal-Buch „Melusine und schwarze Wasser“. Oder der bedeutende Kunsthistoriker Georg Dehio: Die Stadt sei „als Ganzes ein Denkmal“, schreibt er. Und Herbert Schindler in seinem Buch über die Romantische Straße, an der Rothenburg liegt: Man fände hier „reines, großes Mittelalter“. Oder, noch besser, Rothenburg, das sei schlichtweg die „Lieblingsstadt der Welt“.
Unterwegs im Blauen Land. Am Kochelsee und in Bad Tölz
Südlich von München, im vom katholischen Barock geprägten bayerischen Voralpenland, finden wir einzigartige landschaftliche Paradiese. Die Seen, die Berge: Es gibt kaum eine großartigere Landschaft in Deutschland. Wir kennen die Gegend gut, doch am Kochelsee waren wir schon lange nicht mehr. Also, auf nach Oberbayern, in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Örtchen Kochel am See (www.kochel.de) hat kaum mehr als 4000 Einwohner, ist staatlich anerkannter Luftkurort und schmiegt sich auf das Schönste an den kleinen See und die Berge. Nach Norden hin liegt Kochel am See schon im flachen Voralpenland, begrenzt von den Loisach-Kochelsee-Mooren.
Kleinstadtperlen im Herzen Bayerns
Beilngries, Roth, Allersberg und Hilpoltstein: Die vier Orte an der Grenze von Oberbayern und Franken lohnen unbedingt einen Besuch – mit wunderschönen historischen Bauten, der lieblichen Landschaft dfes Altmühltals und weiteren Sehenwürdigkeiten. Eine Reise zu Fuß und mit dem Rad.
Hinein ins Herz Bayerns, in seine Mitte, ins nördliche Oberbayern, ganz nah an der Grenze Mittelfrankens, ganz nah an der Oberpfalz. Hier liegt das beschauliche Beilngries im Altmühltal: Zwei Flüsse prägen den Ort mit seinen etwa 10.000 Einwohnern, wo man nicht mehr Fränkisch, sondern schon ein wunderbares Oberbayrisch spricht. Weiterlesen
Emanzipation und Verfolgung. Besuch im jüdischen Rothenburg
Mal wieder nach Rothenburg ob der Tauber. Mal wieder, jetzt im späten Winter, einen Gang durch diese Gassen, einen Gang durch Raum und Zeit. Jetzt ist hier noch alles recht ruhig – der Blick hat Zeit, zu verweilen. Von der Stadtmauer aus betrachtet, öffnet sich die Sicht auf das Taubertal wie eine gemalte Landschaft der Romantik.
Diesmal sind wir hier, um insbesondere die jüdische Geschichte der Stadt zu entdecken, der Stadt, deren Name bis heute in der Welt Klang hat. „Die Stadt als Ganzes ist Denkmal“, hat der Kunsthistoriker Georg Dehio schon im Jahr 1908 über Rothenburg geschrieben. Rothenburg, das sei schlichtweg die „Lieblingsstadt der Welt“, so drückte es Herbert Schindler in seinem Buch über die Romantische Straße aus, an der Rothenburg liegt.
In Mittelfranken unterwegs: Dinkelsbühl und Treuchtlingen
Nach Dinkelsbühl zu fahren, das bedeutet, in eine andere Welt einzutauchen. Hinein ins „Romantische Franken“, was hier mehr ist als ein touristischer Slogan. Hier in der Region, da finden sich die großen Perlen mittelalterlicher Städte. Natürlich Rothenburg ob der Tauber, Nördlingen, Kleinode wie Wolframs-Eschenbach – oder eben Dinkelsbühl, jene Stadt, die immer wieder mal zur „schönsten Altstadt Deutschlands“ gekürt wird.
Doch Dinkelsbühl will kein Freilichtmuseum sein – und jetzt, im Winter, ist die Stadt auch vergleichsweise wenig besucht. Überall Türme, Tore, prächtiges Fachwerk, Patrizierhäuser wie der „Hezelhof“ und das „Deutsche Haus“, das Heiliggeistspital oder großartige Kirchenbauten, allen voran das Münster St. Georg. Und drum herum: Weiher, Wiesen und Parks. Wanderwege, herrliche Radstrecken und auch ein Fluss-Bad an der Wörnitz gibt es.
Andratx und Peguera im November
Mallorcas Westen: Zwischen Meer und Bergen in der Nachsaison
Wenn der Sommer sich zurückzieht, das Licht sanfter wird, beginnt auf Mallorca die schönste Zeit des Jahres. Im November gehört die Insel an vielen Orten wieder ganz sich selbst. Das Meer hat die Wärme der vergangenen Monate gespeichert, die Strände liegen in nachsaisonaler Ruhe.
In Andratx, im Westen der Insel, ganz in der Nähe von Palma de Mallorca mit seiner regen Kunst- und Kulturszene, entfaltet sich in dieser Jahreszeit eine seltene Art von Schönheit. Das grelle Licht des Sommers weicht einem weichen Glühen, die Schatten werden länger, die Farben tiefer. Jetzt, wenn die Touristenströme versiegt sind und die großen Hotels nach und nach schließen, offenbart die Region ihr eigentliches Wesen.
Natur, Kultur, Geschichte, Ruhe und Inspiration. Barock und Moderne in Ottobeuren
Natur, Kultur, Geschichte, Ruhe und Inspiration
Barock und Moderne in Ottobeuren
Oberschwaben ist reich an barocker Architektur, doch im Kneipp-Kurort und Heimatort Sebastian Kneipps, in Ottobeuren im Unterallgäu, ganz nah der überaus sehenswerten Stadt Memmingen, da scheint die Kunst des Barock regelrecht zu kulminieren: Hier entstand im 8. Jahrhundert ein Benediktinerkloster, das später zur Reichsabtei erhoben wurde. In der Barockzeit blühte das Kloster auf und wurde ab 1711 neu errichtet – die Klosterkirche in ihrer basilikalen Anlage entstand von 1737 bis 1766 … Weiterlesen
Füssen, Bad Tölz und der Chiemsee. Eine frühlingshafte Kulturreise durch das Voralpenland







Wir starten in Füssen. Die Allgäuer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, der türkisfarbene Lech, der Forggensee – Mitte Mai noch nicht in voller Wasserhöhe –, eine romantische Altstadt, die Königschlösser und die barocke Wieskirche in der Nähe, all das: weltbekannte kulturelle und landschaftliche Glanzlichter. Wir finden hier im Ostallgäu an der Grenze zu Oberbayern Traumrouten für Wanderer und Radler, genauso wie Museen und historische Orte, die zum Allerfeinsten gehören, was das Urlaubsland Deutschland zu bieten hat. Die Gegend ist kein Geheimtipp, sicher nicht, sondern ein Reise-Klassiker mit Traumkulisse vor fantastischem Bergpanorama … Weiterlesen