Plakat der Vertriebenenverbände. Urheber: CDU. Quelle: Wikimedia Commons
Als ich 1962 nach Deutschland kam, entdeckte ich, dass die Deutschen, anders als ich es in meiner Heimat gelesen hatte, Opfer waren. Opfer des alliierten Bombenkriegs etwa. Von „Dresden, Hiroshima und Auschwitz“ war die Rede, wenn es um die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs ging: Zwei der Alliierten zu einem von uns.
Arabische Studentin auf einem Unicampus in Jerusalem. Fotos: Biljana Vojinović
Es liegt nicht an den Juden, so viel sei vorab verraten. Eine reale Kurzgeschichte
Der jungen Frau begegnete ich bei einer privaten Angelegenheit. Gleich nach den ersten ausgetauschten Sätzen lächelten wir uns neugierig an: „Deinen Akzent kann ich nicht einordnen.“ „Ich deinen auch nicht. Meiner ist slawisch, und deiner?“ „Meine erste Sprache ist Hebräisch.“ Sie sah meinen perplexen Gesichtsausdruck und fügte hinzu: „Ich komme aus Tel Aviv.“
Ich war überrascht, aber gleichzeitig erfreut. „Das erste Mal in meinem Leben treffe ich eine Jüdin aus Israel“, sagte ich. Sie lächelte mich an: „Wenn ich sage, woher ich komme, denken alle, ich sei eine Jüdin. Aber nein, ich bin eine Palästinenserin. Ich heiße Viktoria, für meine Freunde Viki.“ Weiterlesen
Das neue extremistische Gesicht der Linkspartei: Luigi Pantisano. Foto: Wikimedia CC BY-SA 4.0
Mit der Linken, die sich auf ihrem Parteitag weiter radikalisiert und israelfeindlich positioniert hat und deren neuer Co-Vorsitzender die CDU in die faschistische Ecke rückt, dürfen Union, SPD und Grüne nicht kooperieren. Das macht die Regierungsbildung im Osten nach den Landtagswahlen schwieriger, ist aber zum Schutz der Demokratie zwingend.
Seit längerem hatte sich die Linke bemüht, als Teil der demokratischen Mitte anerkannt zu werden. Im Bundestag ermöglichte sie die Wahl von Friedrich Merz zum Kanzler im zweiten Wahlgang trotz seines „Sündenfalls“ vor der Wahl in der Migrationspolitik; in Thüringen und Sachsen stützt sie die CDU-geführten Minderheitsregierungen, auch in Sachsen-Anhalt gab es schon Gespräche über ein ähnliches Modell nach der Wahl im September. Doch damit muss jetzt Schluss sein. Weiterlesen
Vor dem Iran kapituliert: US-Präsident Donald Trump
Für Häme und Schadenfreude über den Ausgang des Kriegs gibt es keinen Grund. Der Fehler von Trump war nicht, dass er ihn mit Israel geführt, sondern dass er ihn nicht erfolgreich zu Ende gebracht hat. Nun bedroht das iranische Regime weiter die Welt und mauert, bevor die Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm überhaupt beginnen.
Man stelle sich vor, die Nazis hätten tatsächlich Atombomben entwickelt, an denen sie arbeiteten, und die USA als schon damals stärkste Militärmacht der Welt hätten nicht eingegriffen. Fast ganz Europa wäre wahrscheinlich bis heute von der Wehrmacht besetzt. Niemand wäre aber damals nach den schrecklichen Erfahrungen mit dem Münchner Abkommen auf die Idee gekommen, mit dem Hitler-Regime zu verhandeln. Es gab nur einen Weg, die globale Bedrohung zu beseitigen: die völlige militärische Niederlage Nazi-Deutschland. Nicht anders ist es beim Iran. Weiterlesen
Zu Weihnachten 1987 wurde der Mitarbeiter der Grünen im Europaparlament Gerd Albartus nach Damaskus gelockt, dort vor ein Femegericht gestellt und erschossen. Richter und Henker waren vermutlich der venezolanische Terrorist Ilich Ramirez Sanchez, genannt Carlos, und der deutsche Terrorist Johannes Weinrich.
Entgegen der allgemeinen Darstellung war der Krieg keine Niederlage für die USA und Israel. Die Islamische Republik wird sich als Folge auflösen. Die arabischen Staaten bilden eine Allianz mit Israel. Auch China trägt Schaden davon. Deshalb war es ein Fehler, dass Europa sich herausgehalten hat. Eine Zwischenbilanz unseres Gastautors Georg Rößler aus Jerusalem.
Trump und Netanjahu machen es uns leicht, sich vom Krieg gegen den Iran abzugrenzen. Wer mal eben Grönland einkassieren will, weil er es will, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Auch Trumps Hetze gegen NATO kommt nicht gut, wenn sie für einen (möglicherweise sinnhaften) gemeinsamen Waffengang gewinnen will. Ähnliches gilt für Netanjahu: Seine Motive, innenpolitisch das eigene Land in Stücke zu reißen und militärische Konflikte auszudehnen, um der eigenen Verantwortung und einer möglichen gerichtlichen Verurteilung zu entgehen, können nur zweifelhaft erscheinen.Weiterlesen
Das Denkmal „Verwüstete Stadt“ in Rotterdam erinnert an die fast vollständige Zerstörung der Hafenmetropole durch die deutsche Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
Während ich dies schrieb, versuchte die niederländische Polizei, Demonstranten einer Aktivisten-Gruppe namens „Geef Tegengas“ – was so viel bedeutet wie „Gas in die andere Richtung geben“ – von Gleisen zum Rotterdamer Hafen zu entfernen, auf die sich gelegt hatten. Der Hafen schlägt jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Fracht um, darunter Kohle, Eisenerz, Getreide, Öl, Chemikalien, flauschige Teddybären aus China und – offenbar – Waffen für Israel.
Die Gruppe verkündete bereits nach drei Tagen stolz, sie habe dem Hafen 30 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen gekostet. Die Güterzüge werden sich wahrscheinlich bis nach Basel, wenn nicht bis nach Chiasso zurück stauen. Das ist das europäische Landäquivalent zur Blockade der Straße von Hormus. Weiterlesen
Die Dashcam eines Autos zeigt den Angriff von Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 auf einen Schutzraum des Kibbuz Re’im. Quelle: Wikimedia
Ich weiß nicht, ob ich der Erste bin, der dieses Wort verwendet, es erfunden hat. Aber ob nun ja oder nein, es ist ein Wort, das ich auf so vieles anwenden möchte, was man heute in den Medien sieht und liest. Ich definiere es als „die absichtliche Ermordung der Wahrheit“.
Das ist nicht dasselbe wie ein Fehler, der auf schlechte Kommunikation oder unzureichende Fakten, eine Fehlübersetzung oder eine unzuverlässige Quelle zurückzuführen ist. All das kann passieren; ein professioneller Journalist wird sein Bestes tun, um sicherzustellen, dass das, was geschrieben und veröffentlicht wird, so wahr wie möglich ist. Aber nun ja, es wird immer ein gewisses Maß an Selektivität geben, eine Entscheidung darüber, welcher Kontext relevant ist, redaktionelle Entscheidungen hinsichtlich des Einbeziehens oder Weglassens bestimmter Absätze. Das ist bedauerlich, aber normal. Man kann „die Wahrheit“ haben, ohne „die ganze Wahrheit“ zu kennen. Weiterlesen
Bild: Polizeistation in Bet Shemesh, Israel. Foto: Alan Posener
In ihren Beiträgen zur Einführung der Todesstrafe für Terrorismus gegen Israelis haben sowohl
Rabbi Dr. Walter Rothschild als auch Rabbi Dr. Moshe Navon (in einem Kommentar zu Rabbi Rothschilds Beitrag) auf die Heuchelei vieler Kritiker des jüdischen Staates hingewiesen.
Hinrichtung durch den Strang. Bild von ArtWithTammy auf Pixabay
Als liberaler Rabbiner bin ich eigentlich kein Befürworter der Todesstrafe. Aber ich kann dennoch Fälle erkennen, in denen sie relevant sein könnte. Trotz aller moralischen Argumente. Denn es gibt und gab schon immer Gründe dafür und dagegen.
In Israel – einem auf Beschluss der UN nach der Ermordung von sechs Millionen Juden durch Deutsche gegründeten demokratischen Staat, dessen Existenz seit der Gründung 1948 von seinen Nachbarn bedroht wird und der seitdem von den UN weder geschützt noch unterstützt wurde – ist es einer Gruppe rechter Politiker gelungen, im Parlament ein Gesetz durchzusetzen, um die Todesstrafe auf den Mord an Israelis auszuweiten. So formuliert klingt es sehr einfach. Aber natürlich ist es das nicht. Weiterlesen
Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem iranischen Regime haben die USA und Israel nur die Wahl, den Krieg wieder aufzunehmen – mit noch verheerenderen Folgen für die Region, die Weltwirtschaft und sie selbst. Oder zu kapitulieren. Ein Triumph für die Mullahs und die Amerika- und Israelfeinde so oder so.
Wer erwartet hatte, dass sich die USA unter Führung von Vizepräsident Vance und Irans Führung bei ihren ersten direkten Gesprächen seit Jahrzehnten in Islamabad auf eine Lösung ihres uralten Konflikts einigen würden, gab sich einer Illusion hin. Die Positionen beider Seiten liegen viel zu weit auseinander: Die USA und Israel bestehen zurecht auf ein Ende des iranischen Atom- und Raketenprogramms und der Unterstützung für das iranische Terrornetzwerk. Trump verlangt zudem die sofortige Öffnung der Straße von Hormus. Das Mullah-Regime, im Hochgefühl, die wochenlangen Bombardierungen überlebt zu haben, lehnte das alles kategorisch ab. Weiterlesen