Als ich in den frühen 90ern Komposition und Klavier an der Münchner Musikhochschule studierte, war Künstliche Intelligenz Science-Fiction – das Höchste der Gefühle war es für mich, mit meinem Atari Noten auszudrucken. Ich stand am Anfang meines Weges, und dass ich später, neben meiner Musiker-Karriere, langjährig als Sachverständiger im musikalischen Urheberrecht arbeiten würde, ahnte ich noch nicht. Dass ich wiederum aus diesen Zusammenhängen Erkenntnisse gewinnen würde, die mir heute bei der Einordnung von KI helfen – Phantasterei.
An der Musikhochschule zählte das Handwerkliche und Praktische. Wissenschaftliche Textproduktion oder akademische Methodik spielten kaum eine Rolle, ich hätte für das Studium nicht einmal ein Abitur gebraucht (dafür gab es Aufnahmeprüfungen). Das Schreiben von Texten, methodische Strenge und sauberes Argumentieren standen nicht auf dem Lehrplan. Das habe ich mir erarbeitet, als ich meine ersten Gutachten schrieb. Weiterlesen

