
Eine Parole, mit der man in der deutschen Hauptstadt Wahlen gewinnt.
(Foto: Felipe Tofani/Flickr)
Enteignung, Israel-Hass, Demobilisierung. Das ist die unselige Koalition, die Berlin droht.
Es klingt so putzig. Irgendwie niedlich. Rot-Rot-Grün! Farben, die zu Berlin passen, oder? Wer will schon Schwarz oder Blau sein? Lange habe ich gedacht: Ach, diese Stadt hat schon so viel überstanden – das wird sie auch noch überstehen. Halten wir es einfach mit den Amerikanern. Es ist mir doch egal, wer unter mir Bürgermeister oder Sonstwas-Senator ist. Wir gehen weiter in unsere Kita, zum Bäcker und auf ein Spaghetti-Eis ins Café. Doch diese letzte Woche vor der Wahl am Sonntag hat meine entspannte Stimmung geändert.
So langsam bekomme ich Panik. Mehr als 20 Prozent der Berliner können sich laut Umfragen vorstellen, die Linke zu wählen. Fast ebenso viele die AfD. Das sind fast 40 Prozent meiner Mitmenschen in dieser Stadt. Das muss man sich mal klar machen. Links- und Rechtspopulisten bei 40 Prozent! Das sind die Leute, die beim Bäcker neben mir stehen. Kaum auszuhalten.
Terror gegen Israel verherrlicht
Einige Linke präsentieren sich mittlerweile ganz offen als Terrorunterstützer und Israel-Hasser. Laut WELT behauptete eine Links-Wahlkämpferin, die Terroristen von der Hamas seien in Wirklichkeit Widerstandskämpfer. Auf einer Wahlkampfveranstaltung wird mit Textzeilen wie „Death to the IDF“ („Tod der israelischen Armee“) und „Intifada wie die PFLP“ der Terror gegen Israel verherrlicht. Man wünschte sich, dass dieses kleine Land, das Rückzugsort für Juden in aller Welt ist, von der Landkarte verschwindet.
Auch die Bundesparteichefin Ines Schwerdtner äußert sich gerne israelfeindlich. Sie solidarisierte sich zudem mit dem Neuköllner Bezirksbürgermeister Amed Abed, einem Unterstützer der Anti-Israel-Boykottkampagne BDS. Ausgerechnet in Berlin. Ich belasse es mal bei diesen Beispielen. Mehr dazu findet man schnell im Netz. Ganz offiziell will die Parteispitze lieber über günstige Mieten sprechen. Klar. Die antisemitischen Stimmen sammelt man trotzdem gerne ein.
Geld spielt in Berlin keine Rolle
Zu den Linken würden sich in einer rot-rot-grünen Regierung die Grünen mit ihren Enteignungsfantasien gesellen. Sie nennen es lieber „vergesellschaften“. Klingt schöner. Die Berliner Grünen sprechen sich zum Beispiel dafür aus, den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ umzusetzen und große Immobilienkonzerne zu „vergesellschaften“.
Schlechte Nachrichten für Leute, die in Berlin eine Wohnung suchen. Denn durch solche Vergesellschaftungen wird die Zahl der freien Wohnungen in Berlin nicht größer. Nur die finanziellen Risiken für die Hauptstadt. Aber Geld spielt ja keine Rolle. Oft hört man aus der grünen Richtung die Parole von den „profitorientierten“ Wohnungsunternehmen. Ja. Profit! Wer Geld verdient, macht sich verdächtig in der deutschen Hauptstadt. Am besten, man bezieht seine Kohle vom Amt. Dann hat man seine Ruhe vor der Politik.
In Treptow ist Schluss mit der Autobahn
Außerdem soll die Stadt, wenn es nach Grünen und SPD geht, noch weiter eingebremst werden. Am besten sollen alle Autos verschwinden. „Weg vom Autoverkehr, hin zu Öffentlicher Mobilität!“, parolt es aus der Sozialdemokratie. Die Stadtautobahn A100 soll nach dem Willen der SPD in Treptow enden. Wer will schon nach Friedrichshain?
Wer ein SUV vor seiner Tür stehen hat, macht sich sowieso verdächtig. Es gibt doch Busse! Wer selber entscheiden will, wie er sich und seine Familie oder seinen Betrieb fortbewegt, trifft schon bald auf erbitterte Gegner im Rathaus, die ihm diese Entscheidung möglichst schnell abnehmen wollen. Dazu verspricht ausgerechnet die SPD Bürokratieabbau. Wahrscheinlich wird es schon bald eine riesige neue Behörde in Berlin geben, die sich darum kümmern wird. Meine Bewerbung als Sachbearbeiter Entbürokratisierung ist schon raus. Ärmelschoner bei Amazon geordert.
Rechnen wir mal schnell die Umfragewerte zusammen. Linke 22 Prozent, Grüne 15 Prozent und SPD 12 Prozent. Das sind 49 Prozent. Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!
Frank Schmiechen ist Journalist und Musiker. Er startete als Reporter bei der Bergedorfer Zeitung, war später unter anderem Stellv. Chefredakteur der WELT und Chefredakteur des Online-Mediums Gründerszene.