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Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!

Eine Parole, mit der man in der deutschen Hauptstadt Wahlen gewinnt.
(Foto: /Flickr)

Enteignung, Israel-Hass, Demobilisierung. Das ist die unselige Koalition, die Berlin droht.

Es klingt so putzig. Irgendwie niedlich. Rot-Rot-Grün! Farben, die zu Berlin passen, oder? Wer will schon Schwarz oder Blau sein? Lange habe ich gedacht: Ach, diese Stadt hat schon so viel überstanden – das wird sie auch noch überstehen. Halten wir es einfach mit den Amerikanern. Es ist mir doch egal, wer unter mir Bürgermeister oder Sonstwas-Senator ist. Wir gehen weiter in unsere Kita, zum Bäcker und auf ein Spaghetti-Eis ins Café. Doch diese letzte Woche vor der Wahl am Sonntag hat meine entspannte Stimmung geändert.

So langsam bekomme ich Panik. Mehr als 20 Prozent der Berliner können sich laut Umfragen vorstellen, die Linke zu wählen. Fast ebenso viele die AfD. Das sind fast 40 Prozent meiner Mitmenschen in dieser Stadt. Das muss man sich mal klar machen. Links- und Rechtspopulisten bei 40 Prozent! Das sind die Leute, die beim Bäcker neben mir stehen. Kaum auszuhalten.

Terror gegen Israel verherrlicht

Einige Linke präsentieren sich mittlerweile ganz offen als Terrorunterstützer und Israel-Hasser. Laut WELT behauptete eine Links-Wahlkämpferin, die Terroristen von der Hamas seien in Wirklichkeit Widerstandskämpfer. Auf einer Wahlkampfveranstaltung wird mit Textzeilen wie „Death to the IDF“ („Tod der israelischen Armee“) und „Intifada wie die PFLP“ der Terror gegen Israel verherrlicht. Man wünschte sich, dass dieses kleine Land, das Rückzugsort für Juden in aller Welt ist, von der Landkarte verschwindet.

Auch die Bundesparteichefin Ines Schwerdtner äußert sich gerne israelfeindlich. Sie solidarisierte sich zudem mit dem Neuköllner Bezirksbürgermeister Amed Abed, einem Unterstützer der Anti-Israel-Boykottkampagne BDS. Ausgerechnet in Berlin. Ich belasse es mal bei diesen Beispielen. Mehr dazu findet man schnell im Netz. Ganz offiziell will die Parteispitze lieber über günstige Mieten sprechen. Klar. Die antisemitischen Stimmen sammelt man trotzdem gerne ein.

Geld spielt in Berlin keine Rolle

Zu den Linken würden sich in einer rot-rot-grünen Regierung die Grünen mit ihren Enteignungsfantasien gesellen. Sie nennen es lieber „vergesellschaften“. Klingt schöner. Die Berliner Grünen sprechen sich zum Beispiel dafür aus, den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ umzusetzen und große Immobilienkonzerne zu „vergesellschaften“.

Schlechte Nachrichten für Leute, die in Berlin eine Wohnung suchen. Denn durch solche Vergesellschaftungen wird die Zahl der freien Wohnungen in Berlin nicht größer. Nur die finanziellen Risiken für die Hauptstadt. Aber Geld spielt ja keine Rolle. Oft hört man aus der grünen Richtung die Parole von den „profitorientierten“ Wohnungsunternehmen. Ja. Profit! Wer Geld verdient, macht sich verdächtig in der deutschen Hauptstadt. Am besten, man bezieht seine Kohle vom Amt. Dann hat man seine Ruhe vor der Politik.

In Treptow ist Schluss mit der Autobahn

Außerdem soll die Stadt, wenn es nach Grünen und SPD geht, noch weiter eingebremst werden. Am besten sollen alle Autos verschwinden. „Weg vom Autoverkehr, hin zu Öffentlicher Mobilität!“, parolt es aus der Sozialdemokratie. Die Stadtautobahn A100 soll nach dem Willen der SPD in Treptow enden. Wer will schon nach Friedrichshain?

Wer ein SUV vor seiner Tür stehen hat, macht sich sowieso verdächtig. Es gibt doch Busse! Wer selber entscheiden will, wie er sich und seine Familie oder seinen Betrieb fortbewegt, trifft schon bald auf erbitterte Gegner im Rathaus, die ihm diese Entscheidung möglichst schnell abnehmen wollen. Dazu verspricht ausgerechnet die SPD Bürokratieabbau. Wahrscheinlich wird es schon bald eine riesige neue Behörde in Berlin geben, die sich darum kümmern wird. Meine Bewerbung als Sachbearbeiter Entbürokratisierung ist schon raus. Ärmelschoner bei Amazon geordert.

Rechnen wir mal schnell die Umfragewerte zusammen. Linke 22 Prozent, Grüne 15 Prozent und SPD 12 Prozent. Das sind 49 Prozent. Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!

Frank Schmiechen ist Journalist und Musiker. Er startete als Reporter bei der Bergedorfer Zeitung, war später unter anderem Stellv. Chefredakteur der WELT und Chefredakteur des Online-Mediums Gründerszene.

 

 

 

 

15 Kommentare zu „Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!“

  1. Man sollte ehrlicherweise darauf hinweisen, dass nicht die Partei „Die Linke“ insgesamt israelfeindlich eingestellt ist. Kürzlich bewiesen das Aussagen des Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch bei Markus Lanz.

    Ich betrachte es trotzdem als kritisch , dass man offensichtlich in Berlin aus wahltaktischen Gründen Teile der Partei, die gegen Israel sind, weiterhin gewähren läßt.

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  2. Die Politik der Linken ist erstaunlich langfristig angelegt.

    Hätte sie nicht vor 20 Jahren, damals noch unter dem Namen PDS, städtische Wohnungen erstaunlich billig an Großkonzerne verschleudert, könnte sie jetzt nicht mit dem Gassenhauer „Enteignung der Konzerne zur Behebung der Wohnungsnot“ Wahlerfolge einfahren.

    Das war alles genau so geplant.

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      • „Und ist nie für etwas verantwortlich.“
        „Wirtschaft“ bzw. „Kapitalismus“ ist niemand, der verantwortlich für irgendetwas gemacht werden kann. Unternehmen und „Großkonzerne“ schon, nämlich für ihren wirtschaftlichen Erfolg, ihr Bestehen am Markt und die Arbeitsplätze und die investierte Lebenszeit ihrer Mitarbeiter. Das ist eine sehr große Verantwortung. Die zu viele angestellte „Star“-Manager nicht wahrnehmen wollen, was eine üble Fehlentwicklung ist. Weiterhin sind Politiker (und -innen) qua Amt verantwortlich. Auch liegen erhebliche Defizite. Da lassen geplante „Vergesellschaftungen“ nichts Gutes erwarten.

    • Halten zu Gnaden Herr Wissler: Die Wohnungsbaugesellschaften wurden seinerzeit „verschleudert“, weil der damalige Senat von der CDU, namentlich von Herrn Landowsky und Herrn Diepgen eine „Bankgesellschaft Berlin“ übernehmen mussten. Diese Gesellschaft garantierte den Anteilseignern Renditen, die sie nie und nimmer erwirtschaften konnte, Ergebnis: Der neue Senat erbte von den „Marktwirtschaftlern“ enorme Schulden. Dazu kam, nach dem Mauerfall die Tatsache, dass mit Stichtag Währungsunion das nunmehr wiedervereinte Berlin von einem Tag auf den anderen ca 150000 neue Arbeitslose hatte- die ehemaligen Angestellten des Ostberliner Aparats. Dazu eine Stadthälfte, die fast zur Hälfte abrissreif, zur anderen Hälfte sanierungsbedürftig war. Dazu, etwas Später, die Entscheidung „Hauptstadt“. Also einige „Altlasten“ von einer CDU geführten Bundes- und Stadtregierung, wobei der Bund, unter allern Koalitionen, gerne Maßnahmen beschließt und beschloss, die von den Kommunen gefälligst umgesetzt und bezahlt werden müssen. Vielleicht denken sie noich mal über Ihren Satz: „Das war alles so geplant.“ nach- oder wenigsten darüber, wer „das alles“ geplant hat.

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      • Generell, Stefan Buchenau, gestattet Artikel 15 Grundgesetz eine Enteignung “ zu Gunsten des Allgemeinwohls“ (Was ist das „Allgemeinwohl“ – das was eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus dafür hält ?)…

        … generell gestattet die Norm auch eine Enteignung gegen weniger als den Verkehrswert.

        Allerdings übersieht der Slogan „Blackrock enteignen!“, …

        Allerdings übersieht der, dass ein Entschädigungsprozess von Blackrock oder anderen ( 40 % aller Berliner Wohnungsunternehmen sind im Besitz oder Teilbesitz ausländischer Gesellschaften)…

        … dass also so ein Entschädigungsprozess vor einem Gericht in z.B. New York stattfindet.

        Und der Richter wird seufzen und sagen:

        „Ja, diese Deutschen mit ihrem Nationalen Sozialismus. Den haben wir ihnen immer noch nicht aberziehen können.“

      • @Bodo „„Ja, diese Deutschen mit ihrem Nationalen Sozialismus. Den haben wir ihnen immer noch nicht aberziehen können.“
        Wohl hier eher der Internationalsozialismus.
        Allerdings könnte das Thema Enteignungen durchaus dialektisch verstanden werden: Bisweilen ist der eine oder andere froh, eine Immobilie für einen garantierten Preis loszuwerden. Eine Frage der Lage sozusagen. Wenn z.B. die Mafia sich zu breit macht. (Und mal wieder geraten Juden zwischen die Fronten..)

      • @Klaus: „… froh eine Immobilie für einen garantierten Preis loszuwerden.“

        Du meinst, die Frau Elif Eralp könnte von Blackrock gesponsert sein? Auf dass der Konzern seine Hütten für ein Geld loswird, das er in fünf Jahren nicht mehr bekommen würde? Hm, wäre alles möglich.

      • Tja Bodo Walther und KJN- jeder liest nur, was er/sie lesen will. Ich habe tatsächlich kein einziges Wort für oder gegen Enteignungen geschrieben, die ich im vorliegenden Fall tatsächlich für unfinanzierbar halte- von den diversen juristischen Fallstricken mal abgesehen Aber ich habe über die Gründe geschrieben, weshalb der Wowereit Senat, mit Beteiligung der PDS, „Sparen bis es Quietscht“ musste. Die wollten das nicht, das war auch keinesfalls „geplant“, wie Herr Wissler raunte, die hatten einfach keine Wahl- danke noch mal an die Herren Diepgen, Landowsky und die Anteilseigner der Bankgesellschft Berlin, die auch auf Nachfrage keinesfalls auf die üppigen Renditen verzichten wollten.

      • @Bodo: Black Rock ist’s wohl wurscht. Solange die Assets geschmeidig ge- und verkauft werden können. Und dafür sorgt die gute Frau Eralp ja nach Kräften.. (lasse keine Krise ungenutzt!)

  3. „Wer ein (Sic!) SUV vor seiner Tür stehen hat, macht sich sowieso verdächtig.“
    Die Wiederholung des ewig gleichen Mimimi von interessierter Seite.
    Erinnert mich an das Gejaule zum Mindestlohn. Da war auch schon mal Untergang mit 10 Mio Arbeitslosen.
    Putzig. Dann lieber die CDU? Die können doch auch nix!

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