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Was heißt, deutsch zu sein?

Einst revolutionäre Farben Schwarz-Rot-Gold. Foto: Deutscher Bundetag

Die AfD möchte „das Deutsche“ wieder betonen. Aber was bedeutet das? Man sollte Patriotismus nicht den Rechtsextremen überlassen. Deshalb hier einige Gedanken dazu – mit der Aufforderungen an die Leserinnen und Leser, eigene Definitionen hinzuzufügen, in den Kommentaren oder als eigenen Beitrag.

  • Wenn deutsch sein heißt, das Grundgesetz schätzen, gern.
  • Wenn deutsch sein heißt, den Rechtsstaat achten, gern.
  • Wenn deutsch sein heißt, die deutsche Sprache wesentlich zu beherrschen, gern.

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Migranten: Der Graben gegenseitiger Unkenntnis

Diesen skeptischen Essay über die Mühen der Integration schrieb ich im September 2015, kurz nach Beginn der großen Flüchtlingswelle und Merkels schon damals verfehltem „Wir schaffen das“. Geändert hat sich seitdem wenig.

Im Deutschkurs lernen Asylbewerber, wie sie im Supermarkt einkaufen, was eine Duldung ist und wie ein Putzmann arbeitet. Sie lernen nichts über Demokratie und Pluralität, über lebendige Beziehungen und Kompromisse. Guter Unterricht funktioniert aber nur als demokratischer Unterricht. Gedanken einer Deutschlehrerin im Flüchtlingshaus.

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Gedenken an Sebrenica: Fragen an das Nie wieder

Völkermord-Gedenkstätte in Potočari in der Nähe von Srebrenica. Bild: Wikimedia

Wie Islamisten versuchen, das Erinnern an den Völkermord für ihre Zwecke zu nutzen

Zum 11. Juli hat es wieder viele Gedenkveranstaltungen gegeben zu dem Massaker an 8000 muslimischen Jungen und Männer vor 31 Jahren in Sebrenica, das seit 1992 von der UNO als Schutzzone eingerichtet war, die aber wegen der Blockade Russlands und Chinas den niederländischen Blauhelmsoldaten kein robustes Mandat gegeben hatte. Meist wird beim Erinnern diese Tatsache unterschlagen und nur allgemein von Hass geredet, den es nicht mehr geben dürfe.

Ich verstehe die Gefühle der Überlebenden, der Witwen von Sebrenica und deren Kindern, Freunden und Nachbarn. Im vergangenen Jahr war ich bei einer Gedenkfeier von Bosnierinnen in Berlin und bei einem Hearing im Bundestag mit den zwei Abgeordneten, die als Kinder aus Bosnien nach Deutschland geflohen sind, Adis Ahmetovic und Boris Mijatovic. Die anschließende Zeremonie vor dem Brandenburger Tor war sehr bewegend. Doch dann sah ich, dass sich an das Gedenken junge Männer anhefteten, die das Gedenken ideologisch für den radikalen Islam ausnutzen wollten. Einige fragten mich, ob denn nicht dasselbe jetzt in Gaza passiere.

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Erdbeeren aus Mostar, Kirschen aus Belgrad

Der Leiter des Museums zum Genozid in Srebrenca mit der Broschüre „Die bosnische Tragoedie“ von Eva Quistorp, die schon 1993 vor dem Versagen der UNO warnte und militärisches Eingreifen forderte

Was haben der Bosnienkrieg, die Belagerung von Sarajevo und der serbische Völkermord von Srebrenica im Juli 1995 noch zu sagen, da Russland das alles in den Schatten stellt? Und was sagt die Gründungsgeschichte der Grünen für die Menschen auf dem Balkan und die Protestierenden in Serbien? Eine Reise-Erinnerung, bearbeitet von Jasmina Arielli

“Let us make solidarity in Europe great again.”

PROLOG: Eine Reise, in der Erinnerung wieder Stimme bekommt

Diese Reise begann mit einer Einladung: in Sarajevo und Belgrad über den Film „Petra Kelly – Act Now“ zu sprechen und darüber, was die Gründungszeit der Grünen heute für Zivilgesellschaft, Friedensbewegungen und ökologische Kämpfe in Bosnien und Herzegowina sowie in Serbien bedeuten kann.

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Cem Özdemir: Der Traum einer Urgrünen geht in Erfüllung

Künftiger Ministerpräsident Cem Özdemir, Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0

Mit seiner Wahl geht etwas auf, das ich seit Gründung der Grünen und den vielen Kämpfen in der Partei mit mir herum getragen habe. Obwohl es auch ruhig eine Frau wie die deutsch-türkische Landtagspräsidentin hätte sein können. Das kommt ja hoffentlich noch.

Ein anatolischer Schwabe und Erdogan-Gegner, Freund des auch mal schlitzohrigen Pragmatismus, bürgerinnennah und nicht immer auf Parteilinie, ein Dorn im Auge der Grünen Jugend, die sich in Linksradikalismus gefällt. Wie ich ein Kritiker der faulen Toleranz gegenüber reaktionären Muslimvereinen. Einer, der die Tugenden, die ihm seine Eltern beigebracht haben wie Respekt vor dem Alter und Höflichkeit, nicht weggeschmissen hat für neumodische Lifestlyes und Selbstüberschätzung. Einer, der viele Auf und Abs mit und gegen die Mehrheit der Grünen erfahren hat als Abgeordneter, Parteivorsitzender und Minister. Dessen Traum auch mal Außenminister war.

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Berlin braucht viel, aber keinen Aktionstag gegen sogenannte „Islamophobie“!

Foto: Offizielles Foto zum Demoaufruf von Frauenheldinnen e.V.

Ein offener Brief von Eva Quistorp, MdEP a.D.,Theologin, Germanistin, Politologin, Beraterin des Weltzukunftsrates, Preisträgerin des Blauen Bären von Berlin, an Kai Wegner, den Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Vorab: 

Der unten stehende offene Brief erscheint angesichts der Aufstände gegen das Mullahregime im Iran und die Exildebatten hier dazu und nun auch insbesondere angesichts des Militärschlags Israels und der USA gegen das islamofaschistische Mullahregime. Auch ergeht er angesichts der Überdosis BDS und Gazadebatten und offenen Briefe der Kultur- und Berlinale-Szene, die kein Wort zu den Massakern, zum Hunger von MiIlionen und zu den Steinigungen im Sudan sagt.

Ich habe diesen Brief bereits am 18. Dezember verfasst, als ich an den islamistischen Terroranschlag gegen den Weihnachtsmarkt und die Gedächtniskirche mit 120 Opfern und deren Angehörige erinnern wollte. Und weil ich mich deshalb besonders über den geplanten „Aktionstag in Berlin“ Gegen islamfeindlichkeit geärgert habe.

Dieser wird auf der Google-KI wie folgt beschrieben:

„Der Berliner Senat plant für den 15. März 2026 erstmals einen offiziellen Aktionstag gegen Islamfeindlichkeit, um auf Übergriffe gegen Muslime aufmerksam zu machen. Der Tag erinnert an das Attentat in Christchurch 2019. Dies ist umstritten, da Kritiker eine Täter-Opfer-Umkehr angesichts anderer Sicherheitslagen befürchten.“

Ja, das ist zu Recht umstritten, ganz besonders in einer Zeit, in der der islamistische Terror im Iran und Afghanistan und auch in Frankreich, Algerien und im Sudan weiterhin tobt.

Zu viel wohlgemeinte religiöse Toleranz gegenüber dem Islamismus durch die Politik und NGOs

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Warum erst so spät? – Rückblick auf den islamistischen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt 2017 in Berlin

FOTO. IMAGO / PEMAX

Unsere Autorin Eva Quistorp blickt kritisch auf die fehlende Verhinderung des islamistischen Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatzplatz zurück. Die Wiederaufnahme eines Texts vom 14. Dezember.2017.

Wieso wurde dieser islamistische Anschlag nicht verhindert, wieso der Typ nicht festgenommen oder abgeschoben, wieso der Platz überhaupt nicht gesichert, warum wurden die Opfer nicht benannt und ausreichend entschädigt? Ein paar einfache Fragen zum Berliner Anschlag vor einem Jahr – Fragen, die ich hier schon vor einem Jahr stellte.

Der Jahrestag des IS-Anschlages gegen den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche – zwölf Todesopfer und mehr als sechzig Opfer insgesamt – war kurz vor Weihnachten, und man merkte es in den Medien. Einen guten Anfang machte eine Dokumentation in mehreren Teilen in der ARD. Zahlreiche Zeitungen griffen das Thema sodann auf.

Ich bemerke aber auch, dass es bei den meisten ein ganzes Jahr gebraucht hat, bis sie dieselben Fragen gestellt haben, die ich unmittelbar nach dem Anschlag zum Beispiel im Perlentaucher (hier) gestellt habe. Es waren einfache Fragen, aber sie lagen auf der Hand:

Wieso wurde dieser islamistische Anschlag nicht verhindert, wieso der Typ nicht festgenommen oder abgeschoben, wieso der Platz überhaupt nicht gesichert, warum wurden die Opfer nicht benannt und ausreichend entschädigt?

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„Du fehlst“ – Eva Quistorp schreibt an ihre verstorbene Freundin Petra Kelly

Eva Quistorp gehörte gemeinsam mit Petra Kelly zu den Gründern und Gründerinnen der Grünen. In einem Brief an ihre verstorbene Mitstreiterin und gute Freundin bringt sie zum Ausdruck, wie sehr ihr diese aktuell fehlt.

Liebe Petra,

Du fehlst nicht nur mir sehr, du fehlst vielen in diesem Lande und weltweit, gerade jetzt wo Putins Mafia und Machtapparat einen brutalen Krieg gegen die Ukraine und auch gegen Europas Demokratien führt und seine zynische Staatspropaganda auch in Afrika und Nicaragua verbreitet. Gerade jetzt, wo Putin es wagt, trotz aller Uno und OSZE Verträge und des Budapester Abkommens, mit Atomwaffeneinsatz zu drohen und Europa zu erpressen.

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Die Waffen nieder? – Der Streit um das Erbe der Friedensbewegungen der 80er Jahre in einem von Putins Angriffskrieg bedrohten Europa

Die Waffen nieder? – Der Streit um das Erbe der Friedensbewegungen der 80er Jahre in einem von Putins Angriffskrieg bedrohten Europa

  • Als Mitgründerin der Grünen und Mitorganisatorin der großen Bonner und europäischen Friedensdemonstrationen zwischen 1981-1984 möchte ich erklären, warum die meisten Grünen und SPD-Politikerinnen heute für Waffenlieferungen an die Ukraine sind und die Ostermarsch-Marschierer dagegen.

Mit Olaf Scholz und Gerhard Schröder habe ich im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung gesessen, gegen den Nato Doppelbeschluss breite Bündnisse geschlossen mit DGB- und Kirchenvertretern, vielen SPD Frauen und Grünen. An die großen Friedensdemonstrationen im Hofgarten am 10. Juni vor 40 Jahren und die Menschenketten erinnern sich zwei Generationen von Journalisten, Politikerinnen und Aktivistinnen. Heute ist Scholz der Kanzler, der die wichtige Rede zur Zeitenwende gehalten hat ,dem aber Zögerlichkeit vorgeworfen wird, die er Besonnenheit nennt. Schröder ist Nordstream-Agent, tritt gerade bei Androhung von Sanktionen von seinem Rosneft Job zurück.

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Kritik der Großtheoretiker

Für Eva Quistorp sind Großtheoretiker – egal ob weiß wie Hegel und Marx oder schwarz wie Fanon, Cleaver und Mbembe als Welterklärer bzw. Erklärer politischen Handelns nicht mehr sonderlich attraktiv Überdies hält sie die Rede von Mbembe zum 14. August 2020 für schwach. In ihrem Beitrag schildert sie ihre Beweggründe.

Am 14. August sollten die Ruhrfestspiele mit einer Rede des Historikers und Philosophen Mbembe eröffnet werden, dessen Thesen und Buch, in denen er Israel als einen Apartheids-Staat kritisiert ebenso wie sein ablehnendes  Verhalten gegenüber einer Kollegin aus Israel durch Felix Klein, den Antisemitismusbeauftragten der Bundesrepublik, als antisemitisch charakterisiert worden waren. Mbembes Rolle als Eröffnungsredner für ein staatlich mit Millionen Steuergeldern gefördertes Festival ist in Zeiten zunehmenden Rechtsextremismus und Antisemitismus von Klein meiner Ansicht nach mit Recht in Frage gestellt worden. Die Leiterin der Ruhrfestspiele findet offensichtlich Klimaschutzaktivistinnen aus Kenia oder Frauenrechtlerinnen aus Tunesien, ANC und Korruptions-Kritikerinnen aus Süd-Afrika nicht so intellektuell interessant. Jedenfalls waren solche anders als Mbembe nicht eingeladen.

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Der Friedensnobelpreis 2016 und der islamistische Terror aus Tunesien

Drei Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag gegen den Weihnachtsmarkt und seine Besucher in Berlin, der 12 Todesopfer und 50 Schwerverletzte forderte, neben all der Angst und Schrecken, rücken die Beziehungen Europas und Berlins nach Tunesien und Marokko etwas genauer in den Blick als bei der Debatte über die sicheren Herkunftsländer, die von den Grünen und der Linkspartei blockiert wurde. Doch bisher hat niemand Bezug auf das tunesische Quartett genommen von Medien, Politik und Experten. Auch konnte ich bisher nirgendwo Genaueres über die Effizienz der Millionen, die über die EU und das Auswärtige Amt und das BMZ nach Nordafrika, speziell Tunesien geflossen sind ,lesen oder hören. Welche Antiterrorarbeit wird dort unterstützt, welche Religions-und Islampolitik, wie ist der wahabitische Einfluss, der der Muslimbrüder, die Salafistenszene dort. Meine traurigerweise weitsichtigen Fragen vom Oktober 2016 hier bleiben also aktuell:

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