avatar

Gedenken an Sebrenica: Fragen an das Nie wieder

Völkermord-Gedenkstätte in Potočari in der Nähe von Srebrenica. Bild: Wikimedia

Wie Islamisten versuchen, das Erinnern an den Völkermord für ihre Zwecke zu nutzen

Zum 11. Juli hat es wieder viele Gedenkveranstaltungen gegeben zu dem Massaker an 8000 muslimischen Jungen und Männer vor 31 Jahren in Sebrenica, das seit 1992 von der UNO als Schutzzone eingerichtet war, die aber wegen der Blockade Russlands und Chinas den niederländischen Blauhelmsoldaten kein robustes Mandat gegeben hatte. Meist wird beim Erinnern diese Tatsache unterschlagen und nur allgemein von Hass geredet, den es nicht mehr geben dürfe.

Ich verstehe die Gefühle der Überlebenden, der Witwen von Sebrenica und deren Kindern, Freunden und Nachbarn. Im vergangenen Jahr war ich bei einer Gedenkfeier von Bosnierinnen in Berlin und bei einem Hearing im Bundestag mit den zwei Abgeordneten, die als Kinder aus Bosnien nach Deutschland geflohen sind, Adis Ahmetovic und Boris Mijatovic. Die anschließende Zeremonie vor dem Brandenburger Tor war sehr bewegend. Doch dann sah ich, dass sich an das Gedenken junge Männer anhefteten, die das Gedenken ideologisch für den radikalen Islam ausnutzen wollten. Einige fragten mich, ob denn nicht dasselbe jetzt in Gaza passiere. Weiterlesen

avatar

Erdbeeren aus Mostar, Kirschen aus Belgrad

Der Leiter des Museums zum Genozid in Srebrenca mit der Broschüre „Die bosnische Tragoedie“ von Eva Quistorp, die schon 1993 vor dem Versagen der UNO warnte und militärisches Eingreifen forderte

Was haben der Bosnienkrieg, die Belagerung von Sarajevo und der serbische Völkermord von Srebrenica im Juli 1995 noch zu sagen, da Russland das alles in den Schatten stellt? Und was sagt die Gründungsgeschichte der Grünen für die Menschen auf dem Balkan und die Protestierenden in Serbien? Eine Reise-Erinnerung, bearbeitet von Jasmina Arielli

“Let us make solidarity in Europe great again.”

PROLOG: Eine Reise, in der Erinnerung wieder Stimme bekommt

Diese Reise begann mit einer Einladung: in Sarajevo und Belgrad über den Film „Petra Kelly – Act Now“ zu sprechen und darüber, was die Gründungszeit der Grünen heute für Zivilgesellschaft, Friedensbewegungen und ökologische Kämpfe in Bosnien und Herzegowina sowie in Serbien bedeuten kann. Weiterlesen

avatar

Kosovo – eine europäische Erfolgsgeschichte

Gerade bin ich zurück aus dem Kosovo. Ich bilde mir nicht ein, in zwei Tagen das Land „kennen gelernt“ zu haben. Andererseits ist es erstaunlich, wie viele Vorurteile man bewusst oder unbewusst mit sich herumschleppt, die selbst der oberflächlichsten Begegnung mit der Wirklichkeit nicht standhalten.

Weiterlesen

avatar

Lehren aus Sarajewo

Reisen bildet, sagt man. Dieser Aussage steht jene gegenüber, der zufolge wir nur sehen, was wir schon wissen. Nun war ich einige Tag in der bosnischen Stadt Sarajewo, und obwohl ich mich nicht gleich als Balkan-Experte aufspielen will, hat dieser Aufenthalt mir einige Dinge klar gemacht, die ich vielleicht tatsächlich vorher gewusst, jedoch selten mit solcher Deutlichkeit gespürt habe. Die Reise war also in diesem Sinne ein Bildungserlebnis.

Was einem in Sarajewo sofort deutlich wird, ist die Unsinnigkeit des Begriffs „ethnische Säuberung“, mit dem in der europäischen Presse das beschrieben wurde und wird, was vor allem die Serben (aber nicht nur sie!) in den jugoslawischen Kriegen 1991 bis 2001 praktiziert haben. Weiterlesen

Scroll To Top