Trumps Stümperregierung chattet ihre Krieg&Friedenpläne mit Journalisten. Den Bundestag präsidiert nun eine Ex-Weinkönigin. Und in Celle steht eine RAF-Rentnerin als Bonnie-and-Clyde-Verschnitt vor dem Kadi. Kannste Dir alles nicht ausdenken.
Kabarettisten, Satiriker, selbst Zyniker und Verschwörungsheinis können einem echt leid tun. Was die Chaos-Truppe des Möchte-gern-Diktatorchen in Washington aufführt, aber auch das Führungspersonal der noch gar nicht amtierenden neuen Regierung in Berlin, spottet jedem Spott. Dahinter einen finsteren großen Plan zu vermuten, wäre viel zu hoch gegriffen. Sie machen es einfach, weil sie es nicht können.
Wenn das alles in Banana- oder Ballaballa-Republiken spielte: halb so wild. Man würde darüber schmunzeln. Aber in dem bis dahin mächtigsten Land der Welt und dem bis vor einiger Zeit wichtigsten der EU? Da muss man sich langsam wirklich Sorgen machen.
Eine „hochkarätige“ Runde aus Trumps Küchenkabinett plaudert in einem Signal-Chat munter darüber, ob die US-Armee die vom Iran gesponserten Huthi-Terroristen in Jemen bomben soll, die ihrerseits die auch amerikanische Schifffahrt im Roten Meer und Israel bomben. Oder ob das falsche Signale an die europäischen Weicheier senden würde, wie der Selenskyi-Basher Vance einwirft, immerhin zweitmächtigster Mann im Orange Office, gleich hinter Elon Tesla-Vernichter X-Musk. Der Verteidigungsminister, den man kaum so nennen mag, lässt das dann live seine Compagnons an den Angriffen mit allen Details teilhaben. Andere kämen dafür ins Gefängnis.
Avanti Dilettanti
Das alles erfuhren wir, weil Trumps Unsicherheitsberater in seiner Tölpeligkeit ausgerechnet den Chefredakteur des gegnerischen linksliberalen Magazins „Atlantic“ zum Gruppenchat einlud, als wäre es eine lustige Tea Party: Wer ist dafür, wer ist dagegen? Wir machen’s. So sieht also die Kriegsführung des größten Führers aller Neu-Zeiten aus. Na dann.
Wenn jemand so etwas als Serien-Drehbuch bei einem drittklassigen TV-Sender einreichte, würde man ihn hochkantig rausschmeißen. So wie der Talkmaster of Desaster im Trump-Tower am Ende seiner Trash-Kandidaten-Show jedes mal jemand feuerte immerhin nicht auf dem Hochhaus werfen ließ, wie der andere in Moskau). Charlie Chaplin sel. hätte es schwer, das in einer Neuauflage seines legendären „Der große Diktator“ zu toppen, in dem Mussolini und Hitler darum wetteiferten, wer am besten mit dem Globus jonglieren konnte und wer die schönste Uniform trug.
Der Kreml-KGB-Krieger kann sich jedenfalls Spione sparen. Er hat ja depperte offenkundig in Washington ganz oben platziert. Den Rest erledigen die selbst. Auch bei den sogenannten Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen in Riad und Moskau. Da schwärmt Trumps Nahost- und auch für alles Andere Entsandte weltöffentlich über die Nettigkeit Putins, ihn überhaupt empfangen zu haben. Nimmt als Präsent für seinen Chef ein wohl von einem russischen Straßenmaler gepinseltes Porträt dessen mit, weil dem seins in der US-Präsidentengalerie nicht gefällt. Und quatscht nebenbei aus, was man dem Neo-Zar alles anbietet, um ihn zu besänftigen.
Wer solche neue Verbündete hat, braucht keine nordkoreanischen Schlachtvieh-Söldner und keine iranischen Killer-Drohnen mehr. Der kann sich in seine Luxus-Datschen zurückziehen und einfach abwarten. Time is on his side.
Julia!
Und was setzt der wohl bald Kanzler Fritze Merz dem allem entgegen, außer einem Riesen-Riesen-Berg an neuen Schulden, den er gar niemals wollte – versprochen, gebrochen? Julia Klöckner, ein von-der-Leyen-Abklatsch! Zweifach gescheiterte Ministerpräsidentin-Kandidatin vom reinland-pfälzischen Weinlande (Annalena B. vom Völkerrecht) und einfach gescheiterte Merkel-Agrarministerin. Die darf nun dem Bundestag vorsitzen, weil die CDU/CSU- und SPD-Männerriege ja irgendwo eine Frau prominent platzieren musste, wo sie keinen Schaden anrichten kann. Hoffentlich.
In der Tradition von Größen wie Eugen Gerstenmeier, Wolfgang Schäuble oder Norbert Lammert soll die nun noch mehr strahlende Dame die Irren der AfD in Schach halten. Viel Vergnügen!
Immerhin hockt ihr zur Seite nicht mehr der FDP-Weinkönig Wolfgang Kubicki (alter Parlamentarierspruch: Wenn die Abgeordneten voll sind, ist das Plenum leer). Der ist jetzt wie etliche der Ampelisten auf dem Altenteil. Auch der immer supertrockene Olaf Kurzzeitkanzler Scholz und sein Vize-Schriftsteller Robert Habeck, der von den Kühen, Schweinen und Heizungen.
Andere wie die SPD-Co- und ehemalige stellvertretende Elternratsvorsitzende (ist das nicht das gleiche?) Saskia Esken noch nicht, obwohl sie schon lange dahin gehört. Vielleicht sollte die durch die Klimakleber geschulte Berliner Polizei helfen, das Pattex von ihrem Sesselchen zu entfernen.
Die feministische Trampolinispringerin vom Auswärtigen Amt setzt hingegen zum großen Sprung an den East River im Big Apple an, obwohl sie sich ja eigentlich nach ihren aufreibenden drei Jahren rund um den Erdball und dem Verlust ihres Gatten – Schluchz, Schnief – um ihre beiden Kinder kümmern wollte. Angeblich.
Die werden wohl aber ganz froh sein, ihre Mutter weiterhin nur selten zu sehen, weil auch die nun eine Versammlung präsidieren möchte, die des alljährlichen UN-Schaulaufens. Wenn auch nur für ein Jahr. Aber danach wird sich schon eine weitere Anschlussverwendung für sie finden. Sie ist ja noch jung und immer passend gekleidet. Okay, nicht ganz, z.B. als sie dem neuen syrischen Terror-Präsidenten in eng anliegendem Freizeitdress entgegentrat, um sich hernach zu beschweren, er habe ihr nicht die Hand geschüttelt. Weil Frau. Hätte er sie betatschen sollen?
Klette & Clyde
Dass ihren Nach-AA-Ambitionen eine bereits von der nun endgültig verschiedenen Ampel/Rot-Grün-Minderheitsregierung nominierte, im Gegensatz zu ihr tatsächlich hochqualifizierte Diplomatin weichen muss, also eine Frau, eine Grüne zudem: geschenkt. Das mit dem „feministisch“ war ja ohnehin Quatsch. Es diente Baerbock nur dazu, erst Habecks Sidekick an der Parteispitze, dann in der Bundesregierung zu werden. Arme Frauen!
Eine ganz andere Frau wurde in Celle von der Zelle in den Gerichtssaal geführt, die Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette. Kurz ploppt da die Erinnerung von uns Älteren an den „Deutschen Herbst“ vor einem halben Jahrhundert unter Helmut Schmidt auf, mit einer langen Serie von Anschlägen und Morden der linksextremistischen Anarchos. Von denen etliche, vor allem die der sog. Dritten Generation, zu der Klette gehörte, bis heute nicht aufgeklärt sind.
Die muss sich allerdings erstmal nicht deswegen verantworten, sondern weil sie ihr langes Leben im Untergrund zusammen mit zwei noch flüchtigen Mit-Ganoven der RAF (wo schlafen eigentlich unsere Sicherheitsbehörden?) mithilfe bewaffneter Überfälle auf Banken, Geldtransporter und Supermärkte finanzierte. Eine Rückkehr zu den Wurzeln sozusagen. Denn der Bandengründer Bader war ja vordem auch Kleinkrimineller (wie Putins Vorbild Stalin übrigens). Die irgendwie immer noch linksalternative taz findet es empörend, dass man die Terror-Omi deswegen noch vor den Kadi zerrt. Wahrscheinlich haben die Kollegen an der Rudi-Dutschke-Straße, unweit von Springer, wie die dortigen Kollegen zu oft Bonnie-and-Clyde-Filme gesehen: Den Reichen nehmen, um es den Armen zu geben wie einst Robin Hood, in Wahrheit sich selbst – davon träumen Linke, Sozis wie Frau Esken und manche Grüne bis heute.
Mit der Buch der Bücher zum Abschluss: Selig sind die Armen im Geiste.
Ludwig Greven ist vogelfreier Autor. Er stammt zu seinem Glück aus dem Rheinland. Da nimmt man selbst den stärksten Wahnsinn mit Humor. Und einem gewissen Fatalismus.
welche Politiker hat denn die Union, bei denen man nicht – mit Verlaub – von Provinzialismus sprechen muss?
Merz war internationa Black-rock-mäßig tätig. Während das klingende Beil nie über das niedere Sachsen hinaus gekommen ist.
Merz war international black-rockend tätig. Während das klingende Beil nie über das niedere Sachsen hinaus gekommen ist. Olaf S. hat es immerhin von Osnabrück über Hamburg bis nach Berlin und Postdam geschafft. Söder von Ober-Unter-Franken bis nach München. Da soll er bleiben. Die CDU hat aber auch gute Frauen, Karin Prien z.B. Und Serap Güler in NRW.
Irrsinn regiert in den USA. Aber im Bundestag präsidiert eine erfahrene, wenn auch nicht gerade brillante CDU-Politikerin. Der Irrsinn dürfte darin liegen, dass wir das Klima-Problem noch immer nicht pragmatisch in vielen kleinen Schritten angehen, sondern uns in kurzatmiger Polemik verhaspeln
Für einen gewissen Irrsinn halte ich, dass die CDU/Merz eine – mit Verlaub – Provinzpolitikerin auf diesen zwar prokollarisch, aber real wenig bedeutenden Posten schiebt, derweil die Männer (Frau Esken sitzt nur am Rand) unter sich ausmachen, wer die wirklich wichtige Ämter bekommt. Derweil die Grünen ihren Frankfurter Fußball-Experten und gewesenen Co-Chef ins Bundestagspräsidium schieben statt ihrer bisherigen Vizepräsidentin oder deren Vorgängerin. Wohl als Ausgleich dafür, dass drei Frau die Geschicke der nun Oppositionspartei bestimmen. Was die Klimapolitik betrifft, bin ich ganz bei Ihnen.
Für einen gewissen Irrsinn halte ich, dass die CDU/Merz eine – mit Verlaub – Provinzpolitikerin, und nicht die Hellste, auf diesen zwar prokollarisch, aber real wenig bedeutenden Posten schiebt, derweil die Männer (Frau Esken sitzt nur am Rand) unter sich ausmachen, wer von ihnen die wirklich wichtigen Ämter bekommt. Während die Grünen ihren migrantischen Frankfurter Fußball-Experten und gewesenen Co-Chef ins Bundestagspräsidium schicken statt ihrer bisherigen Vizepräsidentin oder deren Vorgängerin. Wohl als Ausgleich dafür, dass drei Frauen die Geschicke der nun Oppositionspartei und -fraktion bestimmen. Was die Klimapolitik betrifft, bin ich ganz bei Ihnen.
Die „Verschwörungsheinis“ neigen vor allem dazu, ihre Gegner maßlos zu überschätzen. Eine Verschwörung würde die Fähigkeit zu Planung und Koordination voraussetzen, das hier sind aber eher kollektive Wahnvorstellungen à la ‚Des Kaisers neue Kleider‘. So kunstvoll gewebt, dass man die Kunst nicht sieht..