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Kaputt in Hollywood – eine Hommage an Marvin Gaye und den Soul

PR Photo of Marvin Gaye taken by Jim Britt in 1973, during recording sessions for the album „Let’s Get It On“ at the Hitsville West Studio in Los Angeles

Es ist noch nicht richtig Frühling. Deshalb warmer Soul und heißer Funk mit Marvin Gaye. Das verlorene Album Marvin Gayes „You’re the Man“ als Einstieg in eine himmlische Stimme, deren Leben mitunter die reine Hölle war. Alle Gegensätze vereinen sich zu einer Tragödie shakespeareschen Ausmaßes. Aber lest und hört nur selbst.

Das 2019 posthum veröffentlichte Album „You’re The Man“ ist mehr als ein Archivfund. Es ist ein Dokument. Ein Einstieg in eine Stimme von beinahe überirdischer Sanftheit – und in ein Leben, das von Beginn an unter Hochspannung stand.

Als Marvin Gaye 1972 den Song „You’re The Man“ veröffentlichte, formulierte er einen offenen Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der Ton: geschmeidig. Der Vorwurf: scharf. Egomanie, Rassismus, Demagogie, Lüge. Gemeint war Richard Nixon. Die Parallelen zu Gegenwart und dem jetzigen Amtsinhaber des Grauens drängen sich auf.

Doch der Zorn war damals konkret. Viele Afroamerikaner hatten genug vom rechtsnationalen Kurs des Amtsinhabers. Gaye antwortete nicht mit Parolen, sondern mit Groove. Weiterlesen

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„….und ich bin auf See…“ – Die letzten Tage von Jacques Brel 

Foto: Jacques Brel by Universal

Polynesien 1977: Als Jacques Brel in seinem selbst gewählten Exil, der Marquesas-Insel Hiva Oa, den Entschluss fasst, sein letztes Album „Les Marquises“ aufzunehmen, ist er längst vom nahenden Tode gezeichnet. Bösartige Krebsgeschwüre wüten seit mehr als drei Jahren in seinem ausgezehrten Körper. Der ehemals stimmgewaltige König des Chansons besitzt nur noch einen Lungenflügel, und das letzte echte Studioalbum mit eigenen Liedern liegt bereits eine volle Dekade zurück („J’arrive“, 1968).

Im milden Südseeklima geben die Ärzte Brel bei Schonung mit Glück noch wenige Jahre.

Doch welkendes Siechtum ist nicht Sache dieses stets umtriebigen Charakters. Keine Sekunde.

„Lieber noch eine letzte Platte und dann ist mit einem Knall Schluss, als hier zu sitzen und auf den Tod zu warten!“

Von Paris aus ein letzter Paukenschlag statt welkendes Siechtum in der Südsee Weiterlesen

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