Obwohl seit heute angeblich sogar Sommerzeit herrscht, fühlt es sich wetter- wie trump-mäßig recht winterlich an. Nicht nur gegen diesen Blues hilft Jazz & Fusion des Altmeisters Herbie Mann, empfiehlt Musikus Ulf Kubanke.
Das völkerrechtliche Prinzip der territorialen Integrität bzw Unverletzlichkeit von Grenzen:
Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen bestimmt:
„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
Der orangene Horrorclown sagt, er werde ES bekommen, mit welchem Mittel auch immer.
& schickt seinen Igor Vance samt dessen Mafiatussi los.
Na wenigstens wird es Frühling.
Und hier kommt der Soundtrack dazu.
Perfect Spring Song
Obwohl bzw. weil die politische Weltlage gegenwärtig mithin eher winterlich anmutet, kommt zumindest der meteorologische Frühling langsam aber sicher in die Gänge. Da braucht es zur akustischen Begleitung selbstredend eine musikalische Farbenpracht, deren groovender Frohsinn aller aufblühenden Natur in nichts nachsteht.
So wird es Zeit für den guten alten Herbie Mann. Der gebürtige Herbert Jay Solomon stammt aus derselben jüdischen Ecke Brooklyns wie Lou Reed. Musikalisch könnten beide jedoch kaum verschiedener sein. Mann entwickelte sich bereits in den 50ern zu einem der gefragtesten Jazz-Flötisten und begleitete z.B. Chet Baker auf dessen Meilenstein-Album „Chet“ (1958).
In den frühen bis mittleren 60ern entwickelte er den Latin-Jazz mit und spielte oft auf essentiellen Aufnahmen von Antonio Carlos Jobim, Baden Powell de Aquino oder Joao Gilberto. Schon allein das alles lohnt sich, zu entdecken, soll hier jedoch höchstens als Fußnote dienen. Denn so richtig explodierte der New Yorker Freigeist ab ca. Ende der Sixties als Fusion-Pionier und Role-Model typischer funky 60er/70er Flötentöne.
Push puscht
„Push Push“ (1971) ist sowohl als LP wie auch als Titeltrack ein Knaller sondergleichen und meine ewige Lieblingsscheibe dieses Alleskönners. Besonders Manns Fähigkeit, geschickt durchaus derbe Rockmomente ein zu weben, die simultan als Duett und Duell agieren, beeindruckt nachhaltig.
Das liegt auch an der erlesenen Mannschaft. Besonders Duane Allman (Allman Brothers – reales Vorbild für die Filmband „Stillwater“ in „Almost Famous“), der kurz darauf tragisch bei einem tödlichen Motorradunfall verstarb, sorgt für kontrastierendes Feuer.
Es lohnt sich, diese grandiose Bandleistung auf zwei Arten zu hören: Einmal als homogener Klangkörper, dessen perfekt abgestimmtes Zusammenspiel den Track erscheinen lässt, als sei er eine einzelne Klangkreatur; daneben als Cocktail einnehmender Einzelinstrumente, deren jeweiliger Beitrag auch solo einen ganz eigenen Reiz inne hat.
Im Ergebnis erhält der Hörer eine zupackende, freundliche Sinnlichkeit, die auch im Fusionbereich ihresgleichen sucht.
…..der Hörer? Tja, nicht alle! Denn obwohl Manns Wirken heute hohe Anerkennung genießt, ließen etliche pseudoelitäre Kritiker jener Tage, die mit den frühen, reineren Jazzsachen Manns vertraut waren, kaum ein gutes Haar an dieser Musik und werteten es als künstlerischen Tiefpunkt. Der Zirkel empfand Manns Einbindung populärer Stile a la Rock, Funk & Soul als oberflächlich und verwässernd. Grandioser Irrtum! Dem Erfolg von „Push Push“ schadete dies zum Glück nicht.
Viel Spaß!
Pic by Zizino, März 25
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