avatar

Iran-Deal: Ein Desaster auch für Europa

Vor dem Iran kapituliert: US-Präsident Donald Trump

Für Häme und Schadenfreude über den Ausgang des Kriegs gibt es keinen Grund. Der Fehler von Trump war nicht, dass er ihn mit Israel geführt, sondern dass er ihn nicht erfolgreich zu Ende gebracht hat. Nun bedroht das iranische Regime weiter die Welt und mauert, bevor die Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm überhaupt beginnen.

Man stelle sich vor, die Nazis hätten tatsächlich Atombomben entwickelt, an denen sie arbeiteten, und die USA als schon damals stärkste Militärmacht der Welt hätten nicht eingegriffen. Fast ganz Europa wäre wahrscheinlich bis heute von der Wehrmacht besetzt. Niemand wäre aber damals nach den schrecklichen Erfahrungen mit dem Münchner Abkommen auf die Idee gekommen, mit dem Hitler-Regime zu verhandeln. Es gab nur einen Weg, die globale Bedrohung zu beseitigen: die völlige militärische Niederlage Nazi-Deutschland. Nicht anders ist es beim Iran. Weiterlesen

avatar

Kopf ab nach dem Gebet

Es gab nur einen Fußballgott: Maradona. Bild: Pixabay

Die deutschen Fußballnationalspieler Felix Nmecha und Jonathan Tah haben etwas Ungeuerliches getan, jedenfalls nach Ansicht der Unglaubenswächter der taz und ähnlich Gesinnter. Und sie wollen es wieder tun: Nach dem Spiel mit Gegnern beten. Zum Herrgott, nicht zu Allah. Dafür kann es nur die Höchststrafe geben.

Ein Kreis, das wissen wir schon lange, ist nur gut, wenn es ein Stuhlkreis ist, sich alle an den Händen fassen und ganz doll liebhaben. Wenn sich allerdings Kicker nach einem Fußballmatch Team, ja Völker verbindend gemeinsam umarmen und leise ein Gebet sprechen, dann ist aus Sicht der ansonsten Multikult-Fans klar, was folgen muss: „Platzverweis für Jesus„. Weiterlesen

avatar

In eigener Sache

Bild von TheDigitalArtist auf Pixabay

Unser Blog wurde Ende vergangener Woche gehackt. Von wem, wissen wir nicht. Es hat leider mehrere Tage gedauert, bis unser IT-Dienstleister die Seite mit allen auch alten Beiträgen aus einem externen Backup wieder herstellen konnte. Es sollte nun wieder alles funktionieren.

Wenn Ihr merken solltet, dass irgend es fehlt oder nicht funktioniert, bitte melden. Meine Mail-Adresse als Administrator steht im Impressum am Ende der Seite.

Wir danken für Eure Geduld!

 

avatar

Das Liberale wird zerquetscht

Weg der Mitte? Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die FDP versucht ihre Wiederauferstehung. Mit Kubicki wird das aber kaum gelingen. Seine Wahl ist Ausweis der Verzweiflung und belegt, dass Populismus und Oberflächlichkeit auch die Mitte erfasst hat. Eine bürgerliche Antwort auf den zunehmenden Extremismus fehlt.

Die Delegierten des FDP-Parteitags hatten überraschend doch eine Wahl. Kurz vor der Abstimmung erklärte die Europa- und Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann sich zur Gegenkandidatur bereit. Gewählt wurde Kubicki – mit nur knapp 60 Prozent:  Beleg der Unzufriedenheit vieler in der Partei mit seinem weitgehend inhaltsleeren Kurs, der sich im Wesentlichen darauf beschränkt, dass er eine medienbekannte alte Knallcharge ist. Um die Partei wieder zur politischen Bedeutung, ins Parlament, gar irgendwann wieder in eine Regierung zu führen, wird das nicht reichen. Weiterlesen

avatar

Wenn der Staat nicht mehr alles leisten kann

Das Schlaraffenland. Gemälde von Pieter Brueghel dem Älteren. Quelle: Wikimedia

Gesundheit, Pflege, Rente: Überall brennt es. Die Sozialversicherungen sind in finanzieller Not, der Reformdruck steigt. Sparprogramme reichen aber nicht. Es braucht es eine grundlegende Debatte, was die Solidargemeinschaft in einer stark alternden Postwachstumsgesellschaft künftig noch übernehmen kann. Und wo Eigenverantwortung gefragt ist statt Volkaskomentalität.

Der Sozialstaat ist in Deutschland sakrosankt. Es muss nur ein CDU-Politiker, ein Arbeitgebervertreter oder ein Experte fordern, eine Leistung zu kürzen, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben oder die Eigenbeteiligungen zu erhöhen, schon blasen Sozialverbände, Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Linke zum Protest als würden alle mühsam erkämpften sozialen Errungenschaften hinweg gefegt. Dabei geht es um eine recht einfache Rechnung. Weiterlesen

avatar

Aus einem Reporterleben (1): Anruf um halb Zwölf

Der frühere FDP-Politiker Jürgen Möllemann. Foto: Ingo Kramer. Quelle: Wikimedia

Politiker benutzen die Medien, um die Öffentlichkeit zu manipulieren, heißt es. Der Mechanismus ist allerdings nicht neu. Ich erlebte ihn schon vor mehr als 40 Jahren in meinen journalistischen Anfängen durch einen Vorläufer des künftigen FDP-Chefs Wolfgang Kubicki.

Ich hatte 1983 gerade beim deutschen Dienst der internationalen Nachrichtenagentur Reuters in Bonn begonnen und verrichtete einen meiner ersten Sonntagsdienste, als kurz vor Mittag meine Telefon klingelte. „Jürgen Möllemann“, meldete sich die Stimme am anderen Ende, „haben Sie etwas zu schreiben?“ Ich erstarrte. Möllemann, damals prominenter, umstrittener FDP-Politiker, bald darauf erst Bundesbildungs-, dann Wirtschaftsminister und Vizekanzler, rief mich an! Und wollte mir, dem Anfänger, etwas durchgeben. Aufregend! Weiterlesen

avatar

Das Ende der linken Illusionen

14 Autoren aus der Zeit der 68er und danach erklären in dem Sammelband „Wenn das Denken die Richtung ändert“, warum sie nicht mehr links sein können. Für mich gilt das genauso. Um so verrückter, das der Traum vom Sozialismus heute wieder viele in seinen Bann zieht.

„Wer in der Jugend kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer im Alter immer noch Kommunist ist, hat keinen Verstand.“ Diesen Satz bläute mir mein Vater schon früh ein. Seine eigene Richtung hat er jedoch nie grundlegend revidiert: Als Wehrmachtsoffizier und NSdAP-Mitglied nahm er am verbrecherischsten aller Kriege teil, um danach als braver CDUler alles zu verdrängen wie die meisten seiner Mittäter-Generation. Mich hat das genauso geprägt wie die meisten Autoren des Buchs von Henryk M. Broder bis zum APO-Veteran Peter Schneider und die Protestgeneration der 1960er Jahre, deren Teil sie entweder waren oder in deren Sog sie standen. Weiterlesen

avatar

Ein Zeichen gegen den Judenhass

Siegerentwurf zum Wiederaufbau der Hamburger Bornplatzsynagoge © Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten

Während in Hamburg Linksextremisten ein sog. propalästinensisches Protestcamp errichten, soll unweit davon endlich die Bornplatzsynagoge 87 Jahre nach ihrer Zerstörung wieder erstehen. Ein bedeutender Ort heute wieder gefährdeten jüdischen Lebens.

Sie fehlt seit bald einem Jahrhundert. Wo bis zur Reichsprogromnacht 1938 und noch eine Zeit danach das größte und wichtigste religiös-kulturelle jüdische Zentrum Norddeutschlands stand, gähnt seitdem ein Loch. Aber kaum jemand nimmt wie in anderen Städten die Leerstelle wahr, weil die letzten Überlebenden und Zurückgekehrten, die das Leben in und um die Synagoge noch gekannt hatten, längst verstorben sind. Weiterlesen

avatar

Flüchten Migranten in unser Sozialsystem?

Auf der Flucht. Foto: Rosy / Bad Homburg, auf Pixabay

Im ewigen Streit um die Migration ist es hilfreich, nicht nur mit Schlagworten um sich zu hauen, sondern auf die konkrete Lage vieler der Menschen zu schauen, die in Deutschland Schutz gesucht haben und suchen – ob berechtigt oder nicht. Dann relativieren sich manche der Behauptungen vor allem von Rechtspopulisten und Fremdenfeinden.

Ich war für eine sozialwissenschaftliche Studie bei einer Familie aus Afghanistan mit sieben Kindern. Die Jüngste ist acht Monate, der Älteste 20. Der Vater schuftet als Bauarbeiter. Seine beiden Hände sind davon kaputt. Er bekommt nur wechselnde Einsätze und lediglich 1000 Euro netto im Monat. Davon kann die Familie nicht leben. Deshalb erhält sie noch 1200 Euro Asylbewerberleistungen, auch nicht viel für neun Personen. Pro Kopf sind das 133 Euro. Die Miete zahlt das Jobcenter. Alles zusammen weniger als Bürgereldempfänger bekommen, auch deutsche.

Weiterlesen

avatar

Olaf Merz: alles gleich Scheiße?

Unter Druck: CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz. Foto: Wikipedia, CC BY 2.0

Ein Jahr Schwarz-Rot – wenn es nach den Medien, der Internet-Meute und den Umfragen geht eine Katastrophe, noch schlimmer als die Ampel. Also Schluss damit!? Und dann? Über die unstillbare deutsche Sehnsucht nach dem starken Mann. Und dem Untergang.

Wenn man seit mehr als 50 Jahren die Politik verfolgt und sie seit über 40 Jahren als Journalist beschreibt und kommentiert, beschleicht einen bisweilen große Müdigkeit. Alles schon gehabt, denkt man da: Kanzler und Regierungen, die mit großen Vorhaben starten und alsbald auf die Wirklichkeit prallen; Krisen und Konflikte, die nicht weichen wollen. Und man ertappt sich dabei, sich wie viele dem Glauben hinzugeben, früher sei vieles besser gewesen. Was natürlich Unsinn ist. Es war nur anders. So wie es Olaf Scholz und Friedrich Merz sind. Weiterlesen

avatar

Meine Brandmauer

Die syrische Familie, um die sich der Autor kümmert – Stein der Anstoßes für die Fremdenhasser

Bisher war ich trotz allem dafür, mit AfD-Anhängern zu reden, um wenigstens einige zurück zu gewinnen. Nach einem massivem Shitstorm, den ich als Flüchtlingshelfer gerade erlebt habe, ist für mich jedoch die Grenze erreicht. Die Hassbürger sind weder diskussionswillig noch diskussionsfähig. Sie sind für die Demokratie verloren.

Jedes Ökosystem hat wie das Klima Kipppunkte. Enthält ein Gewässer zuviele Fäkalien, Schadstoffe und Stickstoff, kippt es um. Es ist tot. Alle Fische und sonstigen Lebewesen darin sterben, das Wasser verwandelt sich in Jauche. Ähnlich ist es wohl mit Teilen der Bevölkerung, irgendwann vielleicht mit der gesamten Gesellschaft. Weiterlesen

Scroll To Top