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Die erschreckte Erwachen von Linken

Prideflag, Symbol er queeren Szene. Bild Sasel13 von Pixabay

Der Anschlag eines Islamisten auf den CSD in Berlin wirft das Weltbild von Queeren, Antirassisten und Postkolonialisten durcheinander. Bisher richteten sie sich vor allem gegen „Rechte“. Nun müssen sie völig verstört feststellen, dass ihnen eine mindestens so große Gefahr von radikalen Muslimen droht, mit denen sie gerne gemeinsame Sache machen. 

Zufällig kam ich am Samstag mittag im Berliner Tiergarten nach einem Treffen mit einem schwulen Freund exakt an der Stelle vorbei, wo Stunden später ein Islamist mit einem Auto in CSD-Feiernde raste. Es hätte also auch mich treffen können, wenn wir länger zusammen gehockt wären. Zufall war der Terroranschlag jedoch nicht, und auch nicht überraschend.

Fanatische Muslime haben schon in den vergangenen Jahren auch in Deutschland immer wieder Schwule, Trans- und sonstige LGBT-Personen angegriffen und getötet. Das haben die Aktivisten der Szene jedoch bisher meist ausgeblendet. Berichtet wurde darüber ja auch nicht so groß wie über Anschläge und Angriffe von Rechtsextremisten, Ausländerfeinden und echten oder vermeintlichen Rassisten auf „People of Colour“, Migranten oder Homosexuelle.

Dass viele Muslime Angehörige sexueller Minderheiten mindestens so hassen wie Konservative und Rechte, deren Gesellschaftsbild ebenfalls nur aus Mann, Frau, Kindern besteht; dass sie oft genauso homophob und transfeindlich sind, wollten die meisten in der queeren Community und unter Linken nicht wahrhaben, weil es ihrer Ideologie widerspricht, dass Muslime immer Opfer sind, deshalb keine Täter sein können. Welch ein Irrtum!

„Queers for Palestine“ verbündeten sich nach dem 7. Oktober sogar mit ihren schlimmsten Feinden, Anhängern der Hamas, genauso wie linke „Propalästinenser“ im gemeinsamen Hass auf Juden und Israel. Dabei betrüge ihre Überlebenswahrscheinlich im von der Hamas beherrschten Gaza wahrscheinlich nur wenige Stunden oder Minuten.

Scheuklappen vor der islamistischen Bedrohung

In sozialen Medien dichten etliche aus der Szene, erst rechte islamistische Influencer und -innen den Anschlag deshalb denn auch flugs zu einer verdeckten Operation von Rechten, AfDlern oder der Russen um. Verschwörungsfantasien machen die Runde, ganz wie sonst bei Rechten.

In dieses verquere Weltbild passen auch viele Reaktionen Nicht-Linker, von Kirchenleuten u.ä. auf den Anschlag. Weil nicht sein kann, weil nicht sein darf, sprechen sie am liebsten nur allgemein von einem Angriff auf Vielfalt, Offenheit, Diversität, ohne den Täter und sein islamistisches Umfeld und dessen Ideologie klar zu bennen.

Es ist eine Gesellschaft, die sich selbst dafür feiert, wie offen, tolerant und divers sie (angeblich) ist, die aber fest die Augen davor verschließt, genauso wie maßgebliche Parteien und Politiker, dass die Feinde dieser Freiheit mitten unter uns leben. Und das nicht nur und vor allem auf der Rechten. Sondern ebenso auf der Linken und besonders im radikalen Teil der muslimischen Community.

Doch im linksgrünen Teil der Gesellschaft möchte man das immer noch nicht wahrhaben. Dafür steht beispielhaft die Erklärung der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katherina Dröge, mit der sie das Attentat verurteilten. Dass ein Islamist die „entsetzliche Terrortat“ im Tiergarten verübt hat, davon reden sie mit keinem Wort. Vermutlich weil es nicht in ihr Weltbild passt, dass so etwas nur „Rechte“ tun können. Stattdessen formelhaft:

„Dieser feige Anschlag zielte auf queere Menschen und ihre Freund*innen, die für gleiche Rechte und gegen Hasskriminalität demonstriert haben. Wer Menschen angreift, die den CSD feiern, greift queeres Leben, Sichtbarkeit und das Recht an, frei, offen und ohne Angst zu leben. Es ist ein Angriff auf das ganzes Land, auf unseren freiheitlich-liberalen Rechtsstaat und alles, was ihn ausmacht.“

Das stimmt – aber anders, als sie es wahrscheinlich meinen. Islamisten sind Rechtsextremisten, Hassverbrecher, Gegner von Vielfalt und Toleranz. Sie greifen genauso wie „biodeutsche“ Rechts-, aber auch Linksxtremisten unsere freie, offene Geselschaft an, wovor Karl Popper in andererem Kontext schon vor einem halben Jahrhundert warnte. Der verbindende Feind der beiden rechtstextremen Strömungen sind Andersgläubige und Andeslebende. Die Opfer sind Frauen, Schwule, Queere, Migranten.

Der gemeinsame Feind aller drei extremistischen Strömungen sind Jüdinnen und Juden – stellvertretend für alle Menschen, die sich ihren jeweiligen Ideologien nicht unterwerfen. Die sie deshalb zutiefst hassen und auslöschen wollen, ersatzweise den jüdisch-demokratischen Staat Israel.

Wann wird die Mehrheit der Gesellschaft endlich begreifen, woher akut die größte Gefahr droht? Wann werden die verantwortlichen Politiker dagegen endlich entschlossen vorgehen?

Es ist schon sehr spät, die islamistische Unterwanderung und alltägliche Gewalt ist weit fortgeschritten. Aber noch ist es nicht zu spät.

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Über Ludwig Greven

Ludwig Greven hat für verschiedene Medien als politischer Autor, Bonner und Berliner Korrespondent, Politikchef, Redakteur und Reporter gearbeitet, zuletzt für ZEIT online. Als freier Publizist führt er u.a. Interviews für "Politik & Kultur", die Zeitung des Deutschen Kulturrats, und schreibt Meinungsbeiträge für den Kölner Stadt-Anzeiger. Er ist Administrator und presserechtlich Verantwortlicher dieses Blogs.

Ein Gedanke zu “Die erschreckte Erwachen von Linken

  1. avatar

    Poppers ‚offene Gesellschaft‘ ist eine anti-ideologische Gesellschaft. Eine Gesellschaft der ‚offenen Debatte‘.

    Ideologen aaaber benutzen den Begriff der ‚offenen Gesellschaft‘ zur Zerstörung der westlichen Kultur, zur Zerstörung von Freiheit und Demokratie.

    … und wenn der regierende Shithole-Bürgermeister und ‚UnsereDemokraten‘ von ‚Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft … schwafeln … nein, nein, Genossen, kein ‚Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft … ‚, es ist ein Angriff der ‚freien und weltoffenen Gesellschaft‘ auf die vormals sichere und tolerante High-Trust-Gesellschaft in Deutschland und Europa.

    … jo, so ist das! The Times They Are A Changin

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