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„Wenn du mit dem schwatten Dübel naar Hus kommst, schloch ik di dood“

Harald Flint-Stölting alias William Clark als Student in West-Berlin in der 68er Zeit

Der Autor, Sohn eines schwarzen US-Besatzungssoldaten und einer deutschen Mutter, erinnert sich an frühkindliche Erfahrungen mit den Überresten des Nationalsozialismus nach dem Krieg. Und an ein Gedicht von Heinrich Heine. – Teil 2 seiner Lebenserinnerungen. Den 1. Teil finden Sie hier.

Am nächsten Morgen begannen wir unser erstes Gespräch mit einem ausgiebigem Frühstück. Meta, seine Ehefrau, rief fragend aus ihrem Reich „Was wollt ihr trinken?“, „Tee“, rief ich und sagte nach einer kurzen Pause: „William, ich hab deine erste Autobiographie, die du ‚Stolpersteine‘ nanntest, gestern abend noch gelesen habe. Ich fand sie nach längerem Suchen unter Academia.edu, William Stoelting, Stolpersteine. Was bewog dich zu dem Titel, der ja eigentlich für das Schicksal der jüdischen Opfer der Nazis und der Sinti und Roma gedacht ist?“ Weiterlesen

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Mr. Trump und eine deutsch-amerikanische Nachkriegskindheit

Harald Stölting in jungen Jahren, als er als Schiffskoch arbeitete

Harald Flint-Stölting wuchs als Sohn einer deutschen Mutter und eines GI nach dem Krieg im Schatten des Nationalsozialismus bei Pflegeeltern in Bremerhaven auf. Er arbeitete als Bäcker, Schiffskoch, Taxifahrer und als Sozialpädagoge in Berlin und London. Hier schaut er als William Clark in literarischer Form auf sein bewegtes Leben zurück. Teil 1

Ich, Hein Mück, emeritierter Professor für Neuere Deutsche Geschichte an der Geestemünder Universität sowie ehemaliger Redakteur der Nordmeerzeitung bin zuständig für die Geschichte dieser leidgeprüften Stadt Bremerhaven. Ernst Reuter sagte einstmals:

„Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!“

Karl, dieser Rheinländer Marx, schrieb:

„Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Weiterlesen

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Blindheit, die nicht vergeht

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Nachdem die „Zeit“ ihre digitale Reichweite durch einen Zugang zur Mitgliederkartei der NSDAP massiv steigern konnte, hat nun der „Spiegel“ mit mehrmonatiger Verspätung nachgezogen. Nun kann jeder selbst prüfen, ob Opi oder Uroma Nazi war.

Vor 45 Jahren drang mit der US-Serie „Holocaust“ die über Jahrzehnte verdrängte industrielle Vernichtung der Juden in die deutschen Wohnzimmer hinein. Es wird sich zeigen, ob der Zugang zu den Karteikarten einen ähnlichen Erkenntnisschub wie die Hollywood-Serie Anfang der 1980er-Jahre in Deutschland auslöst oder doch nur ein familiäres Hütchenspiel bleibt.

Denn selbst wer wie Historiker einzelne Buchstaben im Register erklären kann, erhält nur einen begrenzten Blick auf den einzelnen Menschen. Zur Jahreswende sind zwei Bücher erschienen, die eindringlich die Geschichten hinter den Karteikarten aufblättern. Weiterlesen

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Songs von Leonard Cohen (9): Memories

Martin Schaefer meinte, „Memories“ sei der einzige brauchbare Song auf dem Album „Death of a Ladies‘ Man“. Der Meinung bin ich bekanntlich nicht. Aber „Memories“ ist kein schlechter Song.

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Was wäre, wenn es 1938 Facebook gegeben hätte?

Es ist ein düsteres Gedankenexperiment – und doch ein aufschlussreiches: Was wäre gewesen, wenn es 1938 Facebook, TikTok, Telegram und YouTube gegeben hätte? Wenn der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich live als patriotisch unterlegte Story auf dem Reichs-Instagram-Kanal erschienen wäre, mit jubelnden Massen, dramatischer Musik und Kommentaren wie „Endlich wieder vereint!“ versehen? Wenn Hashtags wie #HeimInsReich oder #EinVolkEinReich getrendet hätten – verstärkt durch Bots, Algorithmen und staatlich orchestrierte „Influencer“, die sich für Klicks und Reichweite in den Dienst der Propaganda gestellt hätten?

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Rainer Bieling und Alexander Gauland

Rainer Bielings heftige, beleidigte und völlig argumentationsfreie Kritik an meiner Auseinandersetzung mit seiner – sagen wir: eigenwilligen – Interpretation der nationalsozialistischen Judenverfolgung hat mich neugierig gemacht. Nun ist mir klar geworden, warum der ehemalige „Zitty“-Redakteur mit dem Nationalsozialismus nicht klarkommt.

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Nein, Jürgen Zimmerer, der Holocaust ist nicht eine Folge des Kolonialismus

In einem Beitrag für „Starke Meinungen“ hatte ich dem Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer „Geschcihtsfälschung in exkulpatorischer Absicht“ vorgeworfen, weil er eine „Genealogie des Genozidgedankens“ vom Massaker an den Herero und Nama zum Holocaust konstruiert. Zimmerer fühlt sich von mir missverstanden. Zur Klärung seiner Ansichten verweist er in einem Tweet auf ein Interview, das mein Kollege Sven-Felix Kellerhoff mit ihm vor nicht ganz einem Jahr geführt hat. Jedoch wird in diesem Interview erst recht klar, dass Zimmerer den Holocaust lediglich als Fortsetzung der Kolonialverbrechen ansieht und sich die elementare Frage nicht stellt, die Götz Aly so formulierte: „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“

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Jürgen Zimmerer relativiert den Holocaust

Der Historiker Jürgen Zimmerer stellt die Auslöschung des europäischen Judentums in die Tradition des europäischen Kolonialismus. Dadurch missversteht er den Holocaust und relativiert ihn; und das alles nur deshalb, weil er den Kolonialismus im Sinne der modischen Ideologie des Antiimperialismus – der „postkolonialen Studien“, wie man sich akademisch ausdrückt – verteufeln will.

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