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„Wenn du mit dem schwatten Dübel naar Hus kommst, schloch ik di dood“

Harald Flint-Stölting alias William Clark an Bord eines Schiffs in Holland

Als Sohn eines schwarzen US-Besatzungssoldaten und einer deutschen Mutter machte ich nach dem Krieg schon sehr früh Erfahrungen mit den Überresten des Nationalsozialismus. Teil 2 meiner Lebenserinnerungen. Den 1. Teil finden Sie hier.

Am nächsten Morgen begannen wir unser erstes Gespräch mit einem ausgiebigem Frühstück. Meta, seine Ehefrau, rief fragend aus ihrem Reich „Was wollt ihr trinken?“, „Tee“, rief ich und sagte nach einer kurzen Pause: „William, ich hab deine erste Autobiographie, die du ‚Stolpersteine‘ nanntest, gestern abend noch gelesen habe. Ich fand sie nach längerem Suchen unter Academia.edu, William Stoelting, Stolpersteine. Was bewog dich zu dem Titel, der ja eigentlich für das Schicksal der jüdischen Opfer der Nazis und der Sinti und Roma gedacht ist?“ Weiterlesen

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Republik der Missgunst

30 Jahre nach dem Mauerfall glaubt weniger als die Hälfte der Deutschen, dass die Wiedervereinigung Vorteile für das Land gebracht habe. Das ist eines der vielen deprimierenden Ergebnisse einer Umfrage von YouGov und des Sinus-Instituts. Umfragen sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber es wäre andererseits erstaunlich, wenn die deutsche Neigung zu Nörgelei und Selbstmitleid nicht auch das unverhoffte Glück von 1989 irgendwann eingeholt hätte.

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Wiedergutmachung

Wenn Sie das lesen, bin ich in Israel. Sie entschuldigen also, wenn ich keine aktuelle Betrachtung anstelle, etwa über die Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen, sondern ein Vorkommnis beschreibe, das länger zurückliegt: einen Brief dem Jahr 1963, um es genau zu sagen.

Unter den nachgelassenen Papieren meines Schwiegervaters fanden wir ein Schreiben der „Heimatauskunftstelle Polen I Bereich Lodz (Litzmannstadt)“ beim Landesausgleichsamt NRW.

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