
»Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Dazu hier in unregelmäßigen Abständen Gedanken zu deutschen Begriffen und Wörtern, gelegentlich auch Sprichwörtern. Streng unwissenschaftlich, um »auf ernsthafte Weise unernst zu sein« (Mohler).
Starten möchte ich mit dem herrlichen Reizwort/Reizbegriff: »Rechte«
Einstmals im Geschichtsunterricht frug ich mich und meinen Lehrer, wie amüsant es doch sei, wäre zur Französischen Revolution die Parlamentsdichotomie vertauscht gewesen, demnach die Rechten die Progressiven und die Linken die Restaurativen.
Oder dachten Sie, werter Leser (sorry, ich gender nicht, es sind immer alle gemeint), an die Rechte, die Ihnen unveräußerlich zustehen? Soll mir recht sein. Bleiben wir sonach kurz bei der Rechtswissenschaft. Zu den anderen Rechten später.

Ein paar flüchtige (oder geflüchtete) Gedanken zu den Möglichkeiten und Resultaten des Demokratischen. Angefangen mit dem Status quo des Vaterlands (darf man das noch denken, sagen? Nebenbei: Volksparteien – ein Widerspruch in sich: Volk? Ist der Begriff nicht Anathema?):



Wörterwahl, Wortwahl, Sprache – eine exklusiv menschliche Konstruktionsoption: »Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Mit ihr kann Mensch dem allsinnlichen Zufall einen Strich durch die nie zu begleichende Rechnung machen.
Obschon tragischerweise im guten, alten Deutschlandfunk eindeutig zu häufig gegendert und gewoket (gewoked, was weiß ich, egal) wird, bleibe ich ihm treu. Nüchterne Nostalgie: Mein Vater öffnet, es sind die End-1970er, im Bad, morgens, das Klappradio und jene fünf berühmten Pieptöne schallwellen den Fokus auf die erste Nachricht: 7 Uhr. Bonn. Der Kanzler…