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Antiantiantisemitismusbeauftragung

Wer kennt jemanden, der die Frage, ob er ein Antisemit sei, mit einem lässigen Ja beantwortet? Oder der es einfach so artikuliert – wie als sei er eben Fan von z. B. der Borussia (es gibt nur eine)? Ich niemanden. Dennoch widerfährt mir regelmäßig, dass zu obskursten Gelegenheiten über Juden gesprochen wird – über wen denn sonst. Und mit denen spricht man doch einfach nicht, also bitte! (Immerhin wird zu 99,9 % der Plural benützt. DER Jude ist quasi nie mehr Thema, wenn dann gleich alle, obschon der Jude gemein(t) ist.)

O, eine Eilmeldung: Der Antisemitismus steigt an – so ein Mist! Meiner Treu, wie groß ist die Empörung. Ich denke dann ad hoc: Er steigt nicht an, er bricht einfach aus, weil er immer da ist – und immer da sein wird.

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Jargon der Utopie

Wer oder was ist eigentlich ein Intellektueller?

In erhaben-elitärer Vornehmtuerei besamt und bepflanzt sich der Intellektuelle mit all den anderen in deren wohl temper- und finanziertem Gewäsch-, Pardon, Gewächshaus, in dem dann distinktionsgesättigt »das Phantasma aufblühen darf, daß es doch die Hermeneutiker wären und nicht die Ingenieure, die in letzter Instanz Geschichte machen«, verstehe ich Sloterdijk in »Die Sonne und der Tod« richtig. Wie etwa Jean Améry einen Intellektuellen verstanden wissen möchte, beweist, dass ich evident keiner bin – fürderhin auch keiner sein will oder es einen schönen Tages werde(n wollte): »Der physikalische Vorgang, der zu einem Kurzschluß führt, interessiert ihn nicht; über den Dichter derhöfischen Dorfpoesie Neidhart von Reuenthal aber weiß er Bescheid.«

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