
Die deutsche Linke offenbart mittels dieser kulturell angeeigneten Forderung – weshalb die Sprache des Empire und nicht unsere lingua theodisca, werte Genoss*innen? – deren totalitäre Grundstrunzdämlichkeitsideologie: die der Nullsumme.
Plumper Populismus, der insbesonder bei unseren einschlägig vorbelasteten Landsleuten im Osten auf fruchtbaren Boden fällt, gepaart mit Machbarkeitshybris nebst Todessehnsucht. Man ist irgendwie neo-marxistisch halbgebildet oder gar nicht. Man weiß jedoch um die Zauberkraft der 6. Todsünde: Neid.
Vollkasko
All das Geschwurbel ob eines Sozialismus ist nichts anderes denn Geld einheimsen gigantischen Ausmaßes, um mit Vollkasko-Versprechen primitivste Triebe des Menschen zu affizieren:
Sind wir an der Macht, ist alles kostenlos. Wir legen fest, ab wann jemand »rich« ist. Dann, am liebsten, dem alles wegnehmen und schön dem Volk all das ins Maul stopfen. Dann gibt’s kein arm, kein reich mehr. Dann sind alle gleich arm, sprich am Arsch des Propheten.
Pubertäter
Ein gewisser Jan van Aken trägt – oder trug, der Mann ist ja zurückgetreten vom Linken-Vorsitz, I don’t care weshalb – andauernd ein Shirt mit jener Phrase. Als ich dies zum ersten Mal wahrnahm, dachte ich nur:
Meiner Treu, is’ das schlecht. Ein mittelalter Mann macht einen auf jungfräulichen Pubertierenden, der mit Springerstiefel just erst ’nen Stern vonner Bonzenkarre abgetreten hat, um damit in der versifften Punkkneipe dem obligatorischen Punk-Maulheldentum zu frönen. Ein wahrer Applaus-Gröl-Freibier-(auf-Pump)-Garant.
Vollständige Implosion
Mit jener Attitüde plus ein paar Rhetorikversatzstücken tanzte JvA genauso wie die Linken-Superinfluencerin Heidi Reich(!)innek durch die regenbogenfarbene Medienwelt und feier(te)n sich als Held*innen der Arbeiterklasse, die momentan allerdings mehrheitlich AfD wählt.
Die Linken kapieren’s einfach nicht. Niemals.
1. Was ist denn überhaupt reich? Komplette Willkür. Lupenreiner Radikalsubjektivismus.
2. Wird sonach »dem« Reichen Kohle en masse abgezogen, tja, werte Genoss*innen, dann verpieselt der sich auf mittelfristige Sicht, was
3. bedeutet, dass dann eben nix mehr abgezogen werden kann, so dass
4. all die Vollkasko-Projekte nicht weiter finanziert werden können und vaporisieren, dass folglich
5. jene Willkür-Reich-sein-Grenze stets weiter nach unten verschoben wird inkl. konstant ansteigendem Steuersatz, demnach
6. die komplette Gesellschaft – das »Soli-Kollektiv« oder der »Verein freier Menschen« (Marx’ Hirngespinst; wer sonst wenn nicht ein Deutscher begreift Endweltgesellschaft als einen Verein…) oder wat auch immer – implodiert.
Und auf diesem Weg befinden wir uns.
Perfection
Final verteidigt unsere Menschenrechts-Innnn-terna-tio-nahahahale ja nichts geringeres denn die Menschheit (wer Menschheit sagt, will betrügen) gegen Lüge und Ausbeuterei (zumeist als Schreibtischtäter, den Gulag baut der nützliche Idiot), um für diesen einen Weltstaat zu kämpfen, in dem niemals morgens der Wecker bellt, Nahrung opferlos aus den Wolken fällt und die Linke deswegen bekanntlich immer Recht behält. Zur poetischen Verdeutschlichung flugs Kulturaneignetes:
»They constantly try to escape from the darkness outside and within by dreaming of systems so perfect that no one will need to be good. But the man that is will shadow the man that pretends to be« (T. S. Eliot).
Herrschaftszeiten
Exakt: Niemand müsse dann noch irgendetwas tun. Nichts (= dem Nichts, das die Neue Musik ist). Das wäre der Endsieg unserer deutschen Kleinstgruppenschöpfer*innen mit deren marxistischen Kritischen Theorie: Die begreifen sich als der letzte Riese auf Erden, der Menschheit auf ihre letzte Reise schickt. Mit One-Way-Ticket Richtung Paradiesurlaubsinsel Utopia.
Auf ihr verwirklicht sich das philosophische Ideal vom »Sein ohne Herrschaft und Bewußtsein ohne Begriff«, um »das Intentionslose durch den Begriff einzuholen«. Das wird alle Menschen dazu befähigen, »dialektisch zugleich und undialektisch zu denken«. Was denn sonst. Inklusive der Extraportion Sahne für jedermann, siehe mausetotzitierter Kalenderspruch to go:
»Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre kein Einheitsstaat, sondern die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen« (alle Zitate von Adorno). Dabei verstand Adorno Philosophie doch wie dessen Mentor Hans Cornelius sie definierte, als Kunst, sich auszudrücken. Dazu drücke ich mir eine unerwartet komplexe Frage raus: Geht das, ohne Begriffe?
Sie haben das Recht zu schweigen…
Ja, sagt Adorno und dessen Adepten: Es soll eine Nichtherrschaft herrschen, in und mit der nichts mehr ausgedrückt wird. Allein die von allen Menschen ersehnte deutsche marxistische Kritische Theorie (ohne Praxis) hat globale Autorität, welche als das Sein im Sein ohne Herrschaft begriffen und Menschheit ein letztes Mal ins Weltgeistbewusstsein eingescannt wird. Der Rest ist Versöhnung mit und im unverstellten Schweigen.
Begrifflose Stille, so dass keine Fragen offen. Zurück ins Vorzivilisatorische, ins Idyll, hockend auf dem nackten Boden der Tatsache, sprach- und begrifflos als Cro-Magnon die Natur oder den behaarten Rücken des anderen Cro-Bro beharrlich anstarren.
Animal-Frame
Im verstummten Abgesang auf das, was exklusiv der Spezies Homo sapiens beschert und deren Privileg ist: Worte, Begriffe, diese wissen und verbalisieren. »Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Mensch wird Tier:
»Doch immer noch repräsentiert das Tier auf eine undurchsichtige Art auch das ‚ganz Andere‘. Es bleibt ein Wesen, das sich durch seine Wortlosigkeit entzieht. Diese Stummheit, die auf unserer Seite mit einem unstillbaren Deutungszwang beantwortet wird, bleibt ein Skandal, der dem Menschen keine Ruhe lässt« (Andrea Köhler).
Tausend Mal ist nichts passiert…
Mensch wird der Tausendfüßler, den Adorno in »Erziehung zur Mündigkeit« milde belächelt: Denkt ein Füßler über jeden seiner Füße nach, erstarrt er. Er hat sich totreflektiert. Totgedacht.
Taxiere ich es nun zwangslogisch richtig, dass dieser Naturzustand sie sein soll, die emanzipierte Gesellschaft, nachdem alle Schweinereichen zu Sauarmen besteuert wurden?
Vielleicht ist hier die alte Feuerwehr Strategie gemeint: Bekämpfe Feuer mit Feuer. Oder Populismus mit Populismus. Aber im Text wird ja festgestellt und festgelegt wie die Dinge so sind. Was immer war, wird immer bleiben.
Ich sage nur „Zuckersteuer“.
Biersteuer. Schaumweinsteuer. Kaffeesteuer.
Mir ist jede Steuer recht. Hauptsache Erhöhung.
@T.Z.
… tja, wer keine Steuern zahlt stimmt jeder Steuererhöhung zu. Einkommenssteuern zahlt, z.B., ab dem 1.n Euro der, der über dem Freibetrag liegt. Also ab 12’349 Euro für Ledige. Der Steuersatz beginnt dann bei 14 Prozent und steigt mit höherem Einkommen an.
(Falls Sie verheiratet sind, usw., ändert sich natürlich die Rechnung.)
… übrigens, die durchschnittliche Einkommensbelastung durch Steuern und Sozialabgaben für Alleinstehende liegt laut dem Bund der Steuerzahler im Jahr 2026 voraussichtlich bei 53,1%.
Die USA liegen mit 25 bis 26 Prozent (Steuern plus staatliche Sozialabgaben) des BIP deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von rund 34 %.
Übrigens mussten die Steuerzahler in 2025 30,43 Milliarden Euro reinen Zinszahlungen leisten.
Subventionen in 2025 etwa 58,2 Milliarden Euro.
Die BRD hat 2025 Steuereinahmen in Rekordhöhe erzielt. Etwa 989,8 Milliarden Euro.
… finden Sie den Fehler.
@T.Z. Soll das Satire sein? Deutschland liegt bei der Belastung von Arbeitseinkommen auf Platz 2 der OECD. Aber mit etwas Ehrgeiz schafft ihr Platz 1 auch noch. Dann können Sie jubeln, bezahlt von denen, die noch arbeiten. Als Gegenleistung gibt es einen Steuer- und Abgabendschungel, Rekordbürokratie und Behörden, die für Dinge Wochen brauchen, die anderswo längst digital in Stunden erledigt sind. Vor etwa 10 Jahren wollte ein deutsches Finanzamt von mir aus Argentinien irgendwelche Unterlagen. Übermittlung: nur per Fax. Ich bin dort stundenlang durch die Stadt gelaufen, um überhaupt noch ein Faxgerät zu finden. Die Leute schauten mich fassungslos an: Deutschland? Fax? Das gab es dort praktisch nicht mehr. Heute lebe ich in Andalusien und kann das meiste Behördliche mit meinem Onlinezertifikat in Sekunden erledigen. Für kurzfristige Projekte sind deutsche Bewerber für mich ein organisatorischer Nachteil, weil bestimmte Unterlagen dort Wochen dauern, während Behörden etwa in Indien oder Ägypten das in Stunden oder wenigen Tagen schaffen. Aber wenn dann immer mehr Menschen AfD wählen, hat das natürlich nichts mit alledem zu tun. Alles Faschisten. Problem gelöst.
@Hans: Die USA liegen mit 25 bis 26 Prozent (Steuern plus staatliche Sozialabgaben) des BIP deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von rund 34 %
Lieber Hans, Ihr Vergleich der „Einkommensbelastung durch Steuern und Sozialabgaben“ ist so sinnlos, wie Ihr Vergleich der Stromkosten vor ein paar Tagen. Es ist so, dass die Amerikaner durch Steuern und Sozialabgaben individuell weniger belastet sind als wir. Sie sind aber – und genau deswegen – über die amerikanische Rekord-Staatsverschuldung und die exorbitante individuell private Verschuldung umso deutlicher belastet. Von irgendwo muss die Kohle für den Lebensstandard schließlich herkommen.
(Wenn, wie inzwischen bereits China, auch Japan und England den Aufkauf der amerikanischen Schulden reduzieren oder aufgeben, werden die USA und die Amerikaner das Wort „politische Ökonomie“ neu buchstabieren lernen: Wenn der Welt-Hegemon keiner mehr ist, werden ihm auch die Kassen nicht mehr gefüllt.)
@EJ
… klar, wenn Sie die absolute Schuldensumme, unabhängig von der Wirtschaftsleistung sehen, führen die Vereinigten Staaten mit deutlichem Abstand die Liste in punkto Staatverschuldung an … gefolgt von großen Volkswirtschaften wie China, Japan und großen europäischen Ländern wie Italien oder Frankreich. Die USA können sich diesen hohen Schuldenberg … aaaber aufgrund ihrer starken Wirtschaft und des US-Dollars als Weltwährung leisten.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal 2026 um preis-, kalender- und saisonbereinigte 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen.
Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA wuchs im zweiten Quartal 2026 mit einer annualisierten Rate von 1,5 %, nach 2,0 % bis 2,1 % im ersten Quartal. Ein großer Teil der Dynamik wird durch Investitionen in Künstliche Intelligenz, Software und Rechenzentren gestützt. Die Bruttoanlageinvestitionen legten im zweiten Quartal kräftig zu.
Können Sie sich in der ‚BRD‘ ein Rechenzentrum vorstellen? Nur in dieser Konstellation. Oder?
… tätäääh! tätäääh! tätäääh!
Lieber Hans, Sie mulschen rum.
Was die Staatsverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung betrifft, sind die USA gerade mal ein bisschen besser als Italien. Von der privaten Verschuldung in den USA sprechen Sie gar nicht, Hans. Was will Ihr internationale Vergleich genau sagen? Wir sollen uns – nach dem Beispiel der USA – staatlich und privat bis über die Halskrause verschulden, um im Gegenzug weniger Steuer und Sozialabgaben zu berappen?
@EJ
… die Liste der Länder nach Haushaltsverschuldung zeigt die USA auf Platz 14, die ‚BRD‘ auf Platz 23.
Für Anleger, staatlich oder privat, kann eine (hohe) Verschuldung Wachstum stützen – birgt aaaber Inflations- und Ausfallrisiken. Eine Glaskugel, für die Zukunft, habe ich nicht. Ich vertraue dem amerikanischen Kapitalismus deutlich mehr als dem deutschen Sozialismus. Und zur Energiepreispolitik, in vorherigem Diskurs, erinnre ich an Grundlastfähigkeit und ‚Flatterstrom‘. Ein Rechenzentrum mit Windmühlen? … ich bitte Sie.
Lieber Hans, ich habe nicht von der Verschuldung privater Haushalte in den USA gesprochen.
Ich habe von privater Verschuldung in den USA gesprochen – im Gegensatz zu staatlicher. Die private Verschuldung in den USA liegt gegenwärtig bei ca. 140 % des BIP.
Benden wir das, Hans! Lassen Sie es sich weiter gut gehen in Ihrem „deutschen Sozialismus“!
@EJ
… bleiben Sie, Sie haben vom Beispiel der USA – staatlich und privat … geschrieben. Ja und?
162.30 % Privatverschuldung in der Schweiz und andere sind ähnlich den USA. Schweden, GB … ff
Die meisten Ökonomen, darunter Nobelpreisträger Paul Krugman, betonen, dass ein Untergang oder eine klassische Staatspleite extrem unwahrscheinlich sind. Sicher, es gibt negative Seiten.
… aaaber klar, seit anno Schnee propagieren Sozialisten den Untergang des Kapitalismus … gääähn. Untergegangen sind sozialistische Volkswirtschaften. Oder sie röcheln so dahin. Das habe ich hinter mir. Meine Heimatstadt 1989. [sic!]
Hm – vermischen Sie nicht zwei Dinge?
„Plumper Populismus, der insbesondere bei unseren einschlägig vorbelasteten Landsleuten im Osten auf fruchtbaren Boden fällt …“
Ja, Populismus fällt dort auf fruchtbaren Boden, aber doch deutlich überwiegend der der AgD … und die will alles mögliche, aber garantiert nicht „tax the rich“.
„Die Linken kapieren’s einfach nicht. Niemals. … Und auf diesem Weg befinden wir uns.“
Auf dem Weg nach links? Die Linke in der Regierung, womöglich mit absoluter Mehrheit? Wo? Oder hat Merz das vor, ist er der neue Staatsratsvorsitzende? Warum kommen mir da Zweifel?
Denken Sie an die alten Kader im Osten, die in der Linken hocken. Die GroKo hat die SPD mit im Schlepptau, die treiben, wie es demkr. Sozialisten tun, das, was ich beschreibe. Die Linke würde das ganze nur noch übertrumpfen.
OK, alte Kader – sind aber nur noch 4 in der Linken. Kurz vor der Machtergreifung? Sicher nicht …
Die Altstalinistin hat ne eigene Partei.
SPD: nu ja, die bewahrt sich noch einen Rest von „sozial“, aber „sozialistisch“? In der SPD nicht mehrheitsfähig, gut so. btw: Die SPD hat momentan so richtig Rückenwind, die Umfragen sehen sie davonfliegen …
Nee, abgesehen davon, dass ich „sozialistisch“ auch nicht will, da bewegt sich momentan gar nix nach „tax the rich“, „sozialistisch“, „links“ – wie Sie es auch nennen wollen. Also: wenn wir uns auf „dem Weg befinden“, dann in Richtung Ausgang. Erst recht im Osten.