avatar

Edward Snowden, Verräter

Dass Edward Snowden in vielen Medien als „Whistleblower“ bezeichnet wird, ist eine Irreführung. Er ist ein Verräter.

Wer will, kann den ausführlichen Artikel über „Whistleblower“ bei Wikipedia nachlesen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Whistleblower

 

Daraus wird klar, dass sich der Begriff – und der in den USA ziemlich umfangreiche Schutz der Whistleblower – auf Beschäftigte eines Unternehmens oder einer staatlichen Behörde beziehen, die zum Ergebnis kommen, ihr Arbeitgeber verstoße gegen geltende Gesetze, Verordnungen usw., und die keine Möglichkeit sehen, innerhalb des Unternehmens oder der Firma gegen diese illegalen Praktiken vorzugehen.

 

Davon kann bei Snowden keine Rede sein. Das von ihm verratene „Prism“-Programm zur Auswertung von Telefon- und Internetverbindungen ist nicht illegal. Es hat eine klare gesetzliche Grundlage, und dessen Anwendung wird durch Gerichte kontrolliert.  Aktivitäten eines Geheimdienstes im Ausland – wie etwa die Verwanzung von Botschaften, Regierungsgebäuden usw. – sind per definitionem nach dem Gesetz des Staates, in dem der Auslandsgeheimdienst operiert, verboten. Spione, die auffliegen, werden dementsprechend verurteilt, das ist ihr Berufsrisiko.

Um zwei Beispiele zu nennen:

Der amerikanische Spionageexperte Jonathan Pollard wurde vom israelischen Geheimdienst rekrutiert. Er wurde gefasst und wegen Verrats von einem amerikanischen Gericht zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er sitzt noch in einem FBI-Gefängnis.

Eli Cohen arbeitete von 1961 bis 1965 für den israelischen Geheimdienst in Syrien, wo er Vertrauter des Verteidigungsministers wurde. 1965 wurde er enttarnt und hingerichtet.

 

Das Beispiel Pollard zeigt, dass die Empörung über die Spionage „unter Freunden“ unsinnig ist. Die USA sind Israels wichtigster Freund, Verbündeter, Waffen- und Informationslieferant. Israel wiederum liefert den USA Informationen über deren Feinde (und vielleicht auch Freunde) im Nahen und Mittleren Osten.

 

Glaubt also irgendjemand, der Bundesnachrichtendienst etwa halte sich bei seinen Auslandseinsätzen immer an Recht und Gesetz der Länder, in denen er operiert? Natürlich tut er das nicht. Das Sammeln von Informationen etwa über das Atomprogramm des Iran ist per se verboten. Man will hoffen, dass der BND es dennoch tut – oder dass er zumindest mit Geheimdiensten wie dem Mossad oder der CIA zusammenarbeitet, die das nachweislich tun.

 

Problematisch ist eher die Existenz mehrerer (übrigens ebenfalls völlig legaler)  Inlandsspionage-Organisationen in Deutschland: etwa des Verfassungsschutzes und der Verfassungsschutzämter der Länder.  Von deren Leuten werden Untergliederungen der Linkspartei ausspioniert und V-Leute in der NPD gesteuert, obwohl weder die Linkspartei noch die NPD verboten sind. Berüchtigt wurde der von der Regierung Helmut Schmidt zu verantwortende „Lauschangriff“ des Verfassungsschutzes gegen den Atomkraftgegner Klaus Traube wegen angeblicher Nähe zur RAF.

Auch die unter der Regierung Helmut Kohl erfolgte Entlassung des Generals Günter Kießling, nachdem Ermittlungen des „Amts zur Sicherheit der Bundeswehr“ ergeben hatten, Kießling sei angeblich homosexuell und also ein Sicherheitsrisiko, zeigt, dass die Privatsphäre deutscher Bürger nicht unbedingt in erster Linie von amerikanischen Datenfischern verletzt wird.

 

Doch zurück zum Verräter Snowden. Ihn als solchen zu bezeichnen, bedeutet nicht, ihm unedle Motive zu unterstellen. Auch andere berühmte Verräter hatten edle Motive.

Klaus Fuchs etwa, Sohn eines evangelischen Theologen und Kommunist, floh vor den Nazis nach Großbritannien, wo man den begabten Kernphysiker und überzeugten Antifaschisten an führender Stelle im Atombombenprogramm beschäftigte. Weil er die Sowjetunion für eine Friedensmacht hielt, verriet Fuchs entscheidende Teile des Programms an die Russen. Auch David Greenglass, seine Schwester Ethel und deren Mann Julius Rosenberg verrieten aus Begeisterung für die kommunistische Idee Atomgeheimnisse an die Sowjetunion. (Ob es richtig war, die Rosenbergs deshalb hinzurichten, steht auf einem anderen Blatt.) Mordechai Vanunu verriet das israelische Atomprogramm, nachdem er zum Christentum übergetreten war. Selbst William Joyce, der als „Lord Haw Haw“ Rundfunkpropaganda für die Nazis machte und deshalb von den Briten 1946 hingerichtet wurde, handelte angeblich aus Patriotismus: Der überzeugte Faschist und Antisemit wollte Großbritannien für ein Bündnis mit dem Großdeutschen Reich gewinnen, was allein den Untergang des Landes verhindern könnte. Und so weiter und so fort.

 

Dabei war Joyce meines Erachtens im juristischen Sinne kein Verräter; er war ja nicht einmal britischer Staatsbürger. Der Staatsanwalt argumentierte aber, er sei im Besitz eines britischen Passes gewesen, wenn auch zu Unrecht, was ihm den diplomatischen Schutz der Regierung und Vertretungen Seiner Majestät eingebracht, ihn aber im Gegenzug zu Treue gegenüber dem König verpflichtet habe.

Außer in der grimmigen Atmosphäre von Abrechnung und Rache nach dem Zweiten Weltkrieg kann man sich kaum vorstellen, dass ein derart fragwürdiges Urteil aufrechterhalten und vollstreckt worden wäre; so wie man das Urteil gegen die Rosenbergs nur im Zusammenhang mit der antikommunistischen Hysterie der McCarthy-Ära erklären kann. Aber die Begründung des Staatsanwalts im Falle Joyce enthält dennoch den Kern dessen, was Verrat ausmacht.  Der Staatsbürger schuldet seinem Staat ein Mindestmaß an Loyalität – jedenfalls darf er nicht, wie es in der britischen juristischen Sprache heißt, dessen „Feinde fördern und unterstützen“.

 

Umso mehr gilt das für den Geheimnisträger des Staates, der einen entsprechenden Eid geleistet hat.  Der Staat selbst – und die Mitarbeiter, Vorgesetzten und Untergebenen – des Geheimnisträgers müssen sich auf diesen Eid verlassen können; und da man das erfahrungsgemäß nicht kann, müssen sie sich auf die abschreckende Wirkung von Strafen für den Eidbruch und den Geheimnisverrat verlassen können. Es geht schließlich um die Sicherheit des Staats, der seinerseits das Leben und die Unversehrtheit seiner Bürger garantieren muss. Der Bürger hat ein Recht darauf anzunehmen, dass der Staat alles Menschenmögliche tut, um diese Garantie zu erfüllen. Einschließlich des Ausspionierens anderer Staaten und des Aufspürens und der Bestrafung von Verrätern.

 

Dies ist zunächst ein sehr formales Argument. Das haben juristische Argumente so an sich. Die Justiz ist formal. Mord ist Mord. Diebstahl ist Diebstahl. Verrat ist Verrat. Eidbruch ist Eidbruch. Erst bei der Zumessung der Strafe können nicht formale Gesichtspunkte berücksichtigt werden: gute Absichten etwa, politisch edle Motive und dergleichen.

Dabei bin ich weit vom Relativismus einer Margaret Boveri entfernt, die in ihrem mehrbändigen Werk über den „Verrat im 20. Jahrhundert“ mit durchsichtiger Absicht beim Vergleich von Verrätern wie William Joyce oder Ezra Pound einerseits, Canaris und Stauffenberg andererseits meinte: „Der Inhalt des Verrates wechselt, indem sich das Rad der Geschichte dreht. Heute werden als Helden oder Märtyrer die gefeiert, die gestern als Verräter gehenkt wurden, und umgekehrt.“

 

So ist es nicht. Canaris und Stauffenberg verrieten einen Staat, der seine eigenen Bürger verraten hatte. Der eben gerade nicht das Leben und die Sicherheit garantieren wollte, sondern die „Lebensunwerten“ tötete und das „Volk“ insgesamt als Werkzeug im Kampf um die Errichtung der arischen Herrschaft in Europa und der Welt verheizte.

Auch im Kalten Krieg gab es einen Unterschied zwischen jenen, die den Westen verrieten und jenen, die den Kommunismus verrieten. Ich rede nicht von persönlichen Motiven. Vielleicht verriet einer den Westen aus Idealismus, wie der Verräter im Roman „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ von John le Carré, der die Verflachung und Vulgarisierung Großbritanniens durch den amerikanischen Einfluss beklagt; vielleicht verriet einer den Osten aus rein materiellen Erwägungen, oder weil er jener Vulgarität erlegen ist. Darauf kommt es für den Sachverhalt nicht an. Denn ich rede hier von einer grundsätzlichen Wertentscheidung, einer Unterscheidung zwischen demokratischen und antidemokratischen Staaten, die man treffen und nach der man handeln muss.

 

Und die Snowden getroffen und nach der er gehandelt hat. Er floh ja nach China, ersuchte um Asyl bei diversen südamerikanischen Caudillos und ist nun bei Putin gelandet. Ein merkwürdiger Freiheitsheld.

Statt in den USA – und sei es unter Wahrung seiner Anonymität über Mittelsmänner in Menschenrechtsgruppen, der Presse oder dem Kongress – auf die Abstellung jener Aspekte der Spionageprogramme zu zielen, die er für problematisch hält, hat Snowden diese Programme in toto den Feinden der USA verraten, womit er die Arbeit der Geheimdienste bei der Terrorprävention erschwert, Amerika bei Freunden und Gegnern diskreditiert und das Leben und die Sicherheit vieler – vielleicht sehr vieler – seiner Mitbürger gefährdet hat.

So viel ist sicher.

Hingegen hat noch niemand auch nur einen Fall aufdecken können, wo konkret die Persönlichkeitsrechte eines Menschen aufgrund dieser Programme verletzt wurden. Kein Fall, der etwa vergleichbar wäre mit den Skandalen um Traube und Kießling, der vorsorglichen Beobachtung von Mitgliedern der Linkspartei, der Verwendung von V-Leuten, die ihrerseits zu rassistischer Gewalt aufrufen usw. usf.

Nicht einen Fall.

Es mag nach 9/11 – und das waren nicht die einzigen Anschläge – im Westen und besonders in den USA eine gewisse Hysterie gegeben haben; nein, ändern wir diesen Satz: es gab eine Hysterie. Aus dem unbestreitbaren Versagen der Sicherheitsdienste im Vorfeld der Anschläge, nicht zuletzt wegen des Kompetenzwirrwarrs etwa zwischen CIA und FBI, gab es überdies die Tendenz, sinnvolle Kompetenzabgrenzungen einzureißen und Bürgerrechte außer Kraft zu setzen. Die Ausrufung eines Kriegszustands – „Krieg gegen den Terror“ – ohne Ankündigung, unter welchen Bedingungen der Krieg als beendet anzusehen wäre,  schuf die Berechtigung für Ausnahmevollmachten der Regierung, die – da der Krieg andauert – zu Dauervollmachten wurden. Guantánamo – ein Kriegsgefangenenlager, das nicht aufgelöst werden kann – ist nur das augenfälligste Beispiel. Zweifellos haben wir längst einen Punkt erreicht, an dem diese Regelungen und Vollmachten mitsamt ihren Begründungen überdacht und in vielen Fällen zurückgenommen werden. Präsident Barack Obama wurde ausdrücklich mit dieser Vollmacht gewählt.

Einiges hat Obama auch getan. Die Geheimdienste praktizieren weder Folter noch „Renditions“, was übrigens auch zu Kriegszeiten kaum zu verantworten war. Es gibt ernste Versuche, Guantánamo aufzulösen. Amerikanische Truppen sind aus dem Irak abgezogen worden und werden aus Afghanistan abgezogen. Gegenüber weiteren Einsätzen – sei es in Libyen, sei es in Syrien – zeigt sich die Administration äußerst zurückhaltend. Auch das muss man in Rechnung stellen, wenn man fragt, warum „Prism“ nicht eingestellt wird. Der Grund ist: in der Abwägung zwischen der Sicherheit der Bürger und dem Schutz ihrer Privatsphäre gilt ein solches Datenschleppnetz als minimalinvasives, aber effektives Mittel zum Schutz von Leib und Leben vieler Amerikaner. Weit davon entfernt, wie Kritiker behaupten, alle Bürger unter Generalverdacht zu stellen, stellt es 99% der Bürger unter Generalunschuldsvermutung. Deren Daten bleiben im Schleppnetz der Algorithmen erst gar nicht hängen und sollen ja auch nicht hängen bleiben.

Wer fliegt, lässt sich und sein Gepäck durchleuchten. Nicht, weil alle unter Generalverdacht stehen, sondern weil alle unversehrt ankommen sollen.

50 Terroranschläge, bestätigt nun auch der Bundesinnenminister nach Einsicht in die Unterlegen, seien durch „Prism“ verhindert worden, davon 25 in Europa, fünf in Deutschland. Künftig wird das schwerer, denn die Täter sind alarmiert. Wenn die nächste Bombe hochgeht und das Publikum fragt, warum die Behörden das nicht verhindert hätten, sollten sie nicht den Beitrag des Verräters Snowden vergessen. Und, sofern sie zur Spionagehysterie beigetragen haben, ihren eigenen.

245 thoughts on “Edward Snowden, Verräter

  1. avatar

    Ein schwacher Beitrag. Ich würde empfehlen erst zu denken und dann zu schreiben.

    Oder lassen Sie das Schreiben gleich ganz. Es ist schon gefährlich genug, wenn so viele unserer Brüder und Schwestern im Volk ignorieren wie mit ihren Rechten verfahren wird. Formaljuristische Schähungen helfen niemandem, Auch wenn Sie recht haben, daß PRIM formaljuristisch eben nicht illegal ist. Es ist zwar politsch nicht korrekt daran zu erinnern, aber gerade unsere deutschen Väter und Mütter haben 12 lange Jahre akzeptiert, daß die Verfolgung und Vernichtung von Staatsbürgern damals formaljuristisch abgesegnet war. Gerade sowas benötigen wir eben nicht.

  2. avatar

    aus gegebenem Anlaß:

    Das von ihm verratene „Prism“-Programm zur Auswertung von Telefon- und Internetverbindungen ist nicht illegal. Es hat eine klare gesetzliche Grundlage, und dessen Anwendung wird durch Gerichte kontrolliert. Aktivitäten eines Geheimdienstes im Ausland – wie etwa die Verwanzung von Botschaften, Regierungsgebäuden usw. – sind per definitionem nach dem Gesetz des Staates, in dem der Auslandsgeheimdienst operiert, verboten.

    Das Programm selbst ist nicht illegal.

    Nur die Anwendung 🙂

    Lieber Herr Posener,

    ich hoffe Sie sind jetzt aufgewacht wie auch mit langer Verspätung Angela Merkel:

    Aber besser zu spät als nie

  3. avatar

    Interessant ist, warum Causa Snowden in anderen europäischen Ländern kaum eine Rolle spielt. Wir Deutschen haben mal wieder die gelegenheit vor den USA den moralischen zeigefinger zu heben. Wir haben mit den USA noch eine Rechnung offen. Die haben uns von dem Nazi-Pack befreit.

    Wie ein kluger Mensch gerne sagt: „Wir Deutschen werden es den Amerikanern niemals verzeihen, dass sie uns von den Nazis befreit haben“.

  4. avatar

    Gute Sätze sollte man weitergeben. Hier ist einer:
    Leslie Gelb: There’s one big, fat foreign-policy lesson that cuts against the American grain: elections, no matter how free and fair, are only the icing on the democratic cake, not the cake itself; and if the icing comes before the cake is baked, the result is rarely true democracy.
    Wahlen, wie frei und fair auch immer, sind nur der Zuckerguss auf dem Kuchen; und wenn der Zuckerguss kommt, bevor der Kuchen gebacken ist, ist das Resultat selten eine wirkliche Demokratie.

    Weiterer Ausschnitt:
    Free and fair elections honor and advance democracy only when they are built on democratic culture, society, and institutions—on solid laws, a free press, non-governmental organizations, sharp constitutional restraints on governmental power, and the firm rights of individuals. Without these underpinnings, elections are usually a sham. Americans were practicing democracy before the American Revolution. That’s why after the revolution, elections and democracy succeeded here. The French revolutionaries had little practice with democracy, and so they produced Danton, Marat, Robespierre, and Napoleon, and ultimately and ironically the return of the very Bourbon dynasty overthrown by the revolution in the first place.

    Lesenswertes Stück. Es geht darum, wie Morsi die Demokratie reduzierte, nicht etwa aufbaute:
    http://www.thedailybeast.com/a.....egypt.html

  5. avatar

    Finde ich richtig:
    Es kommt darauf an, worauf sich der Wille richtet. Bei Kohl war es die Einheit Europas. Bei Merkel ist es das Amt. Mehr nicht. Für den Machterhalt verbraucht die Kanzlerin andauernd demokratische Substanz, deren Erneuerung sie selber nicht gewährleisten kann. Das war in der Euro-Krise so. Das ist im Überwachungs-Skandal so.

    Merkel hat sich auf einen gefährlichen Tausch eingelassen: Sie gibt die Verantwortung ab und behält die Macht. Sie lebt damit einen Zynismus der Macht vor, der uns alle kompromittiert: Der Erfolg gibt ihr recht, wer sie nachahmt kann also nicht falsch liegen. Damit bestärkt ausgerechnet die Kanzlerin eine bürgerliche Sicht auf den demokratischen Staat, die sich schon einmal in der Geschichte als verheerend herausgestellt hat.
    http://www.spiegel.de/politik/.....12339.html

  6. avatar

    Liebe Marit!
    Sie haben den wichtigsten Punkt hier angeschnitten: Die nächste Generation, die, unaufgehalten von den Eltern, ihre Daten blind auf facebook verschenkt hat. Diese Generation hat sich evtl. jetzt schon massive Schwierigkeiten eingehandelt, einige davon zumindest. Man kann sie prima sortieren.

  7. avatar

    Warum bin ich eigentlich so wenig aufgeregt angesichts der Enthüllung flächendeckender Spionage durch die NSA, wie Snowden sie nun „aufgedeckt“ hat?
    Ich bin nie davon ausgegangen, dass Geheimdienste auf irgend etwas verzichten würden, was ihnen technisch möglich ist und auch nicht, dass sie die in Kenntnis setzen würden, die ausspioniert werden.Schließlich sind Geheimdienste eine verschwiegene Angelegenheit schon per Definition.Die Aufregung um unser unterlaufenes Menschenrecht auf Privatsphäre erscheint mir auch angesichts der umfassendsten Präsenz des Privaten in der Sphäre des Internets für irritierend ungewöhnlich, da widersprüchlich zur „Kultur der Selbstoffenbarungen“.
    Andererseits bin ich Snowden aus genau diesem Grunde dankbar für seine „Verräterei“.Wir können jetzt noch einmal erinnern, was geheimdienstliche Tätigkeit eigentlich bedeutet, in Zukunft bedeuten soll und was wir davon eigentlich haben wollen.Ich hoffe, der Streit darüber wird ausdauernd und intensiv geführt werden.Für die Facebook-Generation wird vielleicht auch noch das ein oder andere Bedenkenswerte abfallen.Vielleicht gerade noch zur rechten Zeit.

  8. avatar

    Noch ein OT zum Ablachen:

    Broder ist im Fernsehen auf den Krömer gekommen und offenbar genauso abgesoffen wie Matussek oder auch wie Posener bei Padaluun. Der Artikel aber vergnüglich. Das mit dem Metzger und dem Tiefkühltofu gefällt mir besonders, wie auch das Zugeben des Kalküls, welches Krömer offenbar von Anfang an unterläuft:
    http://www.welt.de/vermischtes.....chuld.html
    Ich habe bloß Angst, wenn unsere guten Alten vom Fernsehen recyclet werden (Müllanstalt). Also gut, wir wissen es jetzt: Er schreibt ein Buch. Über die Abschaffung von Eigenwerbung im TV.

  9. avatar

    @ Jean-Luc

    Ich glaube, ich fahre lieber mal wieder nach Cognac statt nach Condom.

    NSA, GCHQ und BND machtlos: Unser wirklicher Feind. Er telefoniert nicht, schreibt keine mails, chattet nicht und hat auf facebook nur Feinde, keinen einzigen Freund. Und anscheinend macht er alles kaputt:

    http://www.dailymail.co.uk/new.....rties.html
    https://de.wikipedia.org/wiki/Japanischer_Staudenknöterich

    Faszinierend ist, dass er eingeladen wurde, jemand hat ihn im 19.Jh aus Japan mitgebracht. Für Rehe, aber die mögen ihn nicht. Dafür mag er jetzt Europa und die USA.

  10. avatar

    Cher Parisien:

    `errlich:

    „Epoisses gibt es wirklich, ein Käse aus Burgund. Wenn Sie den aber Epo isses schreiben, wird es verdächtig. Das hat aber mehr mit doping zu tun.
    Ansonsten haben Sie recht. Alles verdächtig: Da sind ein Mandelkuchen, eine Fleischwurst, ein paar Kürzel, ein Doppelnationaler, ein Altlinker, ein Ex-Jugo und ein Kondom und einer der sich Berger nennt – besser als Schmidt -, was “

    Verbringen sie ihre holidays in http://fr.wikipedia.org/wiki/Condom_%28Gers%29

    🙂

    wenn ja vergessen sie nicht den:

    http://fr.wikipedia.org/wiki/A.....-de-vie%29

    zu probieren.

    http://nymag.com/restaurants/a.....magnac.htm

  11. avatar

    @Parisien

    „Sie sind, wenn ich das korrekt verstehe, ein gut integrierter Immigrant. Logisch, dass Sie dieses System, das Sie als Alternative zu Ihrem vorigen begreifen, verteidigen.“

    Gut integriert? Manche sagen so, meine Schwiegermutter sieht es anders. Ich setze die Systeme immer in Relation zueinander. An meinem Balkantick gut zu sehen. Ich neige etwas zu jovialer Überheblichkeit, wenn Systeme schöngeredet werden, ohne dass die Leute erlebt haben, wie sich das anfühlt, wenn Menschen Angst haben, so richtig und oft. Vorher/Nachher Entwicklungen seht „Ihr“ bestimmt besser, wie sich das Leben jenseits der McDonalds-Kuppel anfühlt und was autoritäres Regime bedeutet, davon haben Wessis durch die Gnade der späten Geburt nicht wirklich Ahnung. Ihr Vergleich zwischen Tibet und Deutschland… Unser reales Leben ist Lichtjahre von dem entfernt und darüber sollten wir glücklich sein. Es ist wichtig, dass wir uns austauschen, gerade weil jeder einen anderen Blickwinkel hat. Wenn Systeme in Beziehung zu einander gesetzt werden, also die Frage „are you with us, or against us“ gestellt wird, ist meine Antwort klar. Bei allem Gejammer über die Cowboys ist sie es bei den meisten Menschen. Es gibt wenige simple Momente im Leben, die so eine Frage rechtfertigen. Es ist sehr unhöflich, einem Bürger diese Frage zu stellen, es ist das ultimative schließen der Reihen und deswegen im Kern undemokratisch. Daher meine Abneigung gegen die „Freunde des Westens“, die Stellen diese Frage im Minutentakt und schreien Antiamerikanismus, wenn die Leute mal nicht mitmachen. Da wirken mir die Amerikakritiker oft gesünder.

    Deswegen möchte ich Snowden auch nicht für das Whistleblowing verurteilen. Ich weiß nicht, was die NSA macht, ob Snowden andere Möglichkeiten hatte. Alles was ich über die Kontrollen weiß, sind sie zu wenig. Wer so eine Waffe in der Hand hat, muss stärker und effektiver Kontrolliert werden. Es muss Instanzen geben, die das Tun und die Strukturen ständig hinterfragen. Missstände aufdecken gehört zu unserem System. So weit, so gut.

    Als er sich an den chinesischen und russischen Geheimdienst wandte (machen wir uns nix vor), hat er sich in eine Lege gebracht, in der sich ihm die Frage „are you with us, or against us“ stellte und er hat geantwortet. Damit ist er sich als Person disqualifiziert.

    Öl, Gas, Geld – Schröder ist Spitze! Es ist ein Unterschied, es mit Geheimdiensten zu machen oder mit Völkern Handel zu treiben. Diesmal gehe ich übrigens nicht wählen. Die Opposition belügt uns gerade genau so dreist wie die Regierung.

    PS: So wenig die Unterstellung eines Antiamerikanismus hilfreich ist, so wenig hilft die Unterstellung einer US-Hörigkeit. Was würden sie tippen, wie ich die Rolle der USA in Südamerika sehe?

  12. avatar

    @ 68er

    Epoisses gibt es wirklich, ein Käse aus Burgund. Wenn Sie den aber Epo isses schreiben, wird es verdächtig. Das hat aber mehr mit doping zu tun.
    Ansonsten haben Sie recht. Alles verdächtig: Da sind ein Mandelkuchen, eine Fleischwurst, ein paar Kürzel, ein Doppelnationaler, ein Altlinker, ein Ex-Jugo und ein Kondom und einer der sich Berger nennt – besser als Schmidt -, was soll das? Das Kondom fährt mit maps durch die ganze Welt. Da muss etwas anderes dahinter stecken. Rezepte sind verdächtig, Distanzen auf maps sind verdächtig, alles ist verdächtig, Generalverdacht. Es gibt ca. 10 Prozent weltweit muslimische Männer, davon ca. ein Drittel jung. Wie viele davon genau sind fundamentalistisch? Egal. Der ganze Rest steht unter Generalverdacht, Muslime vorne weg – die könnten sich ja Berger nennen -, der Rest dazu. Er könnte Wirtschaftsspionage betreiben, pädophil sein, Dieb sein, Drogenhändler sein, Terrorist sein. Die ganze Welt ist potentiell kriminell. Nur die Kaste, die das angeschafft hat, nicht. Du bist kriminell, weil du geboren bist und etwas tust. Wenn du in diese Kaste aufsteigst, bist du exkulpiert, immun.
    Man sollte kein Unkrautvernichtungsmittel mehr online bestellen, im Prinzip muss man erst nachlesen, was man nicht mehr bestellen kann, dann wird man aber verdächtig. Das ist was für Karl Valentin. Die Endlosschleife des Buchbinder Wanninger. Ist das ein Terrorist, fragt der Computer? Schade, dass Valentin nicht mehr lebt. Was ist, wenn ich mich lieber Hauptmann von Köpenick nenne? Ich habe einen Vorschlag: online-Mohammed-Tag. Di ganze Welt nennt sich einen Tag lang online Mohammed. Oder lieber Ali. Oder Lenin. Vielleicht bricht der Computer in Maryland unter der Last zusammen. Auf jeden Fall ist das Stoff für Satiriker.
    Übrigens ist Sprache doppeldeutig. Computer verstehen so was natürlich nicht. Ihre Eindimensionalität ist in Star Wars schön beschrieben. Schönen Sonntag!

  13. avatar

    So was hier ist interessant:
    „Metadaten fallen auch bei Suchanfragen an und lassen sich einer bestimmten Person zuordnen. So lässt sich mit XKeyscore rückwirkend sichtbar machen, welche Stichwörter Zielpersonen in Suchmaschinen eingaben oder welche Orte sie auf Google Maps suchten. Eine Folie zeigt, dass die Suche eines Nutzers bei Google Maps als Basis dafür dienen kann, um weitere Informationen zu gewinnen. „Was ist mit den Web-Suchen – sind irgendwelche davon auffällig oder verdächtig?“ steht auf einer der Folien.“

    Ich verwende ständig google maps, um etwas geographisch genau zu erfassen. Wenn es zum Beispiel irgendwo in Afrika, im Nahen Osten oder in Asien brennt, suche ich mir mit maps einen Ort, den ich von der Lokalisation her kenne, z.B. eine Hauptstadt, und fahre mit maps zu dem anderen Ort. Danach weiß ich in etwa, wo der liegt. Ich bin also hochgradig verdächtig, wenn ich mich auf maps aus geographischen Gründen im Nahen Osten bewege. Vorgestern noch quasi Terrorist, war ich als nächstes quasi (NSA: means say) ein Freund von Edward Snowden, denn ich guckte, bevor er nach Moskau flog, auf maps, wie man am besten aus Hongkong wegkommt. Ich kann auch nichts dazu, wenn die meisten Leute Nachrichten einfach hinnehmen, ohne zu gucken, wo was liegt. Mann, dann sollte man das ganze Zeug doch einfach wieder abschaffen. Schließlich gibt es Atlanten. Google Earth ist ohnehin eine ungebetene Zudringlichkeit.
    http://www.spiegel.de/netzwelt.....12260.html

  14. avatar

    Cher Parisien,

    die Bilder von Detroit machen mich sehr traurig:

    http://historicdetroit.org/galleries/

    http://www.flickr.com/photos/lhoon/

    http://www.youtube.com/watch?v=02x8EHXPfB0

    http://www.youtube.com/watch?v=gRwJQXCyE38

    Aber urban planning war und ist in vielen Bereich nicht ueblich.

    Vielleicht wird alles wieder (urban) farmland:

    http://www.hantzfarmsdetroit.com/introduction.html

    http://ideas.blogs.nytimes.com.....-farmland/
    Warum sind meine buddies immer wieder begeistert wenn sie nach Europe kommen ??

  15. avatar

    @ Stevanovic

    „Ich kann mir keine größere Bedrohung für unsere Werte, unsere Art zu leben und für die Menschlichkeit vorstellen, als die russischen und chinesischen Geheimdienste.“

    Ich habe das auch nie verstanden. Er hätte sich in Hongkong, nachdem er alles an Greenwald übergeben hatte, mit einem privaten Boot absetzen können oder sogar, gut getarnt, mit zweitem Pass mit einem Kreuzfahrtschiff.
    Dass er aber erst quasi in China, dann in Russland landet, muss einem zu denken geben. Es kann aber auch bedeuten, dass er sein eigenes Land inzwischen für so gefährlich hält, dass er meint, die wesentlichen Gegenkräfte dazu mobilisieren zu müssen. Nach Deutschland oder England hätte er nicht gehen können, wie man sieht (willenlose Marionetten). Sie haben zwar Recht mit Ihrem Satz, doch wenn Snowden die USA für noch gefährlicher hält und wenn das stimmt, befindet sich die Welt in einem üblen Zustand, zumal Amerika stärker gerüstet ist als der Rest der Welt zusammen. Es fehlte ihnen nur die Zahl der Bodentruppen. Die Drohne ist daher eine logische Entwicklung. Andererseits sind Sie, wenn ich das richtig gelesen habe (früherer post), SPD-Wähler. Ihr früher von Ihnen gewählter Kanzler Schröder teilte Ihre Anischt nicht bezüglich Russland und verschaffte der deutschen Wirtschaft gute Aufträge in China. Außerdem verhalf er uns zu Gaslieferungen aus Russland.
    Sie sind, wenn ich das korrekt verstehe, ein gut integrierter Immigrant. Logisch, dass Sie dieses System, das Sie als Alternative zu Ihrem vorigen begreifen, verteidigen. Wir dagegen sind damit aufgewachsen, waren viele Male in den USA und sehen eher den gefährlichen Weg, auf dem sich die hoch verschuldete Weltmacht inzwischen befindet. Und diese Nation hat sich schon immer gern saniert über Kriege. Die Russen haben bei weitem nicht so viele Kriege geführt, von den Chinesen oder auch Iran ganz zu schweigen. Ob die Entwicklung als Cyber War aufzufassen ist, muss erst noch entschlüsselt oder ausgesprochen werden.
    Und gibt es Ihnen nicht zu denken, wenn diese Nation immer auf die Besetzung von Tibet hinweist, sich aber gleichzeitig nicht geniert, sich mit der Besetzung von Deutschland zu brüsten oder Lateinamerika in ökonomischer Haft zu halten?

  16. avatar

    Cher Jean-Luc,

    OT: Ich finde Detroit symbolisch für die Fehler des Landes, das Sie gelegentlich „banana republic“ nennen.
    Wir haben ein kleines Land hier, Autoherstellung in Ingolstadt, Wolfsburg, Stuttgart, München bzw. Dingolfing, am Rhein.
    Wenn man Industriespionage betreibt, guckt man vermutlich immer, welche Patente die Konkurrenz gerade entwickelt. Aber offensichtlich hat man dabei in guten Zeiten übersehen, wie sie arbeitet, dezentral. Das hätte man in diesem Riesenland auch haben können, rechtzeitig. Zu spät verließ die Autoindustrie in Teilen Detroit, eine an sich gute Idee, ohne dass die Politik darauf reagiert hätte. Detroit musste den Bach ‚runtergehen. Was im Kapitalismus irgendwie nicht vorgesehen scheint, ist Rückbau. Rückbau müsste von Anfang an einkalkuliert werden. Nie blieb etwas so, wie es ist, sonst gäbe es keine Geisterstädte. Wenn man Naturfreund ist und schaut sich die Lage an, am Detroit River zwischen Lake Erie und Lake Huron, schmerzt es einen. Die Indianer sind letztlich besser mit dem Land umgegangen.
    Die große Freiheit ist dann am Ende doch keine wirkliche, wenn Wirtchaft sich ansiedeln darf, wo sie will, Natur dabei zerstört wird und schließlich Verarmte und seelenlose Betonwüsten, in der ein Drittel aller Infrastruktur nicht mehr funktioniert, zurückbleiben. Bei LEGO würden wir Folgendes machen: Abbauen, einen schönen Kreuzfahrthafen und Hotels aufbauen, Landwirtschaft wiederansiedeln, fertig. Bei Monopoly würden wir die Hälfte verkaufen und hoffen, dass wir oft genug auf LOS kommen und die Konkurrenz auf unser noch Bebautes. Nur ist das nicht das Leben. Aber manchmal hat man den Eindruck, dass in der banana republic (Ihr Ausdruck) gehandelt wurde, als lebte man in Monopoly.

  17. avatar

    @Alle

    Der eigentliche Skandal ist der Geheimdienst in Deutschland. Zurück bis Schröder.

    Ich bin gespannt, wie weit das geht und ob es die Kretieren eines „Tiefen Staates“ erfüllt.

  18. avatar

    @ Parisien & Roland Ziegler

    Verrat ist, wenn man zum Feind läuft. Ich kann mir keine größere Bedrohung für unsere Werte, unsere Art zu leben und für die Menschlichkeit vorstellen, als die russischen und chinesischen Geheimdienste. Auch ein Dutzend 9/11 werden uns niemals so bedrohen, wie diese Organisationen.

    Wer zu denen geht, ist ein Verräter. Einer der wenigen Momente im Leben, die nicht kompliziert sind.

    Davon unberührt ist die Frage, ob sein Handeln gegenüber der NSA nicht richtig war. Das kann ich schlichtweg nicht beurteilen. Der Vorwurf, er sei den Berichtsweg nicht gegangen, ist Stuss. Deswegen gibt es Whistleblowing. Auch halte ich den Vorwurf, Russen und Chinesen wüssten jetzt was, was sie vorher nicht wussten, in Hinblick auf die interne Sicherheit der NSA für blauäugig.

    Interna der NSA zu verraten, macht ihn nicht automatisch zum Verräter, ausser wir fassen Verräter so weit, dass er keine moralische Wertung mehr beinhaltet.

    Zusammenarbeit mit dem russischem und chinesischem Geheimdiensten kann man sehr wohl bewerten.

  19. avatar

    Bis jetzt, wenn ich mich erinnere, gab es nur in Deutschland keinen großen Anschlag. Ob die Amerikaner sie verhindert haben, wissen wir nicht, ist ja geheim. Aber warum sollten uns der Geheimdienst und unsere Regierung belügen? Glauben wir es doch. Nach bisheriger Lesart hat die NSA am effektivsten Deutschland verteidigt und war bei der Verteidigung des eigenen Landes stellenweise sehr nachlässig. Von dem Standpunkt aus, ist Alexander unser eigentlicher Held. Stellt euch vor: Der missverstandene Alexander hat keine Zeit, sich die E-Mail Accounts der Zarnajews durchzulesen, weil er die E-Mails des Konvertiten Hussein aus Köln-Kalk analysierte. Er konnte den Brief des russischen Geheimdienstes nicht lesen, weil der PC ein Windows-Update für Englisch-Kölsch machte. Er war so um uns besorgt, dass er – ich muss eine Pause machen, ich habe einen Kloß im Hals…

    Halten wir mal fest: Alexander hat es nicht geschafft ein funktionierendes System zu installieren. Die Zusammenarbeit mit dem Ausland und den eigenen Geheimdiensten klappt nicht. Über ein Jahrzehnt nach 9/11 sind die Geheimdienste nicht in der Lage Anschläge von Terroristen zu verhindern, selbst wenn diese mehr Spuren im Internet legen, als eine Kuh im Maisfeld. Was er geschafft hat, ist sich umfassende Rechte zu sichern und noch mehr Geld. Weil es geheim ist, kann es niemand wirklich überprüfen. Außer man geht einfach mit einem USB Stick rein und zieht sich die Fakten selber. Vielleicht hätten Hells Angels Türsteher aus Hannover Snowden daran hindern können, aber wir haben den armen Alexander im Stich gelassen, der Kloß kommt zurück…

    Zusammenfassend, nach dem offiziellem Stand der Dinge: PRISM ist eine clevere Geschäftsidee, wie so viele Rüstungsprojekte vor ihm. Alexander hat unendlich viele Ressourcen verbrannt und viel politischen Schaden angerichtet. Die Gegenleistung ist für die USA erbärmlich. Das Großprojekt-Syndrom.

    Wenn es um Sicherheit (um tote Kinder und vergewaltigte Jungfrauen) geht, haben wir im kritischen Diskurs regelmäßige Aussetzer. Wer glaubt, dass Aussetzer-Themen eine amerikanische Spezialität seien, der sollte in Deutschland einen Vortrag mit: „Es könnte Arbeitsplätze kosten…“ beginnen.

  20. avatar

    Sorry:

    Lieber Herr Posener,

    sollten Sie diese Aussage von Ihnen nicht korrigieren, nachdem mehr als ein Siebentel des Dateneisbergs an die öffentliche Oberfläche kommt:

  21. avatar

    Lieber Herr Posener,

    sollten Sie diese Aussage von Ihnen nachdem mehr als win Siebentel des Dateneisbergs an die öffentliche Oberfläche kommt:

    >Weit davon entfernt, wie Kritiker behaupten, alle Bürger unter Generalverdacht zu stellen, stellt es 99% der Bürger unter Generalunschuldsvermutung. Deren Daten bleiben im Schleppnetz der Algorithmen erst gar nicht hängen und sollen ja auch nicht hängen bleiben.<

    Sie und ich und alle anderen stehen aufgrund der can-do-Philosophie unter Generalverdacht.

    Keith Alexander formuliert es so:

    Collect it all

    http://www.salon.com/2013/07/1.....ct_it_all/

    Alexander himself has expressed unease about secrecy constraints that he says prohibit him from fully explaining what the NSA does. But just as in Iraq, he remains fiercely committed to the belief that “we need to get it all,” said Timothy Edgar, a former privacy officer at the Office of the Director of National Intelligence and at the White House.

    “He certainly believes you need to collect everything you can under the law,” Edgar said, “and that includes pushing for pretty aggressive interpretations of the law.”

    Alexander maintained in a speech last month that he is mindful to “do everything you can to protect civil liberties and privacy.”

    He then added a warning: “Everyone also understands,” he said, “that if we give up a capability that is critical to the defense of this nation, people will die.”

    aus:

    http://www.washingtonpost.com/.....print.html

    Was mich überrascht ist die Tatsache, dass z.B. ein Thema bei den Überwachungmaniacs immer noch Tabu ist:

    Die Überwachung der internationalen Kapitalströme.

    Die onshore Konten wurden nicht von Geheimdienste veröffentlicht sondern von Hackern.

    Nur zur Erinnerung;

    Al Capone wurde wegen Steuervergehen verurteilt.

    Warum beginnt man den Kampf gegen den Terroridmus nicht über die wirtschaftliche Schiene.

    Was stände z.B. der Taliban in Afghanistan, wenn die Geldstrüme die sich aus dem Drogen und Menschenhandel ergeben öffen gelegt würden.

    Spazieren Sie doch einmal durch Berlin und rufen sex and drugs and slavery und Sie würden erschütternd sein wieviel Häuser zusammenbrechen würden….weil Sie ganz banal mit diesen Geldern finanziert worden sind.

    Daher wake up lieber Herr Posener und legen Sie ihre Märchenbücher von Zeit zu Zeit beiseite.

    Und was Ihre " Risiken " betrifft, ich hoffe dass Sie Zeit haben Grigerenzer zu lesen:

    "Gigerenzer kritisiert kognitive Modelle, die das Fällen von Urteilen und Entscheidungen als das Resultat komplexer unbewusster Algorithmen betrachten, die eine möglichst rationale Entscheidung aus der Gesamtheit der verfügbaren Informationen errechnen. Diesem Ansatz folgt die oftmals in der Ratgeber- und Unternehmensberatungsliteratur zu findende Empfehlung, bei Entscheidungsfindungen möglichst analytisch vorzugehen, Vor- und Nachteile aufzulisten und genau gegeneinander abzuwägen. Gigerenzer sieht das aber als Beispiel für eine Abweichung von der alltäglichen Entscheidungsfindung, die er für wenig erfolgreich hält. An Stelle eines solchen logisch-rationalen Modells des Entscheidens betont Gigerenzer die Bedeutung des Bauchgefühls – Entscheidungen werden demzufolge vor allem intuitiv anhand von Faustregeln getroffen, denen die rationalen Entscheidungsstrategien als späte Hilfsmittel nachgeordnet sind.[1] Diesen Bauchentscheidungen zu folgen ist nach Gigerenzer selbst wieder eine rationale Strategie, da sie relativ erfolgreich ist. Das Bauchgefühl darf dabei nicht mit einer zufälligen Eingebung oder Naivität verwechselt werden: Besonders gut funktionieren Bauchentscheidungen, wenn sie auf Fachwissen beruhen: Gigerenzer beschreibt einen Fall, wo sich Kunsthistoriker über den Ankauf eines Torsos durch das Getty Museum beunruhigt zeigten. Die wissenschaftlichen Prüfungen erkannten die Fälschung vorerst nicht, später wurde das Kunstwerk als Fälschung enttarnt."

    "Take the best ist eine Strategie, die es erlaubt, bestimmte Daten als entscheidend heranzuziehen und den Rest zu ignorieren. Dieses Vorgehen widerspricht nach Gigerenzer einem weit verbreiteten, aber falschen Ideal des Maximierer: „Mehr Information ist immer besser. Mehr Zeit ist immer besser. Mehr Optionen sind immer besser. Mehr Berechnungen sind immer besser. Dieses Schema steckt tief in uns drin, aber es ist falsch! Was uns als Forscher interessiert, ist: Wann ist ‹mehr› besser, und wann ist ‹weniger› besser?“ (Gigerenzer)"

    aus:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Gigerenzer

    Und bitte denken Sie daran, wenn Sie heute abend wieder vergessen haben sollten den Tavel rosé aus Ihrem Keller auf Ihre Gartenterrasse gebracht haben, dass Sie ein sehr hohes Risiko eingehen die Treppe herabzufallen und sich zu verletzen 🙂

  22. avatar

    Wer heute noch glaubt, die Geheimdienste dienten nur oder zumindest vor allem zum Schutz vor Terrorismnus dem ist nicht mehr zu helfen. Es geht gerade der NSA um Wirtschaftsspionage, solche hat diese schon damals mit Echelon gemacht und natürlich Politspionage um (potentielle) Politiker erpressen zu können (fast jeder Mensch hat „Leichen im Keller“).
    Dass das was die NSA macht gesetzlich ist, heisst nicht automatisch dass es auch legal ist, da dieses Gesetz gegen die US-Verfassung ist. Dieses Gesetz , der Patriot Act ist übrigrins selber illegal (durch ein Verbrechen) abgesegnet worden. Es gab nämlich am selben Tag einen Terroranschlag unter falscher Flagge (inside job) mit Antrax auf einen Abgeordneten. Unter diesem Schock billigte der Korgress dieses Gesetz ohne dass die meisten Abgeordnetet dieses gelesen haben.
    Wo gibt es die Beweise, dass die Dienste an 9/11 so kläglich versagt haben? War es nicht die CIA selber die (über den pakistanischen Geheimdinst) al Quaida erst gegründet hat?.
    Sorry, NSA, CIA und co sind Teil des militärisch-industriellen Komplex, solche Apparate haben vor allem ein Ziel: Die Vergrößrung der eigenen Macht und des eigenen Budgeds.
    Wieso ist snwoden dann so ein schlimmer Verbrecher, wenn er doch eh nur bestätigt hat, was eh schon bekannt war?
    Zur Gestzesverletzung: Tja im eigenen Land so schnüffeln ist verboten dafür gibt es dann de Zusammenarbeit mit fremden Gehemdiesnst womit das Verbot dann umgangen wird.

  23. avatar

    Cher Roland,

    hier das recette:

    At the first stage of manufacture, the whole milk is heated to around 30°C with the coagulation lasting for at least 16 hours. The fragile curds are drained in moulds, and the whey then allowed to run off. Around 48 hours later the cheese is removed, salted, and placed on racks to dry; once dry, it is moved to cellars to mature.

    Each cheese is rinsed up to three times per week in a mixture of water and marc, and brushed by hand to spread the bacteria evenly over the surface. The yeast and fermenting agents produce the distinctive orange-red exterior, as it develops over a period of around six weeks.

    In 1991, the cheese was awarded AOC status, which states that the manufacture must follow the following rules:[1][2]

    The milk’s coagulation must be performed by lactic acid and continue for 16 hours.
    The curd must be cut roughly as opposed to being broken.
    After drainage, only dry salt may be used.

    http://en.wikipedia.org/wiki/%....._Bourgogne

  24. avatar

    @ Jean-Luc, Roland Ziegler & Co.

    Das ganze Geschnüffel der Geheimdienste bringt gegen Terrorismus sowieso nichts, denn Leute wie Sie verabreden sich trotz PRISM und Tempora via Internet zu ihren terroristischen Aktivitäten, indem sie sich mit kryptischen Mails – vordergründig harmlos – über ihren Lieblingskäse austauschen.

    Ich wüsste gerne, was Ziegler mit Epoisses meint oder mit Benzolnote. Wenn ich ein Geschäft in den Schönhauser Allee Arcaden hätte, würde mir angst und bange.

  25. avatar

    @Jean-Luc: Eine gute Idee! Ich habe zwei Lieblingskäse: Epoisses aus Frankreich und Gruyère aus der Schweiz. Den Gruyère kennt jeder, er ist sehr zart und hart und duftet wie Karamell. Epoisses ist das genaue Gegenteil, er läuft und stinkt, aber ihm fehlt jede stechende Benzolnote, die alle anderen stinkenden Käse so an sich haben. Das macht ihn so unvergleichlich. Der Käseverkäufer in den Schönhauser Allee Arcaden hat mir erzählt, dass viele Frnazosen in Berlin den Weg zu ihm extra antreten, nur um seinen Epoisses zu kaufen. Die Deutschen kennen ihn meist nicht.

  26. avatar

    @ Alan Posener

    Wer soll denn hier behauptet haben, dass der BND oder wer auch immer da nicht mitgemacht haben soll? Wie oft habe ich hier auf Bad Aibling hingewiesen, wo die Deutschen Dienste auch mitmischen. Das macht die Sache ja nicht besser, wenn die Überwachung in transatlantischer Zusammenarbeit erfolgt und der eine Dienst für den anderen das macht, was der andere im eigenen Land nicht so gerne macht. Deswegen frage ich schon seit Tagen, wo Pofalla ist. Und die Tatscache, dass SPD, GRÜNE, CDU/CSU und FDP bei der Bundestagswahl zusammen mehr al 80 Prozent der Wählerstimmen erhalten, anstatt sämtlich an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern, zeigt, dass die BRD eine Bananenrepublik erster Güte ist und die Deutschen eigentlich alle gemollathet hören.

  27. avatar

    Cher Apo,

    „Die Amerikaner haben ein relativ ausgebufftes System zum Schutz der eigenen Bürger,“

    Grau ist alle Theorie sagt man in der deutschen Sprache.

    Leider ist das System in den US nicht ausgebufft !!!

    Ueber Deutschland will ich hier keinen Kommentar verbreiten.

    Ausser dass die Gruppe Gehlen nahezu “ ohne Konflikte“ von uns after WW2 uebernommen wurde…

    NSA und PRISM aehneln sehr watergate…

    warten wir ab.

  28. avatar

    @ Alan Posener

    Sagen wir mal, Sie wussten das und wir alle oder die Mehrzahl nicht:
    US-Präsident Barack Obama erklärte im Juni 2009 im deutschen Ramstein: Germany is an
    occupied country and it will stay that way.
    http://finanzcrash.com/forum/r.....923,120927

    Wir fanden es seltsam, dass Barry schon 2008 am B. Tor auftreten wollte. Er begriff uns offenbar von Anfang an als sein Eigentum. Kennedy dagegen begriff die USA noch als Schutzmacht gegen die Russen.

    P.S. Den oben angeführten blog kenne ich nicht. Der Satz scheint nicht in allzu vielen Zeitungen gestanden zu haben.

  29. avatar

    http://www.spiegel.de/politik/.....12176.html

    Sie konnten das hier und anderswo seit Wochen von mir hören: Die Deutschen wussten Bescheid. Und: Die Amerikaner haben ein relativ ausgebufftes System zum Schutz der eigenen Bürger, die Deutschen anscheinend nicht, weshalb sie lieber auf die USA eindreschen. Aber dafür habe ich hier in erster Linie Häme geerntet.

  30. avatar

    Im Übrigen, Alan Posener, beleidige ich Sie bewusst, damit Sie mal aus dem Heiabett kommen, zusammen mit der „Welt“. Ich finde, Sie sind bei dem Thema nicht auf Draht. Und wenn Sie Maoist geworden sind, um sich von einer Sucht zu befreien, muss man sich fragen, ob sie nicht schon immer ein wenig egozentrisch gedacht haben.
    Ihren Freund Broder, von der Herkunft plus klischeehaft betrachtet (Kaffeehaus, Humor) viel jüdischer als Sie selbst, habe ich bei dem Thema gar nicht angegangen, obgleich er hier genauso gepolt ist wie Sie. Kritik aber fällt bei achgut durch die Maschen eines Netzes, ist also zwecklos. Gucken Sie deren comments an, das hilft. Betrachten Sie das als Kompliment oder wenigstens als Denkanstoß. Ansonsten regen Sie sich ab und genießen Sie das WE. Am Sabbat neige ich zu Deeskalation, vermutlich von den polnischen Vorfahren geerbt. Shalom
    P.S. Ich bleibe aber Christ.

  31. avatar

    @ Alan Posener

    Ich glaube, der Versuch Herrn Snowden – koste es was es wolle – mit dem Begriff „Verräter“ zu verbinden, wird Herrn Snowden nicht schaden, sondern im Bereich des Whistleblowings den Begriff des „Verräters“ eher eine positive Konnotation verleihen.

    Wenn Sie mit Ihrer Etikettierung sagen wollen, Snowden habe den Bürgern in Amerika und auf der ganzen Welt verraten, wie der NSA ihre Grundrechte verletzt, ist Snowden natürlich ein Verräter. Der Normalbürger hat aber ein gutes Gespür dafür, wenn jemand einen vermeintlichen Rechtsbruch begeht, um gegen staatliche Eingriffe in die persönliche Freiheit der Bürger zu kämpfen.

    Letztlich wirkt die derzeitige US-Propaganda gegen Snowden, in deren Chor Sie eingestimmt haben, kontraproduktiv und stilisiert Snowden eher zum Robin Hood des Internets. Bei Assange mag das noch funktioniert haben, bei Snowden zeigt es, wie hilflos und unvorbereitet man auf die Sache war.

    Wenn Sie jetzt mit ihrem Beamteneid kommen, kann ich nur wieder damit kommen, dass auch Ellsberg solche Eide geschworen hat, mein Opa in der Wehrmacht auch und Snowden – das ist ja der Witz in dieser scheinliberalen Debatte – bei einem privaten Dienstleister angestellt war und nicht bei der NSA direkt. Wenn ich ein markliberaler Spinner wäre, würde ich sagen, dass sollen doch Snowden und sein Arbeitgeber Booz Allen Hamilton untereinander ausmachen. Und im Arbeitsleben, finde ich, passt der Begriff „Verrat“ nicht so wirklich. Vertragsbruch passt da besser, aber welches Unternehmen hat noch nie einen Vertrag gebrochen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll To Top