What are the hallmarks of a conspiracy theory? A shadowy group of anonymous people who are said to wield enormous influence behind the scenes. By this token, the left-wing Israeli academic Ofri Ilany has just added a new conspiracy theory to the list. According to a piece Ilany wrote for “Haaretz”, a group calling themselves “Antideutsche” has hijacked German public opinion on Israel. Listen:
Die radikale Meinungsfreiheit zerstört die liberale Universität
Ein Gastbeitrag von Marcus Knauf
Parteipolitische Auseinandersetzungen gehören nicht an die Universität. Diese Ansicht vertritt der Präsident der Universität Hamburg Dieter Lenzen. Er hat im Oktober sieben Thesen zur Wissenschaftsfreiheit veröffentlicht. Dem widersprach Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seiner Meinung nach müssen politische Debatten auch an Hochschulen geführt werden. Er irrt. Um die Freiheit der Universität zu verteidigen, müssen wir akzeptieren, dass die Meinungsfreiheit in der von Paqué reklamierten Form, nicht gilt. Mehr noch: Eine radikale Meinungsfreiheit kann die liberale Universität zerstören.
Axel Meyer, die Barsche und die Gender-Debatte
Ich traf Axel Meyer im Juli 2008 am Wissenschaftskolleg Berlin. Der nicht unumstrittene Evolutionsbiologe hatte mir ein Exemplar seines Buchs „Evolution ist überall“ geschickt mit dem Hinweis, er habe „mein Interesse an der Evolutionsbiologie bemerkt“ und „meine Kolumnen in der WELT mit Gewinn“ gelesen. Wir unterhielten uns über allerlei, so über Meyers Spezialgebiet, die Evolution der Barsche in Afrika. Kurzum: Er war und ist mir sympathisch. Umso irritierender ist es, wenn er von Dingen redet, die er nicht ausreichend versteht, und dabei apodiktische Feststellungen von fragwürdiger Gültigkeit trifft.
Ist Robert Habeck ein „Traumtänzer“ und ein „Hypermoralist“?
Ein Gastbeitrag von Bruno Heidlberger
„Die urbane Akademikerklasse ist der neue Lieblingsfeind der Gegenwart“, notierte Adam Soboczysnki in der Zeit vom 15. November 2018. Die Dämonisierung der an der Globalisierung partizipierenden urbanen, akademischen und nicht mehr nationalgebundenen Mittelschicht hat Anhänger links wie rechts. Der Vorwurf: Der linksliberale Moralismus sei weltfremd. Er vergifte in seiner Hysterie die politische Diskussion. „Realismus“, sei so der Grundsatzreferent der SPD und Autor Nils Heisterhagen, „in Teilen der Linken, genauer in Teilen der Linksliberalen, nicht gewünscht“. Für die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch, bezeichnet die akademische Mittelschicht, also das Wählermilieu der Grünen, gar als „Mittäter“ des Neoliberalismus und setzt sich mit Alexander Gauland und Sahra Wagenknecht ungewollt in ein Boot, wenn sie „die“ Kosmopoliten en passant als Hypermoralisten verurteilt und zu Sündenböcken für die neoliberale Entwicklung und damit zu Wegbereitern für die Rechtsnationalisten erklärt. Robert Habeck, ein weltfremder Hypermoralist und abgehobener Kosmopolit? Ist da was dran?
Micha Brumliks Mäßigung
Micha Brumlik plädiert im Umgang mit dem Jüdischen Museum für „Mäßigung“. Er sollte das zuallererst selbst beherzigen.
Fritz Vahrenholt flunkert
Als sich die Deutsche Wildtier Stiftung beschloss, sich von ihrem langjährigen und verdienstvollen Vorsitzenden Fritz Vahrenholt zu trennen, war die Aufregung in bestimmten Kreisen groß. „Klimarealist kann Jobverlust bringen!“ hieß es etwa auf der Website von EIKE, der wichtigsten Organisation derjenigen, die einen menschengemachtem Klimawandel – oder dessen Ausmaße – bestreiten.
Bruce Gilley und die AfD
Jeder kennt die Szene aus „Leben des Brian“, wo die „Volksfront von Judäa“ (VVJ – nicht zu verwechseln mit der „Judäischen Volksfront“ oder der „Volksfront zur Befreiung Judäas“) einen Anschlag auf die römischen Imperialisten plant:
„Sie haben uns weiß geblutet, die Schweine“, sagt ihr Anführer. „Was haben sie je als Gegenleistung erbracht, frage ich?“ Da hagelt es aus den Reihen der Revolutionäre Antworten: Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen, Straßen, medizinische Versorgung, öffentliche Bäder, Schulen, Sicherheit und Ordnung, Frieden.
Kritik der reinen Toleranz
Ich freue mich über jeden und jede, die für die offene Gesellschaft und die Meinungsfreiheit eintritt. Sie ist bei uns in keinem guten Zustand. Deshalb hat Harald Stollmeier Recht, wenn er dafür eintritt, Karl Poppers offene Gesellschaft zu bewahren und festhält: „Wir müssen bloß begreifen, dass wir sie für die Anderen zu bewahren haben. Für uns selbst bewahren wir sie automatisch mit.“ Und doch hat Popper selbst einen entscheidenden Vorbehalt gegen die Freiheit für die Andersdenkenden formuliert, auf den Stollmeier nicht eingeht. Der ist aber wichtig.
Die zerbrechende Gesellschaft
Ein Gastbeitrag von Harald Stollmeier
Zuerst die gute Nachricht: Als Extinction-Rebellion-Gründer Roger Hallam den Holocaust als „just another fuckery in human history“ einstufte, distanzierten sich die Sprecher des deutschen Ablegers der Bewegung ohne zu zögern von dieser Entgleisung. Das verdient Anerkennung, weil die automatische Verteidigung von Sünden der eigenen Seite rechts wie links inzwischen fast schon Standard ist. Und es verdient Lob, weil diese Art Unbestechlichkeit unsere Gesellschaft vor einer weiteren Polarisierung zu bewahren kann, vielleicht gerade noch rechtzeitig. Das setzt voraus, dass wir uns darüber einig sind, was unsere Gesellschaft ausmacht, insbesondere, was ihre Zugehörigkeit zum Westen ausmacht.
Dem Volke dienen
Die intellektuellen Anführer der Rechtspopulisten halten sich für Individualisten, die sich tapfer dem Mainstream widersetzen. Wie 68, nur eben rechts. In Wirklichkeit ist der Wunsch, endlich ihren Individualismus und Intellektualismus loszuwerden und im breiten Strom der Masse mit zu schwimmen, ein viel stärkerer Antrieb. Wie das ja auch bei den Nachfolgern der 68er, den K-Gruppen der Fall war. Und nicht nur bei ihnen.
Der Reformator spricht
Der Arzt Klaus Eikemeier ist ausweislich seiner Webseite ein besonderer Mensch. Er ist auch ausweislich derselben Webseite ein Antisemit, ich korrigiere mich: Jemand, der hin und wieder Antisemitisches postet. Wie das Bild, das diesen Artikel schmückt. Und nicht nur das: An Familie, Freunde und Vertraute hat der Mann, der für die „Herstellung einer neuen Weltordnung“ streitet, ein antisemitisches Machwerk verschickt, dessen wesentliche Aussagen ich hier dokumentiere.