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Kannste noch arbeiten?

Ich bewundere den Arbeitsmarkt-Optimismus unseres Landes, aber auch die Hartnäckigkeit und das Durchhaltevermögen unserer ‚Boomer‘ – Generation. Wir mögen es kompetent und effizient. Für viele von uns war und ist Arbeit ein essentieller Teil unserer Identität. Egal ob wir Angestellte oder Selbstständige waren oder es noch sind. Und ich würde sogar behaupten, dass die angemessene Entlohnung zwar wichtig war, jedoch meist nicht an erster Stelle stand. Sinnvoll war gut. Team war wichtig. Vielleicht gab es ein wenig Pioniergeist, gerne gepaart mit der Erfahrung von Wertschätzung unserer Zeit und unserer Erfahrung. Menschlich mau bis untalentiert auf Führungsebene ist kein ‚Boomer‘-Terrain. Und dieses interessante Feilschen um mehr Freizeit für Fun & Family kommt auch eher seltsam rüber. Die Trennung der Welten von Arbeit und – der Rest? Weiterlesen

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Songs von Leonard Cohen (11): First We Take Manhattan

Als dieser Song 1986 herauskam, fand ich ihn ziemlich doof, vor allem wegen des Refrains: „Zuerst nehmen wir Manhattan ein, dann Berlin“. Ähm, nein, dachte ich angesichts der Pläne der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten, umgekehrt wird eine Strategie daraus: „We gotta take Manhattan; but first we‘ll take Berlin.“ Den Rest des Textes finde ich inzwischen ziemlich großartig; aber den Refrain finde ich auch 40 Jahre später problematisch. Gehen wir dem Problem also nach.

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Im Land der Klemmfurzer

Sicherheit statt Lebensfreude. Karikatur: Andre Utkiek

 

Irgendwo und irgendwann in den vergangenen Jahrzehnten ist es passiert, heimlich, still und leise: Das erlebnisorientierte Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll wurde ersetzt durch Spießigkeit, durch eine vorgebliche Vernunft. Was für den Einzelnen durchaus eine erstrebenswerte Einstellung sein mag, ist gesamtgesellschaftlich eine Katastrophe. Wir haben die Freiheit, das Recht auf Rausch, gegen ein Sicherheitsdenken eingetauscht, das uns lähmt. An die Stelle von Kreativität und situationsbedingter Spontaneität sind Vorschriften und Überwachungen getreten. Willkommen im Land der Klemmfurzer! Eine Polemik

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Terroristenzähmen leicht gemacht oder: Greta und der Rote Tod

In den nächsten Tagen hat die Live-Action-Variante des Films „Drachenzähmen leicht gemacht“ Premiere. Ob die aufwändige Produktion besser ist als der klassische Animationsfilm von 2010, und ob der besser ist als die Buchvorlage von Cressida Crowell, ist Ansichtssache. Egal. Sie werden vermutlich von Ihren Kindern sowieso gezwungen, sich den Film anzusehen.

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Füssen, Bad Tölz und der Chiemsee. Eine frühlingshafte Kulturreise durch das Voralpenland

 

 

 

 

 

Wir starten in Füssen. Die Allgäuer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, der türkisfarbene Lech, der Forggensee – Mitte Mai noch nicht in voller Wasserhöhe –, eine romantische Altstadt, die Königschlösser und die barocke Wieskirche in der Nähe, all das: weltbekannte kulturelle und landschaftliche Glanzlichter. Wir finden hier im Ostallgäu an der Grenze zu Oberbayern Traumrouten für Wanderer und Radler, genauso wie Museen und historische Orte, die zum Allerfeinsten gehören, was das Urlaubsland Deutschland zu bieten hat. Die Gegend ist kein Geheimtipp, sicher nicht, sondern ein Reise-Klassiker mit Traumkulisse vor fantastischem Bergpanorama … Weiterlesen

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Affentheater in Potsdam – „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka am Hans-Otto-Theater

Es liegt näher als man denkt, dass man in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint, Kafkas Monolog auf die Bühne hievt. Das Adjektiv „kafkaesk,“ das Zustände und Vorgänge in deren derben Absurditäten das Leben affektieren, beschreibt das, was in Potsdam in der Reithalle Box zu erleben ist: Einsamkeit und Selbstausbeutung für Klicks und Likes in einer nahezu vollständig vernetzten Welt. Weiterlesen

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Branwell Brontë: Ein schwarzes Schaf

In dem berühmten Bild, das die drei Schwestern Brontë im Wohnzimmer des Pfarrhauses zu Haworth zeigt, leuchtet zwischen Charlotte auf der rechten Seite und Emily und Anne links ein länglicher Fleck, den ihre erste Biographin Elizabeth Gaskell, die Schöpferin der Brontë-Legende, als „helle Säule“ beschrieb. Tatsächlich aber handelt es sich um ein Selbstbildnis des Malers, das dieser später selbst entfernte – auslöschte, wie er sein eigenes, verpfuschtes Leben mit Whisky und Opium ausgelöscht hat. Der Maler ist Branwell Brontë.

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Songs von Leonard Cohen (10): Everybody Knows

Ich habe vergessen, wer mir riet oder mich bat, „Everybody Knows“ zu besprechen. Egal. Der Song (den Text findet man, wie immer, unten) ist schon lustig. Lustig? Moment. Schrieb nicht Stephen Holden in „The New York Times“, der Song sei „a bleak prophecy about the end of the world as we know it“? Was ist am Weltuntergang schon lustig?

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Nicht mehr Leben und noch kein Sterben – „Ismene, Schwester von“ am Hans-Otto-Theater in Potsdam

Dreitausend Jahre lang hat sie geschwiegen. Jetzt endlich spricht Ismene, die andere Tochter König Ödipus‘ und Schwester von …, deren Namen sie nicht mehr aussprechen will. Das Monodrama der äußerst produktiven niederländischen Theaterautorin Lot Vekemanns in der großartigen Übersetzung von Eva Pieper im Hans-Otto-Theater.

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Presseanfragen? Bitte nicht stören!

Journalismus ist im Grunde ein unglaublich spannendes Berufsfeld. Grob gesagt hinterfragt man, stellvertretend für seine Leser, Hörer, Zuschauer Dinge, deckt Widersprüche auf und holt Informationen dort ein, wo sie zu finden sein sollten: bei denen, die sie haben. Das wird allerdings immer schwieriger. Nicht etwa, weil es keine Informationen mehr gäbe. Sondern weil man in den Pressestellen vieler Unternehmen und Institutionen offenbar glaubt, dass „Öffentlichkeitsarbeit“ vor allem bedeutet, möglichst wenig Öffentlichkeit zuzulassen.

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Zirkus ohne Tiere – begeisternd und einfach nur magisch!

Gestern war ich zum ersten Mal seit 34 Jahren wieder in einem Zirkus. 34 Jahre! Das letzte Mal war 1991, in Moskau, im legendären Staatszirkus. Was hätte das für ein Erlebnis sein können – die Geschichte, die Kulisse, die Größe! Doch was geblieben ist, ist keine glanzvolle Erinnerung, sondern ein bitterer Nachgeschmack. Tanzbären mit blutverkrusteten Nasenringen, das Fell stumpf, die Bewegungen apathisch oder abgerichtet-aggressiv. Ich habe die Vorstellung vorzeitig verlassen. Weiterlesen

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