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Ein Duftzerstäuber als Staatsfeind Nr. Eins: Siegmund und der SPIEGEL

Eigentlich weiß jeder, der im Geschichtsunterricht nicht geschlafen hat und die aktuellen politischen Debatten aufmerksam verfolgt, dass Ulrich Siegmund ein gefährlicher Mann ist. Ein Wahlsieg seiner AfD in Sachsen-Anhalt könnte einen Domino-Effekt auslösen.

Die potenziellen Wähler der Faschistenpartei würden sich ermutigt fühlen, in weiteren Bundesländern würde sie noch mehr Zulauf bekommen und so Schritt für Schritt der Demokratie den Todesstoß versetzen. Um das zu wissen, braucht es den SPIEGEL nicht. Vor allem braucht es kein Titelbild, das den beliebtesten Menschen-Ver-Führer der AfD prominent zeigt.

Die Chefredaktion und die verantwortlichen Redakteure hätten ahnen müssen, dass Siegmund den Spieß umdreht und jetzt feixend SPIEGEL-Ausgaben signiert und – leider zu recht – darauf hinweist, dass das Hamburger Magazin sich mit dem Titel zum AfD -Wahlhelfer gemacht hat. So rotzt er denn auch folgerichtig auf X seine diebische Freude ins Netz: „Wenn wir am 06.09.26 46 % holen, verrate ich euch, was wir für die Nummer im SPIEGEL bezahlt haben.“

Was nichts an der Richtigkeit der Headline ändert, dass Siegmund der gefährlichste Mann Deutschlands ist. Bijan Moini, Legal Director der Gesellschaft für Freiheitsrechte, die kürzlich ein juristisches Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD vorlegte, sieht Siegmund dabei in der Rolle als Sprechpuppe der ausgewiesenen Neonazis in der Partei und analysiert auf Bluesky knapp „Ich halte Siegmund ebenfalls für den gefährlichsten Mann Deutschlands. Er bringt genau das in die rechtsextreme AfD, das ihr Weidel & Höcke nie geben konnten: ein freundliches Antlitz, Spritzigkeit und Charme, Humor und TikTok-Skills. So könnte er Neonazis wie Tillschneider an die Macht bringen“.

Andererseits wissen wir auch: Kein noch so treffendes Titelbild, keine noch so treffende Story, wird nur einen einzigen Wähler davon abhalten, die AfD zu wählen. Preaching to the converted war schon immer ein Problem aller Demokraten, die gegen den Faschismus anschreiben, anreden und andemonstrieren.

So wird es wohl auch bleiben. Man wird Faschisten nicht bekehren, zumindest nicht in relevanter Menge. Man muss ihnen die Wahlmöglichkeit entziehen. Das geht nur über das Parteiverbot. Ist diese Einsicht einmal bei den Entscheidern angekommen, werden Titelbilder wie dieses obsolet. Dann könnten wir endlich Schlagzeilen wie diese im SPIEGEL lesen: „AfD verboten. Das Kaninchen starrt nicht mehr auf die Schlange. Politik endlich wieder handlungsfähig“. Hoffentlich. Als Anregung für bessere Titelbilder einstweilen mal das hier: 

Fahndungsplakat oder Wahlwerbung?

Betrachten wir das Foto auf dem SPIEGEL-Titel noch einmal. Das Motiv ist geschickt gewählt. Ja, es mag an den Stil der RAF-Fahndungsplakate erinnern. Ich vermute, das ist auch genau so beabsichtigt. Im besten Fall erzeugt es Aufmerksamkeit und Nachdenken. Nennen wir es mal „Nachdenken über den Grad der Gefährlichkeit“. „Einspruch, Euer Ehren“, höre ich den Chor der Verharmloser rufen. „Die AfD ist doch nicht die RAF. Die mordet doch nicht, Gott bewahre!“ Einspruch stattgegeben. Das wird auch nicht zwingend insinuiert. Es ist ist keine Gleichsetzung, sondern ein Denkanstoß. Sowohl die AfD als auch die RAF waren und sind erbitterte Feinde der Demokratie. Aus ganz unterschiedlichen Richtungen, mit unterschiedlichen Mitteln.

Während aber die RAF – ein verlorener Haufen durchgeknallter mordender Bürgerkinder – keine Unterstützung aus der Bevölkerung hatte und auch nie in die Nähe der Macht kam, die liberale Demokratie zu gefährden oder gar zu zerstören, hat sich die faschistische Ideologie der AfD heute in Teile des Bürgertums hineingefressen. So ist die AfD im Gegensatz zur RAF eine reale ernstzunehmende Bedrohung für Freiheit und Demokratie und sollte auch so behandelt werden.

Die Rechten fantasieren von „Gewaltaufruf“.

Die Reaktionen der Ultrarechten sind denn auch erwartbar. Manche versteigen sich zu der absurden Behauptung, der SPIEGEL habe mit dem Titelbild einen indirekten Mordaufruf in die Welt gesetzt. Man müsse damit rechnen, das ein „Antifant“ ernst mache und zum Attentäter werde. Die „alternativen Medien“ überschlagen sich vor Entrüstung. Ein zynischer Witz angesichts der Tatsche, dass die Zahl rechtsextremer Straftaten steigt und steigt. Gerade lese ich: „Laut einem Bericht des MDR attackierte der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer dort offenbar zwei 14-jährige Jungs. Sie sollen zuvor Wahlplakate der Partei beschädigt haben. Einer der beiden berichtete dem Sender, Bausemer habe einen Baseballschläger benutzt, um damit seinen Freund ‚vom Roller zu holen“. Bausemer brüstet sich auf Facebook seiner Tat hat dafür etwa 25.000 Likes eingesammelt. Wir erinnern wir uns ein paar Tage zurück, als der Kabarettist Uwe Steimle bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau ganz direkt und unmissverständlich zum Doppelmord aufgerufen hat. Was im gleichen Atemzug von den gleichen „alternativen“ Propagandaschleudern als nette Satire abgehandelt wird.

SPIEGEL-Titel ist wenig hilfreich

Wer sich aus seriösen Quellen informiert, weiß eh schon alles: Dass in Siegmunds Mitarbeiterstab Leute aktiv sind, die aus einer Organisation stammen, die „Kinder zu nationalsozialistischen Freiheitskämpfern“ erziehen wollte. Dass diei AfD Tausende Kinder mit Behinderungen und Kinder von Geflüchteten aus ihren Schulklassen werfen will. Verfassungsschutz, Polizei und Behörden würden unter die Weisung von gesichert Rechtsextremen gestellt. „Mehr Bismarck, weniger Hitler” hießse es im Geschichtsunterricht. Deutschlandflaggen und Nationalhymne an Schulen.

Dass der nette Herr Siegmund die „Pandemie-Panikmache“ bekämpfte, ist ebenso bekannt wie seine Teilnahme an dem berüchtigten Potsdamer Deportationstreffen 2023, das Anfang 2024 Millionen auf die Straße trieb. Bei dieser Konferenz in der Villa Adlon trat er als einer der Redner auf. Das Straßenbild müsse sich „innerhalb kürzester Zeit“ ändern, sagte er dort. Ausländische Restaurants müssten unter Druck gesetzt werden. Es solle in Sachsen-Anhalt „für dieses Klientel möglichst unattraktiv sein zu leben.“ Und das könne man sehr einfach realisieren – „sehr, sehr einfach“. Dass die AfD das priorisieren will, was sie für „deutsche Kultur“ hält, darf man getrost als „weg mit entarteter Kunst“ übersetzen. All das ist bekannt und tausendmal wiedergekäut.

Interessanter wäre es gewesen, hätten die SPIEGEL-Rechercheure einfach mal die rechtsextremen Youtube-Kanäle durchgescrollt, die Siegmunds Wahlkampf täglich live streamen. Ich habe mir das stundenlang angetan. Da konnte man sehen, wie schnell das Bild vom „sympathischen Schwiegersohn“ bröckelt. Der Blick auf seine Fans genügt: zum Gutteil extrem übergewichtige, von Kopf vis Fuß tätowierten Menschen, die dort (bisweilen auch hörbar angetrunken) ihren Diktatur-und Gewaltfantasien freien Lauf lassen und sich auch mal den Namen ihres Idols auf die Waden tätowieren lassen. Ja! KeinWitz. Die haben verstanden, was Ihr Vorbild meint, auch wenn er es nicht explizit sagt. Darüber hätte man schreiben können. Und darüber, dass sich der Kandidat bei jedem Fernsehinterview, bei jeder Talkshow und Kopf und Kragen redet. Weil er von nichts auch nur den blassesten Schimmer hat. Eigentlich ist Siegmund eine lächerliche Figur. Ein fernstudierter Duftzerstäuber, der glaubt im Körper eines Ministerpräsidenten wiedergeboren zu werden, weil er an der Büchse der Pandora geschnüffelt hat. Darüber wäre zu berichten gewesen. Chance verpasst.

Feine Sahne Fischfilet als Medizin?

Der Kaiser ist schon lange nackt, seine Kleider liegen wie ausgebleichte deutsche Fahnen um ihn herum, Jeder sieht es, alle schauen weg. Es wäre allemal sinnvoller gewesen, der SPIEGEL hätte mal bei denen nachgefragt, die ganz konkret bedroht sind, falls die AfD tatsächlich in Magdeburg regier, bei denen, die jetzt schon auf gepackten Koffern sitzen. Bei denen, die im erbraunten Sachsen-Anhalt tapfer und bisweilen unter Lebensgefahr das wacklige Fähnlein der Demokratie hochhalten. Die hätte man fragen können, wie sie sich im Fall des Falles wehren würden und wie sie darauf vorbereitet sind. Welche Strategien sie entwickeln, mit denen man der AfD das Regieren so schwer wie möglich macht.

Angesichts der Tatsache, dass jeder AfD-Wahlsieg ihr Leben gefährlicher machen wird. Aber vielleicht kommt das ja im nächsten SPIEGEL. Hoping for the best but expecting the worst. Einstweilen hilft, was Ilko Sascha Kowalczuk kürzlich in den Tagesthemen empfahl: Mit guter Laune gegen die Faschisten und Kremltreuen kämpfen. Als Soundtrack der guten Laune empfiehlt er an anderer Stelle Feine Sahne Fischfilet. Monchi, der Sänger der Band, sagte gerade in einem Interview der Süddeutschen Zeitung: „Mehr machen als meckern, das ist ein gutes Motto für die Seele. Und egal, wie scheiße es läuft, dreh bei „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros immer die Boxen auf Anschlag, danach ist es nie schlechter“. Ich werde es mal probieren. Vielleicht hilft es ja.

Post Scriptum

SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit hat sich inzwischen zur Kritik geäussert: „Relevanz ist unser oberstes Kriterium, nicht die Frage, wem eine Titelgeschichte nützt oder schadet“, betont er und verweist auf den bekannten Satz „Sagen, was ist“ des einstigen Herausgebers Rudolf Augstein. Das gelte auch für die Titelseite. Deshalb zeige man dort Siegmund mit der Zeile: „Der gefährlichste Mann Deutschlands.“

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Über Thomas Zimmer

Wollte mal Lehrer werden. Anglistik und Geschichte studiert, Journalist geworden. Erst Radio, dann Print. Alles, nur nicht Wirtschaft und Sport. Vorzugsweise Rock, Pop und Folk. Vier Semester Dozent für Pop- und Rockgeschichte an der Musikhochschule Karlsruhe. Biografie des BAP-Drummers Jürgen Zöller und ein Buch mit Konzertkritiken aus 20 Jahren. Interviews mit Rock-Größen wie Phil Collins, Ian Gillan, Beth Hart u.v.a. Interview-Podcast „Das Ohr hört mit“ - mit Musikern und anderen Kulturmenschen. Bei "Starke Meinungen" schreibe ich über alles, was mir gerade durch den Kopf rauscht. Zunehmend auch Politisches. Die Zeiten sind danach. Podcast hier: https://open.spotify.com/episode/18TWjOfWR07gezCpidAsKV Homepage: www.thomaszimmermusik.de

9 Gedanken zu “Ein Duftzerstäuber als Staatsfeind Nr. Eins: Siegmund und der SPIEGEL;”

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    Die AfD ist einfach demagogischer, heuchlerischer, skrupelloser als die anderen Parteien.
    Die Menschen werden noch frecher belogen. Soziale Ängste werden gnadenlos ausgenutzt.
    Und wer betreibt zur Zeit den Sozialabbau, wer ist der Brandbeschleuniger?

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      Diejenigen, die die Entscheidungsbefugnis haben: die Regierung – egal welcher polit. Ausrichtung, sei die Richtung selbst gewählt oder ihr zugeschrie(be)n.

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    @TZimmer: Kann grad nicht konkret unten drunter anworten: Guter Plan, dieser Austausch wäre sicher erquicklicher. Gern auch über Lombardo oder andere…

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    Wow. Eine herrschaftsfreier Diskurs scheint mit Ihnen, Herr Z., unmöglich. Dann viel Vergnügen mit den Toten Hosen.

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      Was ist ein herrschaftsfreier Diskurs. Derartige Termini sind mir fremd. Und mit wem soll ich diskursifizieren? Mit AfD-Anhängern etwa? Mit Leuten, die mich sofort is Lager stecken würden, wenn Sie könnten? Danke, Never. Nur zur Klarstellung: Nicht dass Sie denken, ich würde Ihnen unterstellen, AfD-Fan zu sein. ich habe allerdings nicht die geringste Ahnung, was Sie mir sagen wollen. Hören Sie Anika Nilles. Das beruhigt.

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        Ach, kommen Sie, Herr Z.: Herrsch. Diskurs, Habermas? Egal. Ja, schon krass, dass die Frau Nilles nun bei Rush trommelt, Kotau! Ich erachte das überfrequente Nutzen des Faschismusbegriffs als nicht zielführend. Der auch hier einen Kommentar hinterlassene Herr Frick sagte es: Inhalte. Die AfD ist so stark, nicht weil es in D 30 bis 40 % – ob Bund oder Land – Faschisten gibt, nein. Die AfD ist momentan (!) so stark, weil diejenigen, die die Verantwortung tragen, schlecht Politik machen. Ja: Die AfD ist NULL % verantwortlich für den Zustand des Landes. Immer nur die Partei(en), die eine Regierung bildet/en. Ist doch ne Binse. Denken Sie an Sahara Wagenknecht: Die reißt seit Jahrzehnten die Fresse auf aus der Oppositionsrolle heraus – deren gutes demokr. Grundrecht, ein fundamentales, nebenbei –, und hat bislnag NULL % Verantwortung. Zerooooo. Wissen Sie, dass die Frau Stalins „Politik“ apologisierte? http://www.glasnost.de/pol/wagen.html Wow.

        Ich würde entspannt bleiben. Denken Sie an die wenigen AfD-Landräte im Osten, die es da gibt – weiß grad nicht, wer und wo, die gibbet aber. Das beste Beispiel: einer wollte den KITA-Beitrag auf 0 senken, musste den, nach Machtübernahme, um 20 % erhöhen. So was Banales. Da standen dann die AfD-Fans mit der Forke vor dessen Landratsbüro….

        Ich höre jetzt „Blacklist“ von Exodus, live, Wacken, 2007. Einer der besten Live-Sounds, die ich je zu hören bekam.

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        Habermas – den Namen habe ich schon mal irgendwo gehört. Bin zu jung dafür. Der Zustand des Landes ist weitgehend hervorragend. Anika Nilles ist eine Göttin. Saga Warenknecht war immer und bleibt Stalinistin. Es gibt zu viele Antisemiten im Land. Wir beide sollten uns vorzugsweise über Themen wie den Öffnungsgrad der Hi Hat bei Roger Taylor unterhalten.

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    Werter Herr Frick. Ich habe das Titelbild kritisiert und die Inhalte des Artikels, die sich meiner unmassgeblichen Meinung nach weitgehend an bereits bekannten Tatsachen entlanghangeln, statt die These vom „gefährlichsten Mann“ wirklich zu untermauern. Was allein anhand seiner Rhetorik ein Leichtes gewesen wäre. . ich kann auch nicht sehen, dass die anderen Parteien die AfD in besonderem Masse dämonisieren. Dafür sorgt die AfD eigentlich selbst, aber ihren Anhängern sind die Ungeheuerlichkeiten vollkommen egal, die die „Politiker“ dieser Partei täglich von sich geben. Je radikaler die AfD wird, um so mehr Zuspruch bekommt si. Un dgenau da liegt der Fehler der anderen Parteien, die die AfD immer noch behandelen, als sei sie ein „normale“ Partei. Das ist aber auch der fatale Fehler der Medien – wie ich an anderer Stelle bereits geshrieben habe. Zudem – auch das ist Teil der Wahrheit – gibt es leider in der CDU immer noch Menschen, die die Grünen lieber „dämonisieren“ als die AfD. Da bräuchte es ein paar mehr Ruprecht Polenze. Im Übrigen: Ich habe den Regler noch längst nicht bis zu Anschlag aufgedreht. Mache ich jetzt und höre mal eine Runde Tote Hosen. Und weiter: Hätte ich die AfD-Fans, die in den Videos von Utopia TV oder Weichreite zu sehen sind, als schlanke, fröhlich lächelnde, intelligente Menschen beschreiben sollen? Dann wäre ich ja tatsächlich „Lügenpresse“. ich bin ja froh, diese leute nur am Bildschirm zu sehen. Würde ich denen im „echten Leben“ auf der Strasse begegnen, würde ich die Seite wechseln.. Aus Sicherheitgründen. Ich bin fast überzeugt: Auch Sie würden das tun.

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    Lieber Herr Thomas Zimmer, Sie kritisieren die SPIEGEL-Dramatisierung, und drehen anschließend selbst den Regler bis zum Anschlag: „gefährlichster Mann Deutschlands“, „Faschistenpartei“, „Menschen-Ver-Führer“, „Neonazis an die Macht“, „Todesstoß für die Demokratie“, dazu dicke, tätowierte, betrunkene AfD-Wähler. Mehr Wahlwerbung kann man Siegmund kaum schenken. Das betreiben viele seit Jahren, und wundern sich dann über jeden neuen AfD-Rekord. Vielleicht entzaubert sich die Partei irgendwann ganz einfach durch Regierungsverantwortung. Und womöglich wäre viel gewonnen, wenn die anderen Parteien die Probleme des Landes ebenso energisch angingen wie die Dämonisierung der AfD.

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