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Die vergessenen armen Kinder

Foto: Die Arche

Die Parteien beschäftigen sich im Berliner Wahlkampf mit vielem: queere Aktivitäten, Klima, Palästina, Radwege, Enteignung von Wohnungskonzernen. Nur nicht mit den sozialen Randgruppen.

Seit 25 Jahren lebe ich in Berlin, war lange Zeit Mitglied der Bundespressekonferenz und bin seit fast einem Vierteljahrhundert Sprecher der Kinderstiftung Die Arche. Vorher war ich 20 Jahre als Journalist in Bonn tätig. Der Sprung von Bonn nach Berlin, so denke ich manchmal, war genauso schwer wie der Sprung von der Burka zum Bikini. Diesen Sprung mussten fast alle Geflüchteten in den vergangenen elf Jahren absolvieren. Ein erheblicher Teil von ihnen landete in der Hauptstadt. Dort gibt es wenig Wohnungen für sie, viel zu wenige Jugendeinrichtungen und schlechte Schulen in überfüllten Brennpunkten.

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Heul doch. Dolly Partons „Coat of Many Colors“

Bild: Gemini, nach Prompts von Dolly Parton

Es gibt Songs, da weiß ich, dass sie kitschig sind, aber heulen muss ich doch jedes Mal, wenn ich sie höre. „Green, Green Grass of Home“ von Tom Jones etwa, oder „Halleluja“ von Leonard Cohen. In dieses Genre, sentimental, aber irgendwie doch gut, passen viele Songs von Dolly Parton, zum Beispiel „Eagle When She Flies“, „Deportees“, or „If You Hadn’t Been There“, und es ist natürlich auch diese Stimme, die zwischen schluchzen und jauchzen changiert, zwischen flüstern und verkünden, die immer total kontrolliert ist und dennoch zuweilen den Eindruck vermittelt, als würde sie selbst vom Text überwältigt, die selbst kitschige Songs in etwas verwandeln kann, das den Kitsch mit offenen Armen annimmt und damit transzendiert.

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