Wenn Menschen im fortgeschrittenen Alter sich kritisch mit ihren politischen Jugendsünden auseinander setzen wollen, stoßen sie auf Schwierigkeiten. Zum einen hat das Gedächtnis die wohltuende Eigenschaft, negative Erlebnisse aus der Jugendzeit dem Orkus des Vergessens anheim zu geben.
Zum anderen fällt es einem schwer, vom heutigen „aufgeklärten“ Standpunkt aus jugendliche Verirrungen zu ertragen. Nur schwer kann man sich damit abfinden, dass man eine so abwegig-radikale Weltanschauung jemals vertreten hat. Gar unerträglich kann der Gedanke sein, dass man Polizisten durch Steine, die man aus einer Demonstration heraus warf, verletzt hat. Solche unschönen Verhaltensweisen spaltet man deshalb allzu gerne von der eigenen Person ab. Weiterlesen