Eine neue wissenschaftliche Studie, die in der Zeitschrift Foresight veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass die menschliche Zivilisation am Rande des nächsten „Riesensprungs“ in ihrer Evolution stehen könnte. Allerdings werden die Fortschritte durch zentralisierte, autoritäre und rechtsextreme politische Projekte vereitelt werden. Als Beispiel wurde in der Studie die bevorstehende, neu gewählte US-amerikanische Regierung unter Donald Trump genannt. Weiterlesen
Allgemein
Vom Sinn des Soldatseins – Erinnerungen an den Wehrdienst in der DDR (Teil 9/9)
Fast jeder Mann, der ungefähr vor 1970 geboren wurde und bis 1990 in der DDR lebte, musste dort den Grundwehrdienst in der NVA oder anderen kasernierten Einheiten ableisten. Der Autor, Jahrgang 1960, erinnert sich in neun Kapiteln an seine eigenen entsprechenden Erfahrungen.
Kapitel 9
Als Vater mich abholte, lag das Kapitel Armee hinter mir, versuchte ich mir einzureden. Dabei wusste ich nur zu gut, dass ich lediglich ein erstes großes Hauptkapitel hinter mich gebracht hatte; mehrere kleine würden mit Sicherheit noch folgen, die Frage war nur, wie lange die Schonzeit dauern würde. Denn der Staat betrachtete seine Bürger als Leibeigene und junge Männer ganz besonders, indem er sie nach Ableistung des Grundwehrdienstes zu Reservisten deklarierte. Weiterlesen
Erdbeben in Syrien
Manchmal ist ist die Geschwindigkeit, mit der Nachrichten uns aus allen Teilen der Welt erreichen atemberaubend. Es ist daher nicht so einfach nachzuvollziehen, ob sie der Wahrheit entsprechen oder nicht, erst recht, wenn sie sich nicht vor der Haustür abspielen und Personen involviert sind, deren Sprache die Journalisten nicht beherrschen.
Gerade bei der Berichterstattung aus dem Nahen Osten fällt auf, dass die englischsprachigen Nachrichten oft von den deutschen abweichen, ganz zu schweigen von den hebräischen oder arabischen. Dadurch entsteht ein Problem: Die Rezipienten erhalten unterschiedliche Informationen abhängig davon, welchem Kulturkreis sie angehören. Weiterlesen
10.000 km ostwärts – eine Reise durch das beginnende 1989 (25), auf der Rückreise
KIEW, 17. März 1989
(Hier der Link zu allen Tagesberichten.)

Ich will nach Budapest, wie gesagt. Vorerst habe ich jedoch eine Liegekarte (Russisch: „PIazkarta“) zu erwerben. Und mit dieser Aufgabe irre ich erst einmal ziemlich hilflos in der Bahnhofshalle herum.
Dort treffe ich wieder auf meine Mitreisende Swetlana, Weiterlesen
Der Amtseid: Ergibt er noch Sinn oder kann er weg?
„Alle Macht geht vom Volk aus“ – so ist es in Artikel 20 (2) des Grundgesetzes zu lesen. Das klingt doch erst einmal prima. Der Punkt geht aber noch weiter: „Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ Zusammengefasst bedeutet es, dass das (wahlberechtigte) Volk seine Vertreter wählt und diese in seinem Sinne agieren. Dieses System wird als repräsentative Demokratie bezeichnet. Nur, wie repräsentativ ist die Demokratie in Deutschland, wenn selbst fahrlässige politische Fehlentscheidungen keine Konsequenzen haben? Der Versuch einer Streitschrift.
10.000 km ostwärts – eine Reise durch das beginnende 1989 (24), auf der Rückreise
SOTSCHI – KIEW, 16. und 17. März 1989
(Hier der Link zu allen Tagesberichten.)

Das Abteil, das ich beziehe ist leer. Das heißt, Gepäck und Mantel meiner drei Mitreisenden sind sehr wohl hier, nicht aber diese selbst.
Aus dem Nachbarabteil höre ich Gitarrenklänge. So klopfe ich dort an. Richtig: hier sitzen sie alle zusammen, Weiterlesen
Vom Sinn des Soldatseins – Erinnerungen an den Wehrdienst in der DDR (Teil 8/9)
Fast jeder Mann, der ungefähr vor 1970 geboren wurde und bis 1990 in der DDR lebte, musste dort den Grundwehrdienst in der NVA oder anderen kasernierten Einheiten ableisten. Der Autor, Jahrgang 1960, erinnert sich in neun Kapiteln an seine eigenen entsprechenden Erfahrungen.
Kapitel 8
Ich hatte jetzt die Hälfte der Dienstzeit hinter mich gebracht, das Bergfest war gefeiert worden, und wir »Vize« genannten Angehörigen des zweiten Diensthalbjahres fassten den Tag der Entlassung zusehends fester ins Auge. Wir blickten voll durch, hatten alle ungeschriebenen Regeln begriffen, die Schlupflöcher ausgekundschaftet und uns Privilegien verschafft. Wir warteten lediglich noch auf den Entlassungstag der gegenwärtigen EK’s, um danach selbst die ungekrönten Könige im Regiment zu sein. Bald würden wir uns untereinander ganz zivilistisch mit »Kollege« anreden können. Weiterlesen
10.000 km ostwärts – eine Reise durch das beginnende 1989 (23), auf der Rückreise
SOTSCHI, 14. und 15. März 1989
(Hier der Link zu allen Tagesberichten.)

Der Reisebus des sowletischen Partners von Jugendtourist mit Schwester, Bruder, Schwager und Schwägerin (*) und ihrer ganzen Reisegruppe rollt genSüden.
Am Ufer eines Gebirgsflüsschens geht es immer höher und höher in den Kaukasus hinauf. Oben, wo die Straße an einem kleinen Bergsee gesperrt ist, machen wir Halt. Wir müssen auf ziemlicher Höhe sein, oben an den Hängen liegen die Gletscher und Schneefelder, deren einer bis hier hinunter ins Tal reicht.

Vom Sinn des Soldatseins – Erinnerungen an den Wehrdienst in der DDR (Teil 7/9)
Fast jeder Mann, der ungefähr vor 1970 geboren wurde und bis 1990 in der DDR lebte, musste dort den Grundwehrdienst in der NVA oder anderen kasernierten Einheiten ableisten. Der Autor, Jahrgang 1960, erinnert sich in neun Kapiteln an seine eigenen entsprechenden Erfahrungen.
Kapitel 7
Mit Stefan T. war ich noch bis Ende der achtziger Jahre – wenn auch abnehmend – eng befreundet. Vor allem kulturelle Interessen verbanden uns. Im Sommer nach dem Wehrdienst wanderten und trampten wir überdies gemeinsam durch Bulgarien. Stefan war Mitglied der SED, was eigentlich Grund genug sein sollte, ihn zu verachten und zu schneiden, aber gleichwohl schätzte ich ihn sehr wegen seiner außerordentlichen Aufrichtigkeit und Moralität, die ans Naive grenzen konnte. Da ich gerade viel Hermann Hesse las, definierte ich unser beider Verhältnis als das von Narziss (Stefan) und Goldmund (ich). Weiterlesen
Randy Newmans Lieder (4): In Germany Before the War
Dieser Song ärgert mich. Er ärgert mich vor allem, weil ich ihn so gut finde. Weil er mich anrührt und beschäftigt, obwohl ich nicht sicher bin, dass er das verdient.
Selbstmord aus Angst vor dem Tod – Magdeburg und die Folgen
Manche Sätze, die Politiker zu aktuellen Ereignissen in Mikrofone sprechen, erleiden das Schicksal, dass sie sich selbst überleben, weil sie durch die nachfolgende Realität überholt werden. Der berühmteste Satz der jüngeren Geschichte dieser Art ist das „Wir schaffen das.“ Nun, die Wirklichkeit hat diesen Satz damit ad absurdum geführt und damit zu einem Meme gemacht. Dicht gefolgt im Bingo der Textbausteine, denen das selbe widerfuhr ist: „Unsere freiheitliche Gesellschaft wird sich unsere Art, zu leben, nicht durch Terroristen zerstören lassen.“