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Spahn ist überreif für den Rücktritt

Als Gesundheitsminister noch gegen Leithmutterschaft: der CDU-Politiker Jens Spahn. Foto: Wikimedia

Dass der Unionsfraktionschef eine Leihmutter für seinen Kinderwunsch nutzte, steht im klaren Widerspruch zu den Werten und dem Programm der CDU. Er ist schon lange eine Belastung für Kanzler Merz. Mehrere Skandale hat er ausgesessen, dieser ist einer zuviel.

Das „C“ der Unionsparteien entfaltet in Programmen und Reden ihrer Gründer, besonders Konrad Adenauers, vier Dimensionen. Neben der ökumenischen eine nach der Nazi-Barbarei und im Angesicht kommunistischer Bedrohung anti-totalitäre und eine Milieugrenzen überschreitende sozial-integrative; vor allem aber sticht der Anspruch hervor, Politik nicht mehr nur aus Interessen heraus zu entwickeln und zu begründen, sondern wertorientiert auf christlichem Fundament zu betreiben.

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Je näher der Kirche, desto ferner der AfD

Stadtkirche Meinigen

Die Kirchen sind ein Bollwerk gegen die AfD, die sie deshalb bekämpft. Praktizierende Christen halten deutlich mehr Abstand zu der rechtsautoritären Partei als in Meldungen über jüngste Umfragen behauptet.

Mit dem gen 30 Prozent strebenden Stimmenanteil der AfD in Umfragen wächst auch der Anteil der Kirchenmitglieder, die den Rechtsradikalen zuneigen. Alles andere wäre eine Überraschung, denn Zeittrends samt ihren „Irrungen und Wirrungen“ gehen nie spurlos an großen Glaubensgemeinschaften vorbei. Dies wurde etwa infolge der 68er-Revolution auch im Kirchenmilieu sichtbar.Bis heute schmerzhaft ist die Verführbarkeit von Christen in den Dreißigerjahren, als es unter dem Einfluss des Nationalsozialismus eine opportunistische Kirchenaustrittsbewegung und Zweidrittelmehrheiten der „Deutschen Christen“ in evangelischen Synoden gab.

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Die Nashörner kommen – Menetekel einer rechtskonservativen Radikalisierung in vier Szenen

Bild von butti_s auf Pixabay

Vor zehn Jahren beschrieb der Publizist Andreas Püttmann in diesem Blog, wie rechte Scharfmacher einst liberale oder moderat-konservative Gruppierungen zum Kippen brachten und sich Ressentiments, Fanatismus und Aggressivität ins ehedem staatstragende Bürgertum frästen. Diese Entwicklung hat sich fortgesetzt. Wir veröffentlichen deshalb seine Analyse erneut.

Eugène Ionescos Novelle und Theaterstück „Rhinocéros“ beschreibt die fortschreitende Verwandlung einer ganzen Stadt in eine Herde von Nashörnern. Im zweiten Akt entdeckt der Protagonist Behringer bei seinem erkrankten Freund Hans, der prototypisch für die untere Mittelschicht steht, eine Beule am Kopf; später wird dessen Haut grün. Als er den Arzt rufen möchte, hindert ihn Hans daran, denn der fühlt sich gut – und erklärt, dass er die Schwäche der Menschen verabscheue und das Recht der Natur über die menschliche Moral stelle.

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