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Die andere Seite der Migrationsbilanz

Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas. Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Kaum hatte Arbeitsministerin Bas im Bundestag darauf hingewiesen, dass die Flüchtlinge nicht in die Sozialsysteme einwandern, weil ihre Erwerbstätigkeit mit zunehmender Aufenthaltsdauer deutlich steigt, war der Gegenangriff da: Verharmlosung, Schönfärberei, Realitätsverweigerung. Die bekannte Dramaturgie.

Erst wird eine differenzierte Aussage entstellt, dann wird Empörung organisiert, und am Ende soll schon der Hinweis auf reale Integration als politischer Skandal erscheinen. Genau darin liegt das eigentliche Problem dieser Debatte. Nicht darin, dass über Schwierigkeiten gesprochen würde. Sondern darin, dass ein Teil der Debatte an Wirklichkeit gar nicht mehr interessiert ist, sondern sie zum eigenen politischen Vorteil verzerren will. Weiterlesen

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Flüchten Migranten in unser Sozialsystem?

Auf der Flucht. Foto: Rosy / Bad Homburg, auf Pixabay

Im ewigen Streit um die Migration ist es hilfreich, nicht nur mit Schlagworten um sich zu hauen, sondern auf die konkrete Lage vieler der Menschen zu schauen, die in Deutschland Schutz gesucht haben und suchen – ob berechtigt oder nicht. Dann relativieren sich manche der Behauptungen vor allem von Rechtspopulisten und Fremdenfeinden.

Ich war für eine sozialwissenschaftliche Studie bei einer Familie aus Afghanistan mit sieben Kindern. Die Jüngste ist acht Monate, der Älteste 20. Der Vater schuftet als Bauarbeiter. Seine beiden Hände sind davon kaputt. Er bekommt nur wechselnde Einsätze und lediglich 1000 Euro netto im Monat. Davon kann die Familie nicht leben. Deshalb erhält sie noch 1200 Euro Asylbewerberleistungen, auch nicht viel für neun Personen. Pro Kopf sind das 133 Euro. Die Miete zahlt das Jobcenter. Alles zusammen weniger als Bürgereldempfänger bekommen, auch deutsche.

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