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Macher gesucht

Ausguck nach einem starken Kanzler. KI-Bild von Gemini

„Der Herr badet gern lau.“ Mit diesen Worten zielte Herbert Wehner 1973 auf den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt – und leitete damit das Ende von dessen Kanzlerschaft ein. Beschleunigt wurde das Ende durch einen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst von rund zwölf Prozent sowie durch einen Spionagefall im Kanzleramt. Entgegen seinem späteren Nachruhm war Brandt tatsächlich eher ein schwacher Regierungschef.

Sein Nachfolger Helmut Schmidt dagegen hatte früh den Ruf eines Machers. Hochgebildet, musikalisch, schneidig und nicht frei von Arroganz, legte er sich mit dem US-Präsidenten Carter ebenso an wie mit der Sowjetunion – und mit Teilen seiner eigenen Partei, als er den Nachrüstungsbeschluss durchsetzte. Journalisten nannte Schmidt Wegelagerer und die sogenannte Friedensbewegung naiv. Seine Sprache war präzise und allgemeinverständlich. Wenn nicht alles täuscht, braucht Deutschland bald wieder einen Regierungschef von diesem Format.

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Helmut Schmidt und das deutsche Nazi-Gen

Helmut Schmidt war ein zufälliger Kanzler und ein Kanzler des Übergangs. Er wurde 1974 Regierungschef, nachdem sein visionärer, aber willensschwacher Vorgänger das Amt in einem Anfall von Depressionen hingeschmissen hatte; und er musste 1982 den Posten zugunsten eines anderen Visionärs, Helmut Kohl, räumen.

Der als Architekt der „Neuen Ostpolitik“ damals vielerorts als Verräter verdächtigte Brandt wird heute allseits aus dem gleichen Grund verehrt. Man begreift, dass Gesten wie sein „Kniefall“ in Warschau den moralischen Status der Bundesrepublik aufwerteten, und dass die Ergebnisse seiner Ostpolitik – etwa die Vereinbarungen der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ – zum Rosten des Eisernen Vorhangs beitrugen. Kohl wird, wenn auch die von ihm geforderte „geistig-moralische Wende“ bis heute ausgeblieben ist, allseits als Architekt der deutschen Einheit und der Europäischen Union anerkannt. Aber unter Schmidt passierte nichts Weltbewegendes, und er hinterlässt kein politisch-geistiges Erbe. Weiterlesen

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