
In anderthalb Wochen wählt die Partei einen neuen Vorsitzenden, aber gegenwärtig herrscht in dieser traditionsreichen Partei Chaos und Einheitsbrei. Anders kann man den Zustand, der Klarheit, unterschiedliche politische Angebote und Richtungsentscheidungen nicht zulässt, nicht beschreiben.
Wettbewerb sieht anders aus, wenn Henning Höne und Wolfgang Kubicki nicht gegeneinander antreten. Wäre ich noch Mitglied der Freien Demokraten, würden meine Sympathien Wolfgang Kubicki gelten. Genau deshalb finde ich es fatal, dass diese Kampfabstimmung nicht stattfindet.
Kubicki und Höne trennen Welten. Ironischerweise ist Kubicki ein ehemaliger Sozialliberaler, der in der Realität angekommen ist und das Erbe von Otto Graf Lambsdorff bewahren will. Höne ist eigentlich von Hause aus Anhänger eines schwarz-gelben Bündnisses. Er redet allerdings als wäre er linksliberal und spiegel damit viel zu sehr den Mainstream wieder. Positionen wie die Integration gelinge weitestgehend,sind für große Teile der FDP-Mitgliedschaft eine Provokation und damit Höne in ihrer Sichtweise kein geeigneter Kandidat, um aufzuzeigen, dass man Weltoffenheit, strenge Kontrolle der Migration und hohe Ansprüche in der Integration zusammenbringen kann und muss. Ganz besonders in einer Leistungspartei.
Kaum ein Thema spaltet die Freien Demokraten so sehr wie Migration und Integration, und über kaum ein Thema streiten Liberale so erbittert und verlieren Wahlen, weil sie keine eindeutigen Leitlinien mehr dazu haben. Der Bundesparteitag wäre ein richtiger Ort gewesen, um über diese Debatte abstimmen zu lassen. Kubicki, der hier wie bei so vielen Themen die Basis der Partei vertritt, gegen Höne, der die Funktionäre und Kandidaten vertritt, die oftmals linksgerichtete Lebenslügen zu Migration und Integration hinterherlaufen. Schwer zu sagen, wie die Delegierten abgestimmt hätten. Einerseits sind das handverlesene Leute, die Dinge abnicken, andererseits gibt es auch immer mal wieder Dynamiken, die unerwartet und eigenwillig entstehen.
Höne hätte verlieren, aber auch gewinnen können. Gleiches gilt für Kubicki. Dass dieser Wettbewerb gar nicht erst passieren wird und im Vorfeld schon abmoderiert wurde zeigt wie wenig diskussionsfähig und entschieden diese einzige liberale Partei in diesem Land ist. Stattdessen wird Einheit, Gleichheit und Geschlossenheit propagiert, wo gar keine da ist. Die Abstimmung zum Thema Migration im Bundestag kurz vor der Bundestagswahl im Januar 2025 hat mit er Feigheit beim Fernbleiben bei der namentlichen Abstimmung vieler liberaler Abgeordneter der FDP das Genick gebrochen. Sie hat sich von dieser Verantwortungslosigkeit und dieses in die Falle des damaligen Oppositionsführers Merz tappen nie wieder erholt.
Es ist dieselbe Feigheit, die man jetzt wieder beobachten kann mit dramatischen Auswirkungen. Mag sein, dass es schade ist, dass die FDP jemanden wie mich nicht mehr ehrenamtlich involviert sieht. Viel schlimmer als das ist aber, dass die Freien Demokraten eine Wirtschaftsliberale wie mich, die zutiefst bürgerlich ist und eine solche Politik gerne inhaltlich sehen möchte, als Wählerin verloren haben. Vielleicht für immer.
… die FDP stellt sich mir als nutzlos und überflüssig dar. Schon immer. Kein Volk braucht solche Nassauer, Trittbrettfahrer, Schmarotzer und Schnorrer … Kubicki hat allem zugestimmt, was dieses Land zerstört. Müßig aufzuzählen, was ohnehin bekannt ist.
Kubicki und Agnes Strack-Rheinmetall, die selbsternannte ‚Oma ‚Courage‘, werden die FDP, verdientermaßen, beerdigen.
Ein Mehrheitswahlrecht, ähnlich dem der USA, würde sicherstellen, dass solche Extremisten nicht in Regierungsverantwortung gelangen. Selbstdarsteller und ‚Grautöne‘ sollte es in der Politik nicht geben. Meine ich.