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Verizid

Die Dashcam eines Autos zeigt den Angriff von Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 auf einen Schutzraum des Kibbuz Re’im. Quelle: Wikimedia

Ich weiß nicht, ob ich der Erste bin, der dieses Wort verwendet, es erfunden hat. Aber ob nun ja oder nein, es ist ein Wort, das ich auf so vieles anwenden möchte, was man heute in den Medien sieht und liest. Ich definiere es als „die absichtliche Ermordung der Wahrheit“.

Das ist nicht dasselbe wie ein Fehler, der auf schlechte Kommunikation oder unzureichende Fakten, eine Fehlübersetzung oder eine unzuverlässige Quelle zurückzuführen ist. All das kann passieren; ein professioneller Journalist wird sein Bestes tun, um sicherzustellen, dass das, was geschrieben und veröffentlicht wird, so wahr wie möglich ist. Aber nun ja, es wird immer ein gewisses Maß an Selektivität geben, eine Entscheidung darüber, welcher Kontext relevant ist, redaktionelle Entscheidungen hinsichtlich des Einbeziehens oder Weglassens bestimmter Absätze. Das ist bedauerlich, aber normal. Man kann „die Wahrheit“ haben, ohne „die ganze Wahrheit“ zu kennen.

„Verizid“ hingegen präsentiert eine Geschichte mit der festen Absicht, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen, jegliche Wahrhaftigkeit zu leugnen, die Botschaft zu verdrehen und zu verzerren – meist mit einem polemischen, politischen Ziel vor Augen: zu verwirren und zu leugnen, zu untergraben und zu relativieren und jegliches Konzept davon, was wahr und was falsch ist, aufzulösen. Das Wahre als falsch und das Falsche als wahr zu erklären.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte das, was einst eine Zeitung war – es heißt zwar immer noch „New York Times“, lässt sich heute aber am ehesten als Einlage für eine Katzentoilette beschreiben –, unbegründete, unbestätigte, unbewiesene und vor allem UNWAHRE Behauptungen, wonach Soldaten der israelischen Streitkräfte Hunde darauf trainiert hätten, Gefangene zu vergewaltigen. Man muss schon ein ganz besonderer Fantast sein, um so etwas zu erfinden, und der Journalist, der diesen Unsinn erhalten und geglaubt und die Geschichte geschrieben hat, sollte eine Auszeichnung für den schlechtesten Artikel des Jahres 2026 erhalten. Keinen Pulitzer, sondern vielleicht einen Haubitzer.

Gegründet im Jahr 1851 und sich selbst als „eine Zeitung von historischem Wert“ bezeichnend, heißt es auf der Website der NYT: „Wir berichten über den Ort, an dem Sie leben. Und die Welt, in der Sie leben.“ Nun, das ist nicht die Welt, in der ich lebe. Das war also ein eklatanter Akt der Verleumdung. Ich glaube, man sollte nicht nur diese “Zeitung“ boykottieren, sondern alle darin beworbenen Firmen und Produkte. Alles ist infiziert. Brauchen wir eine „Wahrmacht“, um die Wahrheit zu verteidigen?

Die Welt verleugnet die Wahrheit über den 7. Oktober

Und nun hat eine unabhängige zivile Kommission in Israel einen 300-seitigen Bericht über die sexuelle Gewalt, Folter und Demütigungen veröffentlicht, die von der Hamas und auch den Zivilisten aus dem Gazastreifen an Israelis begangen wurden, die am 7. Oktober 2023 in Scharen herbeiströmten, um sich ihrer „Party“ anzuschließen. Basierend auf 10.000 Fotos, 1800 Stunden Videomaterial und den Aussagen von über 430 Überlebenden – und vergessen wir nicht, dass ein Großteil dieses Videomaterials von den Tätern selbst gefilmt wurde, während sie die Verbrechen begingen und sie für die ganze Welt sichtbar veröffentlichten.

Die Welt hat dies leider nicht gesehen oder wollte es nicht sehen und leugnete sogar, was sich direkt vor ihren Augen abspielte; die Welt zog es vor, sich der massiven Verleugnung der Wahrheit hinzugeben, anstatt die Wahrheit anzunehmen, sich ihr zu stellen und entsprechend zu handeln.

1200 größtenteils unbewaffnete Zivilisten wurden an diesem Tag getötet – nicht nur getötet, sondern abgeschlachtet – ganze Familien, ältere Menschen, Babys, Teenager – und es dauerte zwei ganze Jahre, bis die letzten von denen, die nach Gaza verschleppt worden waren, lebend oder tot oder lebend und dort getötet, gefunden und zurückgebracht wurden. Und rund 500 israelische Soldaten fielen in den Kämpfen gegen angeblich unbewaffnete, unschuldige Zivilisten im Gazastreifen – nun, sie lebten im Gazastreifen, also MUSSTEN sie per Definition unschuldig und unbewaffnet sein, nicht wahr? Und wenn sie zufällig doch Waffen und Sprengstoff und Granaten und Raketen bei sich hatten, nun, dann war das doch gerechtfertigter Widerstand, oder?

Das war es, was ein Großteil der Welt zu glauben schien und auch heute noch glaubt. Die Hamas weigert sich nach wie vor, ihre Waffen abzugeben, und die internationale “Friedensorganisation“ scheint zu schwach und inkompetent, um etwas dagegen zu unternehmen. Beim Eurovision Song Contest wird die Niederlande „Null Punkte“ erhalten, und nicht einmal so viele haben sie verdient, ebenso wenig wie Spanien, Irland, Slowenien. Sie sollten stattdessen Minuspunkte erhalten, die von ihren nächsten drei Auftritten abgezogen werden, für ihre unverhohlene Heuchelei.

Ehrlichkeit gegen die Infektion der Lügen

Nichts wird die Wunden der Vergangenheit heilen, aber ein bisschen Ehrlichkeit könnte zumindest die Ausbreitung der Infektion eindämmen. Eine ganze Generation von Studenten ist nun für drei Jahren mit dem Glauben an eine Lüge aufgewachsen. Wer wird sich erheben, ihnen das sagen und es zugeben? In den Städten Europas, der USA, Australiens und Südafrikas haben Menschenmengen auf den Straßen Lügen skandiert und diejenigen bedroht, die darauf hinweisen wollten. Welchen Stellenwert hat die Wahrheit heute noch in den öffentlichen Diskursen, in den internationalen Institutionen, die gegründet wurden, um zu verhindern, dass eine Autokratie ihre Propaganda und ihren Hass ungehindert verbreiten konnte?

Nicht über jemanden zu lügen, möchte ich anmerken, ist eines der Zehn Gebote. Schauen Sie sich das Buch Exodus Kapitel 20,16 an. Es steht dort ganz oben, zusammen mit Mord und Gotteslästerung.

Vielleicht werden wir in 10, 20 oder 30 Jahren zurückblicken und uns fragen, wie die Menschen ihre ND (Natürliche Dummheit) anstelle von KI angewandt haben, als sie versuchten zu verstehen, was geschah. Ich hoffe es. Aber es gibt noch viel zu tun. Sehr viel sogar.

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Über Walter Rothschild

1954 in Bradford, England geboren. Studium Theologie und Religions-Pädagogik in Cambridge. Religionslehrer, dann Rabbinerausbildung am Leo Baeck College, London. Rabbiner in Leeds und Nord-Ost England, Wien, Aruba (holländische Antiillen), Berlin. Dort zunächst als liberale Gemeinderabbiner, aber schnell freigestellt und 25 Jahre freiberuflich in mehrere Gemeinden und Ländern: Deutschland, Kroatien, Österreich, Polen. Dazu promovierte Eisenbahnhistoriker zu den Eisenbahnen in Palästina 1945-1948, Dichter, Liedermacher, Jazz-Musiker. Verfasser diverser Bücher, u.a. ''99 Fragen zum Judentum'' und ''Tales from the Rabbi's Desk''. Drei dieser Bände mit Kurzgeschichten, basierend auf seinen Erfahrungen, sind auch in Deutsch als ''Rabbinische Resonanzen'' erschienen.

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