
Drei Monate nach dem Massaker an mindestens 40.000 Iranern, mehrere Wochen nach Beginn der Militärintervention gegen die Diktatur und inmitten der Blockade der Straße von Hormuz passierte etwas Historisches in Berlin: Reza Pahlavi, Oppositionspolitiker und Hoffnungsträger für so viele Iraner, war zu politischen Gesprächen in der Hauptstadt.
Was ist so historisch daran? Zum ersten Mal war er im Bundestag und wurde er von Abgeordneten einer Regierungspartei, der CDU. empfangen: Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen und Johannes Volkmann, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Bundesregierung hatte zwar leider nicht den Mut des ukrainischen Präsidenten Selenskyi und des israelischen Premier Netanyahu, sich mit dem wichtigsten iranischen Oppositionspolitiker zu treffen. Aber für die eher trostlosen deutschen Verhältnisse war dieser Austausch schon sehr erfolgreich.
Am Nachmittag gab es eine große Kundgebung in unmittelbarer Nähe zum Bundestag, bei der mindestens zehntausend Menschen Flagge für die iranische Freiheit gezeigt haben. Innerhalb von wenigen Tagen organisiert und an einem Donnerstagnachmittag kamen Exil-Iraner aus Berlin und allen Teilen des Landes zusammen, um ein unübersehbares Zeichen für die Befreiung ihres Heimatlandes und für ihre Solidarität mit Reza Pahlavi zu setzen.
Ganz besonders auch wegen der seit Ende Februar bestehenden, nahezu vollständigen Internetsperre des Regimes, um so die Stimmen der iranischen Zivilgesellschaft und ihr Streben nach Freiheit deutlich zu machen. Immer wieder hat deshalb Reza Pahlavi darauf aufmerksam gemacht, welche barbarischen Menschenrechtsverletzungen an den Menschen begangen werden. Und er hat berechtigt kritisiert, dass deutsche und europäische Medien mit vollständiger Gleichgültigkeit darauf reagieren.
Während nun sowohl viele Medien und so manche Persönlichkeiten sich am „Kronprinzen“, Sohn des letzten Schah, abarbeiten, verkennen sie, dass ihre Besessenheit und ihre Desinformationen –wie beispielsweise er hätte sich nicht kritisch mit der Politik seines Vaters auseinandergesetzt (doch, hat er) – mehr über sie selbst aussagen als über Reza Pahlavi.
Er hat mit seiner Integrationskraft im politischen Berlin Abgeordnete einer Regierungspartei getroffen und Tausende Menschen zusammengebracht. Welcher andere iranische Oppositionspolitiker kann das von sich behaupten?