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True Grit: Warum Kinder an der Schule – oder am Leben – scheitern

Es kommt alles wieder. Als ich 1970 mit dem Lehrerstudium begann, war die „kompensatorische Erziehung“ in aller Munde. Es ging um die Frage, weshalb Arbeiterkinder – oder besser: „Unterschichtkinder“ – so selten Gebrauch machten von den erweiterten Bildungsangeboten, die ihnen die Reformen der 1950er Jahre zugänglich gemacht hatten.

Da diese Reformen – Gesamtschulen etwa – in Deutschland erst bevorstanden, stammten die meisten Studien aus Großbritannien und den USA. Offensichtlich sind sie nicht sehr gut rezipiert worden, wie das Elend der Gesamtschulen zeigt.

Aber darum geht es mir nicht. Es geht mir um das Konzept, das im Zentrum dieser Studien stand: die Fähigkeit zur „aufgeschobenen Bedürfnisbefriedigung“. Diese als „typisch bürgerlich“ beschriebene – also durch eine typisch bürgerliche Erziehung anerzogene – Fähigkeit fehle den Unterschichtkindern, so die Theorie; darum – und nicht, wie es die Sarrazine jener Ära behaupteten – wegen eines Mangels an Intelligenz schafften es wenige Kinder, die Frustrationen auszuhalten, die unweigerlich mit dem Lernen einhergehen, zumal mit dem akademischen Lernen.

Dass die Fähigkeit, seine Impulse zu beherrschen, tatsächlich mit dem Erfolg in der Schule und im Leben zusammenhängt, bewies bereits in den 1960er Jahren der Psychologe Walter Mischel aus Stanford. Mischel bot Vierjährigen einen Teller mit zwei Negerküssen (ups – andere Diskussion) an: Sie könnten entweder gleich einen essen, oder aber warten, während der Forscher den Raum verließ, und bei seiner Rückkehr beide bekommen.

Mischel  fand bei Langzeitfolgeuntersuchungen heraus, dass die Fähigkeit oder Unfähigkeit eines Vierjährigen, der Versuchung zu widerstehen, eine zuverlässige Prognose seines Schulerfolg mit 14 Jahren ermöglichte; und dass diejenigen, die mit vier Jahren auf die Rückkehr des Forschers gewartet haben, mit 27 in der Regel erfolgreicher, umgänglicher und weniger anfällig für Drogenprobleme waren als diejenigen, die gleich genascht hatten.

Ich will nicht weiter auf die Verirrungen eingehen, die in den frühen 1970er Jahren unter den radikaleren Linken dafür sorgten, dass diese Ergebnisse diskreditiert wurden. Ich erinnere mich etwa an ein Seminar zur Frage der Heimerziehung mit Ulrike Meinhof, bei der die Dozentin meinte, es ginge ja gerade darum, die verklemmte bürgerliche Haltung aufzugeben und von der lebensbejahenden Sinnlichkeit der Unterschicht zu lernen: Negerküsse für alle – und zwar sofort!

Das war, in Verbindung mit den Sprachstudien, die – entgegen der Theorie eines „restringierten Codes“, der es den Unterschichtkindern unmöglich mache, in der Schule zu reüssieren – die Komplexität und Lebendigkeit, kurz Gleichwertigkeit der Unterschichtsprache betonten, Vorläufer jenes kulturellen Relativismus, der lange Zeit – und vielerorts bis heute – Erzieher und Lehrer unsicher macht und an der Formulierung einer Leitkultur des Lernens hindert.

Als Mitglied einer kommunistischen Partei, die dem leninistischen Prinzip der Hebung der Arbeiterklasse auf das Niveau der Avantgarde verpflichtet war, leuchtete mir der Kulturrelativismus nie ein; es schien mir auch, dass er für die Angehörigen der Intelligenz den angenehmen Nebeneffekt hatte, ihre soziale Stellung zu festigen: Wer dem Kind aus dem Prekariat oder aus einer Zuwandererfamilie vermittelt, „du willst ja gar nicht werden wie ich, verklemmt, entfremdet, verbürgerlicht, verkopft“, der sperrt das Kind ebenso sicher in den Käfig seiner Herkunft und Familie ein wie der Theoretiker, der behauptet, die Intelligenz werde vererbt, daher sei es im Grunde genommen verlorene Mühe, die Kinder von Leuten heben zu wollen, die ihrerseits an der Schule gescheitert und darum unten sind; vielmehr müsse man Akademikerinnen, Managerinnen  und Freiberuflerinnen  dazu anregen, mehr Kinder zu haben; bekämen nur die Proleten und Zuwanderer Kinder, schaffe sich Deutschland in wenigen Generationen ab.

In einem neuen Buch – darum die Eingangsbemerkung, es komme alles wieder – beschäftigt sich der New Yorker Journalist Paul Tough (toller Name) mit den Faktoren des Schulerfolgs und – wichtiger – des Erfolgs im Leben, und findet, dass die Messung der Intelligenz, etwa durch IQ-Tests – Überraschung! – ein schlechter Gradmesser ist.

Und auch der Schulerfolg selbst garantiert nicht den Erfolg im Leben, wie die meisten von uns intuitiv-anekdotisch ahnen, wenn wir daran denken, wer bei uns in der Klasse der beste Schüler war und was aus ihm geworden ist.

In „How Children Succeed: Grit, Curiosity and the Hidden Power of Character“ beschreibt Tough das Schicksal einer Gruppe von Schülern aus der Bronx, die 1999 rekrutiert wurden, um an einem besonderen Programm teilzunehmen. Die meisten waren Schwarze oder Hispanics aus armen Familien.

Die Teilnahme am „Knowledge Is Power Program“ (KIPP) sollte zeigen, dass auch sozial benachteiligte Kinder mit dem richtigen Unterricht genau so  gute Schulleistungen erbringen konnten, wie die privilegiertesten Kinder an den besten Schulen der Stadt – und das gelang spektakulär. Fast alle Programmteilnehmer schlossen ihre Schule so gut ab, dass sie an den besten Hochschulen des Landes – oft mit Stipendien – studieren konnten.

Sechs Jahre später jedoch hatte nur ein Fünftel der KIPP-Schüler einen Hochschulabschluss. Die Mehrheit hatte das Studium abgebrochen.

Was ihnen fehlte, so Tough, war einerseits intellektuelle Neugierde, andererseits eine Charaktereigenschaft, die er „grit“ nennt: die Fähigkeit, seine Impulse zu kontrollieren und an einem Problem dranzubleiben, hart  zu arbeiten und durchzuhalten. Das hätte Walter Mischel kaum überrascht.

Was Mischel allerdings nicht so genau wusste, war, woher die Fähigkeit zur aufgeschobenen Bedürfnisbefriedigung herkommt. Sie war „bürgerlich“, gewiss, aber was bedeutet das genau?

Angesichts einer steigenden Zahl auch bürgerlicher verhaltensgestörter Kinder und Jugendlicher, die diverse Lernschwierigkeiten, Unlust und Leistungsverweigerung an den Tag legen, haben viele Ratgeber Konjunktur, die in Anlehnung an  Michael Winterhoffs  These von den „kleinen Tyrannen“ die Schuld für diese Entwicklung darin sehen, dass in der Folge der „antiautoritären Erziehung“ Eltern vergessen haben, Nein zu sagen.

Deshalb lernten die Kinder halt nie, mit Frustrationen umzugehen. Diese relativ simple Denkschule ist in Deutschland so mächtig, dass ein Buch des dänischen Familienpsychologen Jesper Juul, der eigentlich einen ganz anderen Ansatz vertritt, von seinem deutschen Verlag den Titel „Nein aus Liebe“ verpasst bekam, was Juul, wie er mir im Interview sagte, für „faschistisch“ hält.

Die Psychologen und Neurologen, die Tough befragte, haben etwas weniger spekulative Antworten auf die Frage, wie Kinder lernen können, mit Frustrationen umzugehen. Ihre Forschungen zeigen, dass Armut, dysfunktionale Familien, Gewalt und sexueller Missbrauch – kurz: extremer Stress – den präfrontalen Cortex beschädigen, und zwar derart, dass die beschädigten Kinder es schwieriger finden, schädliche Impulse zu unterdrücken.

Herkunft ist Schicksal – nicht mittels der Genetik, aber mittels der Biochemie. Armut ist nicht, wie Rilke meinte, „ein großer Glanz aus innen“, sondern ein Verbrechen gegen kleine Kinder, die mit einem in die Neuronen eingeschriebenen Defekt in die Schule kommen.

Die gute Nachricht ist allerdings, dass der beschädigte Hirnteil auch repariert werden kann. Der präfrontale Cortex bleibt bis ins Erwachsenenalter durch Erfahrung formbar. Liebe und Fürsorge durch Eltern oder Erzieher kann den Stress der Armut lindern.

Charakter kann erlernt werden. Ob allein durch die Erfahrung der Frustration, wie Winterhoff zu suggerieren scheint, ist allerdings fraglich. Bei der überwältigenden Mehrheit der Problemkinder, mit denen wir es zu tun haben, ist Frustration ja das tägliche Brot.

Die Schule allerdings, die sich nicht auf „kompensatorische Erziehung“ versteht, oder die kompensatorische Erziehung nur als Angebot von Extraklassen und mehr Unterricht missversteht, wird scheitern, weil die Schüler das Angebot nicht annehmen oder nicht davon zu profitieren verstehen und darum nur die Vorurteile der Lehrer bestätigen, und sei es nur das Vorurteil, sie „wollten“ eben nicht, sie hätten eben ihre Wahl getroffen.

Charakter ist lernbar: Dies war und ist die Botschaft der Reformschulen gewesen, die sich das Ziel setzten, „das Kind seiner Gesamtheit zu sehen“. Und auch die herkömmlichen Schulen haben laut Schulgesetz einen „Erziehungsauftrag“.

Man tut aber der überwältigenden Mehrheit der Lehrer und Erzieher bestimmt kein Unrecht, wenn man feststellt, dass sie niemals gelernt haben, wie man Charaktere erzieht. Die meisten haben zwar gelernt, wie man mit Frustrationen umgeht, sonst wären sie nicht dort, wo sie sind. Aber die Dauerfrustration des Lehrerberufs, mit dem besten Willen der Welt am scheinbaren Unwillen der Schüler zu scheitern, halten die wenigsten aus.

Ihnen – und ihren frustrierten Schülern – kann geholfen werden; freilich muss die Schule dafür anders werden.

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178 Gedanken zu “True Grit: Warum Kinder an der Schule – oder am Leben – scheitern;”

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    Grundsätzlich gebe ich Ihnen damit recht, dass Lehrer nie gelernt haben, Charaktere zu erziehen. Heute liegt es meines Erachtens weniger an Seminaren wie jenes, in dem man lernt, verklemmte bürgerliche Haltungen zu hinterfragen. Heute liegt dieser Grundmangel eher an Lehrerseminaren, in denen man lernt, dass alle Probleme mit den Mitteln von Didaktik und Methodik zu lösen seien, wie ich es Ende der 90er-Jahre in Berlin kennenlernte.
    Das Arbeiterkind wird zum „anderen Lerntyp“, dem man vor allem visuell zu begegnen hat – in der ersten didaktischen Lernphase. In der zweiten Phase wird es an kognitive Lernziele herangeführt, die es dann in der dritten Phase erfolgreich anwendet und so zum politisch mündigen Bürger heranreift. Das alles möglichst in 90 Minuten. Mit Stempel.
    Da hat sich auch nach Pisa in den Seminaren wenig geändert, wenn es stimmt, was ich höre. Marschmallows für alle sind hier die ewigen Motivationsphasen als Leckerli.

    Doch bildungs- oder schulpolitische Debatten kranken eh an einer Hinwendung ins Einseitige. Nun also wieder mehr Frustration, Disziplin, true grit. Man kann doch eigentlich an den Lehrern erkennen, wohin das führt. Heraus kommen jene schrulligen, schrägen, zynisch-aggressiven Gestalten, die nicht zuletzt in den Medien häufig genug karikiert wurden. Auch das ist Charakterschulung, nur will diese Charaktere niemand, wie Vercors/ Parisien richtig bemerkt: „wobei manche Lehrer selbst das Trauma hoch drei sind“. Gelernt haben es beide (Parisien und Lehrer) wohl in der Schule, die wir alle kritisieren, aber buchstäblich in Kauf nehmen.

    Auch kann ich bei Ihnen nicht erkennen, wie Sie die Schule verändern wollen. Auch Ihr Hinweis auf die Interviews bringt mich nicht weiter. Was ich in den Interviews vermisse, ist mal ein simples Wort wie Lernfreude. Gleich wieder ein langer Monolog über die Lust. Dass Lust mit Schule unverträglich ist, weiß jeder Berliner Lehrer. Und ich vermisse überhaupt, dass mal beides zusammengedacht wird. Die Freude und die Frustration, die Langeweile und die Spannung, die Mühe und das Glücksempfinden. Yin und Yang, aber auf Deutsch. Und das, werter Herr Posener!, geht nur mit Extraklassen und mehr Teilungsunterricht. Hier reden Sie der völlig falschen Fraktion das Wort.
    Ich glaube auch nicht, dass die Erfahrungen, die Herr Bueb in Salem gemacht hat und in dem Interview doch in sehr allgemeinen Worten vortrug, immer auf alle Schulen übertragbar sind. Auch wenn Rütli ermutigend sein mag, die durchschnittliche Spandauer Sekundärschule ist Lichtjahre davon entfernt („heul doch, du olle Fotze!“). Kein Lehrer dort hat irgendetwas von Herrn Bueb, Herrn Juul oder Herrn Winterhoff. Und wer die Lehrertätigkeit mit den Worten erklärt: „mit dem besten Willen der Welt am scheinbaren Unwillen der Schüler zu scheitern“, der sucht sich wohl einen anderen Job. Denn den Lehrerberuf halten nicht die wenigsten aus, sondern es sind immer noch die meisten Lehrer, die irgendwie in den Ruhestand gelangen. Da haben Sie sich wohl genauso weit von der Realität entfernt wie manch andere Reflexionskünstler, die Sie so gern zitieren.

    Mit der Koedukationsdebatte kann ich nichts anfangen. Hinter Scharfenberg und Wilhelm Blume sollte wohl keiner mehr zurück. Wenn viele männliche Berliner Jugendliche nicht mehr die Mädchen hätten, hätten sie gar keinen Grund mehr zur Schule zu gehen.

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    @ Lyoner

    Von wem haben Sie den Ausdruck „Gestell“?
    Der Rohbau eines Hauses ist ein Gestell oder eine Staffelei oder ein Bettgestell.
    Passen Sie mal auf: Hier fehlt Ihnen Religion. Der Mensch ist ein Tempel. Jesus, als er sagte, er würde diesen Tempel in drei Tagen wieder errichten, meinte sich selbst. Er meinte nicht den Tempel in Jerusalem.

    Wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, raten Sie Ihrer Tochter im Moment von Naturwissenschaften ab. Wir brauchen mehr gute Geisteswissenschaftler und Künstler. Denken Sie mal nach, ‚raus aus Ihren alten Denkschablonen.

    Chère Rita
    Sie und ich sind schon von Anfang an auf Kriegsfuß, und Hollywood ist eine brillante Denkschule. Hollywood geht weit über entertainment hinaus und ist dabei große Kunst, aber auch eben Politik. Es ist nicht mein Fehler, dass Sie katholisch getauft sind. Man kann ja tschüss sagen. Schlimmer wäre Islam, denn da können Sie nicht tschüss sagen. Nehmen Sie sich doch mal ein Beispiel an Frauen wie Perske oder Katja Pringsheim, der Enkelin von Hedwig Dohm, die eine Menge ausgehalten hat mit ihrer neurotischen Familie, oder auch an Anne Sinclair, die nur nach langem Zögern das Handtuch geworfen hat.

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    Jean-Luc: Klar, man muss Fehler machen können. Der Punkt ist: Wenn man „true grit“ und einen bürgerlichen Klassenhintergrund hat, wird man mit etwas Glück alles überleben – Drogen, Schulversagen, politische Abenteuer usw.: Davon kannich ein längeres Lied singen. Für Leute aus dem Prekariat sind solche Abenteur gefährlicher. Sie werden auch für ihre Fehler härter bestraft.
    Parisien: Ich war ein exzellenter Unterrichtender. Deshalb habe ich so schnell Karriere gemacht. Aber ein Lehrer muss viel mehr tun als Unterricht geben, und gerade dazu hatte ich wenig Lust. Korrekturen haben mir das Leben schwer gemacht, Konferenzen waren die Hölle, für Organisatorisches bin ich nicht geeignet, und in Disziplinarangelegenheiten war ich inkonsequent. Deshalb fühlte ich mich von der Schule zugleich unter- und überfordert, vor allem aber gelangweilt, und beschloss, selbständiger Autor zu werden. Materiell war das ein schwerer Fehler, aber ich bereue meinen Entschluss nicht.

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    Jean-Luc: Klar, man muss Fehler machen können. Der Punkt ist: Wenn man „true grit“ und einen bürgerlichen Klassenhintergrund hat, wird man mit etwas Glück alles überleben – Drogen, Schulversagen, politische Abenteuer usw.: Davon kannich ein längeres Lied singen. Für Leute aus dem Prekariat sind solche Abenteur gefährlicher. Sie werden auch für ihre Fehler härter bestraft.
    Parisien: Ich war ein exzellenter Unterrichtender. Deshalb habe ich so schnell Karriere gemacht. Aber ein Lehrer muss viel mehr tun als Unterricht geben, und gerade dazu hatte ich wenig Lust. Korrekturen haben mir das leben schwer gemaxht, Konferenzen waren die Hölle, für Organisatorisches bin ich nicht geeignet, und in Disziplinarangelegenheiten war ich inkonsequent. Deshalb fühlte ich mich von der Schule zugleich unter- und überfordert, vor allem aber gelangweilt, und beschloss, selbständiger Autor zu werden. Materiell war das ein schwerer Fehler, aber ich bereue meinen Entschluss nicht.

  5. avatar

    Zurück zu good old Hollywood:
    „Casablanca“ wurde nur gemacht, um amerikanische Männer zu motivieren, in den Krieg zu ziehen. Dass er ein Mammuterfolg und evergreen wurde, war nicht erwartet worden und liegt an Bogey und Claude Rains, ein wenig auch an Bergman, deren Motive aber zu schwach hervorkommen.

    Was ist denn mit Avatar?
    Soll der das Basteln am neuen Kunstmenschen herbeischreiben, einem naturverbundenen Geschöpf, einem Hybriden edelster Natur, die Bastelei am Klonen oder an Computer-Hirn-Schnittstellen oder an Wesen, die kein Futter mehr brauchen oder künstliches Futter bevorzugen, damit man alle Felder vollstellen kann mit Mais, Raps und Windmühlen? Bin gespannt, ob das hier überhaupt kommt. Die Frage ist berechtigt.
    Jedenfalls, Alan Posener und Senora Jimenez, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Versuch untermauert, wie man versucht, den Menschen in eine Form zu pressen, wobei der marshmellow fan ohne Triebaufschub ‚rausfällt. Für diesen braucht man jobs. Man will aber eine größtmögliche Auswahl, um aus denen den stromlinienförmig Angepassten zu picken. Daher ist der Versuch unter Sozialdarwinismus einzuordnen, genau wie die Intelligenztests.
    Zurück zu mehr Menschlichkeit und geringerem Profitdenken wäre schöner.

  6. avatar

    Jean-Luc L. wird jedenfalls im Internet eindeutig als Avatar bezeichnet. Was dafür spricht, ist, dass ersie immer dieselben songs bringt und genderlos wirkt.

    Aber lasst ihn da, den Avatar,
    falls er einer ist,
    denn Tennis geht mit Ballwand,
    macht ihn nur nicht rar,
    das ist gar kein Mist,
    Und schreiben geht auch ohne Hand.

    Dieses Sch*** poem ist jedenfalls von mir.
    Magucken wat jetzt kommt. Salut

  7. avatar

    @V/P: Wer sein Frauenverständnis aus Hollywood bezieht, zumal wenn er (hofentlich) Jude ist, dem ist aber überhaupt nicht mehr zu helfen.

    Eine zumindest katholisch Getaufte muß einem Juden hoffentlich nicht erklären, welche Privilegien die Frau im Judentum schon sehr lange hat.

    Haben Sie eigentlich noch alles Tassen ………

  8. avatar

    Cher Jean-Luc,

    verzeihen Sie bitte, dass ich mir anmaße, vom deutschen Schulsystem und seinen verheerenden Auswirkungen auf über 50% der Schüler mehr zu verstehen, weil ich an der Basis bin, wie KJN ja richtig beobachtet hat.
    Aber noch einmal zur Balance zwischen Männern und Frauen: Sie wissen ja wie wir alle, dass Hollywood auch dafür verwendet wird, Ideen zu verstärken, wenn sie halbwegs reif sind. So machte man Filme über Alzheimer-Patienten oder AIDS-Kranke, um Verständnis für diese zu fördern. Genauso hat Hollywood, früh für deutsche Verhältnisse, die Frau auf ein hohes, aber dabei gleichwertiges Niveau gestellt, und es mag dabei hilfreich sein, dass ein Teil der Produzenten jüdisch ist oder war, weil diese Idee im Judentum viel eher vorhanden war. So wies ich ja darauf hin, dass man in den 40ern plötzlich völlig gleichwertige Paare brachte, denken Sie an Bacall-Bogart, K.Hepburn-Tracey, Bergman-Grant, Kelly-Grant, Saint-Grant, Kelly-Stewart oder Bergman-Peck. Völlig gleichwertig. Kluge, schöne Frauen und dazu kluge, gelegentlich auch trottelig oder auch geheimnisvoll wirkende Männer. Völlig balanciert. Bogey-Bacall sind mein favorite, weil über Humor verkoppelt.
    Jetzt gucken Sie mal heute: Matchball, eine Frau, die völlig verroht. Oder Kill Bill, eine Killerin in Gestalt einer bildschönen Frau (Uma Thurman), eines Engels, aber eines Racheengels. Und dann ist ja noch die Japanerin dabei und Daryl Hannah, die richtig böse kommt und dabei etwas Uraltes, immer Neues: Wie eine Frau wegen des Kerls auf die andere losgeht. Wir nehmen das alles kritiklos an, nur weil es brillant gemacht ist. Wir entschuldigen diese Vendetta, nur weil es außergewöhnlich gut gemacht ist mit sicherem Stilgefühl und weil Uma Thurman schön ist. Nicht wahr? Aber eigentlich, wenn man es genau nimmt, ist dieser Rachefeldzug unchristlich. Das ist unchristlich, nicht, wenn man sagt, dass man diesen Kampf zu allen anderen nicht noch dazu will und so überflüssig findet wie einen Kropf.

  9. avatar

    @Lieber KJN: Ihre“dekorative Aufregung“ regt mich momentan zu“Höchstleitungen“ an. Bitte nur weiter so!!

    @Lieber Herr Ziegler: Es tut mir Leid, daß ich hier permanent meinen „Übervater“ zitiere.

    Fakt ist aber, daß es wenige Grundregel gab – die kompromisslos einzuhalten waren, da war der Big Boss unbarmherzig – andererseits , bei Einhaltung dieser Regeln hatten wir Kinder die absolute Freiheit, eine Freiheit, die Kinder von heute sich nur erträumen können.

    Verantwortung, das hieß, wenn man morgens um 4 heimkommt, hat man, und zwar ohne Diskussion, um 6 auszustehen um zur Schule, Uni oder Arbeit zu geben.

    Pünktlichkeit. d.h. dies als Höflichkeit gegenüber anderen zu verstehen, und sich, bei Verhinderung rechtzeitig zu entschuldigen.

    Rücksichtnahme auf die Lebensgewohnheiten anderer Menschen, Lautstärke der Rockmusik oder Geduld gegenüber Menschen mit irgendwelchen Handykaps, wie z.B. Alter oder Behinderung.

    Respekt vor dem Eigentum anderer, was bei uns hauptsächlich hieß, Finger weg vom 1. Comodore meines Vater, von der Kamera, den Dias und der Stereoanlage.

    All diese Anforderungen meines „Rabenvaters“ sind mir in Fleisch und Blut übergegangen und haben mir im späteren Leben nicht nur das Leben erleichtert, sondern mir im Berufsleben einen riesigen Vorsprung gegenüber anderen Konkurrenten eingebracht.

    Trotzdem hat uns mein Vater als Gleichberechtigte behandelt. Diskutieren war nicht nur eines“ seiner! Hobbys, ich erinnere mich an unzählige Nächte in unserem Wohnzimmer, wo die Freunde und ich es als besonders edlen Sport betrachteten meinen Vater rhetorisch zu überbieten, während meine Mutter händeringend – so ab 2 Uhr in der Frühe darauf hinwies, daß die Nacht bald vorbei wäre, und man auch morgen noch diskutieren könne.

    Mir war eigentlich nie aufgefallen, wie ungewöhnlich in dieser Zeit solche sportlichen Übungen mit Eltern waren, für mich war das absolut selbstverständlich.
    Für meine Freunde war das derzeit ungewöhnlich, da hieß es noch in den meisten Familien, auch im Akademikerhaushalt, „solange Du noch Deine Füße unter meinen Tisch ………., .

    Noch heute stehe ich oft am Grab meines Vaters und führe meine innerlichen Dialoge mit ihm.
    Und noch heute fühle ich diesen alten Sportsgeist in mir, ihm zu beweisen, daß er mal Unrecht hatte.
    Das geschieht aber bis heute relativ selten.

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    Cher Alan

    noch ein Kommentar zu Paul Tough und seiner vita:

    „In one of the most affecting parts of his book, he reflects on his decision, 27 years ago, to drop out of college. “It hasn’t escaped my attention,” Tough notes ruefully, that many of the researchers he writes about “have identified dropping out of high school or college as a symptom of substandard noncognitive ability: low grit, low perseverance, bad planning skills.” And yet this same research helped him realize that he was lucky to be allowed to make his own mistakes. After leaving Columbia in the fall of his freshman year, he bicycled alone from Atlanta to Halifax. Following another aborted attempt at college, he took an internship at Harper’s Magazine and embarked on a successful career as a writer and editor. “

    Und hier die Frage von Annie Murphy Paul:

    „Fewer and fewer young people are getting the character-building combination of support and autonomy that Tough was fortunate enough to receive. This is a worrying predicament — for who will have the conscientiousness, the persistence and the grit to change it?“

    http://www.nytimes.com/2012/08.....wanted=all

    Und das was Rita Groda auch erwaehnte:

    „The importance of failure

    Tough says that too often, we protect our kids from making mistakes.

    „Failure is an important stepping stone on the way to success, because it helps to develop character,” he says.

    „If you’re able to bounce back from failure, it gives you a certain amount of resilience and a confidence that next time you can experience a setback and recover and do better.” “

    http://www.cbc.ca/news/world/s.....tough.html

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    Mon Dieu cher Parisien

    Chez nous on dit:

    On ne melange pas les trochons et les serviettes

    * certaine aggression, même haine parfois.

    * Une sorte de vendetta, quoi, pour des années d’humiliation

    Und was meinen sie mit diesem Satz.

    Et j’aime pas du tout que les femmes plus agées qui ont une idée de cette humiliation font les choses plus difficiles pour les garcons d’aujourd’hui.

    Meinen sie Lehrerinnen, die herabgewuerdigt werden??

    Sorry aber ihrern Erklaerungen kann ich leider nicht folgen?

    Oder meinen sie hier die Frauen im blog wie Rita, Silke. Kerstin und Angela.

    „j’aime pas que les femmes s’élèvent et prétendent aujourd’hui qu’ils soient meilleures que les hommes.“

    Ich kann nur Jean Ferrat/Louis Aragon wiederholen:

    La femme est l’avenir de l’homme („Die Frau ist die Zukunft des Mannes/Menschen“

    Le poète a toujours raison
    Qui voit plus haut que l´horizon
    Et le futur est son royaume
    Face à notre génération
    Je déclare avec Aragon
    La femme est l´avenir de l´homme

    Entre l´ancien et le nouveau
    Votre lutte à tous les niveaux
    De la nôtre est indivisible
    Dans les hommes qui font les lois
    Si les uns chantent par ma voix
    D´autres décrètent par la bible

    Le poète a toujours raison
    Qui détruit l´ancienne oraison
    L´image d´Eve et de la pomme
    Face aux vieilles malédictions
    Je déclare avec Aragon
    La femme est l´avenir de l´homme

    Pour accoucher sans la souffrance
    Pour le contrôle des naissances
    Il a fallu des millénaires
    Si nous sortons du moyen âge
    Vos siècles d´infini servage
    Pèsent encor lourd sur la terre

    Le poète a toujours raison
    Qui annonce la floraison
    D´autres amours en son royaume
    Remet à l´endroit la chanson
    Et déclare avec Aragon
    La femme est l´avenir de l´homme

    Il faudra réapprendre à vivre
    Ensemble écrire un nouveau livre
    Redécouvrir tous les possibles
    Chaque chose enfin partagée
    Tout dans le couple va changer
    D´une manière irréversible

    Le poète a toujours raison
    Qui voit plus haut que l´horizon
    Et le futur est son royaume
    Face aux autres générations
    Je déclare avec Aragon
    La femme est l´avenir de l´homme

    Und da ich im Gegensatz zu ihnen mit women´s lib und Jean Ferrat aufgewachsen bin habe ich vielleicht ein etwas anderes Verhaeltnis zu Frauen als sie.

    Ich sehe die Frauen nicht auf dem “ Rachezug “ sondern dabei sich ihre Rechte zu sichern:

    Wie sie hier auch lesen koennen:

    http://au.ibtimes.com/articles.....QE6lVKWkwo

  12. avatar

    @Lieber KJN: Den Faktor „Freude“ am Lernen hatte ich tatsächlich nicht genug beachtet.

    In Korb bei Stuttgart ist der Mathe-Unterricht auf den Hund gekommen. Der Mathe-Mops – ein niedlcher Hund – motiviert Grundschulkinder ungemein.
    Da sage noch einer, es gäbe nicht auch kreative Lehrer.

    http://www.stuttgarter-zeitung.....84731.html

    Viel Vergnügen mit Anton!

  13. avatar

    @ KJN

    nur mal en passant:

    Schlaumacher statt Starkmacher?
    http://www.spiegel.de/gesundhe.....79258.html

    Ich denke, wir sind uns hier alle einig, dass es keine Technologie, nach Heidegger das Gestell, ist, mit der wir unseren Kindern ins Leben helfen. In der Kasuistik, die hier so langsam zusammenkommt, fehlt mir noch Humor und das Lachen (vielleicht habe ich das auch übersehen).

  14. avatar

    „Charakter ist erlernbar“!
    Ja, wenn junge Leute von Menschen mit Charakter umgeben sind, ist das erlernbar.
    Wenn Lehrer mit „Charakter“ die Fächer, die sie unterrichten, auch selbst mit leidenschaftlichem Interesse vertreten, zündet das wohl auch bei den Schülern.
    Wie und auf welche Weise das Lernen organisiert wird, ist meines Erachtens zweitrangig.
    Es sind die Grundhaltungen, die sich als erstes vermitteln, dann erst die Inhalte.
    Ein „Charakterschwein“ wird nichts vermitteln, außer, dass er ein Charkterschwein ist.Das Lernen wird zu einer freudlosen Angelegenheit.

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    @ Jean-Luc

    Zurück ins Deutsche: Bei allem Respekt, aber ich glaube, dass ich von dem, was in Schulen abläuft in Deutschland, mehr verstehe, wie auch KJN. Und ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die Eliten in Deutschland wenig von Schülern und Eltern verstehen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Monika Hohlmeier, die Tochter von FJS, hat G8 in Bayern eingeführt, obwohl die überwiegende Zahl der Betroffenen dagegen war. Sie selbst aber hatte ihre Kinder auf einer Privatschule. Das nennt man „Wasser predigen und Wein saufen.“ Und das Problem haben unsere selbsternannten Eliten durch die Bank. Außerdem haben wir eine kinderlose Bildungs- (Kultus)ministerin. Was soll die denn von Schülern verstehen oder von Eltern? Die letzte ans Leben halbwegs angepasste Familienministerin dagegen kam von der SPD. Die kam nicht auf die Idee, Kinderbücher verändern zu wollen und die war ansprechbar. Die war nicht elitär wie „Dornröschen“, die Vorgängerin der jetzigen, die war einfach nur normal. Hier entgleitet einiges und schon seit Jahren. Und das macht in erster Linie vermutlich die Wirtschaft, die bohrend dahinter steht. Und die Psychotherapeuten müssen das später wieder auffangen. Aber eins muss ich hinzufügen: Das Problem mit den Jungs hat unsere jetzige Familienministerin erkannt. Vielleicht sollte sie sich darum weiter kümmern, auch wenn sie dann von den Alice Schwartzers angeschossen wird, und die Literatur Literatur sein lassen. „Negerkönig“ ist doch freundlich, wie die meisten Gestalten von Lindgren. Die war gerade das Gegenteil einer Rassistin. Das sind alles Ersatzhandlungen. Freud würde ein paar davon auf die Couch packen, weil sie zu wenig Bodenhaftung haben und zum Beispiel nicht wissen, dass die jetzigen jungen Leute Schwarze geradezu bewundern und cool finden.

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    @ Jean-Luc

    Je n’ai pas parlé d’une balance entre l’homme et la femme, mais de se lever SUR les hommes et d’une certaine aggression, même haine parfois. Une sorte de vendetta, quoi, pour des années d’humiliation. Et cela me semble exaggéré. Et j’aime pas du tout que les femmes plus agées qui ont une idée de cette humiliation font les choses plus difficiles pour les garcons d’aujourd’hui. Et en Allemagne, on a vraiment pas mal de garcons qui ne réussissent plus à l’école, les turqs inclus. Et c’est un grand problème. Je trouve qu’en principe Gunnar Heinsohn explique ca très bien. Et vous savez, J-L-L, le jihad militant et aussi l’amok a beaucoup à faire avec l’humiliation du jeune homme, et je crois que les femmes qui n’ont pas de fils, ne savent pratiquement rien de ca.

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    @ Alan Posener
    Ich will Ihnen noch etwas Persönliches hinzufügen:
    Ich war kein Einser, sondern mit Müh‘ und Not eine 2,3 im Abi. Mein Studienplatz war eine Art Green Card (Nachrückverfahren). Ich habe mehr diese Qualitäten:

    Geistiges Herumschweifen führt auch in vielen Fällen auch zu gesunder, persönlicher Entwicklung, denn sich auf spontane Gedanken einzulassen, die einem gerade in den Sinn kommen, fördert eine Art von intuitiver Klugheit. Das unwillkürliche, vielgestaltige Wechselspiel gewöhnlichen Denkens bildet auch eine Art von Schutzschild, denn es ermöglicht den Menschen, auf die spontanen, oft formlosen Ansprüche und Reize des Alltags mehr oder minder adäquat zu antworten. Das konzentrierte Denkens, der Zwang zu absoluter Fokussierung bergen das Risiko nachfolgender geistiger Erschöpfung oder Beeinträchtigung in sich.
    http://arbeitsblaetter.stangl-.....keit.shtml

    Geistiges Herumschweifen. Für die Patienten war ich vermutlich ein Gewinn, weil ich nicht stur war und lässig am Krankenbett Palaver-Palaver-Palaver machen konnte, auch über einen Sack Reis. Die Patienten liebten das. Ich halte unsere steifen Auswahlkriterien für völlig verkehrt. Ich habe haufenweise Unterricht gegeben. Lehrer wäre auch gegangen. Palaver-palaver-palaver, am besten genau vorbei am Lehrplan und ganz nah a) am Tagesgeschehen und b) an Reich-Ranicki (siehe oben).

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    @ Alan Posener

    Nochmal zurück zum Versuch. Also erstens: Im Busch ist der besser dran, der den Marshmellow gleich isst, denn sonst nimmt ihm den einer weg bzw. weiß man im Busch nicht, wann man wieder was bekommt. Und ein Fellache vom Nil würde den auch gleich essen, weil er zu wenig zum Beißen hat.
    Deswegen frage ich mich auch, selbstverständlich, ob dieser, der ihn sofort isst, was mir atavistischer vorkommt, der Natürlichere ist. Daraus folgt, ob man für diesen, der im Endeffekt keinen Abschluss macht, nicht auch eine Daseinsberechtigung braucht, also Jobs. Und nun kann doch wirklich keiner behaupten, dass man für alle Jobs hehre Abschlüsse benötigt. Das ist das eine.
    Das andere ist die unbeantwortete Frage, warum ein Großteil der Studienteilnehmer auf der Hochschule abgebrochen hat. Dazu habe ich nur eine Vermutung: Die Bronx. Man musste plötzlich eine family ernähren. Deshalb will Obama die Pille verschenken. In diesem Licht betrachtet, macht das Sinn.
    Trotzdem wirkt das ganze Basteln an einer hochkompetenten Leistungsstruktur ein wenig….Wie Juuls zu dem Buchtitel sagt.
    Also dieses Hinbasteln auf eine einzige Persönlichkeit stört mich sehr. Ich könnte mir übrigens vorstellen, dass einer, der später Jihad macht, die Marshmellows auch nicht sofort nimmt.
    Mit Charaktere kann ich mehr anfangen. Und ich finde, wir brauchen auch Optionen für die, die den Marshmellow gleich nehmen. Denken Sie mal an unseren gemeinsamen Freund. Er würde niemals an einem Stück Torte vorbeigehen, hat nach eigenem Bekennen das Studium abgebrochen, ist trotzdem etwas geworden, lässt sich locker als „Kasperle“ einordnen, und Fazit für mich: Die Welt wäre ärmer ohne ihn. Der Kant fan (you know who) mit dem Fleischwurstnamen wäre vor Langeweile schon tot.

    @ you know who
    Teilen Sie uns Mediziner einfach alle in vier Gruppen ein. Ich gehöre zur ersten. Die leidet mit und wird notzynisch und notlustig. Schwere Krankheit ist ein apokalyptischer Reiter. Man lernt das Leben zu schätzen und wird humorvoll. Die zweite wird schon mal depressiv. In einer Studie aus den USA, die ich vor Jahren las, hatten die Mediziner im ersten Jahr eine hohe SM-Rate (zu wenig Freizeit). Die dritte säuft. Die sind auch gefühlvoll und in Ordnung, sofern sie morgens wieder nüchtern sind. Die vierte ist der Technokrat und oft Einserschüler. Da kenne ich einige, die ich schlagen könnte, technisch perfekt und scheinbar völlig teilnamslos am Schicksal. Aus dieser kam vermutlich das Monster Mengele.
    Der NC in Medizin macht übrigens gar keinen Sinn für mich. Man sollte die alle handverlesen. Ein Abi-Dreier kann das auch, er muss nur die richtige Persönlichkeit haben, eine Mischung aus Stärke und Sensibilität.

    @ Rita E. Groda
    Wir finden Summerhill immer noch interessant, weil unverstanden, denn auch in Summerhill gab es Grenzen, aber andere, nicht Grenzen aus Konvention, sondern Grenzen, die sinnvoll waren.

  19. avatar

    Cher Parisien,

    ich habe ein wenig Schwierigkeiten sie zu verstehen:

    „j’aime pas que les femmes s’élèvent et prétendent aujourd’hui qu’ils soient meilleures que les hommes.“

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Frauen die für die Gleichbereichtigung eintreten sagen sie seien besser als die Maenner

    Was dass mit Immigranten zu tun hat ???

    Und was verstehen sie unter “ votre club “ ?

    Wenn sie darunter mich und meinen Geschaeftspartner Moritz Berger verstehen…

    da muss ich sie leider enttaeuschen.

    Es gibt sicherlich einige Gemeinsamkeiten, aber oftmals in vielen Dingen sind wir anderer Auffassung und nehmen auch oft die Axt in die Hand.

    Das heisst aber nicht dass wir Kompromisse schliessen.

    und zu diesem Satz:

    „chez votre club je n’ai jamais raison, bien entendu.“

    Nein nicht bien entendu!!

    Aber wenn sie hier in einer unchristliche Art (citation Alan Posener) die Frauen kritisieren, dann ist es sicherlich erlaubt zu sagen, sorry da haben sie nicht recht.

    Was generell die Frauen betrifft:

    Da zitiere ich sehr gerne Sacha Guitry:

    Je suis contre les femmes….tout contre

    und hier:

    Monsieur,

    Je l’ai dit, je le dis, et je le répète: les femmes, je suis contre… tout contre. Pourquoi? Parce qu’il faut garder ses amis près de soi et ses ennemis encore plus. Les femmes ont été mes meilleures ennemies, les plus implacables et les plus adorables. Je ne peux m’en passer car la femme est une drogue des plus violentes et des plus coûteuses. Mais elles sont tellement adorables, charmantes et désirables, du moins celles qui vous les font regretter après, que l’homme, ce grand enfant malhabile et faible, je parle pour l’homme en général, il existe heureusement des exceptions, ne peut être que contre elles, tout contre elles, et prier le ciel d’y rester toujours.

    Und zum Abschluss noch einmal Jean Ferrat (Claude Aragon):

    La femme est l`avenir de l´homme

    http://www.youtube.com/watch?v=kqreS7KXP7k

    P.S. Ich habe vergessen zu sagen : ich bin Club-Mitglied im Les Amis du Fromage

  20. avatar

    @V/P, @Rita
    „Bildung sollte Neugier hervorrufen.“
    „Lernen um des Lernens willen“
    Das genau ist das Zeichen für Zivilisation und Kultur und letztlich auch für Freiheit, die – nebenbei – Stichwort Ideen – notwendig wäre, sich aus Stagnation, Angst und (Schulden-)Sumpf zu ziehen. Sehen Sie sich aber die Bemühungen an Schulen und Universitäten an (mehr Mädchen in Ingenieurberufe, MINT-Programme, Drittmittel-Lehre, deutsche Umsetzung, also Überfrachtung von Bachelor/Master usw. usf., also ein fröhliches „Weiter so“. Ich merke – ich rege mich wieder recht dekorativ auf, all‘ diese Einwände werden an den üblichen „Realitäten“ abprallen. Ansonsten – danke für den Zuspruch – die Fähigkeit, immer wieder aufzustehen ist das wichtigste, was man weitergehen kann und das hat weniger mit „skills“ zu tun als mit elterlicher Liebe (für Psychotechniker: „emotionaler Rückhalt“, „Resilienz“).
    Was die Schule betrifft (auch @Lyoner), ist es mir zunächst mal egal, ob 3-gliedriges System oder Gesamtschule, entscheidend ist doch, ob die Schule bleibt was sie ist, eine Vorausleseanstalt für den existierenden oder – schlimmer – imaginierten Arbeitsmarkt, oder eine Bildungsanstalt auch für Persönlichkeit wird. Und ich meine, dazu sind Grundkenntnisse in allen Bereichen erforderlich. Grundkenntnisse wohlgemerkt. Auch im Handwerklichen.
    Nochmal @V/P:
    „The fittest?“
    Sie fangen an, Darwin wirklich zu begreifen: Er hat auch immer davon geschrieben, daß Populationen „tit for tat“ und Kooperation hervorbringen, die dann Bestandteil der Umwelt werden, an die sich „angepasst“ wird. Wenn aber die Umwelt (die makroökonomischen Rahmenbedingungen) sich ändern, dann muss sich auch die Art der Kooperation (Arbeitsteilung) ändern, letztlich also das, was Schülern und Studenten beigebracht wird. Da wir nicht wissen, was in der Zukunft „gefordert wird“, sollten wir das, was wir über Persönlichkeit im positiven Sinne wissen, auch in der Schule versuchen, zu fördern. (Erneut: Kinder stark machen.)
    Und was an z.B. an den Unis drittmittelbeeinflusst gelehrt wird, nützt Drittmittelgebern, aber nur wenigen Studenten. Da ist es tatsächlich für die Mehrheit ökonomischer, den Marshmallow direkt ‚reinzustopfen. Diszipliniert ist schon gut, aber es lohnt sich nicht immer und allzuoft geht es auf Kosten der Vitalität (-> Debatte über Geburtenrate).

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    @Rita E. Groda: Ihre Kommentare sind wieder sehr lesenswert. Sie haben sich in der Pubertät – wie auch ich und wohl die meisten – von der spießigen Autorität Ihrer Eltern abgestoßen. Dazu müssen die Eltern etwas bieten, an dem man sich überhaupt abstoßen kann. Etwas Markantes, Subjektives und Fragwürdiges. Für die heutigen Elterngenerationen ist dies, glaube ich, ein Problem: Viele wollen ihre Kidner stark machen, indem sie sie wie Gleichberechtigte behandeln. Manche geben deshalb meistens nach, wenn die Kinder etwas von ihnen wollen, was zur Folge hat, dass sie selber keine Angriffsfläche mehr bieten, sondern im schlimmsten Fall eine wabbelige Gummizelle sind, deren Wände zurückweichen, wenn man sich an ihnen abstoßen will. Hier eine Balance zu finden zwischen einer klaren, starken eigenen Perspektive, die die Kinder in der Pubertät hinterfragen und ggf. ablehnen, und einem stärkenden Entgegenkommen, so wie man Gleichberechtigten eben entgegenkommt, ist im Alltag schwierig.

  22. avatar

    Lyoner: Hätten wir es doch nur mit solch edlen bösen Absichten zu tun!

    … doch, doch, so einfach ist es. Nur ‚edel‘ und ‚hätte‘ streiche ich.

  23. avatar

    Die Ratgeberkultur der letzten 40 Jahre, Kindererziehung betreffend, ist ergebnislos an mir vorbeigerauscht.

    Mein erstes Buch über dieses Genre war“die grüne Wolke“ von A.S. Neil. Daraufhin habe ich mich mit den Kindern von Summerhill beschäftigt und fürmich verinnerlicht, daß die antiautoritäre Erziehung auch nicht glücksverheißend sei.

    Konrad Lorenz, der Verhaltensforscher, mit seinen Graugänsen erschien mir daraufhin wesentlich schlüssiger.

    Die eigenen positiven Kindsheitserfahrungen – so sie denn vorhanden sind – in die Kindererziehung mit einzubringen dürfte nicht das Schlechteste sein.

    Während meiner Pubertät war ich selbst der Meinung, die absolut spießigsten, strengsten,bescheuertesten Eltern daheim zu haben – mit der Schlußfolgerung in meiner Zukunft alles, aber auch alles anders zu machen.

    So ging ich recht zielstrebig mit diesem Vorsatz in die weite Welt hinaus. Und als ich dann erstmals ein Tier hatte, eine Katze, mutierte ich zum absoluten Übermuttertier. Wenn die Katze nachts nicht heim kam, suchte ich sie die ganze Nacht. Manchmal machte ich kein Auge zu, bis das Viechle endlich da war. Und wenn einer die Katze nur schief ansah, wurde ich schon zur Hyäne im Ansatz. Vermutlich hat meine mir damals so spießig erscheinende Mutter nicht halb so hysterisch reagiert, wenn ich nachts 1 Stunde später nachhause kam, als ausgemacht.

    Wenn ich merke, daß ich gerade so von den Medien manipuliert werde, daß ich keine eigene Meinung mehr mir bilden kann, nehme ich mir, in regelmäßigen Abständen eine Auszeit, gehe in Medienabstinenz.Auc jetzt wieder, nach der Wahl in Niedersachsen fühle ich mich schon wieder leicht verulkt.

    Vermutlich wäre es sinnvoll, gelegentlich eine Ratgeberabstinenz zu absolvieren, Kindererziehung betreffend. Sich auf die eigenen Erkenntnisse zu besinnen kann doch ncht so falsch sein, oder?

    Eltern sind auch nur Menschen, die Fehler machen dürfen; die kann man ja ggf. korrigieren.

  24. avatar

    @ Rita
    E.=echt gut (hier) G.=großartig

    „In diesem Zusammenhang würde es sich tatsächlich lohnen über Jüdische Philosophie nachzudenken. Im Judentum ist angedacht, das Lernen um des Lernens willen, nicht grundsätzlich um der Belohnung Willen, also dem guten Job und der damit zusammenhängenden guten Entlohnung.“

    Unterstützung:
    Literatur müsse Spaß machen, sagt Marcel Reich-Ranicki und bezieht dabei den Deutschunterricht ausdrücklich mit ein. „Gerade der Deutschunterricht sollte unbedingt unterhaltend sein. Nur kommt es darauf an – und das ist durchaus möglich –, die Schüler nicht mit minderwertiger, sondern mit guter Literatur zu unterhalten.“
    http://www.dieterwunderlich.de....._kanon.htm

  25. avatar

    Cher Jean-Luc,
    j’aime pas que les femmes s’élèvent et prétendent aujourd’hui qu’ils soient meilleures que les hommes. C’est pas du tout sage surtout si vous pensez aux immigrants. En plus, c’est ridicule. Mais bon, je m’excuse comme toujours, parce que chez votre club je n’ai jamais raison, bien entendu. Une rose est une rose est une rose, entendu. Voilà, Jean-Luc,
    „What women want“ Have a good laugh, please:
    http://www.nationalreview.com/.....a-bigelow#

  26. avatar

    @Marit: Ich habe mich anfangs auch an der arg überspitzten Überschrift des Artikels gestoßen, in der Schule und Leben aufgeführt werden, so als wäre das eine der Ausdruck oder eine andere Bezeichnung für das andere. Das ist natürlich Quatsch; niemand scheitert, weil er das Abitur nicht macht, weder im Leben noch in der Schule (es sei denn, er wäre ausschließlich als Akademiker glücklich geworden oder ist das Kind überambitionierter Eltern).

    Die Frage der sozialen Durchlässigkeit ist aber trotzdem bedeutsam. Sie bedeutet nicht Glück oder Scheitern, aber ist schon gekoppelt an bestimmte Glücksperspektiven, die für die einen verschlossener sind als für die anderen. Wenn dieser Weg zum Glück verschlossen ist, gibt es meistens einen anderen, aber das heißt ja nicht, dass der Weg nicht trotzdem besser offen wäre. Zunächst einmal führt die akademische Laufbahn zu Anerkennung und Geld, und dies beides sind schon wichtige Zutaten für ein gutes Leben, jedenfalls für die meisten. Hinzu kommt der von Frau Groda erwähnte Selbstzweck: Man beschäftigt sich mit etwas Interessantem, nimmt Einblick in wissenschafltiche Forschung, vertieft dabei den Blick.

    Akademisch Gebildete sind in einer Hinsicht stärker als andere, in anderer aber nicht. Zumindest kann man die Kinderlosigkeit der Akademiker(innen) nicht einerseits monieren und andererseits vom Bildungsglück schwärmen; das passt nicht zusammen.

    Trotzdem: Das Motto „Kinder stärken!“ unterschreibe auch ich. Wer würde das nicht unterschreiben? Es gibt schon eine gute Richtung vor, mehr aber auch nicht. Denn die Frage bleibt, wann Kinder gestärkt werden, womit kann man sie stärken. Manch einer glaubt, er stärke seine Kinder, indem er sie – frei nach Müntefering – jeden Morgen kalt abbraust. Es ist sehr schwer, allgemeine Leitlinien zu formulieren, die nicht platt wirken.

  27. avatar

    @ liebe Frau Heckel

    mit den Spitzbuben und bösen Mädels, die glauben, überall hinzukommen, würden wir schon noch fertig werden.

  28. avatar

    @ derblondehans

    Lieber ´ans (http://www.youtube.com/watch?v=NzZSMnVsuvg), Sie haben den Ernst der Lage überhaupt nicht erkannt. Sie träumen in Ihrer Matrix, dass es da eine böse Anti-Politik (antihuman, antidemokratisch, antideutsch, antieuropäisch, antichristlich) gibt. Hätten wir es doch nur mit solch edlen bösen Absichten zu tun! Die bittere Wahrheit, vor der Sie Ihren Kopf in den Sand stecken, ist, dass da überhaupt keine Absichten walten. Wir dämmern zusammen mit Angela Merkel, dieser gestaltlosen Gestalt, phänomenologisch etwas wie ein zerlaufender Camembert, gestaltlos dahin und hoffen, dass der morgige Tag nicht anders als der heutige ist, dass es irgendwie weitergeht. Wenn wir im christlichen Verstehenshorizont (der allerdings beschränkt ist) bleiben wollen, wäre die Lage am ehesten noch mit der Todsünde der Acedia zu vergleichen, auf Deutsch etwa Trägheit des Herzens.“Der Dämon der Trägheit, der auch Mittagsdämon genannt wird, ist belastender als alle anderen Dämonen.“, sagte Euagrios Pontikos. Also, schlummern Sie dort in Meck-Pomm, schön ist es ja an der Waterkant, weiterhin in himmlischer Mittagsruh..

    P.S. Ich habe ja nicht behauptet, dass das Wertesystem der BRD identisch ist mit dem judäochristlichen Wertesystem. Außerdem hätte ich nicht sagen sollen, dass Sie hochmütig prunken, sondern wunderlich wirken mit Ihrer sehr bescheidenen Demut.

  29. avatar

    The fittest?:

    Und einige, die ganz gerissenen, knabbern den Marshmallow ein klein bisschen an, von der unteren Seite. Dann stellen sie ihn brav zurück auf den Teller. Man muss schließlich wissen, worauf man wartet.

    Future investment bankers 😉
    Or good lovers 😉

    aus dem weltlink von Fanny Jimenez

    Nachdem ich noch etwas anderes gelesen habe, muss ich Skepsis ausdrücken, insofern, als die Disziplinierten vermutlich unser System geschaffen haben. Kein Wunder, dass dann auch die Disziplinierten bessere Leistungen bringen, da das System ja quasi von ihren geistigen Vorfahren erschaffen wurde und sie daher darauf zugeschnitten sind.
    Ich stelle die Hypothese auf, dass also dieselben im Busch schlechter überleben würden, als die, die vorsichtshalber gleich den Marshmellow fressen. Dann ist das nicht anders als der IQ-Test, der in Afrika falsch negative Ergebnisse bringt. Was nun?
    Einwände willkommen.

  30. avatar

    Chère Rita

    ein sehr schoener Satz:

    „Wenn Sie Ihren Kindern jetzt auch noch beibringen, daß man auch wieder aufstehen kann, wenn es einen mal böse hinhaut, dann dürften Sie wirklich ein sehr passabler Vater sein.“

    Zur Ergaenzung:

    Our greatest glory is not in never falling, but in rising every time we fall.
    Confucius

  31. avatar

    Cher Parisien

    Ich habe ein wenig den Eindruck, dass sie hier einen Krieg mit ihren Spielzeugpanzern fuehren.

    Dass sie sich unchristlich verhalten hat ihnen schon Alan Posener erzaehlt, dass sie sich aber mehr und mehr als mimose darstellen, und notre chère Rita (und die anderen Frauen hier ) in einer sehr ungalanten Art behandeln ueberrascht mich.

    Und was Ihre Marlene Dietrich betrifft:

    Schauen sich einmal die Liste ihrer lover an, die hat in Hollywood keinen ausgelassen!!!

    Und hier die “ galanten “ Sprueche von Marlène ueber die Maenner:

    Fast jede Frau wäre gern treu. Schwierig ist es bloß, den Mann zu finden, dem man treu sein kann

    Die Männer beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frau – komischerweise gucken sie aber ganz woanders hin.

    Und hier ein Zitat, dass sie nicht in den US finden werden:

    Männer wollen immer nur ihr Ding reinstecken. Das ist alles, was sie wollen.

    Vielleicht lehnen sich sich einfach einmal zurueck und holen sich wieder einmal eine gute Flasche franzoesischen oder kalifornischen Rotwein vielleicht mit einem Kaese von Philippe Olivier:
    http://www.philippeolivier.fr/

  32. avatar

    Ich glaube nicht daran, dass Schulkonzepte einen nachhaltigen Einfluss darauf haben, ob ein junger Mensch zur Überzeugung gelangen kann, dass er das Leben meistern wird.Denn darum geht es doch wohl: nicht die akademische Laufbahn, sondern das gelingende Leben ist das, was angestrebt wird, oder irre ich hier?
    In einer Runde nachdenklicher Menschen haben wir einmal zusammengetragen, von welchen Voraussetzungen das Leben bestimmt wird, das wir selbst als „gutes Leben“bezeichnen würden.
    In der Rückschau auf das, was uns prägte und wichtig erschien, fanden wir dies:
    Stabile soziale Beziehungen
    Spiritueller Erfahrungsraum
    Zugang zu Kunst und Kultur
    Kontakt zur Natur
    Erziehungs- und Bildungskonzepte können diese Erfahrungsbereiche im schulischen Kontext zwar berücksichtigen, sie ersetzen aber nicht die notwendigen gesellschaftlichen Erfahrungsräume.Da ist an erster Stelle immer noch die Familie gefragt.Wo „Familie“ nicht vorkommt, bleibt „True Grit“ wohl eher die Ausnahme.

  33. avatar

    @ liebe Frau Heckel,

    ich möchte anregen, dass die Kommentare automatisch freigeschaltet werden. Zuweilen vergehen einige Stunden und man hat dann mit seinem Beitrag nicht auf neuere Kommentare reagiert, sondern auf ältere. Ich glaube, Sie können getrost davon ausgehen, dass wir auf Ungehöriges auch reagieren können.

    1. avatar

      @Lyoner: Das würde ich wirklich gern! Aber leider ist das nicht möglich angesichts der Kommentare, die ab und an hier eintrudeln – insbesondere aufgrund der von Ihnen allen so lebhaft kommentierten Themen Islam, Rassismus, Nazis und Ideologien aller Art.

  34. avatar

    Lyoner: … es eine Alternative zu den Wertsystemen der traditionellen judäochristlichen Religion gibt, mit denen derblondehans – mit Verlaub – etwas hochmütig und sonderlich prunkt.

    … falsch. Eine reine Schutzbehauptung Ihrerseits, denn Sie wissen sehr wohl, dass das Erziehungs- und Wertesystem der ‚BRD‘ – mit voller Absicht – Müll ist.
    Menschenfeindlich, antidemokratisch, antideutsch, antieuropäisch, antichristlich. Zunehmend faschistoid.

    Erkenntnis ist kein Hochmut.

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    @ Rita E. Groda

    Bitte, verbeißen Sie sich doch nicht so in diesen albernen Genderkampf. Das müssen Sie sich doch nicht antun, da könnten Sie doch darüber stehen?

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    @ Rita E. Groda

    Gerade habe ich mir eher allgemein etwas „abgebrochen“ und lese Ihren erfahrungsgesättigten Kommentar. So ist es recht. Das ist im besten Sinne gesunder Menschenverstand.

  37. avatar

    @ KJN

    Ich stimme Ihnen und Roland Ziegler weitgehend zu. Die Schwierigkeiten, ein beständiges und zuverlässiges Umfeld bereitzustellen, scheinen indes in unserer Generation entschieden größer zu sein. Wo gibt es noch die communities und Dörfer, in denen es beglaubigte und allgemein unterstützte Handlungsanweisungen gab, in denen gesagt werden konnte, es bedarf eines ganzen Dorfes, um ein Kind zu erziehen? Heute haben wir im „globalen Dorf“ ein helter skelter an Verhaltensanweisungen und ökonomischen Anforderungen. Ich frage mich jedoch, ob Belohnungsstrategien (Zuckerle und Marshmellows) in traditionellen Nichtüberflußgesellschaften, aber selbst am Hofe gegenüber den Infanten und kleinen Tyrannen üblich waren. Die wurden anders zur Räson gebracht.

    Wesentlich ist natürlich auch das Zeitfenster für den Erwerb bestimmter psychophysiologischer Muster (das ist nicht nur Gehirnphysiologie, sondern Psychosomatik, Bioenergetik). Sicher können Defizite auch korrigiert, kompensiert werden (dies scheint mir jedoch auch ökonomisch teurer zu sein). Auf die Grenzen kompensierender Maßnahmen hat ja Alan Posener mit dem Bronx-Experiment deutlich hingewiesen.

    Was sich mir in dieser Debatte überhaupt nicht erschließt, ist der Heilsanspruch der sog. „Gesamtschule“ (das Wort verursacht mir bereits Krätze) als Reperaturbetrieb; dies könnte doch nur der Fall sein, wenn all diesen unterschiedlich begabten, bevorzugten und benachteiligten Kinderlein und Jugendlichen, suum cuique eine maßgeschneiderte Förderung in weitgehend heterogenen Klassen zukommen würde. Mir scheint dies eine groteske Überforderung sowohl der Lehrer als auch der Schüler zu sein. Es mag wohl Modellversuche, die einigermaßen erfolgreich sind, geben, aber Kosten für eine Generalisierung dürften m.E. ökonomisch nicht tragbar sein.

    Sie fragen, wie man die Kinder „stark machen“ könnte und ob es eine Alternative zu den Wertsystemen der traditionellen judäochristlichen Religion gibt, mit denen derblondehans – mit Verlaub – etwas hochmütig und sonderlich prunkt. Gewiß läßt sich einges von den evolutionären Erfolgsrezepten der Religionen lernen, z.B. die Erfahrung, dass man selbst Teil und Glied von Etwas Größerem ist und dass man darin einen sinnvollen Beitrag leisten kann. „Fördern UND Fordern“ scheint mir die vernünftige Devise – aber man muss wissen, wozu und wohin man fordert. Kleine und große Gemeinschaftsaufgaben und eine res publica lassen sich doch formulieren?

    P.S. haben Sie diese Attacke übersehen?
    http://starke-meinungen.de/blo.....ment-18777

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    @KJN: Ihre Fragen sind äußerst nachdenkenswert. Das Leistungs- und Belohnungsprinzip tut es schon lange nicht mehr.

    In diesem Zusammenhang würde es sich tatsächlich lohnen über Jüdische Philosophie nachzudenken. Im Judentum ist angedacht, das Lernen um des Lernens willen, nicht grundsätzlich um der Belohnung Willen, also dem guten Job und der damit zusammenhängenden guten Entlohnung.Die Juden kennen erst seit kurzem z.B. einen Himmel, in dem der auf Erden zu kurz gekommene dann später entlohnt wird. Im Judemtum birgt die gute Tat an sich den Lohn in sich, im Christentum werden gute taten zur Pflicht ernannt, die dann aber in der Folge eine Belohnung findet.

    Ihre Generation vermasselt es doch gar nicht; sie ist verunsichert,verunsichert durch die eigene inzwischen gravierende Lebensunsicherheit und die aufdringliche „Ratgeberkultur“.
    Fügen Sie Ihren eigenen Überlegungen, gute Schule, Zeit für die Kids noch eine andere Komponente hinzu – ein gutes Beispiel für Ihre Kinder zu sein, dann kann alles so schlimm nicht werden.

    Mein eigener „Übervater“ hat sich in einem Punkt von allen mir bekannten Vätern unterschieden, durch eine winzige Eigenschaft:
    Wenn wir Fragen stellten, die er auf Anhieb nicht beantworten konnte, hat er uns nicht irgendwie abgespeist. Er konnte immer zugeben, wenn er eine Antwort nicht wußte, und hat sich dann bemüht durch Recherche eine Antwort zu finden. Und wenn er auf Fragen keine Antwort fand, dann hat er es einfach zugegeben. Das hat ihn uns sehr menschlich gemacht, dieses Eingeständnis der elterlichen Unvollkommenheit.

    Vermutlich gehört es auch zur Elternschaft seinen Kindern die eigen menschliche Unzulänglichkeit vorzuführen, Öfters auch mal Fehler zuzugeben vor den Kids. Die haben nämlich eine untrügliche Antenne für Ehrlichkeit.

    Stark machen müßen wir unsere Kinder für die Niederlagen im Leben, und wie die Eltern damit umgehen, das ist deren vorbildhafte Prägung fürs Leben.

    Kleines persönliches Beispiel. Als mein Vater nach seiner Kinderlähmungserkrankung nach einem Jahr aus der eisernen Lunge verlegt wurde)er konnte 1 Jahr nicht mal selbständig atmen), da hat ihm der Arzt prognostiziert, daß er nie wieder laufen könne.
    Mein Vater hat sich – auch mir unverständlicherweise – nie beirren lassen. Er sagte dem Arzt, er müße wieder laufen können und er werde es. Als er Monate später ganz alleine am Bett gestützt den ersten Schritt wagte, stürzte ein Arzt herein mit dem Kommentar“Machen sie sich doch nicht unnötige Hoffnungen, sie werden nie wieder laufen können.“

    Damals war ich 5, und ich soll den Arzt daraufhin gebissen haben. An den Biß erinnere ich mich nicht mehr, wohl aber an meine kindliche Intuition, wie überheblich und empörend es ist einem Menschen in akadamischer Überheblich einfach jede Hoffnung zu nehmen.

    Nun, mein Vater hat wieder laufen können, nach weiteren 5 Jahren, ohne Reha oder andere Maßnahmen, die es einfach zu dieser Zeit nicht gab. Ich habe als Kind meinem kleinen Bruder und meinem Vater gleichzeitig das Laufen beigebracht, und habe damit womöglich (im übertragenen Sinne) das Laufen fürs Lben gelernt. In den schlimmsten Momenten meines eigenen Lebens – und da gab es nicht wenige – bin ich auch erst zusammengeklappt, aber in meinem Innersten wußte ich immer, daß ich auch wider aufstehen und Laufen kann.

    Damit wollte ich jetzt nur sagen: Wenn Sie Ihren Kindern jetzt auch noch beibringen, daß man auch wieder aufstehen kann, wenn es einen mal böse hinhaut, dann dürften Sie wirklich ein sehr passabler Vater sein.

  39. avatar

    @ Lieber Moritz Berger

    Das war eher eine rhetorische Frage, die der Synchronizität der Publikationen hier und in der WELT geschuldet war.

    Natürlich ist Fanny Jimenez eine junge Frau, eine bezaubernde und kluge junge Frau. Sie haben Recht, sowas recherchierche ich.

    Von Alan Posener würde ich diese Entgegnung erwarten: Fanny Jimenez ist so ein süßer Fratz, ich konnte gar nicht lange genug mit ihr über mein Hobby, Erziehung und Grundlagen der Erziehung, plaudern. Es war einer der schönsten Abende meines Lebens. Wenn man weiß, dass man nicht forever young (die Testoronlage ist eine andere) ist, nicht mehr besitzen will und als Freier auftanzt, kann man ganz anders und freien Herzens solche Encounter der schönsten Art genießen, als Gentleman. Sich mit Fanny zu unterhalten ist wie von einer Muse geküsst zu werden. Ich habe dann natürlich alles getan, dass der Artikel dieser bezaubernden jungen Dame in der Welt veröffentlicht wird, und war beschwingt genug, über das Sujet auf Starke Meinungen zu berichten.

    Den Link zur Fachwerkstatt hatte ich bereits gestern meiner Tochter geschickt und als vorbildliche Seite gerühmt. Sie befindet sich z.Z. noch in Sydney (Temperaturen bis zu 45 Grad im Schatten!!), kurz vor ihrem Abflug zur nächsten Etappe, Mittelerde. Sie prüft gerade verschiedene Studiengänge, eine Präferenz ist das Science Program an der Universität Maastricht (das alte Mosa Trajectum) mit einer Perspektive Wissenschaftspublizistik. Sie sehen, dass ich mir bei Frauen wohl vorstellen kann, dass sie Wissenschaft betreiben und auch wissenschaftliche Inhalte journalistisch aufbereiten können. Schöne Frauen mit klugem Köpfchen sind more sexy. – Trotzdem danke für Ihren Hinweis und Ihre Mühe, mir auf die Sprünge der Genderdebatte zu helfen.

  40. avatar

    Moritz Berger: Parisien und womöglich andere können sich aber im Gegenteil gut vorstellen,daß nur Frauen die gequirlte …….. aus den Herrentoiletten entfernen(müßen), die diese dort regelmäßig hinterlassen. Dieses Beispiel ist beliebig assoziierbar ………..

    Da die Frauen aber darin jahrtausendelange Übung haben, werden sie, mit dieser Eigenschaft, sowie der inzwischen Bildungsüberlegenheit, auf Dauer gesehen, tatsächlich die besseren Überlebenschancen haben.

  41. avatar

    Nachtrag an die „Damen“(„verquirlte Kacke“, XYY, etc.):

    Meine Frau ist übrigens mein Schatz. Sie hat „friendoflindgren“ geschrieben und ist Waldorf-gebildet. Ich bin ihr innig verbunden. Fast niemand kennt Märchen so gut wie sie. Fast niemand kann besser als sie beurteilen, wann jemand sich wie Rumpelstilzchen benimmt. Und fast niemand ist didaktisch begabt wie sie. Vor Reisen trinkt sie nichts, damit sie nicht auf der Autobahn auf die verpissten „Damen“toiletten muss. Und im Übrigen geht meine Frau niemanden etwas an. Wie Hans Bemmann sagen ließe: Das ist eine andere Geschichte, ihre eigene. Paint yourself!

  42. avatar

    an „you know who“ und alle zur Erbauung (wäre auch ein guter Zeitvertreib für Lehrer: Paint yourself!

    First of all, fuck Kant!
    Why is his shit so needlessly complicated? A whole world we can’t talk about or know anything about? Then how the fuck can he possibly talk about it? What if the world is just exactly the way we see it? Why complicate things even further? Don’t tell me I can’t get to the chairness of a chair – it’s a pretty simply concept, chairness – it’s just being a chair. Legs, maybe a cushion, and you sit in it. Can’t stop being a chair. Was that so hard?
    http://www.philosophybro.com/2.....gness.html

    Wünsche ihnen allen eine gute Restwoche!

    @ Alan Posener
    Ich kam schon vor einer Weile zu dem Schluss, dass Sie möglicherweise ein guter Lehrer waren. Kann es sein, dass Sie zu gut waren für das deutsche Schulsystem?

  43. avatar

    @ you know who

    „Das Problem, sagt Noah Kliger, sei nicht, dass 34 Parteien zu den Wahlen zugelassen wurden, von denen drei im letzten Moment auf eine Teilnahme verzichtet haben, das Problem sei, „dass zwölf bis fünfzehn in die Knesset einziehen werden“. Was die Regierungsbildung nicht erleichtern wird. Kliger hat seine Stimme am Nachmittag in einem Wahllokal im Norden von Tel Aviv abgegeben, und er macht kein Hehl daraus, wen er gewählt hat. „Netanjahu, weil es keinen anderen gibt, der eine Regierung führen kann.“

    http://www.welt.de/politik/aus.....aehlt.html
    http://www.achgut.com/dadgdx/i.....bstimmung/

    Unterschreibe ich zu 100 Prozent. Der Kompetenteste. Und Shelley ist nicht nur ultralinks, sondern auch noch viel zu jung und unerfahren. Es gibt in der kompliziertesten Situation der Welt, dann noch „gesegnet“ mit einem amerikanischen Präsidenten, der einseitig ist, nur diesen. Allein diese vielen Parteien vier Jahre zusammenzuhalten, ist schon ein Kunststück. Und vielleicht ahnen Sie jetzt, warum ich auf das Interview aus Ma’ariv nicht eingegangen bin. Antworten Sie am besten nicht darauf, denn das ist OT, und ich werde auf eine Replique nicht erwidern.
    In einem sind wir uns doch wohl einig: Dass das die komplizierteste Situation der Welt ist. Gefährlicher ist es zur Zeit mal wieder in Kaschmir.

  44. avatar

    @ Rita
    E.=Einfältig G.=Gröber

    „Ich hingegen fordere, als gesunde Gegenreaktion geradezu die Auflösung der Koedukation.“
    Gegenreaktion? Hä?

    Und das hier ist jenseits aller manschlichen Güte. Da muss man leider fragen: Wollt ihr XX den totalen Krieg?
    „Wollen wir uns weiterhin im Klassenzimmer mit frustrierten, verhaltensgestörten und zur Impulsbeherrschung nicht fähigen Subjekten messen, die sich von den wahren Intelligenzträgern schon durch das XYY unterscheiden und von denen man(leider irrtümlich) annahm sie seine kognitiv retardiert?“

    Ist das Suff oder was ist das? Oder wollt Ihr Krieg? Wen, glaubt Ihr wohl, würden die Muslime, die Ihr sonst so hätschelt, dabei unterstützen?

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    @KJN

    „Das ist das, was R.Z. und ich ja auch schon vermuteten und es ist wohl bestätigt worden. (Und da soll noch einer sagen, es gäbe ihn nicht, den homo oeconomocus.)“

    Ja wenn dem so ist dann muß ich es wohl glauben.

    Wenn der Glaube und die Vermutung Berge versetzt dann überlassen wir es doch den “ Gläubigen “

    Daher werde ich mich für einige Zeit vom Blog verabschieden und zu den “ echten Gläubigen “ wieder einmal ins Kloster gehen, weil da der homo oeconomicus schon lange in die Schublade gelegt worden ist.

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    Dass Fanny Jimenez an einem Artikel über die Langzeitstudien von Walter Mischel arbeitete, wusste ich nicht. Verbuche ich aber unter der Rubrik: „Es gibt keine Zufälle“. Eine Zeitlang – etwa 1995 bis 2000 – habe ich die Zufallsforschung bis zum Exzess betrieben. Habe selbst ein „Zufallstagebuch“ geführt Jung über Synchronizität gelesen und Paul Kammerer über das Gesetz der Serie. Einige Gespräche mit Stefan Klein, der damals sein Buch über den Zufall vorbereitete, haben mich dann überzeugt, dass sich solche Zufälle tatsächlich mit der Wahrscheinlichkeitstheorie erklären lassen.
    Lyoner hat mich gefragt, was aus meinem letzten Satz – dass sich die Schule ändern müsse – konkret folge. Das ist ein weites Feld. Ich verweise auf die Antworten, die Jesper Juul und Bernhard Bueb in den Interviews geben, die sie mit mir geführt haben, und die hier teilweise zitiert wurden. Es wäre schon viel gewonnen, wenn Bildungspolitiker, Lehrer (z.B. Frau Sarrazin) und Kommentatoren nicht bräsig davon ausgehen würden, dass alles im Kern OK ist („mir hat es ja auch nicht geschadet“), nur dass die Kinder und Eltern, leider, leider nicht zur Schule passen.

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    @ Alan Posener

    Ich will Ihnen etwas schildern aus dem Persönlichen, was möglicherweise wichtig ist:
    Der Große war brillant, denn er ging auf eine brillante Grundschule mit einem großartigen eigenen Konzept. Dann schlief er in der Mittelstufe ein, und schließlich, nach einem Auslandsaufenthalt, wo übrigens Drogenproben an der Schule abgenommen wurden, kam er wieder auf die Piste und machte ein exzellentes Abi.
    Der Mittlere ist ein Selbstläufer, aber wichtig hierbei ist: Er hatte auf seiner Grrundschule die beiden besten Lehrerinnen. Die zweite (dritte und vierte Klasse) brachte die Hälfte ihrer Klasse auf Gymnasium und Realschule. Danach hatte der Zweite einen Deutsch- wie auch einen Englischlehrer aus bestem Stoff.
    Der Jüngste, auch Kasperle, hatte eine untaugliche Lehrerin in der ersten Klasse, die die Schule verlassen musste. Danach hatte er eine Lehrerin, die der Ansicht war, Akademikerkinder sollten nicht auf’s Gymnasium. Sie bildete sich offenbar ein, im Arbeiter- und Bauernstaat zu leben. Alle Akademikereltern in der Klasse hatten einen schweren Stand und vermutlich Magengeschwüre. Sie brachte exakt drei Kinder überhaupt auf’s Gymnasium und zwei auf die Realschule, nicht mal ein Drittel. Ich nannte sie zu Hause Materialverbrennerin (geistiges Material). Ich weiß bis heute nicht, was sie für ein Problem hatte außer ihrer Scheidung von einem höherstehenden Mann, und vielleicht war das das Problem, wofür alle bluteten. Dann war der Jüngste grundtraumatisiert. Mit den schlechteren Lehrern ging es zufällig so weiter.
    Wir haben das schon in der zweiten Generation, zufällig. Ich hatte eine großartige Grundschullehrerin, meine Schwester und mein jüngerer Bruder nicht. Und das blieb in den Leistungen kleben für immer.
    Worauf ich hinaus will: Die Probleme fangen schon in der Grundschule an.
    Und soll ich Ihnen mal sagen, was die für Tagesausflüge machten?: Einen auf einen Bio-Bauernhof, einen auf die Mülltrennungsanlage und einen auf die Kläranlage. Keinen ins Museum. Für die damals laufende großartige Franz Marc-Ausstellung war kein Raum.
    Wir wollen hier nicht auf Studienräten/rätinnen herumhacken, wenn die Proble in der Grundschule beginnen.

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