
Die deutschen Fußballnationalspieler Felix Nmecha und Jonathan Tah haben etwas Ungeuerliches getan, jedenfalls nach Ansicht der Unglaubenswächter der taz und ähnlich Gesinnter. Und sie wollen es wieder tun: Nach dem Spiel mit Gegnern beten. Zum Herrgott, nicht zu Allah. Dafür kann es nur die Höchststrafe geben.
Ein Kreis, das wissen wir schon lange, ist nur gut, wenn es ein Stuhlkreis ist, sich alle an den Händen fassen und ganz doll liebhaben. Wenn sich allerdings Kicker nach einem Fußballmatch Team, ja Völker verbindend gemeinsam umarmen und leise ein Gebet sprechen, dann ist aus Sicht der ansonsten Multikult-Fans klar, was folgen muss: „Platzverweis für Jesus„.
Ich erspare mir darauf hinzuweisen, dass es eine Blasphemie ist, Nmecha mit Jesus, also Gott in eins zu setzen. Das würden die linken und anderen Agnostiker sowieso nicht verstehen. Muslime indes sehr wohl. Interessanter ist, dass es sich bei Nmecha und Tah erkennbar um Spieler mit migrantischen Wurzeln handelt. Dürfen Migranten, sofern sie der „richtigen“ Religion angehören, normalerweise nicht alles? Also z.B. überall einen Gebetsteppich ausrollen, den Allahfinger gen Himmel strecken oder ein Tor dem Propheten widmen.
Wieso dürfen andere dann nicht den christlichen Gott in einer überaus friedlichen Weise anrufen? Immerhin handelt sich bei dessen Sohn (in christlicher Auslegung) auch nach Auffassung des Koran um einen Propheten. Nun ja, allerdings des „falschen“ Glaubens.
Phalanx mit Höcke
Klar kann man gegen jede Religion sein, erst recht gegen deren öffentliche Demonstration, sofern man in dem Gebetskreis eine solche sehen will. Weshalb aber nicht gleiches Recht oder Unrecht für alle? Warum dieser Furor in den a-sozialen Medien gegen christgläubige Balltreter im DFB-Trikot? Und nicht in gleicher Weise gegen muslimische Gebete vor dem Brandenburger Tor und an anderen öffentlichen Orten – nach zwei (!) Geschlechtern getrennt; gegen islamisches Fastenbrechen im Bundestag oder Ramadan-Beleuchtungen in Fußgängerzonen? (Von katholischen Fronleichnamprozessionen hat der taz-Feldverweiser offensichtlich keine Ahnung. Sonst wüsste er, dass die Monstranz schon dem lateinischen Namen nach dazu dient, den Leib Christi in Form einer Hostie zu zeigen, und dass der Priester sie immer vor sich her trägt. Nmecha ist keiner.)
Bei ein klein bisschen Nachdenken müsste denen, die nun einen Auschluss von Nmecha und Tah ausgerechnet im Trump-Land fordern, Zweierlei auffallen: Erstens befinden sie sich damit in sehr schlechter Gesellschaft mit dem AfD-Rechtsaußenspieler Björn Höcke, für den das DFB-Team wegen solcher fremdländischer, dunkelhäutiger Spieler nicht die toitsche National(isten)mannschaft ist. Zweitens ist es rassistisch und menschenverachtend: christophob, antichristlicher Rassismus, um in ihrem abgewandelten Sprachmissbrauch zu bleiben.
Nmecha soll jedoch nach Auslegung der islamfreundlichen Kritiker etwas noch viel Schlimmeres getan haben, was strafverschärfend hinzukommt: Es habe sich „homophob“ und „transphob“ geäußert. Gegen Homosexuelle zu sein und an nur zwei Geschlechter zu glauben, das geht natürlich gar nicht. Kommt im Islam, dieser menschen-, frauen- und Schwulenliebenden, überaus friedfertigen Religion des globalen Südens und aller, die sich ihm solidarisch empfinden, sowie unter Muslimen selbstverständlich überhaupt nicht vor.
So werden migrantische Fußballer wie andere NIchtmuslime einfach zu kranken weißen Rassisten umgeschminkt. Jüdinnen und Juden kennen das.
Also, Felix Nmecha und Jonathan Tah: Beim nächsten Mal die „One-Love“-Binde rauskramen und die Gegner anspucken und treten, wie es sich unter anständigen (linken?) Deutschen gehört. Besser noch: das Geschlecht wechseln und in der Transinternationalfrauschaft spielen. Dann dürft Ihr alles.
Ich werde Euch und Eure Gegner in mein Abendgebet einschließen. Kann nicht schaden.
Deutschlands Fußballnationalspieler Jonathan Tah (30) will auch in der Zukunft nach Fußballspielen mit Teamkollegen Felix Nmecha und anderen Profis beten. Im Interview mit Magenta TV sagte der Bayern-Profi, er sehe das gemeinsame Gebet als ein schönes Zeichen dafür, dass es um mehr gehe als Fußball. „Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen.“
Auf Initiative von Nmecha hatten der 25-Jährige, Tah und Gegenspieler nach dem 7:1 beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curaçao einen Gebetskreis auf dem Platz gebildet. Tah sagte dazu, es habe auch schon nach dem Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen die USA am 6. Juni ein gemeinsames Gebet gegeben.
DFB-Spieler Antonio Rüdiger verteidigte das gemeinsame Gebet. „Ich sehe nichts Falsches daran“, sagte er. U“Wir leben in einem Land, wir reden von Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit. Also sehe ich kein Problem darin.“
Öffentliche religiöse Bekenntnisse von Fußballstars sind in anderen Ländern durchaus üblich. Nmechas Social-Media-Posts hatten allerdings in der Vergangenheit mehrfach auch Kritik ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, er habe Inhalte geteilt und gelikt, die als homophob und transphob gewertet werden könnten.
https://taz.de/Fussballprofi-mit-Christusfimmel/!6187200&s=Jesus/