Auf der Demo in Tel-Aviv, 25. März 2025. Foto: Alan Posener
Als ich sah, wie der Rassist und Terrorbefürworter Itamar Ben-Gvir mit Champagner auf die Verabschiedung eines Gesetzes in der Knesset anstieß, das die Todesstrafe für arabische Terroristen vorsieht, wurde mr übel. Ich musste an ein Gespräch denken, das ich vor Jahren mit meinem israelischen Cousin Yohanan und seiner Frau Hanna führte.
Einhellige Kritik an der Entscheidung des israelischen Parlaments, die Todesstrafe auf palästinensische Terroristen auszuweiten
Israelkritik ist ein beliebtes Hobby, besonders in Deutschland. Vielleicht, weil den Deutschen der Holocaust und damit die Basis für die Gründung des jüdischen Staates schwer auf dem Gewissen lastet. Denn: Ohne Israel Weltfrieden, soviel ist sicher. Oder?
Aber mal im Ernst: Seitdem die Hamas am 7. Oktober 2023 Israel überfallen und 1200 Bewohner – ganz überwiegend Zivilisten übrigens – hinterhältig massakriert hat, hat der Propagandakampf, in dem es darum geht, den Staat Israel zu delegitimieren, verstärkt an Fahrt aufgenommen.
Hinrichtung durch den Strang. Bild von ArtWithTammy auf Pixabay
Franz Josef Strauß forderte im „deutschen Herbst“ 1977, RAF-Mitglieder zu exekutieren. In muslimischen Staaten werden nicht nur Aufwiegler, sondern auch Ehebrecherinnen und vom Islam Abgefallene gesteinigt oder geköpft. Im Iran werden Gegner des Mullah-Regimes reihenweise an Kränen erhängt. Aber wenn das israelische Parlament ein Gesetz beschließt, das den Tod für terroristische Mörder vorsieht, ist die Hölle los.
Die Todesstrafe ist zurecht weltweit geächtet und im Grundgesetz verboten. Sie verstößt gegen das grundlegendste Menschenrecht: die Menschenwürde. Und gegen das Verbot grausamer, unmenschlicher Strafen. Der Staat wird, wo er sie vollstrecken lässt, selbst zum Mörder. Und doch gilt sie noch immer in vielen Ländern, auch in den meisten arabischen Staaten. Weiterlesen
Neulich passierte etwas Merkwürdiges. Ich hatte für meine 50 Bob Dylan-Exegesen gerade die Nummer 47 geschrieben, über den Song „Clothes Line Saga“, das ist eine Parodie auf „Ode To Billie Joe“ von Bobby Gentry. Und dachte darüber nach, was ich als nächsten Stones-Song vorstelle; aus irgendwelchen Gründen kam mir „Flip the Switch“ in den Sinn. Gut, und am Abend schaute ich auf Netflix „Just Mercy“ mit Jamie Foxx an, und der Film beginnt damit, dass Foxx in seinem Truck fährt und „Ode To Billie Joe“ im Radio hört. Und etwa in der Mitte des Films gibt es eine fast unerträglich intensive Hinrichtungsszene auf dem elektrischen Stuhl. Und davon handelt ja „Flip the Switch“.