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Ist das, was ich schreibe, überhaupt wichtig?

Illustration von Gemini nach Prompt von A.P.

Positionsbestimmung im Zeitalter von Populismus, KI und der eigenen Bedeutungslosigkeit

Vor etwa drei Jahren fragte mich jemand, warum ich mich mit meinem ökonomischen Hintergrund entschieden habe, meine Zeit ausschließlich dem Klimawandel und den damit verbundenen Themen zu widmen. Es sei doch für eine Umkehr ohnehin zu spät – und ich würde mit meinen wissenschaftlich geprägten Aussagen „keinen Hund hinter dem Ofen hervorholen“.

Meine Antwort war einfach: das, was ich tue, ist für MICH der größte Hebel, mit dem ich meinen (kleinen) Einfluss auf die Welt ausüben könnte. Jede Leserin und jeder Leser meiner Bücher und meiner Essays und jede Zuhörerin und jeder Zuhörer meine Vorträge hat potenziell eine multiplikative Wirkung bei der Verbreitung meiner Themen.

Nein, Klimaaktivisten wie ich ändern die Welt nicht. Seit der Wiedererscheinung von Donald Trump und dem Auftreten seiner Tech-Buddies um Jeff Bezos, Elon Musk, Peter Thiel, etc. komme ich mir noch mehr vor, wie Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt in seinem Kampf gegen die Windmühlen.

Ich stelle mir gerade (wieder einmal) die Sinnfrage. Ist das, was ich mit meinen Essays und meinen Vorträgen erreichen wollte und will reine Zeitverschwendung?  Oder habe ich kleine Dinge verändert, die später erst ihre Wirkung auf die Welt zeigen?

Die Vorteile des Verfassens von Analysen zu wissenschaftlichen Themen

Die Verteilung meiner Essays über das Internet und einige wenige soziale Medien, die ich nutze, hat es mir ermöglicht, meine Ideen mit beispielloser Geschwindigkeit, Breite und Zugang in den Diskurs zu bringen.

Wissenschaftler brauchen Monate, um ihre Studien zu erstellen, die hinterher nur ein sehr, sehr kleiner Kreis von anderen Wissenschaftlern oder den an Wissenschaft interessierten Menschen liest.

Ich analysiere deren Arbeit, recherchiere in englisch-, französisch-, italienisch- oder spanischsprachigen Webseiten und schreibe dann in 800-1200 Zeichen mein Essay als Zusammenfassung.

Meine Arbeit und meine Vorgehensweise ermöglichen mir auch, eine Vielzahl von Themen zu bearbeiten, Die Menschen, die meine Artikel lesen, erwarten, dass ich eher Analyst als absoluter Experte des jeweiligen Themas bin.

Von Ideen-Impulsen oder „Dinge in Gang bringen“

Es ist soziologisch wichtig und nützlich, das Instrument des Setzens von „Ideenimpulsen“ zu nutzen und voranzutreiben. Ich habe in einem Buch den Satz gelesen: „Menschen, die glauben, keine intellektuellen Einflüsse zu benötigen, sind in aller Regel die Sklaven eines systemischen Stillstands im Denken und Handeln.“

Ist also der Grund, warum ich alles kommuniziere, was ich so schreibe oder in meinen Vorträgen wiedergebe, genau dieser: Ideenimpulse zu geben?

Oder ist es persönliche Frustbewältigung, also das Abarbeiten von Belastungen, die mein Leben und die Zukunft meiner Familie und Freunde prägen? Sicher ist nur eines: Seit der Pandemie 2020 und deren Ende 2022 haben sich tektonische Verschiebungen in den Gesellschaften der Welt ergeben.

Populismus – und dessen Auswirkungen

Der Aufstieg des Populismus auf allen Seiten des politischen Spektrums in vielen Teilen der Welt bedeutet, dass kluge Ideen keine Wichtigkeit mehr haben, da die Machthabenden nach ihren eigenen Plänen arbeiten.  umgesetzt werden.

Um Populismus zu verstehen, muss man zunächst den Pluralismus verstehen, der unser Land (und die Welt??) bis vor wenigen Jahren prägte. Pluralismus bedeutet, dass viele verschiedene Lebensentwürfe mit unterschiedlichen Meinungen, Interessen, Zielen und Hoffnungen gleichzeitig existieren.

Im Pluralismus haben alle Achtung und Respekt vor anderen Menschen, die in einem Staat leben, und sie erkennen die Vielfalt in der Gesellschaft an. Alle haben das gleiche Recht, dass ihre Meinung von Politikerinnen und Politikern gehört und beachtet wird.

Those were the days, my friend….“

Der Populismus erkennt den Pluralismus nicht an. Populisten behaupten, den „einzig richtigen Volkswillen“ zu kennen. Sie selbst – und eben nur sie selbst – beanspruchen, diesen Volkswillen zu vertreten. Andere Meinungen sind aus populistischer Perspektive nicht einfach andere Meinungen, sondern ein Verrat am „Volk”. Dieser Anspruch ist in seinem Kern komplett antipluralistisch: Nur ganz bestimmte Lebensentwürfe und politische Positionen finden Anerkennung.

Ein Beleg dafür ist das Handbuch der aktuellen US-Regierung mit dem Titel „Project 2025“. Veröffentlicht wurde es im Jahr 2023 von dem konservativen Think Tank „Heritage Foundation“ – einer rein neoliberalen Gruppe, die das knapp 900 Seiten umfassende Papier als Vision für eine zweite Amtszeit von Donald Trump vorgesehen hatte.

Project 2030 in Europa?

Es treibt mich fast in den Wahnsinn, mit welcher stoischer Ignoranz die Menschen in Deutschland (und Europa) den neuen (und alten) Populisten folgen. Und gegen genau das soll ich vorankommen?

Populismus ist der Totengräber von Menschenwürde und Optimismus. Er ist ein potenzieller Tsunami an Stillstand und Rückschritt, der dafür sorgt, dass wir die großen Krisen unserer Zeit gemeinsam bewältigen.

Die sozialen Medien und KI

Die allgemeine Verlagerung zu Facebook, Instagram, TikTok, Substack, YouTube und anderen Kanälen der sozialen Medien mit direktem Publikum haben die Betrachtungen und Analysen von wissenschaftlichen Themen nicht nur weniger wichtig gemacht, sondern sie de facto ausradiert.

Es kann heute aus journalistischer Sicht den Menschen kaum noch zugemutet werden, einen Artikel zu lesen und zu verstehen, der eine Lesezeit von über 6-7 Minuten hat. In Zeichen übersetzt, bedeutet das, dass ich meine Essays zu sehr komplexen Themen auf 800-1200 Zeichen reduzieren muss. Bisher habe ich diese Herkulesaufgabe immer gut bewältigt. Die Rückfragen und Bemerkungen meiner Leserschaft belegen allerdings, dass selbst diese geringe Anzahl an Wörtern und Begriffen nicht komplett gelesen wird.

Die Gesellschaft ist offensichtlich intellektuell so verarmt, dass nur noch sehr kurze Botschaften aufgenommen werden.

Hinzu kommt die rasche Verbreitung von KI-Antworten. Auch dieser Trend hat die Aufmerksamkeitsanforderungen der Leserschaft enorm beeinflusst.

Warum mache ich mir also die Mühe, nach drei Stunden Recherchen einen Artikel oder eine Präsentation selbst zu verfassen, wenn KI eine ähnliche Zusammenfassung in Sekundenschnelle bewältigen kann?

Es gibt natürlich einen Unterschied: ich garantiere mit meinen Quellenangaben für die Richtigkeit, meiner Recherche und meine Zusammenfassung. KI ist da eher unverbindlich. Aber eben schneller. Und kürzer. Bei der zeitlich und inhaltlich begrenzten Aufnahmefähigkeit der Menschen hat KI offensichtlich Vorteile gegenüber der schreibenden Zunft.

Die Isolierung des Unbedeutenden

Der ungarische Journalist Ferenc Molnar hat einmal gesagt „Schreiben ist wie Prostitution. Zuerst tust du es aus Liebe, und dann für ein paar enge Freunde und dann für Geld.“

Ich befinde mich in der zweiten Phase – und werde und will die dritte Phase auch nicht erreichen.

Mein Problem ist vielmehr, dass in der gesamten deutschsprachigen Welt unndlich viele qualitativ hochwertige Inhalte wie meine generiert werden, und zwar von echten „Celebrities“, also bekannten Klimaexperten, Meteorologen, Soziologen, Wirtschaftsjournalisten, etc.

Es ist immer für die Leser- und Zuhörerschaft schwer zu entscheiden, wo und wem sie ihre Aufmerksamkeit zuweist. Wenn der von mir hochgeschätzte Sven Plöger einen Vortrag hält, hören ihm hunderte Menschen zu. Und ja, es müssten Tausende sein, was er sich auf alle Fälle inhaltlich verdient hätte.

Meine eigene Bedeutungslosigkeit manifestiert sich durch die Tatsache, dass ich schon fünfzig Teilnehmende als „Erfolg“ verbuche. Da motiviert es mich auch nur peripher, wenn mir einige davon dann erzählen, meine Argumentation sich mit Sven Plögers Vortrag komplett deckt.

Damit komme ich zurück zum Kern meiner Frage: Ist das, was ich schreibe (und worüber ich referiere), überhaupt wichtig?

Ich habe diese Frage an mich selbst weder abschließend geklärt noch für mich selbst eindeutig beantwortet. Bis dahin arbeite ich weiter wie bisher und genieße den Vorteil meiner eigenen ständigen Wissenserweiterung.

Dies ist immer mit der Hoffnung verbunden, dass sich auch die Leserschaft meiner Essays bzw. die Zuhörerschafft meiner Vorträge der gleichen Wissenserweiterung erfreuen kann, wie ich selbst.

 

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18 Gedanken zu “Ist das, was ich schreibe, überhaupt wichtig?;”

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    Lieber AP,
    ich hatte in dem Post davor, in der Antwort auf Hans, dem ich widersprochen habe und den Sie nicht freigeschaltet hatten, bereits beantwortet, wann Investoren es für nötig befinden werden, zu investieren. Von wegen: Sine ira et studio: Sie brachten ohne Grund das Thema ‚Trump‘ auf, mit dem derzeit in D anscheinend alles abzuräumen versucht wird. Also wundern Sie sich nicht über meine Reaktion. Und wir haben hier massivere strukturelle Probleme, als die USA und das auch noch – genau nach chinesisch-ideologischer Art – selbstverschuldet: Da kann ich völlig frei assoziieren und treffe immer ein Thema. Und ja, wir haben traditionell noch eine starke Chemieindustrie mit viel Expertise und die sollte man nicht auch noch aus Daffke, wie man in Berlin wohl sagt, abräumen. Auch wegen des Klimawandels.

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    Den Versuch, Einfluss zu nehmen, sehe ich als normale Lebensäußerung, wahrscheinlich evolutionsbedingt und kann und braucht nicht weiter erläutert oder gar gerechtfertigt werden. Psychologisierungen verbieten sich da eher als eine Form von Verunglimpfung. Der Wissens- oder Erkenntnisvermittler ist aber bei dieser Tätigkeit schon kein Wissenschaftler mehr, weil er nicht forscht, also (hinter)fragt, also letztlich lernt. Sondern von anderen oder auch von sich selber erforschtes, festgestelltes, postuliertes usw. didaktisch reduziert, bildlich darstellt, aufbereitet usw. und kommuniziert. Das gilt in besonderem Maße für den Aktivisten, der andere mindestens in ihrem Denken verändern will, also Macht ausüben will, was mit wissenschaftlichen Ethos unvereinbar ist: Aktivismus im weißen Kittel ist ein Etikettenschwindel bzw. Manipulationsversuch auf dem Niveau der Zahnarztfrau im Werbefilm für Zahnpasta.
    „Populisten“ sind dabei immer die anderen, die ’nicht begreifen wollen‘, ’nicht lesen wollen‘, ‚den Rattenfängern, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnen, folgen‘ – die man ja schließlich selbst besitzt, weil ja „97% aller Wissenschaftler“ irgendwas angeblich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit glauben zu wissen..
    Platons („Politiker müssen Philosophen sein“) fordern daher Populisten und Gegenpopulisten, weswegen der Autoritarismus („Follow the Science“= Follow my Scientists) auf dem Fuße folgt.
    Genau an diesem Punkt aber kann und wird sich der engagierte Wissenschaftsjournalist gegenüber der Semantik einer KI überlegen sein, wenn er in der Lage ist, Plausibilitäten mit ‚vernetztem Denken‘ (= Querdenken) zu prüfen und neue Fragen zu stellen. Offen. Z.B. Paläonthologie: Warum ‚kippte‘ das Klima immer in Richtung Eiszeit statt in Richtung Heißzeit, auch nach global bedeutsamen CO2-Freisetzungen, was war mit dem niederländiischen Isselmeer im 13 Jh., warum heißt Grönland so (Grünland)? Abschätzungen quantitativer Art mittels physikalischer Betrachtung (Fermi-Abschätzungen) durchführen und damit Analogien von Metaphern unterscheiden können. Genuines menschliches Denken, statt ausschließlich linguistischen Abgleich.
    Eitelkeit ist dabei ein schlechter Ratgeber, er lässt zum Don Quixote werden, selbst wenn man so entspannt in einer so wunderschönen Bibliothek sitzt, wie sie nur eine KI malen kann.
    Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen kann man auch versuchen, in dem man starke physikalische Theorien von schwachen Modellierungen des Chaos unterscheidet. Die politische Umsetzung wird man wohl einem demokratischen Prozess überantworten müssen, wenn man den nicht außer Kraft setzen will. Bei ersterem wären Politiker mit Lebenserfahrung außerhalb der Politik hilfreich. Denn das Leben hat sich bis vor ca. 50 Jahren auch ohne wissenschaftliche Lebensplanung und Beratung entwickeln können. Und als naturwissenschaftlich vorgebildeter Mensch fällt einem die Aufgabe zu, sich zum Generalisten zu entwickeln. Die fehlen nämlich.

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        Lieber AP..
        „Der Zusammenhang zwischen Warmzeiten und CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre ist doch gut dokumentiert“
        Darum geht es nicht, wenn von ‚Kippen‘ gesprochen wird. Es geht z.B. im Falle der Eiszeit um konkrete sich selber verstärkende Effekte: Die Erde wird durch Frost und das Ausfrieren von Wasser weiß, was die Rückstrahlung der Sonnenstrahlung ins All verstärkt (Albedo). Gleichzeitig verringert sich die Absorption im infraroten Bereich, weil das Haupt-‚Klimagas‘, das H2O weg fällt und auch die CO2-Produktion durch Verwesung stark verringert wird. Genau diese ‚Teufelskreise‘ werden auch in die andere Richtung postuliert, es fehlen aber m.W. die klimpaläontologischen Hinweise.

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        Lieber KJN, ich vermute, dass rückwärtsgerichtet kein „Kippen“ in Richtung Erderwärmung beobachtet werden konnte, weil sich die CO2-Konzentration auf natürliche Weise nicht so schnell erhöht wie gegenwärtig durch menschlichen Einfluss. Aber wenn das Polareis zumindest auf der Nordhalbkugel schmilzt (was wohl nachgewiesen ist) und es auch weniger Schneemonate gibt (dito), wenn überdies der sibirische Permafrost auftaut und weitere Treibhausgase freigibt, scheint es mir nicht unwahrscheinlich, dass wir es mit einem ähnlichen „Teufelskreis“ zu tun hätten, wie bei der Abkühlung.
        Die Frage scheint mir aber mittlerweile beinahe akademisch, da der Wettlauf zum Bau riesiger Datenzentren für die KI im vollen Gange ist, die enorme Energiemengen konsumieren und große Wärmemengen produzieren werden. Alle Projektionen des Energiebedarfs von vor, sagen wir, fünf Jahren, sind hinfällig.
        https://www.staxengineering.com/stax-hub/the-environmental-impact-of-data-centers/

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        „ich vermute, dass rückwärtsgerichtet kein „Kippen“ in Richtung Erderwärmung beobachtet werden konnte, weil sich die CO2-Konzentration auf natürliche Weise nicht so schnell erhöht wie gegenwärtig durch menschlichen Einfluss“

        Ja, vermuten, lieber AP. Wir wissen jedoch, daß es durch Asteroidenkollisionen und Mega-Vulkanausbrüche global bedeutsame Freisetzungen von CO2 verursacht haben und daß Grönland eisfrei war und Sibirien auch, denn dort hat man im Permafrost versteinertes Großwild gefunden. Und wir können an die jahreszeitliche Veränderung der Vegetation an berühmten Keeling-Kurve ablesen. Wir sollten das CO2 in der Atmosphäre endlich als das begreifen, was es ist: Das wichtigste und hochwirksame Stoffwechselprodukt der Erde, dessen ‚menschengemachter Anteil‘ bei 1 – 3 % liegt und sein Anteil bzw. Einfluss auf die Globalstrahlung bei wenigen Watt /qm, als etwas 1/1000 davon.
        Wer da ernsthaft diskutieren will, sollte diese Zahlen kennen und nicht mit ‚Hockeyschlägern‘ argumentieren, die sehr wahrscheinlich nichts anderes ist, als ein ‚Proxy‘ für die Bevölkerungsentwicklung und das Wachstum der den CO2-Stoffwechsel behindernden Megacities. (Proxy = geol. Ausdruck für stellvertretende Parameter)

        Mit einer ernsthaften Behandlung des von Ihnen verlinkten wahrscheinlich KI-generierten Werbetextes einer Beratungsfirma in Sachen Notstromversorgung, der einem erklärt, daß in Rechenzentren Computer stehen und nicht Angestellte mit Rechenschieber und Abakus Algorithmen bearbeiten, bin ich aufgrund meiner wohl angeborenen Albernheit und Spottlust etwas überfordert. Einige wenige plausible Zahlen zum Thema Energiebedarf der Digitalisierung ließen hingegen die ja vorhandene Problematik einordnen.

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        Wir hatten das schon, lieber KJN. Natürlich gab es natürliche Schwankungen beim CO2, und deren Auswirkungen auf das Klima sind gut dokumentiert. Es gibt außerdem Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, die auch das Klima beeinflussen. Das ist doch alles bekannt und wird von niemandem geleugnet. Aber die chemischen Grundlagen des Treibhauseffekts sind auch gut erforscht, und es leugnet wirklich kein ernsthafter Forscher oder Experte – auch nicht der von mir hoch verehrte Axel Bojanowski bei der WELT -, dass die Menschen das Klima auf vielfältige Weise beeinflussen, auch und vor allem durch Treibhausgase. Dass man – siehe Kopenhagener Konsens – sich darüber streiten kann, wie man mit begrenzten Ressourcen auf diese Herausforderung reagieren soll und welche Szenarien realistisch sind, steht auf einem anderen Blatt, und Klima-Alarmist war ich nie, wie Sie wissen. Was den Link angeht, tut es mir Leid, wenn ich daneben gegriffen habe. Wenn das Thema Datenzentren Sie interessiert, können Sie gern selbst googeln. Wenn nicht, nicht. einstweilen hoffe ich, dass Ihnen „Forbes“ nicht verdächtig ist: https://www.forbes.com/sites/jamesbroughel/2026/05/20/why-americans-are-turning-against-data-centers/

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        Ja, wir hatten das schon öfter hier, lieber AP, nur muss ich schon darauf hinweisen, darum eben nicht darum geht, daß die „chemischen Grundlagen des Treibhauseffekts .. auch gut erforscht“ sind (ja, fast seit Arhenius), sondern um die quantitative Zuordnung der Rolle des CO2 zu den Effekten. Und da bleibe ich dabei, daß ‚CO2-Vermeidung‘, vor allem jedoch die CO2-Besteuerung, die Zertifikate der dümmste, bürokratischste, ruinöseste und unwirksamste Weg ist, auf eine Klimaerwärmung (jeglicher Ursache) zu reagieren. Die wirksameren Vorgehensweisen sind ja nun hinreichend bekannt. Vielleicht (ich vermute es stark) wird aber auch die Digitalisierung und die KI völlig überschätzt und der Wert des CO2 als reaktiver Rohstoff für die chemische und pharmazeutische Industrie völlig unterschätzt. Und als Energiespeicher in einer möglichen Kreislaufwirtschaft. Letzteres nach dem erwartbaren Auslaufen der Förderung fossiler Kohlenstoffquellen in 40 – 50 Jahren, weil es zu aufwändig wird.

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        „Der Wert des CO2 als reaktiver Rohstoff für die chemische und pharmazeutische Industrie (wird) völlig unterschätzt. Und als Energiespeicher in einer möglichen Kreislaufwirtschaft. Letzteres nach dem erwartbaren Auslaufen der Förderung fossiler Kohlenstoffquellen in 40 – 50 Jahren, weil es zu aufwändig wird.“
        Das ist allerdings eine radikale Vision. Ist das von Ihnen, oder gibt es dazu auch Literatur, die ich nachlesen kann?

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        Was den verlinkten Artikel von ‚Forbes‘ über die Großrechenanlagen angeht, scheint es wohl eher um das Teilen von Ressourcen, Umwidmung von Gewerbegebieten, Landschaftsverbrauch, Kosten-Nutzen-Betrachtungen, der Gemeindevertreter usw. zu gehen. Davon versucht wohl auch diese Beratungsfirma (Ihr vorletzter Link) zu profitieren, indem sie Imagegewinne verspricht. Sehr nah an der Politik, weniger nah an wissenschaftlich-technischen Fragestellungen.

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        Die meisten Entwicklungen, Entdeckungen und Erkenntnisse sind bekanntlich ‚virulent‘, also unbewusst vielen gegenwärtig und lassen sich per KI-Suchmaschine und eigenem Lehrbuchwissen aus dem Gestrüpp der ideologischen und politischen Taktiererei herausfiltern.

        https://www.google.com/search?q=co2+als+rohstoff+nutzen&oq=CO2+als+Rohstoff+&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUqBwgBEAAYgAQyCggAEEUYFhgeGDkyBwgBEAAYgAQyCAgCEAAYFhgeMgoIAxAAGKIEGIkFMgoIBBAAGKIEGIkFMgoIBRAAGKIEGIkFMgcIBhAhGI8C0gEJMTQyOTVqMGo0qAIBsAIB&client=tablet-android-hmd-rvo3&sourceid=chrome-mobile&ie=UTF-8#lfId=ChxjMe

        Unter welcher Fragestellung eine technische Lösung entwickelt wird (sog. Klimaschutz oder Ersatz für Erdöl, wenn die Förderung zu teuer wird), ist da letztlich egal.

        https://www.rifs-potsdam.de/de/ergebnisse/dossiers/co2-vom-abfall-zum-rohstoff

        Es wird immer wieder (Thema mit der irreführenden Bezeichnung ‚E-Fuels‘) auf den angeblich schlechten Wirkungsgrad der Reduktion(Hydrierungs)-Prozesse von CO2 hingewiesen,

        (grundlegendes, sehr altes Lehrbuch-Verfahren hier https://de.wikipedia.org/wiki/Wassergas-Shift-Reaktion)

        was aber irrelevant ist, da hier tatsächlich (anders, als bei den Strometzen) Sonnenstrahlung genutzt werden kann, weil sie durch die Reaktionsprodukte akkumuliert /aufgehäuft wird. Genauso wie bei der agrarischen Nahrungsmittelproduktion übrigens.

        Es ist genauso, wie an der Börse, nicht die Ideen sind für den Investor wichtig, sondern deren Bewährung in der immer und überall vielschichtigen Praxis. Und die kaum zu beantwortende Frage: Wann steigt man ein..

        Tragisch derzeit ist, daß wir Gefahr laufen, aufgrung emotionaler Überprägung durch Klimaangstpopulisten, politische Besserwisser (Ideologen) und deren Profiteure in der Wirtschaft (..Wärmepumpen, Batterieautos, Dämmstoffhersteller, Windkraft.. nein ich habe da grundsätzlich nicht gegen, aber alles bitte am richtigen Platz..) schon eine breite Schneise der Verwüstung geschlagen haben, die und möglicherweise die industriellen Kapazitäten kosten (Hubkolbenmaschinen bzw. ‚Verbrenner‘) die wir zur Bewältigung der Zukunft brauchen. Und dazu gehört sicher auch der Klimawandel.

        Derzeit wird ja auch wieder die wirklich furchtbare russische Teufelsmaschine, der fliegende Kernreaktor, der ‚Burevestnik‘-Marschflugkörper thematisiert und ich stelle mir gerade zivile Anwendungen des fertigentwickelten Gaserhitzungsreaktors aus diesem Flugkörper bei der katalytischen Prozessierung von CO2 zu ‚Wassergas‘ (s.o., zum Heizen und Autofahren) in der Antarktis vor. Sind Sie als Investor mit dabei? Nicht?..
        Ich hoffe, lieber AP, daß ich hiermit in der gebotenen Kürze weiterhelfen konnte.

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        Vielen Dank. Die Frage ist in der Tat, warum die Technik anscheinend keinen Investor reizt, etwa in den USA, wo „Klimaangstpopulisten, politische Besserwisser (Ideologen) und deren Profiteure in der Wirtschaft (..Wärmepumpen, Batterieautos, Dämmstoffhersteller, Windkraft..)“ inzwischen nichts zu sagen und zu lachen haben.

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        … wobei Peak Oil eher Geschichte ist. Niemand kann den Vorhersagen. Womöglich wird es den gar nicht geben. Oil ‚wächst‘ einfach nach.

        Wie bei Pflanzen (‚Regrowing‘): Aus abgeschnittenen Resten oder Wurzeln wächst neues Grün. (Ein Geschenk von ‚ganz Oben‘?) 😉

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        @hans Ja, Öl wächst dauernd nach, aus dem CO2 der Atmosphäre. Dauert aber zu lange. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß der ‚run‘ auf die synthetischen Verfahren bald lawinenartig los bricht. Durch die heute verfügbaren Materialien, insbesondere der Katalysatoren, wird das auch noch besser funktionieren, als seinerzeit bei Buna. Wenn denn das Rohöl irgendwann zu teuer werden sollte, was ich schon glaube. ‚Decarbonisierung‘ wird jedenfalls als größter Blödsinn in die Industriegeschichte eingehen. Vielleicht verursacht durch Dehydratisierung der Hirne. Viel trinken nicht vergessen!

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        Lieber AP..

        „Die Frage ist in der Tat, warum die Technik anscheinend keinen Investor reizt, etwa in den USA, wo „Klimaangstpopulisten, politische Besserwisser (Ideologen) und deren Profiteure in der Wirtschaft (..Wärmepumpen, Batterieautos, Dämmstoffhersteller, Windkraft..)“ inzwischen nichts zu sagen und zu lachen haben.“

        Was wollen Sie denn damit sagen? Daß die Anhänger und Profiteure der ‚Green economy‘ ähnlich von der Trump Administration, wie in D in Ungeimpften als „unnützer Wurmfortsatz der Gesellschaft“ bezeichnet und, wie sich es einigen ‚Politiker*innen‘ vorschwebte, in Lagern konzentriert werden? Oder meinten Sie die Fördergelder?
        Ich versuche es mal so zu erklären: Wirtschaftsakteuren ist es erstmal egal, womit das Geld verdient wird, mit Betonung auf ‚verdienen‘ und nicht Fördergelder mitnehmen. Und wenn Fracking erlaubt ist und funktioniert, scheint es mir aus rein technologischer Sicht nicht daß dümmste zu sein, diese Ressourcen noch zu nutzen – auch um Infrastruktur zu erneuern, Dämme hochzuziehen und vor allem wieder richtig Bauen zu lernen und da nicht den architektonisch wie bauchemisch und hygienisch desaströsen gedämmten und verkleideten Schrott zu produzieren, der aller Voraussicht nach in den nächsten Jahrzehnten zu 90% dem Hausschwamm zum Opfer fällt. Ja, wegen des Klimawandels, der immer und ständig aus den verschiedensten Gründen stattfindet.

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        Nein, lieber KJN, sine ira et studio – und, ehrlich gesagt, Ihr wildes Assoziieren von Klimaschutz zu Covid zu Fracking zu Dämmstoffen ist dem Bestreben „sine ira“ zu diskutieren, nicht förderlich: Ich habe nach der Wiederverwendung von CO2 gefragt, sonst nichts. Und, ähm, als Kleininvestor meiner Ersparnisse muss ich mich eben sowenig belehren lassen darüber, dass ich zuallererst Rendite sehen will, wie als Hausbesitzer über die Probleme der handelsüblichen Dämmstoffe – ohne die freilich meine kombinierte Wärme- und Kühlpumpe vermutlich nicht so effektiv operieren würde. Man kann sich in Rage reden. Man kann aber auch, was auch dem Kreislauf förderlich ist, anerkennen, dass es in einer Marktwirtschaft, die demokratisch organisiert ist, immer divergierende Interessen und einander bekämpfende Lobbys geben wird, und dass die öffentliche Meinung natürlich – vor allem über die Politik – in diesem Kampf eine Rolle spielt. Mit anderen Worten, wie bewegen uns langsamer voran als es etwa ein Staat wie China tun kann. Zum Glück.

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