avatar

Hosianna – Kreuziget ihn! Von Populismus und Auferstehung

Auferstehung Christi, 1499, von Perugino. Quelle: Wikimedia

Das Auf und Nieder der Volksstimmungen, nun massiv verstärkt durch die klassischen und sozialen Medien, kannte man schon im alten Rom und Jerusalem. Heute König – morgen Verbrecher: Auch davon handelt die Passions- und Ostergeschichte. Mit Happyend für die, die daran glauben. Erlebt das auch die FDP mit Kubicki?

An Palmsonntag, so erzählen es die Evangelisten, zieht der jüdische Wanderprediger Jesus von Nazareth mit seinen Jüngern in Jerusalem ein, dem politischen und religiösen Zentrum der Israeliten. Das Volk jubelt ihm zu mit Hilferufen an einen König oder Gott. Er soll sie von der römischen Fremdherrschaft befreien. Doch schon fünf Tage später, als Roms Statthalter Pilatus seine Freilassung anbietet, weil er keine Schuld an ihm sieht, wünscht ihn die Menge ans Kreuz. Weiterlesen

avatar

Die Hälfte des Himmels

„Wo das Weib aufhört, fängt der schlechte Mann an.“ (Heinrich Heine)

„Frauen tragen die Hälfte des Himmels“ lautet ein chinesisches Sprichwort. Auch der Kommunist Mao Zedong ging damit hausieren.  In der ganzen Welt ist die Verheißung, die in diesem  Satz  steckt,  noch nicht zur Gänze  eingelöst worden. Zu stark sind noch die Traditionen überkommenen Stammesdenkens oder die Vorurteile, die aus einer fragwürdigen, vormodernen   Religionsauslegung  resultieren. In China will es die konfuzianische Tradition, dass Mädchen, die  heiraten, für immer aus der Herkunftsfamilie ausscheiden und sich der Familie des Bräutigams anschließen. Diese Reduktion  eines Mädchens auf die  künftige Funktion als  Schwiegertochter erklärt ihren  gegenüber einem Jungen niedrigeren Rang. Im Islam verhindert eine konservativ-orthodoxe Auslegung des Koran vielerorts  die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Wie sieht es in unserem westlichen, christlich geprägten Kulturkreis aus? Wo Demokratien herrschen, ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau immerhin  rechtlich garantiert. Auf einem anderen Blatt steht die Benachteiligung im Alltag, in der beruflichen Entlohnung und in der Besetzung von Führungspositionen in Staat und Wirtschaft. Immerhin haben die Frauen hier kräftig aufgeholt. Unter den Abiturienten bilden Mädchen schon seit einigen Jahren die Mehrheit. Jetzt  kommt  es darauf an, diesen Vorsprung bis zum Ende des Studiums und darüber hinaus  zu bewahren. Weiterlesen

Scroll To Top