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Die garnicht so hilflosen Helfer – oder: Sind wir nicht alle ein bisschen Anya?

Anya rackert 16 Stunden am Tag. Die ehemalige Maklerin lebt in einem Badeort nahe Odesa, der im September 2022 fast vollständig zerstört wurde. Anya hat 2022 eine NGO gegründet, die seitdem direkt an der Front agiert: Menschen retten, Alte und Kranke versorgen – ohne Einkommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Und ja, Verluste gibt es. Drei Menschen aus ihrem Netzwerk von Helfern wurden von russischen Soldaten getötet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anya im Einsatz: Ein älteres Ehepaar an der Front wird versorgt. Weiterlesen

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Ihr könnt uns mal! Ehrenamt in Deutschland.

Zehn Jahre Be an Angel – die Geschichte ist mittlerweile einigermaßen oft erzählt worden: Obdachlose Geflüchtete aus Kriegsgebieten, die in Berliner Parks schliefen, fanden Zuflucht in privaten Wohnungen. Heute gibt Be an Angel Menschen die Chance, ihr selbstbestimmtes Leben zu führen. 

Es waren in ganz Deutschland Menschen, die spontan so gehandelt haben. Man war stolz auf eine Willkommenskultur. Heute erleben wir mehr und mehr: Humanismus ist Luxus. Die Strategie der Angstmache von rechts außen greift und treibt Nationalismus und Egoismus zu ungeahnten Höhen. Man hat den Eindruck, es geht selbst in Deutschland, einem der wirtschaftsstärksten Länder der Welt, bei dem Einzelnen nur noch ums nackte Überleben.  Weiterlesen

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Jüdisch in Deutschland? Lieber in der Ukraine…

Jetzt nervt er auch noch mit seinen Wurzeln. Irgendwann muss auch mal gut sein… Und außerdem: Was die Juden mit den Palästinensern machen … Haben „die“ denn aus der Geschichte nichts gelernt?

Am 08. Oktober abends kam das Foto einer Freundin. Ein Wohnhaus in Berlin, auf der weißen Wand ein Davidstern. An was erinnert das noch mal? Am gleichen Tag morgens die Nachricht meines Freundes Roman aus Israel: „Hi, wie geht es dir? Hast du auch Ermordete in deinem Kreis?“ Weiterlesen

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Und es hat Bumm gemacht…

In irgendeiner deutschen Großstadt, kurz vor Silvester. Carla fährt, ich sitze. Es wird eingeparkt, und dann knallt es. Ich zucke zusammen.

Im Juni 2022 haben wir mit drei Bussen rund 160 Menschen aus Mikolajiv evakuiert. Wir, Be an Angel, seit März 2022 in der Ukraine aktiv.

Der Abholort war in der Innenstadt, auf einem Parkplatz hinter einem Shoppingcenter. Irgendwann knallt es. Und zwar ganz gewaltig. Selbst zu diesem Zeitpunkt, nach Monaten in der Ukraine unterwegs, hatte ich noch nicht verstanden, dass ich mitten im Krieg bin. In Deutschland aufgewachsen, immer in Sicherheit, war ich zwar mittendrin, aber kein Teil davon. Schizophren? Weiterlesen

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Kherson – an der Front. Und irgendwie egal

Beim Einchecken im Hotel wird man direkt darauf hingewiesen: Rauchen ist auf den Zimmern nicht erlaubt. „Auch wenn Sie einen Balkon haben – es darf nirgends geraucht werden, nicht mal auf dem Balkon.“ Dann kommt: „Bei Luftalarm versuchen Sie gar nicht erst, bis zum Bunker zu kommen. Das schaffen Sie sowieso nicht. Gehen Sie einfach auf den Korridor.“

Kherson: Erst war die Stadt russisch besetzt, dann wurde sie von der ukrainischen Armee befreit. Danach haben die Russen den Damm des Flusses, an dem die Stadt liegt, zerstört, und es kam zu einer Flutkatastrophe. Menschen, die sich auf die Dächer ihrer Häuser geflüchtet hatten, haben die Russen beschossen. Auch die Flutkatastrophe hat die Stadt und die umliegende Region ansatzweise bewältigt. Geblieben ist: die russische Armee auf der anderen Flussseite. Die Stadt liegt also quasi an der Front. Auf den Uferstraßen ist die schusssichere Weste unabdingbar. Es gibt keine Straße, in der nicht ein Gebäude von Raketen oder Drohnen getroffen wurde.

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