
Im ewigen Streit um die Migration ist es hilfreich, nicht nur mit Schlagworten um sich zu hauen, sondern auf die konkrete Lage vieler der Menschen zu schauen, die in Deutschland Schutz gesucht haben und suchen – ob berechtigt oder nicht. Dann relativieren sich manche der Behauptungen vor allem von Rechtspopulisten und Fremdenfeinden.
Ich war für eine sozialwissenschaftliche Studie bei einer Familie aus Afghanistan mit sieben Kindern. Die Jüngste ist acht Monate, der Älteste 20. Der Vater schuftet als Bauarbeiter. Seine beiden Hände sind davon kaputt. Er bekommt nur wechselnde Einsätze und lediglich 1000 Euro netto im Monat. Davon kann die Familie nicht leben. Deshalb erhält sie noch 1200 Euro Asylbewerberleistungen, auch nicht viel für neun Personen. Pro Kopf sind das 133 Euro. Die Miete zahlt das Jobcenter. Alles zusammen weniger als Bürgereldempfänger bekommen, auch deutsche.
Aber die Familie erhält ja auch noch Kindergeld für die sieben Kinder, werden jetzt sofort diejenigen sagen, die ohnehin glauben, dass Menschen nur wegen der angeblich so hohen deutschen Sozialleistungen ihre Heimat verlassen und sich auf den gefährlichen, beschwerlichen Weg nach Deutschland machen, um hier auf Kosten der Steuerzahler ein vergüngliches Leben zu führen. Ja, natürlich bekommt sie das. Aber das ist keine soziale Wohltat. Es sichert das Existenzminimum von Heranwachsenden, die noch keine Einkommensteuer zahlen, wie der Steuergrundfreibetrag, der jedem Erwachsenen zusteht.
Und es ist ja auch kein Rechtsverstoß, mehr als ein oder zwei Kinder zu haben wie die meisten Deutschen. Wenn überhaupt. Irgendjemand muss ja später für die Renten der Kinderlosen und Kinderarmen aufkommen. Und sie pflegen, wenn sie alt und krank werden. Oder andere Jobs übernehmen, für die keine deutschen Arbeitskräfte da sind.
Wohnung für 3000 Euro
Der Vater würde gerne mehr arbeiten. Aber als Ungelernter findet er keine Arbeit, die genug für die Familie einbringt. Die Kinder gehen alle noch zur Schule, die Älteren werden bald eine Ausbildung oder ein Studium anfangen. Und dann Steuern und Sozialabgaben zahlen, wie jetzt schon der Vater.
Die Familie wohnt sehr beengt in einer Flüchtlingsunterkunft, zusammen mit Menschen aus aller Welt. Sie fühlt sich dort nicht sicher. Der Vater hat sich deshalb eine Wohnung angeschaut mit vier kleinen Zimmer. Der Vermieter will dafür über 3000 Euro. Natürlich kann die Familie das nicht aufbringen, selbst wenn das Sozialamt einen Teil übernähme.
Das größte Leid der Familie ist jedoch, dass in ihrer Heimat die Taliban herrschen. Eine der Töchter will Medizin studieren und Ärztin werden. In Afghanistan dürfte sie wie ihre Schwestern nicht zur Schule gehen. „Deshalb sind wir dort weg“, sagt sie.
Bei allen Problemen darf man nie vergessen, dass es um die Schicksale vieler Menschen geht. Die Politik muss das Gesamte im Blick haben, auch die Folgen der starken Migration für die politische Stimmung und Lage. Aber wir als Gesellschaft müssen uns um die kümmern, die Hilfe und Schutz brauchen. Und von denen viele einen Beitrag für unser Land leisten.
4000 € pro Monat+ Mietfrei+Wasser,Heizung frei.
Die „armen Menschen“.
Das hätte viele Deutsche auch gern.
Haben Sie sieben Kinder? 4000 Euro durch 9 ist weit weniger als das Existenzminimum. Aber manche sind halt arm im Geiste. Und herzlos.
… es beginnt schon im Teaser. In ein Sozialsystem ‚flüchtet‘ niemand.
Fragen zur Migration, insbesondere nach ‚berechtigt oder nicht‘, sind weder rechtspopulistisch, fremdenfeindlich noch sind sie strittig. Sei denn in der ‚BRD‘ wird ‚Rechtstaatlichkeit‘ nur (populistisch) vorgetäuscht. Fakt.
… übrigens, bei der den Deutschen immerfort unterstellten ‚Fremdenfeindlichkeit‘ musste ich laut lachen. Abneigung gegen Fremde ist die Familiengründung innerhalb eines ‘erweiterten’ Familienclans. Das gibt es unter ‚Deutschen‘ kaum. Wer also ist ‚fremdenfeindlich‘?
Ich habe sogar, wie die meisten Deutschen, eine fremde Frau geheiratet. So what?
Ich habe ebf. eine ausländische, keine fremde Frau geheiratet. So what?