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Ein Song für die Ewigkeit: Bohemian Rhapsody

Die Popband Queen in den 1970er Jahren. Foto: Christopher Hopper / Elektra Records, via Wikimedia Commons

Gibt es den perfekten Popsong? Nein, möchte man antworten – was ist schon perfekt. Selbst der brillanteste Song bedingt immer die Zeit, in der er entsteht und angenommen wird. Stücken, die aus der Zeit fallen, gelingt die musikalische Superlative eher selten. Wenn es dennoch so etwas gibt, dann „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Sein Schöpfer: Freddie Mercury, einet der begabtesten Sänger der Popmusik des 20. Jahrhunderts.

Ende Februar und Anfang März habe ich in diesem Blog mein dreiteiliges Panorama der Sechziger Jahre veröffentlicht. Darin wurden historische Geschehnisse und Anekdoten in kurzen Absätzen aneinandergereiht. Derzeit schreibe ich an einer Fortsetzung über die Siebziger Jahre.

Daraus vorab ein Blick auf den 31. Oktober 1975. Weltweit erscheint an diesem Tag ein Song, der alle bisherigen Maßstäbe sprengt – „Bohemian Rhapsody“.

Musik ohne Grenzen

„Bohemian Rhapsody“ bricht mit nahezu allen Regeln des Songwritings. Das vertraute Muster aus Strophe, Refrain und Mittelteil ignoriert die Band konsequent. Stattdessen verdichten Queen auf knapp sechs Minuten eine musikalische Stil-Collage. Das Intro eröffnet mit mehrstimmigem A-cappella-Gesang, aus dem sanfte Klavierklänge zu Mercurys Sologesang führen, die sich mit dem dichten Harmoniegesang des Chors abwechselt. Das weiterfolgende Klavierspiel setzt den Auftakt für Mercurys klagende Ballade, deren Melancholie ein einfühlsames Gitarrensolo Brian Mays aufnimmt.

Dann erfolgt der Bruch: Ein tänzelndes Klavier versetzt die Hörer unvermittelt in ein Opernhaus. Dutzendfach geschichtete Stimmen der drei Sänger nähren die Illusion eines gewaltigen Chores. Die Musik wirkt zugleich hektisch und dramatisch. Was fehlt? Natürlich Hardrock. Genau den liefern Queen nach dem Opernzauber. Abrupt steht eine energische E-Gitarre im Fokus, und Mercury tobt sich nach Herzenslust als Rocksänger aus. Gegen Ende des Rock-Intermezzos bremst das Klavier die entfesselte Energie wieder etwas aus, und Brian Mays Gitarre führt die Band zurück zu den balladesken Klängen des Anfangs. Ein leiser Gongschlag beschließt das kleine Monumentalwerk.

Vom Wagnis zum Welterfolg

Die Plattenfirma hält „Bohemian Rhapsody“ wegen seiner Überlänge zunächst nicht für radiotauglich. Dabei genügt ein Blick auf die Beatles: Deren „Hey Jude“ ist mit mehr als sieben Minuten sogar noch länger und zählt längst zu den erfolgreichsten Singles der Popgeschichte. Am Ende entwickelt sich auch „Bohemian Rhapsody“ binnen kurzer Zeit zum Millionenseller. Im Vereinigten Königreich steht die Single neun Wochen an der Spitze der Charts. Noch bemerkenswerter erweist sich ihre Langlebigkeit: Immer neue Generationen entdecken den Song und verschaffen ihm die Merkmale eines Obelisken im weiten Feld der Popmusik.

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Über Wolfgang Schäfer

Wolfgang Schäfer, 1951 in Bonn geboren und in der Zeit des Wirtschaftswunders aufgewachsen, lebt bis heute dort. Seine berufliche Erfüllung fand er in der Verlagsbranche – unter anderem beim Handelsblatt-Verlag, im Europa Union Verlag sowie als Verlagsleiter der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung (heute: Jüdische Allgemeine). Im Herbst 2025 erschien sein Buch "Beatles für Eilige".

Ein Gedanke zu “Ein Song für die Ewigkeit: Bohemian Rhapsody

  1. avatar

    … also, der Song ist eigentlich die Geschichte von Kevin, einem total überforderten Couch-Potato aus Oberhausen, der einfach nur eine verdammte Pizza bestellen wollte.

    Intro ‚Is this the real life? Is this just fantasy?‘ Kevin starrt auf seine kalte Tiefkühlpizza und fragt sich, ob er gerade einen epileptischen Anfall hat oder ob die Tiefkühltruhe wirklich mit ihm spricht. Er ist high von drei Dosen Energy-Drink und dem Gestank seiner eigenen Socken.

    Ballad Part ‚Mama, just killed a man …‘ Er hat aus Versehen die letzte Scheibe Salami gegessen, die seinem Kumpel Manfred gehörte. Jetzt muss er es seiner Mama beichten, weil Manfred ein echter Psychopath ist, wenn’s um Wurst geht. ‚Mama, life had just begun…‘ – Kevin hatte gerade erst angefangen, erwachsen zu werden (mit 34).

    Dann kommt der klassische deutsche Mutter-Sohn-Dialog: ‚Mama, I don’t wanna die …‘ ‚Doch, du gehst jetzt runter zum Aldi und holst neue Salami, du Lusche!‘

    Opera Section – der absolute Wahnsinn Plötzlich eskaliert alles. Kevin wird von seinem eigenen Gehirn in eine Oper entführt.

    Scaramouche, Scaramouche, will you do the Fandango? Sein bester Kumpel Scaramouche (der eigentlich nur ‚Mouschi‘ heißt und ein fetter Kater ist) tanzt auf dem Küchentisch, weil er den letzten Käserand gefunden hat.

    Galileo! Galileo! Galileo Figaro – Magnifico! Kevin schreit den Namen des Pizzaboten (der eigentlich ‚Mehmet‘ heißt) und verwechselt ihn mit Galileo, weil der Typ so schnell mit dem Roller unterwegs ist.

    I’m just a poor boy, nobody loves me. Er heult in sein Kissen, weil selbst der Kater ihn nur wegen der Salami liebt.

    He’s just a poor boy from a poor family. Seine Mama ruft aus dem Nebenzimmer: ‚Ja, und du zahlst immer noch Miete, du Penner!‘

    Dann kommt der große Kampf: ‚Beelzebub has a devil put aside for me … for me … for meeee!‘ Das ist der Moment, wo Kevin merkt, dass der Teufel persönlich in Form von einer einzigen Peperoni in seinem Bauch sitzt und ihm den Rest gibt.

    Hard Rock Teil Jetzt wird’s brutal. Kevin flippt komplett aus:’So you think you can stone me and spit in my eye?!‘ Er brüllt seine eigene Mikrowelle an, weil die Pizza schon wieder nicht richtig warm geworden ist.

    ‚So you think you can love me and leave me to die?!‘ Die Mikrowelle antwortet nicht. Sie hat gewonnen.

    Outro ‚Nothing really matters … anyone can see …‘ Kevin liegt auf dem Boden, umgeben von Pizzakartons, mit Käsefäden im Bart und akzeptiert sein Schicksal.

    ‚Nothing really matters … to me.‘

    Dann steht er auf, holt sich noch ’ne Dose Bier und sagt: ‚Any way the wind blows …‘
    … und furzt in Richtung Fenster.

    Ende.

    Das, Freunde, ist die wahre Bedeutung von Bohemian Rhapsody. Nichts mit Shakespeare oder tiefsinniger Philosophie. Nur ein fetter Kevin, eine kalte Pizza und existenzielle Verzweiflung um 3 Uhr nachts.

    Mama, wir haben’s verstanden.

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