

{"id":9648,"date":"2022-11-17T09:01:44","date_gmt":"2022-11-17T08:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/starke-meinungen.de\/blog\/?p=9648"},"modified":"2022-11-17T09:01:44","modified_gmt":"2022-11-17T08:01:44","slug":"rezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starke-meinungen.de\/blog\/2022\/11\/17\/rezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht\/","title":{"rendered":"Rezension zu: Shulamit Volkov, Deutschland aus j\u00fcdischer Sicht."},"content":{"rendered":"<p>Die Historikerin Shulamit Volkov, eine Expertin f\u00fcr die Geschichte der Juden und des Antisemitismus in den verschiedenen deutschen Gesellschaften des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, legt eine in Zukunft sicher weit diskutierte neue Arbeit vor. Sie blickt auf die deutschen Gesellschaften seit den Tagen des deutsch-j\u00fcdischen Philosophen Moses Mendelsohn bis in die Zeit nach der Shoah. Das Buch (\u201eDeutschland aus j\u00fcdischer Sicht\u201c) legt das lange Zeit f\u00fcr die Geschichtswissenschaften der Bundesrepublik g\u00fcltige Paradigma eines \u201eDeutschen Sonderwegs\u201c beiseite, ohne die gegen die Moderne gerichteten Entwicklungen und Tendenzen der deutschen Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert aus dem Blick zu verlieren. Im Gegenteil, sie arbeitet sie st\u00e4rker heraus. Ihre Kritik des Sonderweg-Paradigmas besteht vor allem darin, dass seine Vertreter in der deutschen Sozialgeschichte, zwar die Entwicklung der demokratischen Institutionen und Ideen verfolgen, aber nicht die Geschichte der deutschen Juden und der deutschen antisemitischen Obsessionen.<!--more--><\/p>\n<p>Wer, wie der Rezensent, in den 70er Jahren die Universit\u00e4t besuchte, wurde in den Geschichtswissenschaften mit einem Methoden- und Paradigmenwechsel konfrontiert. Die bis dahin weitgehend als Geschichte der Ideen, Nationen und wichtigen politischen Richtungsentscheidungen dargestellte Historie wurde fortan als Sozial- und Gesellschaftsgeschichte verstanden und orientierte sich am Paradigma des \u201eDeutschen Sonderwegs\u201c.<\/p>\n<p>Den wohl wichtigsten Ansto\u00df zu dieser Umorientierung hatte der Soziologe Ralf Dahrendorf mit seinem Buch \u201eGesellschaft und Demokratie in Deutschland\u201c gegeben.[1] Die deutschen Gesellschaften hatten, so das Kernargument der Sozialhistoriker, auf dem Weg in die Moderne einen Sonderweg beschritten. Demokratische Institutionen und Ideen blieben schwach oder scheiterten g\u00e4nzlich. Erst mit dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition und dem freundschaftlich durch die USA begleiteten Aufbau einer demokratischen Republik, begann Demokratie, zumindest in einem Teil Deutschlands, Wurzeln zu schlagen.<\/p>\n<p><strong>Geschichtswissenschaften, Juden und Shoah<\/strong><\/p>\n<p>Studenten der Geschichte, die sich in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mit Theologie oder Judaistik besch\u00e4ftigten, kamen an einem Fachbereich f\u00fcr Geschichtswissenschaft, auch dort wo die Sozialhistoriker dominierten, mit der Geschichte von Juden und j\u00fcdischer Geschichtsschreibung kaum in Ber\u00fchrung. An eine Veranstaltung etwa, zu der vielb\u00e4ndigen \u201eGeschichte der Juden. Von den \u00e4ltesten Zeiten bis auf die Gegenwart\u201c von Heinrich Graetz, die von 1853 bis 1875 erschienen war, kann sich der Rezensent nicht erinnern.<\/p>\n<p>Auch die Shoah, der deutsche Zivilisationsbruch, wurde an den Seminaren, ganz wie in den damals viel gelesenen B\u00fcchern, nur am Rande behandelt. In Karl Dietrich Brachers 1969 erschienenem Werk \u201eDie deutsche Diktatur\u201c etwa, kam die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden auf gerade 12 von etwa 550 Seiten vor.[2]\n<p>Dass die \u201eGeschichte der in Deutschland lebenden Juden (\u2026) sowohl als ein Kapitel der j\u00fcdischen Geschichte als auch eines der deutschen Geschichte geschrieben werden\u201c[3] kann, blieb damals unausgesprochen. Heute ist es die Leitidee des gerade erschienenen Buches von Shulamit Volkov. Die Autorin ist davon \u00fcberzeugt, dass die Geschichte der verschiedenen deutschen Gesellschaften heute ohne die Geschichte von Juden in Deutschland und ohne die Geschichte der deutschen, antisemitischen Obsessionen nicht mehr geschrieben werden kann. \u201eParadoxerweise\u201c, so schreibt sie, seien Juden \u201egerade durch (\u2026) radikale Diskriminierung und die Anstrengungen, sie zusammen mit ihren europ\u00e4ischen Glaubensgenossen zu vernichten\u201c, von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Deutschen und Deutschland geworden. W\u00e4hrend man sie vorher als marginal betrachten konnte und sie selbst so oft w\u00fcnschten, als Minderheit in der Mehrheit zu verschwinden, \u201ef\u00fchrten nach dem Krieg die Erinnerung an ihr Schicksal, selbst wenn diese nur vage ist, und die Erkenntnis der grauenhaften Dimensionen ihrer Trag\u00f6die dazu, dass es nicht mehr m\u00f6glich ist, die Juden aus der deutschen Geschichte auszublenden.\u201c[4]\n<p><strong>Volkov: Projekt einer j\u00fcdischen Moderne<\/strong><\/p>\n<p>Eine ma\u00dfgebliche und f\u00fcr alle in Deutschland lebenden Juden zutreffende Sicht auf die deutsche Gesellschaft gab es weder im 18. Jahrhundert, noch gibt es sie heute. Shulamit Volkov konstruiert in ihrer Publikation nicht einen einzigen, wahren j\u00fcdischen Blick. Sie versteht Judentum nicht nur als eine religi\u00f6se, sondern auch als eine nationale \u00dcberlieferung und Kultur.<\/p>\n<p>In ihrer neuen Publikation pr\u00e4sentiert Volkov, vor dem Hintergrund ihrer eigenen Forschungen und der mittlerweile vorliegenden \u201eDeutsch-J\u00fcdischen Geschichte in der Neuzeit\u201c[5], eine Sozialgeschichte der j\u00fcdischen Minderheit in den deutschen Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert. Volkov analysiert die j\u00fcdische Minderheit, ihre intellektuellen K\u00f6pfe, aber auch die Netze ihrer religi\u00f6sen und s\u00e4kularen Einrichtungen, als ein eigenes, sich entwickelndes \u201ej\u00fcdisches Projekt der Moderne\u201c[6] in den deutschen Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert.[7]\n<p>Volkov erz\u00e4hlt die Geschichte der Blicke von religi\u00f6sen, s\u00e4kularen, armen und reichen Juden, M\u00e4nnern und Frauen auf die deutschen Gesellschaften in vier gro\u00dfen Kapiteln: \u201eDeutschland kennenlernen (1780 \u2013 1840)\u201c, \u201eFreiheit und Einheit (1840 \u2013 1870)\u201c, \u201eLeben in Deutschland (1870 \u2013 1930)\u201c und \u201eEine verlorene Heimat (1930 \u2013 2000).\u201c Die vier Hauptkapitel des Buches enthalten jeweils drei weitere Unterkapitel, in denen die Autorin die besondere Lage der j\u00fcdischen Minderheit, eine Charakterisierung der ganzen deutschen Gesellschaft und der sich daraus ergebenden Gesamtbewertung diskutiert.<\/p>\n<p>Volkov l\u00f6st sich in ihrem Buch von dem Entwurf einer einzigen liberalen Moderne, an dem alle anderen gemessen werden m\u00fcssten. Sie spricht stattdessen vorsichtiger von \u201emultiplen\u201c und miteinander \u201everwobenen\u201c Modernen.[8] Volkov gibt dabei die Normativit\u00e4t des Begriffs der Moderne, der ohne die Entstehung demokratischer Republiken und auch ohne \u201eAufkl\u00e4rungen\u201c[9] nicht verstanden werden kann, nicht auf. Sie reklamiert f\u00fcr das Projekt einer j\u00fcdischen Moderne in den deutschen Gesellschaften, ungeachtet seiner religi\u00f6sen, kulturellen und politischen Diversit\u00e4t, die Verbundenheit mit der liberalen, nicht nur von Juden proklamierten und sozial getragenen demokratischen Moderne.<\/p>\n<p>Obwohl Shulamit Volkov ihre Publikation als Gesellschaftsgeschichte und nicht als Ideen- und Personengeschichte verfasst hat, f\u00fchrt sie die Leser in wichtige Geschichten j\u00fcdischer Aufkl\u00e4rer, Rabbiner, Politiker und ihrer Ideen, ihrer Verbundenheit aber auch ihrer Konflikte mit der nicht-j\u00fcdischen deutschen Mehrheitsgesellschaft ein.<\/p>\n<p><strong>\u201eDeutschland kennenlernen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Kapitel \u201eDeutschland kennenlernen\u201c (1780 \u2013 1840) r\u00fcckt Volkov den Streit des deutsch-j\u00fcdischen Philosophen Moses Mendelsohn mit seinen Widersachern in Preu\u00dfen in den Mittelpunkt. Mendelsohn beharrte darauf, dass es in einer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft nicht nur um Meinungs- und Gewissensfreiheit f\u00fcr Jedermann gehe. Er bestand darauf, dass die Gleichstellung aller B\u00fcrger, auch der Juden, \u201eauf den Prinzipien des Rechts basieren m\u00fcsse\u201c, dass sie \u201ekeine Gratifikation f\u00fcr \u00b4gutes Benehmen`\u201c sein d\u00fcrfe.[10] Eben dies jedoch wurde selbst von vielen nicht-j\u00fcdischen Aufkl\u00e4rern anders verstanden. Sie beharrten darauf, dass eine Gleichstellung von Juden nur dann m\u00f6glich sei, wenn Juden sich von der Bindung an ihre Traditionen und Religion frei machten. Dar\u00fcber hinaus entwickelten viele der nicht-j\u00fcdischen Aufkl\u00e4rer, wie der j\u00fcdische Schriftsteller Saul Asher bereits 1815 in seinem Buch \u201eDie Germanomanie\u201c beschrieb, die Vorstellung, die deutsche Nation m\u00fcsse Juden vertreiben oder t\u00f6ten.[11]\n<p>Volkov zeigt wie einsam Mendelssohn mit seiner Auffassung blieb und wie sehr die Idee von Mendelsohns Gegnern, einer \u201eAufkl\u00e4rung ohne Toleranz\u201c[12], zu einer Fortdauer lediglich \u201ewohlwollender Autokratien\u201c[13] sowie nur \u201ehalb ge\u00f6ffneten Gesellschaften\u201c[14], nicht nur in Preu\u00dfen beitrug. Die Verbrennung des Buches von Saul Asher durch deutsche Burschenschaftler w\u00e4hrend des Wartburgfests am 18. Oktober 1817, veranlasste Heinrich Heine zu seinem verzweifelt-hellsichtigen Ausspruch, dass man dort, wo man B\u00fccher verbrenne, auch Menschen verbrennen werde.<\/p>\n<p><strong>\u201eFreiheit und Einheit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Kapitel \u201eFreiheit und Einheit\u201c (1840 \u2013 1870) beschreibt Volkov, dass Juden gemeinsam mit christlichen Kampfgef\u00e4hrten in den Revolutionen 1848 hofften, dass Freiheit und Gleichheit bald als Grundprinzipien eines freien, vereinten Deutschlands gesetzlich verankert w\u00fcrden. Mit diesen Revolutionen begann auch ein Prozess der Identifikation vieler Juden mit nicht-j\u00fcdischer deutscher Kultur. Volkov zitiert den orthodoxen Rabbiner Leopold Stein aus Frankfurt: \u201eWir erkennen unsere Sache fortan als keine besondere mehr, sie ist eins mit der Sache des Vaterlandes. Wir sind und wollen nur Deutsche sein. Nur dem Glauben nach sind wir Israeliten.\u201c[15] In dieser Identifikation mit nicht-j\u00fcdischer deutscher Kultur steckte jedoch eine spezifische Auffassung, was Kultur sei. Volkov verweist zum Beispiel auf einen der sch\u00e4rfsten Kritiker der Politik Bismarcks, den in der N\u00e4he von Posen geborenen j\u00fcdischen Juristen Itzchak Lasker, einen Abgeordneten der Nationalliberalen Partei im norddeutschen Reichstag. Als Bismarck vehement f\u00fcr die Todesstrafe eintrat, erkl\u00e4rte der Abgeordnete, es sei die \u201ej\u00fcdische Nation\u201c, der es gelungen sei, die Todesstrafe faktisch abzuschaffen. Da sei es unvorstellbar, dass eine \u201ehochgebildete Nation\u201c, wie die deutsche, mit der Todesstrafe den h\u00f6chsten Wert, das menschliche Leben, missachte.[16]\n<p>Die deutsche Nationalbewegung transportierte, analysiert Volkov, zwei verschiedene politische Konzepte gleichzeitig: eine absolute Monarchie, gest\u00fctzt auf die protestantische Kirche, die Armee und den adligen Gro\u00dfgrundbesitz, versus eine konstitutionelle Monarchie, die auf einer freien b\u00fcrgerlichen, vom Nationalgef\u00fchl und von den Grunds\u00e4tzen des Liberalismus sowie einer Trennung von christlicher Religion und Staat beseelten Gesellschaft beruhte. Juden w\u00fcnschten so sehr, in einer Gesellschaft angekommen zu sein, die sie respektierte, dass sie die antisemitischen Motive der deutschen Nationalbewegung nicht wahrhaben wollten. So wurden die antisemitischen Angriffe, die Teil der Revolutionen im Jahr der Freiheit 1848 waren, in der zeitgen\u00f6ssischen \u201eGeschichte der Juden. Von den \u00e4ltesten Zeiten bis auf die Gegenwart\u201c von Heinrich Graetz, nicht erw\u00e4hnt. Sie wurden in der j\u00fcdischen Geschichtsschreibung zum ersten Mal umfassend 1968 vom deutsch-israelischen Historiker Jacob Toury analysiert.[17]\n<p><strong>\u201eLeben in Deutschland\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Kapitel \u201eLeben in Deutschland\u201c (1870 \u2013 1930) analysiert Volkov, dass Juden sich im ersten deutschen Nationalstaat, vor allem vor dem Hintergrund von Erfahrungen insbesondere in Polen und Russland, begannen, als Deutsche zu identifizieren. Trotz ihres Ausschlusses aus manchen gesellschaftlichen Bereichen und des keineswegs nur randst\u00e4ndigen Antisemitismus h\u00e4tten die Kontrasterfahrungen aus anderen Gegenden Europas diese Identifizierung beschleunigt. Volkov schreibt: \u201eW\u00e4hrend deutsche Juden mit dem Antisemitismus \u00e0 la Treitschke zurechtkommen mussten, und das war m\u00fchsam genug, waren in Russland Juden zur selben Zeit, besonders in den s\u00fcdlichen Provinzen des Zarenreichs, gewaltt\u00e4tigen, blutigen Pogromen ausgesetzt.\u201c[18] Eine schockartige Realisierung, dass der erste deutsche Nationalstaat Juden keineswegs einschloss, sei erst w\u00e4hrend des 1. Weltkrieges eingetreten, als die deutsche F\u00fchrung zun\u00e4chst Juden als Soldaten ausdr\u00fccklich willkommen hie\u00df, dann aber mit der sogenannten \u201eJudenz\u00e4hlung\u201c alle tradierten antisemitischen Haltungen gegen\u00fcber Juden neu mobilisierte.[19]\n<p>Volkov trennt die Geschichten des Kaiserreichs, des 1. Weltkrieges und der beginnenden Weimarer Republik in ihrer Darstellung nicht. Sie zeigt stattdessen, dass die Paarung von Militarismus und Nationalismus in allen drei historischen Phasen deutlich zu erkennen war, Rassismen sowie antisemitische Propaganda ebenfalls. Von dem \u201eaufgekl\u00e4rten Nationalismus, den die Juden in ihrem Bem\u00fchen, sich in Deutschland zu assimilieren, so sehr begr\u00fc\u00dft hatten, [war am Ende \u2013 d. Verf.] nicht mehr viel \u00fcbrig (\u2026).\u201c [20]\n<p>Die schockartige Wahrnehmung, dass nicht-j\u00fcdische Deutsche unter Aufkl\u00e4rung und Kultur anderes verstanden, als Juden, konnte nicht ausbleiben. Volkov berichtet, um dies sichtbar zu machen, von Walther Rathenau, der 1907 einen Staatssekret\u00e4r der Kolonialabteilung der deutschen Regierung auf einer Reise in die deutschen Kolonien begleitete. In einem Bericht, den er an den Kanzler und an den Kaiser richtete, formulierte Rathenau \u00fcber den ersten Genozid der Moderne, den Umgang der deutschen Armee mit Hereros und Nama, er stelle \u201edie gr\u00f6\u00dfte Atrozit\u00e4t [dar \u2013 d. Verf.], die jemals durch deutsche Waffenpolitik hervorgerufen\u201c worden sei.[21]\u00a0 Rathenau, ein explizit national denkender j\u00fcdischer Industrieller und Politiker, wurde am 24. Juni 1922, kurz nach seiner Ernennung zum deutschen Au\u00dfenminister am 31. Januar 1922, in Berlin von Mitgliedern der rechtsterroristischen \u201eOrganisation Consul\u201c ermordet. Im Oktober 1922 ver\u00f6ffentlichte der relativ unbekannte j\u00fcdische Statistiker, linke Sozialist und Pazifist Emil Julius Gumbel die erste bahnbrechende Arbeit \u00fcber politische Morde in der Weimarer Republik. Er \u00fcberlebte die deutschen Nazis nur durch seine Emigration.<\/p>\n<p><strong>\u201eEine verlorene Heimat\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Kapitel \u201eEine verlorene Heimat\u201c (1930 \u2013 2000) analysiert Volkov den Aufstieg des Nationalsozialismus, Shoah und 2. Weltkrieg, wie auch die Entwicklung beider deutscher Nachfolgegesellschaften des Nationalsozialismus bis hin zu ihrer Vereinigung. Sie bleibt ihrer Darstellungsweise treu, keine historische Entwicklung im Nachhinein als notwendig und unabwendbar zu legitimieren, immer gab es Alternativen.<\/p>\n<p>Die wesentliche Erz\u00e4hlung, die Volkov in diesem Kapitel entwickelt, zeigt, dass der Ausschluss von Juden aus der deutschen, nationalsozialistischen Gesellschaft in den Bereichen begann, in denen ihre Integration im 19. Jahrhundert begonnen hatte. Der Ausschluss von Juden aus allen Berufen, wie auch aus den kulturellen Institutionen der deutschen Gesellschaft bildete den Vorlauf zu Vertreibung und Vernichtung.<\/p>\n<p>\u00dcber den Nationalsozialismus schreibt Volkov: \u201eDie geforderte Entmenschlichung der Juden f\u00fchrte zu sozialer Distanz in einem Ausma\u00df, das bis dahin schlicht unvorstellbar gewesen war, zu v\u00f6lliger Entfremdung der j\u00fcdischen Minderheit und \u2013 sehr oft \u2013 zu einem erschreckenden Mangel an Empathie und einem hohen Ma\u00df an Gleichg\u00fcltigkeit bei den Deutschen. Dies war Teil einer gr\u00f6\u00dferen Ver\u00e4nderung bei der nichtj\u00fcdischen Mehrheit und verwies auf deren Transformation zur \u201eVolksgemeinschaft\u201c, zu einer jubelnden, ekstatischen Masse, die Arme zum Hitlergru\u00df erhoben, die bereit war, ihren Willen und ihre heiligen Werte dem Willen und den neu definierten Werten ihres angebeteten F\u00fchrers unterzuordnen.\u201c[22]\n<p>Die meisten deutschen Historiker haben sich dennoch bis heute nicht ganz von der funktionalistischen Darstellung des Nationalsozialismus getrennt. Dass die Repr\u00e4sentanten und gro\u00dfe Teile der nationalsozialistischen deutschen Gesellschaft, alle Juden mit Willen und Absicht vernichten wollten, oder zumindest nichts dagegen unternahmen, so die Auffassung der intentionalistischen Historiker-Schule, z. B. die j\u00fcdischen Historiker Saul Friedl\u00e4nder und Yehuda Bauer, ist bis heute in Deutschland nicht ganz angekommen.<\/p>\n<p>Anders als die Nationalsozialisten planten und anders als viele Juden auf dem H\u00f6hepunkt der Shoah glaubten, gelang jedoch die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden nicht vollst\u00e4ndig. In beiden deutschen Nachfolgegesellschaften des Nationalsozialismus, aber auch in anderen europ\u00e4ischen Gesellschaften hatten Juden, wenn auch wenige, \u00fcberlebt. Manche waren am Ende des Krieges unter den Schutz vorwiegend der amerikanischen Befreier geflohen.<\/p>\n<p>In den beiden deutschen Gesellschaften waren sie wesentlich daran beteiligt, Volkov verweist zum Beispiel auf Fritz Bauer, die T\u00e4ter vor Gericht zu bringen, die Opfer zu entsch\u00e4digen und j\u00fcdische Gemeinschaften neu aufzubauen. Ohne Fritz Bauer w\u00e4re der Auschwitzprozess in Frankfurt nicht m\u00f6glich gewesen. Ohne ihn h\u00e4tte Israel den nach Argentinien geflohenen Adolf Eichmann nicht verhaften k\u00f6nnen. Bauer glaubte dennoch, er habe mit seiner Arbeit viel zu wenig bewegt. Gelegentlich dachte er sogar daran ein zweites Mal in seinem Leben zu emigrieren. Ende 1967 schrieb er in einem undatierten Brief \u00fcber Ersch\u00f6pfung und die vielen Widerst\u00e4nde gegen seine juristischen Entscheidungen: \u201eEntsetzlich ist, zu sehen, wie solche Anl\u00e4sse [Bauer meine Prozesse gegen Nationalsozialisten \u2013 d. Verf.] die Braunen im Lande vereinen und zum Kesseltreiben veranlassen. Der Jude wird eben verbrannt.\u201c[23]\n<p><strong>\u201eFremd und daheim zugleich\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im \u201eEpilog\u201c und im letzten Abschnitt des vierten Kapitels (\u201eFremd und daheim zugleich\u201c) versucht Volkov ein Res\u00fcmee. Sie schreibt, dass Juden in der vereinigten Bundesrepublik heute \u201efremd und daheim zugleich\u201c seien. \u201eNachdem sich Juden \u00fcber 200 Jahre lang um Anerkennung und Gleichberechtigung bem\u00fcht haben, ist die alte Ambivalenz noch da. Ja sogar verst\u00e4rkt, und auch zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts spiegelt diese Ambivalenz die allgemeine Situation in Deutschland wider.\u201c[24]\n<p>Und sie schreibt: \u201eBerlin ist sicher erfolgversprechender als Weimar, vor allem wegen der Erkenntnisse, die man aus dem genauen Studium der Vergangenheit und den daraus gezogenen Lehren gewonnen hat. Ob diese Lehren verinnerlicht wurden und ob dies am Ende ausreicht, um einer neuen Welle des Hasses und des rechten Populismus zu widerstehen, bleibt eine offene Frage.\u201c[25]\n<p><strong>Deutsche Geschichtswissenschaft und j\u00fcdische Historiker:innen<\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Shulamit Volkovs Buch, ganz \u00e4hnlich wie Dahrendorfs \u201eGesellschaft und Demokratie in Deutschland\u201c, zu einem neuen Schub des Nachdenkens \u00fcber deutsche Geschichtsschreibung und ihre Vermittlung an Universit\u00e4ten und Schulen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Shulamit Volkov ist eine exzellente Kennerin nicht nur j\u00fcdischer Geschichte und der Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland, sie hat auch alle akademischen Debatten \u00fcber die Darstellung der verschiedenen Perioden der deutschen Gesellschaften seit der Shoa verfolgt. Sie erz\u00e4hlt die Geschichte eines j\u00fcdischen Projekts der Moderne \u2013 das zun\u00e4chst Teil der Geschichte der deutschen Gesellschaften war und von den Deutschen zun\u00e4chst nicht verstanden, dann abgewiesen und d\u00e4monisiert wurde, sp\u00e4ter als ideologisches Zerrbild zur Legitimation der Vernichtung aller Juden diente -, vor dem Hintergrund eines kaum schlagbaren Experten- und Detailwissens.<\/p>\n<p>Ihre Kritik des Sonderweg-Paradigmas besteht vor allem darin, dass seine Vertreter in der deutschen Sozialgeschichte, zwar die Entwicklung der demokratischen Institutionen und Ideen verfolgen, aber nicht die Geschichte der Juden und des Antisemitismus. Volkovs Entwurf einer neuen Darstellung der deutschen Geschichte ist so gut aufbereitet und erz\u00e4hlt, dass die deutschen Historiker der Sozialgeschichtsschreibung ihre eigene Ausklammerung j\u00fcdischer Geschichte und ihre Probleme in der Wertung des deutschen Projekts der Vernichtung aller Juden, anerkennen und an einer Weiterentwicklung der Geschichtsschreibung und ihrer Vermittlung an Schulen und Universit\u00e4ten mitarbeiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wer Shulamit Volkovs Buch liest, wird auch feststellen, dass es in mehr als einer Hinsicht \u00fcberf\u00e4llig ist. Dass nach der Eskalation der deutschen, antisemitischen Obsessionen im Zivilisationsbruch, deutsche Geschichte nicht mehr ohne die Einbeziehung der j\u00fcdischen Geschichte geschrieben werden kann, h\u00e4tten nicht-j\u00fcdische deutsche Historiker l\u00e4ngst erkennen und formulieren k\u00f6nnen. Aber erst jetzt, hat es die Tochter von 1933 aus Deutschland nach Pal\u00e4stina geflohenen Juden getan. Sie machte ihre Karriere als Historikerin in Israel. Das ist selbst ein wichtiges Faktum.<\/p>\n<p>J\u00fcdische Historiker sind an den Fachbereichen der Geschichtswissenschaften der Bundesrepublik, ich spekuliere, nicht sehr zahlreich vertreten und, ich spekuliere immer noch, da wo sie es dorthin geschafft haben, sind sie wohl \u201efremd und daheim zugleich\u201c. Es dauerte einige Zeit, bis in den Expertenkreis der Bundesregierung zur Analyse des Antisemitismus Juden einbezogen wurden. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte das Buch \u201eDeutschland aus j\u00fcdischer Sicht\u201c nicht nur ein Ansto\u00df zum \u00dcberdenken deutscher Geschichtsschreibung und -vermittlung, sondern auch zu einer Ver\u00e4nderung der Berufungspolitik an Fachbereichen der deutschen Geschichtswissenschaften werden.<\/p>\n<p>\u00dcberf\u00e4llig ist eine Neuorientierung der Geschichtswissenschaft in der Bundesrepublik noch aus einem anderen Grund. Die Tradierung vormoderner und antisemitischer Stereotype erfolgt, wie schon jahrzehntelang erkennbar, in Deutschland wesentlich \u00fcber die Familien. Schulen und Universit\u00e4ten spielen eine korrigierende, nachsozialisierende Rolle, der sie sich nicht entziehen d\u00fcrfen. Es kann nicht angehen, dass diese Aufgaben auf KZ-Gedenkst\u00e4tten und Museen zur j\u00fcdischen Geschichte abgew\u00e4lzt werden.<\/p>\n<p>Da momentan bei nicht wenigen Vertretern kultureller Institutionen der Bundesrepublik eine ganz gegenteilige Haltung sichtbar wird, gilt dieser Appell umso mehr. Die Relativierung des Holocaust und die D\u00e4monisierung Israels nehmen auch in akademischen Kreisen zu. Dem muss entgegengehalten werden. Das Buch und die Ideen von Shulamit Volkov k\u00f6nnten dabei helfen.<\/p>\n[1] Ralf Dahrendorf, Gesellschaft und Demokratie in Deutschland, M\u00fcnchen 1965. (Ralf Dahrendorf, Society and Democracy in Germany, New York 1967.)<\/p>\n[2] Siehe: Karl Dietrich Bracher, Die Ermordung der Juden, in: Karl Dietrich Bracher, Die deutsche Diktatur, K\u00f6ln 1969, S. 456 \u2013 467.<\/p>\n[3] Zitiert nach: Shulamit Volkov, Deutschland aus j\u00fcdischer Sicht, M\u00fcnchen 2022, S. 7.<\/p>\n[4] Zitiert nach: Ebenda., S. 243 \u2013 244.<\/p>\n[5] Siehe: Michael A. Meyer, Michael Brenner u. a. (Hrsg.), Deutsch J\u00fcdische Geschichte in der Neuzeit, 4 B\u00e4nde, M\u00fcnchen 1996; siehe auch den 5. Band der Reihe: Michael Brenner (Hrsg.), Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart. M\u00fcnchen 2012.<\/p>\n[6] Siehe dazu: Shulmait Volkov, Die Erfindung einer Tradition. Zur Entstehung des modernen Judentums in Deutschland, in: Shulamit Volkov, Das j\u00fcdische Projekt der Moderne, M\u00fcnchen 2001, S. 118 \u2013 137.<\/p>\n[7] Siehe zu einem vergleichbaren Ansatz: Anetta Kahane, Das Unbehagen am J\u00fcdischen und die Antimoderne, in: Martin Jander, Anetta Kahane (Hrsg.), Gesichter der Antimoderne, Baden-Baden 2020, S. 37 \u2013 64.<\/p>\n[8] Siehe dazu: Volkov, Deutschland, a.a.O., S. 107 \u2013 126. Siehe zum Begriff einer multiplen Moderne: Shmuel N. Eisenstadt, Multiple modernities, Analyserahmen und Problemstellung. In: Thorsten Bonacker und Andreas Reckwitz (Hrsg.), Kulturen der Moderne. Soziologische Perspektiven der Gegenwart, Frankfurt 2007, S. 19 \u2013 45.<\/p>\n[9] Siehe dazu: Dan Diner, Aufkl\u00e4rungen: Wege in die Moderne, Leipzig 2017.<\/p>\n[10] Zitiert nach: Volkov, Deutschland, a.a.O., S. 33.<\/p>\n[11] Saul Asher, Die Germanomanie. Skizze zu einem Zeitgem\u00e4lde. Leipzig 1815.<\/p>\n[12] Siehe: Volkov, Deutschland, a.a.O., S. 17 \u2013 37.<\/p>\n[13] Siehe: Ebenda., S. 38 \u2013 60.<\/p>\n[14] Siehe: Ebenda., S. 61 \u2013 84.<\/p>\n[15] Leopold Stein, zitiert bei: Ebenda., S. 98.<\/p>\n[16] Itzchak Lasker, zitiert bei: Ebenda., S. 138.<\/p>\n[17] Jacob Toury, Turmoil and Confusion in the Revolution of 1848: The Anti-Jewish Riots in the \u201eyear of freedom\u201c and their Influence on Modern Anti-Semitism (hebr.), in: Merchavia 1968, S. 224ff.<\/p>\n[18] Volkov, Deutschland, a.a.O., S. 163.<\/p>\n[19] Nicht jedem Leser ist die Geschichte von der \u201eJudenz\u00e4hlung\u201c w\u00e4hrend des 1. Weltkrieges pr\u00e4sent. Hier ein kurzer Artikel von Kirsten Serup-Bilfeldt von 2016, der die wesentlichen Ereignisse zusammenfasst:\u00a0 https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/die-judenzaehlung-1916-dolchstoss-und-eisernes-kreuz-100.html.<\/p>\n[20] Zitiert nach: Volkov, Deutschland, a.a.O., S. 170.<\/p>\n[21] Walther Rathenau, zitiert nach: Ebenda., S. 171.<\/p>\n[22] Zitiert nach: Ebenda., S. 231.<\/p>\n[23] Fritz Bauer, zitiert nach: Ebenda., S. 265-266.<\/p>\n[24] Zitiert nach: Ebenda., S. 297.<\/p>\n[25] Zitiert nach: Ebenda., S. 303-304.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"crestashareiconincontent\" class=\"cresta-share-icon   first_style\">\n<div id=\"facebook-cresta-c\" class=\"sbutton crestaShadow facebook-cresta-share cresta-float-shadow\"><\/div>\n<div id=\"twitter-cresta-c\" class=\"sbutton crestaShadow twitter-cresta-share noCountTwo noCountThree cresta-float-shadow\"><\/div>\n<div id=\"linkedin-cresta-c\" class=\"sbutton crestaShadow linkedin-cresta-share cresta-float-shadow\"><\/div>\n<div id=\"xing-cresta-c\" class=\"sbutton crestaShadow xing-cresta-share cresta-float-shadow\"><\/div>\n<div id=\"email-cresta-c\" class=\"sbutton crestaShadow email-cresta-share cresta-float-shadow\"><\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start shariff-buttonstretch\">\n<ul class=\"shariff-buttons theme-white orientation-horizontal buttonsize-small\">\n<li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\"><a class=\"shariff-link\" title=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2022%2F10%2F05%2Frezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht-eine-andere-geschichte-vom-18-jahrhundert-bis-zur-gegenwart-muenchen-2022-beck-verlag-isbn-978-3-406-78171-1-28-euro-336-seiten%2F\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\"><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>\u00a0<\/a><\/li>\n<li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\"><a class=\"shariff-link\" title=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2022%2F10%2F05%2Frezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht-eine-andere-geschichte-vom-18-jahrhundert-bis-zur-gegenwart-muenchen-2022-beck-verlag-isbn-978-3-406-78171-1-28-euro-336-seiten%2F&amp;text=Rezension%20zu%3A%20Shulamit%20Volkov%2C%20Deutschland%20aus%20j%C3%BCdischer%20Sicht.&amp;via=starkemeinungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\"><span class=\"shariff-text\">twittern<\/span>\u00a0<\/a><\/li>\n<li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\"><a class=\"shariff-link\" title=\"Bei LinkedIn teilen\" role=\"button\" href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&amp;url=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2022%2F10%2F05%2Frezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht-eine-andere-geschichte-vom-18-jahrhundert-bis-zur-gegenwart-muenchen-2022-beck-verlag-isbn-978-3-406-78171-1-28-euro-336-seiten%2F&amp;title=Rezension%20zu%3A%20Shulamit%20Volkov%2C%20Deutschland%20aus%20j%C3%BCdischer%20Sicht.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" aria-label=\"Bei LinkedIn teilen\"><span class=\"shariff-text\">mitteilen<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left shariff-buttonstretch\" style=\"display:none\"><ul class=\"shariff-buttons theme-white orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2022%2F11%2F17%2Frezension-zu-shulamit-volkov-deutschland-aus-juedischer-sicht%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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