

{"id":4008,"date":"2013-08-13T00:46:47","date_gmt":"2013-08-12T23:46:47","guid":{"rendered":"https:\/\/starke-meinungen.de\/blog\/?p=4008"},"modified":"2013-08-10T10:54:47","modified_gmt":"2013-08-10T09:54:47","slug":"mr-bezos-kauft-eine-zeitung-und-herr-dopfner-verkauft-welche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starke-meinungen.de\/blog\/2013\/08\/13\/mr-bezos-kauft-eine-zeitung-und-herr-dopfner-verkauft-welche\/","title":{"rendered":"Mr Bezos kauft eine Zeitung \u2013 und Herr D\u00f6pfner verkauft welche"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Ich will keine ausf\u00fchrliche Diskurskritik leisten. Sie haben das ja alles selbst gelesen und geh\u00f6rt. Zusammenfassen kann man die Reaktionen auf die neusten Ereignisse in der Presselandschaft etwa so: In den USA finden die meisten Kommentatoren den Verkauf der \u201eWashington Post\u201c durch die Verlegerfamilie Graham bitter, sehen den Kauf durch den \u201eAmazon\u201c-Gr\u00fcnder Jeff Bezos aber als Chance.\u00a0 In Deutschland meinen die meisten Kommentatoren, so etwa Moritz M\u00fcller-Wirth auf Seite eins der \u201eZeit\u201c, mit dem Verkauf aller Print-Titel bis auf die Marken \u201eBild\u201c und \u201eWelt\u201c durch Axel Springer \u201ewurde nichts Geringeres als das Ende des Journalismus heraufbeschworen\u201c.<\/p>\n<p>Nun ja.<\/p>\n<p>Der Berliner meint: Hamse\u2019s nich ne Nummer kleener?<!--more--><\/p>\n<p>Nur in Parenthese sei angemerkt, dass Axel Springer \u2013 wenn auch versp\u00e4tet \u2013 eine alte Forderung der Studentenbewegung erf\u00fcllt. Von einer beherrschenden Marktmacht im Medienbereich kann nach dem\u00a0 Verkauf aller Programm- und Frauenzeitschriften und der wichtigen Lokalzeitungen \u201eBerliner Morgenpost\u201c und \u201eHamburger Abendblatt\u201c wirklich niemand reden. Gut, davon konnte schon 1968 nicht ernsthaft die Rede sein, \u201eSpiegel\u201c, \u201eStern\u201c, \u201eFAZ\u201c und \u201eZeit\u201c waren damals schon im Mediensegment der Meinungsf\u00fchrer einflussreicher,\u00a0 aber alte Feindbilder gibt man ungern her. Beherrscht Springer den Markt, ist das eine Bedrohung f\u00fcr den Journalismus, zieht sich Springer weitgehend aus dem Markt zur\u00fcck, ist das Ende des Journalismus gekommen. Wie man es macht, ist es falsch.<\/p>\n<p>Aber darum geht es nicht.<\/p>\n<p>Es geht auch nicht um die Auslieferung des Journalismus an den Kapitalismus, wie die \u00dcberschrift auf Seite 1 der \u201eZeit\u201c diese Woche suggeriert: \u201ePresse und Profit\u201c. Aus reiner Menschenliebe hat auch bisher niemand einen Verlag gekauft oder Aktien eines Medienhauses erworben.<\/p>\n<p>Es geht \u2013 bei der \u201ePost\u201c, der ebenfalls an einen Multimillion\u00e4r verkauften \u201eBoston Globe\u201c und den von Springer verkauften Titeln \u2013 um die Auswirkungen einer \u201edisruptiven Technologie\u201c auf den Journalismus, und um Versuche, mit diesen Auswirkungen umzugehen.<\/p>\n<p>Zum Begriff \u201edisruptive Technologie\u201c hei\u00dft es bei Wikipedia:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Disruptive_Technologie\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Disruptive_Technologie<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich geht es bei einer disruptiven Technologie um viel mehr als um\u00a0 Digitalkameras und Flash-Speicher. Man denke etwa an den Verbrennungsmotor, der Pferd und Kutsche obsolet, Kutscher und Stalljungen arbeitslos, daf\u00fcr die Erd\u00f6lindustrie gro\u00df gemacht, Suburbia und \u201eDesperate Housewives\u201c geschaffen hat. Oder an den PC, der Gro\u00dfrechner obsolet gemacht und Silicon Valley geschaffen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun haben weder der PC noch das Internet die Printzeitung kaputt gemacht. Erst Smartphones, Tablets und E-Books machen ihr den Garaus. Das festzustellen ist wichtig.<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Lassen Sie mich kurz ausholen. Zun\u00e4chst ist es wichtig zu begreifen, dass sich Journalismus nie \u2013 oder fast nie \u2013 gelohnt hat. Als Ware konnte das Produkt des Journalismus nie seine Gestehungskosten auf dem Markt realisieren. Der Journalismus war immer von Sponsoren abh\u00e4ngig \u2013 sprich: von den Werbeeinnahmen.\u00a0 Die waren im Verh\u00e4ltnis zu den Einnahmen aus dem Abonnement- und Kioskverkauf so wichtig, dass viele Verlage \u2013 auch Springer \u2013 mit Gratiszeitungen experimentiert haben. In Deutschland zwar ohne Erfolg. Doch in London etwa m\u00fcllen solche Gratiszeitungen immer noch die U-Bahn zu. Sie scheinen also zu funktionieren.\u00a0 Noch.<\/p>\n<p>Wenn Verleger also \u201edie Freibierkultur\u201c des Internets beklagen, sollten sie bedenken, dass sie selbst diese Kultur bef\u00f6rdert haben; durch Gratis-Zeitungen und durch Gratis-Angebote im Internet. Und, sofern sie am Privatfernsehen oder an Rundfunksendern beteiligt waren, auch durch werbefinanzierte Dudelfunk- und TV-Dauerberieselung. Schlie\u00dflich haben dann auch die meisten Zeitungen ihre Inhalte gratis ins Netz gestellt. Einmal bestand die Hoffnung, auch dort Werbeeinnahmen zu generieren; und zum Zweiten war das keine wirkliche Konkurrenz zu den eigenen Printmedien, solange der Desktop-PC die Norm war. Ja, es war zwar so, dass der B\u00fcroarbeiter gegen neun Uhr seinen PC anwarf und sich erst mal einen kleinen Surfausflug durch die Bl\u00e4tter erlaubte; aber auf dem Weg zur Arbeit \u2013 im Bus oder in der Bahn \u2013 hatte er noch \u201eseine\u201c Zeitung gelesen.<\/p>\n<p>Ich rede hier\u00a0 &#8211; um mal kurz ein bisschen Gendermainstreaming einzubauen &#8211; von der Konsumentin des so genannten \u201eQualit\u00e4tsjournalismus\u201c,\u00a0 der Studentin, der Akademikerin, der mittleren oder leitenden Angestellten, zumal in Gro\u00dfst\u00e4dten. In kleineren St\u00e4dten und bei der unteren Mittelschicht, bei Hausfrauen und \u00e4lteren Menschen, die weniger mobil sind, sieht es anders aus. Und darum haben Regional- und Lokalzeitungen immer noch mittelfristig eine Chance, als Printmedien zu \u00fcberleben. Die nationalen Zeitungen nicht.<\/p>\n<p>Das Internet wurde f\u00fcr diese Zeitungen aber erst zur \u201edisruptiven\u201c Technologie, als es dank Smartphone und 3G m\u00f6glich wurde, sich bereits auf dem Weg zur Arbeit einen \u00dcberblick \u00fcber die Angebote der wichtigsten Zeitungen zu verschaffen. Dazu entstanden Dienste, die einem dabei halfen: Das \u201eCheat Sheet\u201c der Internetzeitung \u201eDaily Beast\u201c etwa verlinkt auf Artikel, die anderswo erschienen sind; in Deutschland bietet Thierry Chervels gro\u00dfartiger \u201ePerlentaucher\u201c eine t\u00e4gliche Zusammenfassung der Feuilletonproduktion mit entsprechenden Links. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass im deutschsprachigen Kulturbetrieb der kostenlos erh\u00e4ltliche \u201ePerlentaucher\u201c das wichtigste Medium \u00fcberhaupt ist. Der entscheidende Vorteil der Zeitung gegen\u00fcber dem Computer \u2013 seine \u201ePortabilit\u00e4t\u201c \u2013 ging mit dem Smartphone verloren.<\/p>\n<p>Damit waren die Internetangebote der Zeitungen nicht mehr ein Zusatzgesch\u00e4ft, mit dem man \u2013 etwa \u2013 auch die Stamm-LeserInnen anderer Bl\u00e4tter zu einem medialen Seitensprung oder doch einem Flirt verf\u00fchren konnte. Sie wurden zum Hauptgesch\u00e4ft. Nicht, weil es die Verleger so wollten. Etablierte Firmen \u2013 und gro\u00dfe Firmen zumal \u2013 sind selten Freunde der Innovation. Sondern weil eine disruptive Technologie ihnen keine andere Wahl lie\u00df.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit beobachte ich in der S-Bahn, mit der ich t\u00e4glich aus S\u00fcdwestberlin zur Arbeit in Kreuzberg fahre, das Leseverhalten meiner Mitreisenden. Sie hat sich rapide ver\u00e4ndert. Waren noch vor zwei, drei Jahren Printzeitungen und gedruckte Romane die Norm, sind es heute Smartphones, Tablets und E-Reader. Und zwar nicht nur bei jungen Leuten. Gewiss, diese S-Bahn-Linien sind nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr ganz Berlin. Aber sie sind, so behaupte ich, repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Menschen, die sich Zeitungen wie die \u201eWelt\u201c, die \u201eS\u00fcddeutsche\u201c oder die \u201eFAZ\u201c kaufen \u2013 oder bisher gekauft haben.<\/p>\n<p>Unter dem Gesichtspunkt der informationellen Autonomie des Lesers ist die L\u00f6sung der Blattbindung eine gute Sache; sie vollzieht sich analog zur L\u00f6sung der Parteienbindung, wenn auch aus anderen Gr\u00fcnden. Der Leser kann einen Kommentar von Heribert Prantl in der \u201eS\u00fcddeutschen\u201c lesen, zum selben Thema einen von Frank Schirrmacher in der \u201eFAZ\u201c, und au\u00dferdem noch hier auf \u201eStarke Meinungen\u201c vorbeischauen ,um zu sehen, was Klaus Kocks dazu meint.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeitungen aber ist die L\u00f6sung der Leser-Blatt-Bindung t\u00f6dlich. Denn sie war die Grundlage des Gesch\u00e4fts mit den Werbeeinnahmen. Die Anzeigen werden ja je nach Reichweite und Publikum gepreist; wer viele \u201eEntscheider\u201c zu seinen Lesern z\u00e4hlt, ist f\u00fcr Firmen wie Mercedes und Audi, Cartier und Gucci, Rowohlt und Suhrkamp (na ja) interessant.<\/p>\n<p>Wie das mit der Leserbindung bisher funktionierte\u00a0 (und bei der \u201eZeit\u201c immer noch funktioniert), beschreibt der schon zitierte Kollege M\u00fcller-Wirth wie folgt: \u201eDie Zeitungen sind der Club, dessen selbstbewusste Angebote der Leser nutzen kann oder auch nicht.\u201c So ist es. Der \u201eZeit\u201c ist es gelungen, sich als einen solchen Club darzustellen, dessen LeserInnen den Durchblick haben, den der \u201eSpiegel\u201c-Club nur noch verspricht: \u201eSpiegel-Leser wissen mehr\u201c, oder den die \u201eFAZ\u201c bei ihren Club-Mitgliedern voraussetzte: \u201eDahinter steckt immer ein kluger Kopf\u201c. So f\u00fchlt sich die AbonnentIn sozusagen geehrt, den Mitgliedsbeitrag\u00a0 zahlen zu d\u00fcrfen, um zum Club zu geh\u00f6ren.\u00a0 Das geschafft zu haben ist eine Leistung.<\/p>\n<p>Kann die Wochenzeitung dieses Club-Gef\u00fchl in die Welt der Smartphones \u00fcbertragen, ist sie fein heraus und kann wom\u00f6glich dem Trend zur Lockerung der Leserbindung widerstehen.<\/p>\n<p>Allerdings ist es auch denkbar, dass hier, wie so oft, das Medium die Message darstellt. Die \u201eZeit\u201c-Leserin, die mit einem gewissen Snobismus ihren gedruckten Club-Ausweis vor sich her tr\u00e4gt und die sich ein wenig genieren w\u00fcrde, die \u201eWelt\u201c oder gar die \u201eBild\u201c \u2013 von wegen \u201eSpringer-Presse\u201c \u2013 in der Bahn zu lesen, k\u00f6nnte sich durchaus das schuldbewusste Vergn\u00fcgen leisten, gelegentlich doch neben dem \u2013 geben wir es zu \u2013 zuweilen dr\u00f6gen Leitartikler Bernd Ulrich (der in der aktuellen Ausgabe allen Ernstes als Wahlkampfthema die Einrichtung neuer Ministerien \u2013 f\u00fcr Europa, Demografie und Internet \u2013 vorschl\u00e4gt) den Radaubruder Alan Posener in der \u201eWelt\u201c zu lesen, die sie sonst \u201enur im Flugzeug\u201c liest, wie man manchmal h\u00f6rt. Und k\u00f6nnte sogar Geschmack daran finden, und sei es nur, um sich zu \u00e4rgern, so wie ich etwa Jakob Augstein auf \u201eSpiegel online\u201c aus dem gleichen Grunde lese.\u00a0 Denn \u2013 wir sind wieder bei der \u201eZeit\u201c-Leserin \u2013 auf dem Smartphone sieht ja niemand, was frau liest.<\/p>\n<p>Ja, und was passiert dann?<\/p>\n<p>Was passiert, wenn das Club-Modell nicht mehr funktioniert?<\/p>\n<p>\u201eDas Gegenmodell\u201c zum Club der Zeitungen \u2013 oder zur Zeitung als Club \u2013 \u201ew\u00e4re ein Club der Leser, an die sich die Zeitungen heranwanzen\u201c, so M\u00fcller-Wirth, und man h\u00f6rt f\u00f6rmlich die mit leichtem Ekel heruntergezogenen Mundwinkel des journalistischen Aristokraten. \u201eBeim Leser-Club werden die Interessen der Lesermenschen (sic!) und ihrer Kooperationspartner zum Navigationsprogramm f\u00fcr das journalistische Angebot, dann wird nur noch geliefert, was dem Leser wohl bekommt.\u201c<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu jetzt, so muss man annehmen, wo die \u201eZeit\u201c ihre Leser st\u00e4ndig mit Dingen versorgt, die ihm\u00a0 schlecht bekommen, aber im Interesse des \u201eQualit\u00e4tsjournalismus\u201c nun einmal sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Man wei\u00df ja in der \u201eZeit\u201c-Redaktion anscheinend, was dabei herauskommt, wenn die Leser bestimmen, was sie lesen wollen, wenn also nicht der Club, sondern der Markt entscheidet: M\u00fcll. \u201eNichts Geringeres als das Ende des Journalismus.\u201c<\/p>\n<p>Nun will ich \u2013 sozusagen in Parenthese \u2013 nicht leugnen, dass das Internet mit seinem Angebot insbesondere an Meinungen die Bildung geschlossener und voneinander abgeschotteter Welt-Bilder f\u00f6rdert. Der Islamhasser etwa kann sich t\u00e4glich seine Meinung bei \u00a0\u201ePolitically Incorrect\u201c und vielen anderen Blogs best\u00e4tigt finden und sich in einer islamophoben Parallelwelt bewegen, wo man sich gegenseitig in der vorgefassten Meinung best\u00e4rkt, dass die Muslime unser Ungl\u00fcck seien.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen: in einem Club, wenn auch in einem etwas schmuddeligen.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Einerseits sprengt das Internet das Monopol der herk\u00f6mmlichen Clubs, was ja \u00d6ffnung bedeutet, andererseits erm\u00f6glicht es die Entstehung neuer Clubs und neuer Abschottung. Was der Kollege M\u00fcller-Wirth also beklagt, ist die Disruption jener aristokratischen Welt, in der die Mitglieder einiger weniger Clubs \u2013 oder des gemeinsamen Clubs der \u201eQualit\u00e4tsjournalisten\u201c \u2013 bestimmen konnten, was \u201edem Leser bekommt\u201c.<\/p>\n<p>Wir wollen der \u201eZeit\u201c w\u00fcnschen, dass ihr Club-Gesch\u00e4ftsmodell noch lange funktioniert. Weniger im Interesse des \u201eQualit\u00e4tsjournalismus\u201c als vielmehr im Interesse der KollegInnen und ihrer Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Aber M\u00fcller-Wirth hat Recht, wenn er meint, dass sich die anderen Journalisten \u2013 etwa bei Springer \u2013 zunehmend der Herausforderung eines \u201eLeser-Clubs\u201c stellen m\u00fcssen. Das ist das zwingende Ergebnis der \u201edisruptiven Technologie\u201c Internet plus Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>So, und wie verdient man damit Geld?<\/p>\n<p>Mit Minimalqualit\u00e4t und vielen Anzeigen, wie \u201eSpiegel online\u201c? Vielleicht.<\/p>\n<p>Mit der Einrichtung einer Paywall, die \u2013 positiv ausgedr\u00fcckt \u2013 die Leser-Blatt-Bindung ins digital-mobile Zeitalter hin\u00fcberrettet, aber \u2013 negativ ausgedr\u00fcckt \u2013 Vielleser bestraft, wie bei der \u201eWelt\u201c? Vielleicht.<\/p>\n<p>Mit einem Modell, bei dem bestimmte \u201ePremium-Angebote\u201c nur gegen Bezahlung zu haben sind, wie bei der \u201eNew York Times\u201c oder der \u201eBild\u201c? Vielleicht.<\/p>\n<p>Indem man ganz hinter einer Paywall verschwindet, wie die Londoner \u201eTimes\u201c? Vielleicht.<\/p>\n<p>Oder indem man einen M\u00e4zen findet, siehe \u201ePolitico\u201c und in Zukunft vielleicht die \u201eWashington Post\u201c, der sich ein defizit\u00e4res Blatt oder eine defizit\u00e4re Website einfach leistet, sei es, weil er Einfluss nehmen will auf die \u00f6ffentliche Meinung, sei es, weil er Wert\u00a0 legt auf guten Journalismus? Vielleicht.<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df es. Aber wenn der Journalismus nicht vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig sein soll von M\u00e4zenen oder dem Staat, dann muss er einen Weg finden, online Geld zu generieren.<\/p>\n<p>Mein Vorschlag w\u00e4re:<\/p>\n<p>Die Kooperation aller wesentlichen Spieler \u2013 der gro\u00dfen Verlage, aber auch bei Interesse die wichtigeren Blogs und andere \u201eContent-Anbieter\u201c \u2013 zur Schaffung einer einfachen Infrastruktur, in der man\u00a0 mit einem Ein-Click-Modell \u2013 analog dem Kauf eines Songs bei iTunes \u2013 Artikel f\u00fcr Artikel kaufen kann, vielleicht sogar zu gestaffelten Preisen: 2 Cent etwa f\u00fcr einen Posener-Kommentar auf \u201eStarke Meinungen\u201c, 10 Cent f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Reportage in der \u201etaz\u201c, 1 Euro f\u00fcr einen ausgeruhten Bernd Ulrich-Kommentar\u00a0 in der \u201eZeit\u201c (only joking). Dem Leser-Club entspr\u00e4che damit ein Anbieter-Markt, bei dem man mittels Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis \u2013 also zu fast idealen Marktbedingungen \u2013 miteinander konkurrieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Zeitung w\u00fcrde dabei \u2013 wie das Album in der Pop-Musik \u2013 an Bedeutung verlieren; nicht aber der Artikel und der Autor. Und die Zeitung, die \u2013 als \u201eMarke\u201c \u2013 m\u00f6glichst viele guten Artikel und m\u00f6glichst viele guten Autoren h\u00e4tte, k\u00f6nnte dennoch profitabel operieren, auch weil sie in Real Time den Werbekunden zeigen k\u00f6nnte, wo und wann sie sinnvollerweise Anzeigen schalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anzunehmen, hierbei w\u00fcrde die Qualit\u00e4t vor die Hunde gehen, hie\u00dfe, eine allzu schlechte Meinung von den Menschen zu haben. Wie hei\u00dft es in der Werbung der Puhdys f\u00fcr Schulthei\u00df Bier: \u201eWas gut, gut, gut ist, setzt sich durch.\u201c<\/p>\n<p>Wenn nicht, haben wir ein Problem.<\/p>\n<p>Oder wie die Amerikaner sagen: eine Herausforderung.<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left shariff-buttonstretch\" style=\"display:none\"><ul class=\"shariff-buttons theme-white orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2013%2F08%2F13%2Fmr-bezos-kauft-eine-zeitung-und-herr-dopfner-verkauft-welche%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#3b5998\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"fill:#3b5998\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\" style=\"color:#3b5998\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fstarke-meinungen.de%2Fblog%2F2013%2F08%2F13%2Fmr-bezos-kauft-eine-zeitung-und-herr-dopfner-verkauft-welche%2F&text=Mr%20Bezos%20kauft%20eine%20Zeitung%20%E2%80%93%20und%20Herr%20D%C3%B6pfner%20verkauft%20welche&via=starkemeinungen\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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