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Die Philosophie der Songs von Bob Dylan (18): Neighborhood Bully

Diesen Song würde ich lieben, egal wie der Text ist, weil „Neighborhood Bully“ eine klassische Rolling Stones-Nummer ist. Drei Akkorde und ab die Luzie. Kein Wunder, denn Mick Taylor spielt hier Gitarre. Hinzu kommt: Der Text ist auch großartig. Ein klares Bekenntnis zum Staat Israel und zum jüdischen Volk, gegen BDS und Konsorten. Es kursiert die Mär, das Lied sei auf YouTube wegen Hassrede gecancelt worden, aber das stimmt nicht.

Merkwürdigerweise gibt es in der deutschen Sprache keine eindeutige Entsprechung für das englische Substantiv „bully“ und das entsprechende Verb „to bully“.  Obwohl es auch in Deutschland „bullies“ gibt, und nicht zu knapp. Und ich meine nicht Michael Herbig. Der „bully“, das ist der Typ auf dem Schulhof, vor dem alle – jedenfalls alle Leute, die kleiner und schwächer sind als er – Angst haben. Der ihnen Schutzgeld abnimmt und sie aus Daffke – wie wir früher in Berlin gesagt hätten – vermöbelt. Später lungert er an einer Straßenecke herum und betreibt sein Geschäft im größeren Stil – bis die echten harten Jungs auftauchen, die in der Nachbarschaft Drogen verticken, die kleinen Ladenbesitzer terrorisieren und den „bully“ entweder rekrutieren oder derart einschüchtern, dass er fortan brav seinen Job an der Tankstelle oder wo auch immer versieht und darauf achtet, nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Denn er ist im Herzen feige.

In deutschen Wörterbüchern finde ich: „Rabauke, Rüpel, Schläger, Tyrann“. Und für das, was er tut: „drangsalieren, einschüchtern, tyrannisieren“. Alles richtig, nur haben diese Wörter – und auch nicht der in den 1950ern und 1960ern populäre „Halbstarke“ – nicht ganz das Spezifische des englischen „bully“. Schwer also, den Titel dieses Dylan-Songs zu übersetzen: Der Nachbarschaftsrabauke? Der Rüpel, der die Nachbarschaft tyrannisiert? So etwa.

Und natürlich ist Israel gemeint. Israel in den Augen der Pazifisten und Postkolonialen, der linken Antisemiten, der nützlichen Idioten der arabischen Nationalisten und muslimischen Maximalisten:

Well, the neighborhood bully, he’s just one man
His enemies say he’s on their land
They got him outnumbered about a million to one
He got no place to escape to, no place to run
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully just lives to survive
He’s criticized and condemned for being alive
He’s not supposed to fight back, he’s supposed to have thick skin
He’s supposed to lay down and die when his door is kicked in
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully been driven out of every land
He’s wandered the earth an exiled man
Seen his family scattered, his people hounded and torn
He’s always on trial for just being born
He’s the neighborhood bully

Well, he knocked out a lynch mob, he was criticized
Old women condemned him, said he should apologize.
Then he destroyed a bomb factory, nobody was glad
The bombs were meant for him. He was supposed to feel bad
He’s the neighborhood bully

Well, the chances are against it and the odds are slim
That he’ll live by the rules that the world makes for him
’Cause there’s a noose at his neck and a gun at his back
And a license to kill him is given out to every maniac
He’s the neighborhood bully

He got no allies to really speak of
What he gets he must pay for, he don’t get it out of love
He buys obsolete weapons and he won’t be denied
But no one sends flesh and blood to fight by his side
He’s the neighborhood bully

Well, he’s surrounded by pacifists who all want peace
They pray for it nightly that the bloodshed must cease
Now, they wouldn’t hurt a fly. To hurt one they would weep
They lay and they wait for this bully to fall asleep
He’s the neighborhood bully

Every empire that’s enslaved him is gone
Egypt and Rome, even the great Babylon
He’s made a garden of paradise in the desert sand
In bed with nobody, under no one’s command
He’s the neighborhood bully

Now his holiest books have been trampled upon
No contract he signed was worth what it was written on
He took the crumbs of the world and he turned it into wealth
Took sickness and disease and he turned it into health
He’s the neighborhood bully

What’s anybody indebted to him for?
Nothin’, they say. He just likes to cause war
Pride and prejudice and superstition indeed
They wait for this bully like a dog waits to feed
He’s the neighborhood bully

What has he done to wear so many scars?
Does he change the course of rivers? Does he pollute the moon and stars?
Neighborhood bully, standing on the hill
Running out the clock, time standing still
Neighborhood bully

 

Einerseits geht es hier also um Israel: Der jüdische Staat schuf einen Garten Eden im Wüstensand; doch seine Feinde, die in einer gewaltigen Überzahl sind, behaupten, das Land gehöre ihnen. Als er im Sechstagekrieg die Armeen zerstörte, die ihn lynchen sollten, wurde er kritisiert; dito, als er im Irak eine Atomwaffenfabrik zerstörte. Seine Verbündeten verkaufen ihm veraltete Waffen, würden aber nie eigene Soldaten schicken, um ihn zu verteidigen. Er ist von Pazifisten umringt, die nur darauf warten, dass er einschläft, wie Hunde auf ihr Fressen warten.

Andererseits geht es aber um das jüdische Volk, um „den Juden“, dem man vorwirft, überhaupt am Leben zu sein, der sich nicht wehren soll, wenn man ihm die Tür eintritt, der aus jedem Land der Erde vertrieben wurde, überall im Exil ist, den jeder Irre legal töten darf, dessen heilige Schriften zertrampelt wurden, dem gegenüber kein Vertrag gilt; und der dennoch aus den Krümeln, die man ihm zuwarf, Reichtum machte, dessen medizinische Kenntnisse seit der Antike geschätzt werden; der alle Reiche, die ihn versklaven wollten und versklavt haben, überdauert hat und wohl überdauern wird bis ans Ende der Zeit.

Tatsächlich lässt sich das zionistische Projekt nicht von der Geschichte des jüdischen Volkes – nicht „der Menschen jüdischen Glaubens“ – trennen. Es mag legitim gewesen sein, nein, es war legitim, vor 1933 den Sinn des Zionismus zu diskutieren. In der Familie meines Vaters waren die Eltern gegen den Zionismus, dito der älteste und der jüngste Sohn (mein Vater). Ja, man machte sich über die unter deutschen Juden kursierende Wiederentdeckung des Hebräischen lustig: grüßte sich etwa mit „Schalomwidebomm!“ Das Jiddische gar wer verboten: Wer im Hause meiner Großeltern Wörter wie „meschugge“ oder „Mischpoche“ verwendete, musste einen Groschen Strafe zahlen. Nur mein Onkel Ludwig und seine Frau Lotte waren Zionisten. Und doch musste mein Vater 1935 nach Palästina, weil man ihn nirgendwo sonst haben wollte. Die Diskussionen um die Berechtigung eines jüdischen Staates, die 80 Jahre nach dem Holocaust wieder aufflammen, erwiesen sich für die Familie Posener als abstrakt. Konkret hieß es bleiben oder sterben, wie mein Großonkel Alfred, der 1933 durch Lichterfelde radelte und alle mit einem fröhlichen „Heil Hitler!“ grüßte, und zehn Jahre später nach Theresienstadt abtransportiert und dort kurz nach der Ankunft starb.

Und wahrscheinlich wird der eine oder andere Kommentator fragen: „Aber was ist jetzt mit der neuen ultrarechten Regierung?“ Ja, was ist mir ihr? Ich weiß es nicht, und Sie wissen es auch nicht. Aber dass dieser Song von Dylan wahr ist, das weiß ich.

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15 Gedanken zu “Die Philosophie der Songs von Bob Dylan (18): Neighborhood Bully;”

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    … ooops? Korrektur. 😉

    APo; ‚… Wenn ich es richtig sehe, will die Regierung Netanyahu … ‚ … genau das Richtige tun, Netanyahu; ‚Hier sind die grundlegenden Richtlinien der nationalen Regierung, die ich führe: Das jüdische Volk hat ein exklusives und unbestreitbares Recht auf alle Gebiete des Landes Israel. Die Regierung wird die Siedlung in allen Teilen des Landes Israel fördern und entwickeln – in Galiläa, im Negev, auf den Golanhöhen, in Judäa und Samaria.‘

    … hatten ‚wir‘ schon. … und hinzu zitiere ich Schlomo Sand, den ich hier, ausnahmsweise, zustimme: ‚Die Legitimation von Israel als Staat kommt aus der Geschichte. Es gab Zeiten, in denen es keinen Ort gab, wo Juden leben konnten. Israel wurde gegründet, um den Juden aus aller Welt eine sichere Zuflucht zu geben.‘

    Das Judentum ist in Israel ursächlich und selbst während der etwa 2’000-jährigen ‚Nichtstaatlichkeit‘, etwa seit 70 AD, in Judäa und Samaria, immer vorhanden gewesen. Patriotismus/Zionismus, ist, nicht ohne Grund, auch Völkerrecht. Die Souveränität und das Recht der Völker auf Gleichrangigkeit in den Beziehungen unter- und miteinander.

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    APo; ‚… Wenn ich es richtig sehe, will die Regierung Netanyahu … ‚ … genau das Richtige tun, Netanyahu; ‚Hier sind die grundlegenden Richtlinien der nationalen Regierung, die ich führe: Das jüdische Volk hat ein exklusives und unbestreitbares Recht auf alle Gebiete des Landes Israel. Die Regierung wird die Siedlung in allen Teilen des Landes Israel fördern und entwickeln – in Galiläa, im Negev, auf den Golanhöhen, in Judäa und Samaria.‘

    … hatten ‚wir‘ schon. … und hinzu zitiere ich Schlomo Sand, den ich hier, ausnahmsweise, zustimme: ‚Die Legitimation von Israel als Staat kommt aus der Geschichte. Es gab Zeiten, in denen es keinen Ort gab, wo Juden leben konnten. Israel wurde gegründet, um den Juden aus aller Welt eine sichere Zuflucht zu geben.‘

    Das Judentum ist in Israel ursächlich und selbst während der etwa 2’000-jährigen ‚Nichtstaatlichkeit‘, etwa seit 70 AD, in Judäa und Samaria, immer vorhanden gewesen. Patriotismus/Zionismus, ist, nicht ohne Grund, auch Völkerrecht. Die Souveränität und das Recht der Völker auf Gleichrangigkeit in den Beziehungen unter- und miteinander.

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    Bob Dylan personifiziert die Gruppe und Israel mit diesem »Neighborhood Bully«. Wir kennen sie wahrscheinlich alle, die »Neighborhood Bullys«, vom Schulhof. Bob Dylan beschreibt den Neighborhood Bully als alleingelassenes Opfer, dabei ist er das dort nicht. Den »Neighborhood Bully« als Allegorie empfände ich nicht als Kompliment, sondern als Bestätigung von Vorurteilen. Man sollte dagegen halten, dass Gruppen und Staaten nicht wie Personen agieren. Doch so mancher, z. B. bei achgut, steckt sich die eigenartigsten „Ehrenabzeichen“ an. Auf dem Pausenhof lernten wir auch, frage nie einen »Neighborhood Bully«: Was ist mit dir?, denn er könnte dies als Angriff verstehen.

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      Liebe Kerstin, kennen Sie den Begriff „Ironie“? OK, und jetzt noch einmal den Song hören und meine Interpretetation lesen.

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        Ja, ich kenne den Begriff und hatte ihn sogar mitgedacht, allerdings in meinem Kommentar versäumt, dies zu erwähnen. Ironie ist nicht so einfach zu verstehen und kann zu Missverständnissen führen. „Wesentlich ist allerdings, dass der Empfänger (Zuhörer, Leser, Zuschauer) oder zumindest ein bestimmtes Publikum erkennt, dass die Äußerung ironisch war und das Gegenteil meint.“ https://wortwuchs.net/stilmittel/ironie/

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        Um also zu verstehen, was Bob Dylan meint, müsste man sich mit dessen Person, mit der „situative Einbettung“ und den eventuellen vorhandenen Ironiesignalen beschäftigen. Analysen dazu machten in den vergangenen Jahren im Internet vor allem die Kritiker des Songs gerade im Umfeld der Nobelpreisverleihung. Dort kann man lesen, dass Bob Dylan Treffen mit Meir Kahane hatte usw. usf. (Ich weiß die „Kontaktschuld“-Frage) Geht der Text eines Songs in die Schriftform über, dürften auch die Ironiesignale (Mimik, Tonlage) verloren gehen. Doch selbst, wenn diese vorhanden sind, müssen sie erst mal vom Publikum erkannt werden. Das könnte mit einem größerem – auch internationalem – Publikum immer weniger wahrscheinlicher werden. Wie die Fans oder das Publikum den „Neighborhood Bully“ verstehen und verstehen wollen, hängt auch von deren eigenen Selbstverständnis und Vorurteilen ab. Inzwischen wird Ironie m. E. bewusst eingesetzt, um »Doppeldeutigkeit« zu erzeugen, für die Fans und gegen Kritiker.

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        Der Vorwurf der vermeintlichen Zensur hat mich noch ein bisschen beschäftigt. Bei achgut gab es einen entsprechenden Beitrag. Darin steht, „dass das Lied „Neighborhood Bully“ von Dylans Album „Infidels“ (1983) offenbar systematisch von YouTube gelöscht wird“. https://www.achgut.com/artikel/ausgestossener_der_woche_bob_dylan. Gräbt man von dort ein bisschen tiefer, also folgt man dem ersten Link, findet man eine Fallbeschreibung von einer Löschung mit der Begründung »Hate speech«. Der Song wurde durch eine „Montage, die Szenen von verfolgten Juden, antijüdischer Propaganda und ein Modell eines wiederaufgebauten Tempels in Jerusalem zeigt“ ergänzt. Ob diese Ergänzungen gleich zu »Hate speech« führten, kann ich nicht beurteilen, doch die »Ironiezeichen« könnten dabei verdeckt worden sein.

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    Naja, ich weiß nicht mehr, wann der letzte Tag war, dass ich nicht in irgendein einer deutschen Zeitung gelesen hätte, was in anderen Ländern zu tun sei. Vor Jahren ging es nur um Bewusstsein schaffen, jetzt werden Anreize verlangt, Regierungen anderer Länder, ob demokratisch gewählt oder nicht, per wirtschaftlicher Erpressung oder direkt per Regime Change zu stürzen. Nicht, dass ich irgendeiner Regierung hinterherweinen würde, nur fällt mir ein gewisser Grad an Selbstüberschätzung auf, die als Norm im Diskurs akzeptiert wird. Beispiel: Während wir weder fähig noch willig sind, den Zar des Schrottplatzes, wie auch immer, in der Vernichtung eines europäischen Landes aufzuhalten, droht die Außenministerin China, es werde Konsequenzen geben, wenn es die Ermahnungen nicht beachtet. So weit, so egal, es ist ja Innenpolitik, um die es bei so Aussagen geht, so dachte ich. Erschreckt hat mich eher, wie viele Kommentatoren zustimmend nicken, als ob das ganze richtige Außenpolitik sei. Es wurde sogar der Mut gelobt, „endlich mal Eier“ zu zeigen, wie sich ein Freund ausdrückte. Ich glaube, dass viele hier von Herzen glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und Lösungen für den Balkan, Iran, Ukraine/Russland, Venezuela, Brasilien oder die Antarktis zu haben. Ja, werfe den ersten Stein und Glashaus…nur sind Kommentare weder Politik noch Publizistik. Deswegen das ganze andersherum gedacht: Wäre es nicht antisemitischer Doppelstandard, sich nicht um die rechte Regierung Israels zu sorgen und zu fabulieren, mit welchen Maßnahmen man Bewusstsein in Israel schaffen könnte und auch einen Regime Change zu diskutieren? Ich hätte nichts dagegen, eine neue Bescheidenheit mit der neuen israelischen Regierung zu beginnen, es gäbe in Deutschland sicherlich den ein oder anderen guten Grund dafür. Nur sie beginnt eben nicht.

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      Nachtrag: Mir geht es nicht um Israelkritik (die gibt es genug, sogar für den Export), sondern um die Frage, wenn wohlfeiles dummes Zeug über alles und jeden erzählt wird, wie viel kulturelle und politische Anstrengung wäre nötig, sich an einer Stelle zurückzuhalten, wenn politisch-pawlowsche Reflexe greifen, zum Beispiel an dem Etikett ultra-rechts. D.h. wenn wegen der ultra-rechten Regierung der shit-storm zum Thema Bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit losbricht, wäre das nicht eher ein Zeichen für eine Normalisierung des Israel-Bildes? Und damit meine ich nicht die grundsätzlichen Fragen, den arabisch-israelischen Konflikt oder die Besatzung, mit denen sich die Israelkritik ausgiebig beschäftigt?

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        Wenn ich es richtig sehe, will die Regierung Netanyahu das machen, was die Regierungen des EU-Landes Polen und des EU-Landes Ungarn versucht haben. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn wir uns um die Rechtstaatlichkeit in Europa kümmern: Ungarn ist nur bedingt Ausland. Auch in Bosnien, Serbien, im Kosovo und in Albanien liegt vieles im Argen, und sie sind allesamt Beitrittskandidaten, wie die Ukraine. Wir sollten also zunächst vor der eigenen Tür kehren. Trotzdem finde ich es völlig in Ordnung, wenn man undemokratische oder anti-rechtstaatliche Praktiken der israelischen Regierung kritisiert. Darum geht es weder im Song noch in meiner Besprechung. Sondern um das, was Monika Friesel in einem neuen Paper „the Israelization of Jew-Hatred“ nennt.

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        Ja, klar. Das bezog sich auf Ihren letzten Abschnitt und ging komplett off topic. Bei den nächsten selbstsicheren Kommentar einer deutschen Zeitung über den Iran oder die Südstaaten der USA werde ich darüber nachdenken.

        Das Lied ist mir nicht nur vom Inhalt her sympathisch. Ich schätze Aussagen, bei denen ich nicht Empathiekekse gefrühstückt haben muss, um die Richtung zu verstehen. Lyrik ist damit nicht mein Ding, Dylan ist mir nicht immer zugänglich, was meine Bewertung seiner dichterischen Qualitäten im Grunde disqualifiziert. Redet er wirres Zeug oder verstehe ich es nicht? Ich kann es nicht immer sagen. Ich unterstelle Ihnen und Dylen, dass das Thema Israel Ihnen beiden wichtig ist und dann wirken klare Worte doch besser als verschwurbelte Mysterienbilder. Äquidistanz nervt, wenn man keine hat und sie auch nicht will. Mehrdeutigkeit und Äquidistanz sind keine Werte an sich. Vielleicht für Diplomaten und Berichterstatter. Deswegen mag ich auch nicht alles als genial feiern, was ich auf anhieb nicht verstehen kann. Stellen Sie sich vor, er hätte doppelte Böden wie in anderen Liedern verwendet. Wäre wirklich schade gewesen.

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        „Lyrik ist nicht mein Ding.“ Das ist so traurig wie die Aussage: Kunst ist nicht mein Ding. Musik ist nicht mein Ding. Sex ist nicht so mein Ding. Diese „Dinge“ kann man lernen, und sie bereichern das Leben enorm. „Dylan ist mir nicht immer zugänglich, was meine Bewertung seiner dichterischen Qualitäten im Grunde disqualifiziert. Redet er wirres Zeug oder verstehe ich es nicht? Ich kann es nicht immer sagen.“ Ich auch nicht. Aber der Versuch, dem wirren Zeug etwas abzugewinnen (und auch Brecht, Heine, Hölderlin, Schiller und Shakespeare), ist hoch vergnüglich; es ist nicht vernünftig, sich auf Dauer dieses Vergnügens zu begeben.

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    ‚Und wahrscheinlich wird der eine oder andere Kommentator fragen: „Aber was ist jetzt mit der neuen ultrarechten Regierung?“‘

    … nun, Netanjahu und seine neue ultrarechte Regierungskoalition wird Israel regieren. Was denn sonst?

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