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„Rechtsoffen“, antimodern und wissenschaftsfeindlich – Zur Phänomenologie der „Querdenker“-Demonstranten

Foto: Credit: imago images / Michael Schick

Auf der „Querdenker“-Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin fanden esoterische, bestimmte christliche Milieus und Rechtsextremisten zusammen. Inzwischen bilden sich erste Erklärungsansätze für diese gleichermaßen bizarre wie beunruhigende Mischung heraus. Eine Übersicht zentraler Aspekte.

Fragen werfen sie auf, die Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Viele Fragen. Undenkbar erschien es vor der Pandemie, dass, wie am vergangenen Samstag in Berlin auf der durch den Verein „Querdenker“ angemeldeten Demonstration, eine ausgesprochen heterogene Gruppe aus Impfgegnern, Esoterikern, Anhängern der Alternativmedizin, Hare-Krishna-Jüngern, Lobpreislieder anstimmenden Christen, aber auch unauffällig wirkenden Leuten gemeinsam mit Rechtsextremisten auf die Straße gehen würde

Wie ist das zu verstehen? Wer treibt das Ganze an? Wie rechts sind die „Querdenker“-Demos? All diese und diverse weitere offene Punkte werden derzeit intensiv in den Medien diskutiert. Dabei haben sich einige Erklärungsansätze herausgebildet, die für die weitere Diskussion zentral sind. Zeit für einen Überblick.

I. „Rechtsoffen“ – ein neuer Begriff, eine neue Dynamik

In der Diskussion kristallisieren sich zwei unterschiedliche, gewissermaßen fast schon konträre Ansätze hinsichtlich der Bedeutung der Rechtsextremisten für die Protestdemos heraus. Während die eine Position betont, der Großteil der Demonstranten sei nicht rechtsextremistisch und man müsse ihren Protest von demjenigen der Rechtsextremisten trennen, sehen andere vor allem wegen des nur durch drei couragierte Polizisten misslungenen Versuchs einer Gruppe von Demonstranten, in den Reichstag einzudringen, gleich die Demokratie in Gefahr.

Tatsächlich sind die Dinge wie so oft differenzierter zu betrachten, weshalb es Sinn macht, sich Analysen von Journalisten anzusehen bzw. anzuhören, die sich mit der rechten Szene und deren Protagonisten so gut auskennen, dass sie die Lage vor Ort in Berlin profund einschätzen können. Das gilt namentlich für den Publizisten Olaf Sundermeyer, der für den „rbb“ unter anderem dargelegt hat, dass die „Initiatoren des Protests“ einen „Pakt“ mit Rechten und Rechtsextremisten eingegangen sind. Auch hebt Sundermeyer den hohen Professionalisierungsgrad der Veranstalter hervor. So bediene sich der Protest „längst eingespielter Mechanismen einer wirkungsvollen, alternativen Gegenöffentlichkeit, die ihnen der rechte Bündnispartner beschert“.

Freilich macht das Mitlaufen auf einer solchen Demo noch nicht jeden Teilnehmer zu einem Rechtsextremisten. Letztere sind auf den „Querdenker“-Demos sogar in der Minderheit, wie Sundermeyer jüngst in der Phoenix-Runde selbst betont hat. Jedoch seien, so Sundermeyer eben auch, die Versammlungen insgesamt „rechtsoffen“, weil die nicht-rechten Teilnehmer „akzeptieren, dass Rechtsextremisten und sie gemeinsam das Ziel verfolgen, die Regierungspolitik aktuell in der Corona-Krise nicht nur zu kritisieren, sondern auch mit dem Ziel auf die Spitze zu treiben, dass die Regierung am Ende stürzt“.

Mit dem Begriff „rechtsoffen“ ist der besondere Charakter der „Querdenker-Demos“, die Sundermeyer zudem als „sektenartige Bewegung im Werden“ beschreibt, entscheidend umrissen. Dazu braucht man sich nur das die Demonstrationen tragende Bündnis anzusehen, das sich, wie Sundermeyer weiter beschreibt, aus „Impfgegnern, Esoterikern, Verschwörungsgläubigen, Menschen, die grundsätzlich die Regierungspolitik in der Corona-Krise ablehnen, und der gesamten rechtsextremistischen Szene mit all ihren Schattierungen – Reichsbürgern, radikalen AfD-Vertretern, Leuten aus der Neonazipartei „Der III. Weg“, den Identitären und Hooligans“ zusammensetze und so auch vor Ort in Berlin gewesen sei.

Wer die Bezeichnung der „Querdenker“-Demos als „rechtsoffen“ überzogen findet, sollte sich ansehen, wie in der Neuen Rechten, konkret durch Martin Sellner, dem bekanntesten Gesicht der vom Bundesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuften „Identitären Bewegung“, über die Zusammenkünfte gesprochen wird. In einem aktuellen Beitrag auf „sezession.de“, dem Online-Auftritt der Zeitschrift des neurechten Verlegers Götz Kubitschek, lässt Sellner keinen Zweifel daran, wie er die Bewegung einordnet und dass er in ihr ein „mögliches Mobilisierungspotential für rechte Massenbewegungen“ sieht. Insbesondere stellt er fest:

Um es klarzustellen: die Mehrheit der Teilnehmer an den „Querdenker“-Demos ist weder explizit rechts noch migrationskritisch. Sie ist aber eindeutig „rechtsoffen“ und das bedeutet in der heutigen „Friedensvolksgemeinschaft gegen rechts“ (Justus Werthmüller) bereits die Welt.“

Darüber hinaus betont der Identitäre, dass es „seit Bestehen der BRD im Berliner Regierungsviertel wohl keine derart große, professionell organisierte und gut besuchte Veranstaltung gab, auf der Patrioten und rechte Akteure sich frei bewegen konnten, oder sogar positiv aufgenommen wurden“. Lobend fügt er hinzu, dass der Kopf der „Querdenker“, also der Stuttgarter IT-Unternehmer Michael Ballweg „sich weiter standhaft“ weigere, „die üblichen Distanzierungsfloskeln ‚gegen Rechts‘ abzuspulen“, sondern – hier zitiert Sellner Ballweg – „sowohl Rechte als auch Linke“ für willkommen erkläre, sofern es sich dabei nicht um Extremisten handele. Für Sellner Anlass genug, festzustellen, dass man das „rechtsoffene Protestpotential“ angesichts dessen „Größenordnung“ „in Strategien einbeziehen“ müsse.

Nun, Extremisten, nicht zuletzt die Identitären selbst, sind auf den „Querdenker“-Demos längst präsent. Aber unabhängig davon zeigt der Text Sellners, wie ein führender Neurechter die Demos einordnet und damit, wie wenig es an diesen zu verharmlosen gibt

II. Die Teilnehmer – Lebensmitte und Alter, aber kaum Junge

Während die heterogene Zusammensetzung der Demonstranten viel Aufmerksamkeit erfährt, wurde ihrer Altersstruktur bisher kaum Beachtung geschenkt. Nun aber hat der Publizist und frühere Herausgeber der „Welt“, Thomas Schmid, den Fokus auf diesen alles andere als unwichtigen Aspekt gelenkt und festgestellt, dass „anders als auf anderen Demonstrationen, allen voran denen gegen den Klimawandel, junge Leute hier nicht in der Mehrheit, sondern eine geradezu winzige Minderheit (sind)“.

Stattdessen seien es „Deutsche mittleren und auch fortgeschrittenen Alters“, die überwiegen, „oft mit Campern gekommen, die hinter dem Kanzleramt geparkt sind“, optisch „nach wohliger Provinz“ aussehend, nicht selten mit einem Humor, der „bieder, brachial und schwül“ sei, wie jener einer „älteren Dame um die 60 herum, die Lippen rot geschminkt“ mit ihrem „winzigen Plakat“, auf dem „Oma gegen Corona“ stehe. Zugleich beobachtete Schmid, dass „Autonome und Antifa“ fernbleiben und „offensichtlich keinen Versuch“ machen, „diesen Protest so zu kapern wie sie das bei allen anderen Protesten tun“.

Angesichts des hohen Mobilisierungsgrads, den die Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ unter jungen Menschen erreicht hat, ist das Fernbleiben der Jugend von den Anti-Corona-Protesten tatsächlich bemerkenswert. Grund hierfür könnte die ausgeprägte Wissenschaftsfeindlichkeit nicht nur des esoterischen Teils Anti-Corona-Protestszene sein. Die Berufung auf Erkenntnisse der Klimaforschung ist ein ganz zentrales, ja sogar auslösendes Element für die Entstehung der „Fridays for future“-Proteste gewesen. Coronaleugner bzw. -verharmloser, darunter solche, die das Virus wegtanzen oder- trommeln wollen oder sonstwie von einer Aura der Naivität umhüllt sind, stehen den wissenschaftsfokussierten jungen Klimaschützern habituell sogar diametral entgegen.

Die heutige junge Generation, für die das Smartphone wie überhaupt das Digitale selbstverständlich sind, kann wenig anfangen mit dem Weltbild jener nun demonstrierenden Kinder der 70er und 80er, bei denen man den Eindruck haben kann, dass sie zu jenen Heranwachsenden zählten, deren technik-feindliche und esoterisch angehauchten Eltern sich nach Mondphasen richteten, das Fernsehen per se für schädlich hielten und alles andere als Holzspielzeug aus dem Kinderzimmer verbannten.

III. Rolle der Esoterik

Überhaupt spielt die Esoterikszene eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Mobilisierung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Auf den ersten Blick mag das überraschen, weil viele Menschen Mitbürger, die sich der Magie, „Mutter Erde“, heilenden Steinen und Ähnlichem verschrieben haben, für apolitisch oder allenfalls harmlos links halten. Doch das ist in zweierlei Hinsicht ein Irrtum. Wie man nun sieht, kann die ausgeprägte Wissenschaftsfeindlichkeit des Milieus zu einem sehr wohl in einen politischen Aktivismus münden. Zum anderen gibt es das Phänomen der rechten Esoterik, das inzwischen über 100 Jahre alte Wurzeln hat. Darauf haben im Zusammenhang mit den „Querdenker“-Demos gerade die Historikerin Annika Brockschmidt auf „ZEIT online“ und Christian Schröder im „Tagesspiegel“ aufmerksam gemacht.

Brockschmidt hebt in ihrem Artikel hervor, warum „esoterische Hippies und anthroposophische Hausfrauen“ zwar „ästhetisch mit der linken Mitte zu verwechseln sein“, jedoch „ihr Brückenschluss zur radikalen Rechten“ Sinn ergebe, weil sich „historische Linien in Teilen der Naturschutz-, Öko- und Esoterikbewegung vom völkischen Sumpf um 1900 bis heute“ ziehen. Die Analyse geht mit Recht zurück bis zu der gebürtigen Russin Helena Petrovna Blavatsky, die Ende des 19. Jahrhunderts die „spirituell-esoterische Weltanschauung“ der Theosophie begründet und, ein, so die „ZEIT Online“-Autorin, „Gedankenkonstrukt“ rund um „sogenannte Wurzelrassen“ entwickelt habe, von denen die „germanische Rasse“ „die höchste Entwicklungsstufe der Arier“ sei.

Auch der „Deutschlandfunk“ hat sich gerade mit dem Thema der rechten Esoterik beschäftigt und dazu Einschätzungen verschiedener Experten eingeholt, die lesenswert sind. Kenner der Szene kann all das nicht überraschen. So weist etwa Matthias Pöhlmann, der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und einer der ausgewiesensten Kenner der Materie, seit Jahren darauf hin. Auch das Phänomen der „völkischen Siedler“ ist längst kein Randthema mehr.

Desgleichen arbeitet Christian Schröder im „Tagesspiegel“ die „lange Tradition“ der „Verbindung von Esoterik, Verschwörungstheorien und Rechtsextremismus“ bis hinein in das 19. Jahrhundert heraus und hebt dabei hervor, dass es sich bei diesem „ideologischen Amalgam“ „im Kern“ um „eine Gegenbewegung zur Moderne und ihren Zumutungen“ handele, bei der „Heilserwartungen und Fortschrittsskepsis ineinander“ geflossen und es „immer schon“ „um alternative Wahrheiten“ gegangen sei.

IV. Antimodernismus und Sehnsucht nach dem „natürlichen Idealzustand“ als Bindeglieder zwischen Rechtsextremisten, Esoterikern und rechtsoffenen Christen

Mit der „Gegenbewegung zur Moderne“ hat Schröder, der zudem von einer „Form der Gegenaufklärung“ spricht, einen entscheidenden Punkt angesprochen, der nicht nur auf die Esoterik zutrifft, sondern auch auf die anderen, die Demos so prägenden Milieus. Die Aversion gegen die Moderne ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, sogar ihr zentrales Bindeglied. Das trifft auch auf jenenTeil der besonders strengen Christen, oftmals mit ausgeprägtem Rechtsdrall, zu, die beständig gegen die Moderne und den „Zeitgeist“, wettern, seit Monaten durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auffallen und emsig in den sozialen Medien auf die bisherigen Demos aufmerksam gemacht haben.

Dort, also in den sozialen Medien, kann man sogarVideos sehen, in denen Christen dieser Provenienz auf der Berliner Demo am vergangegen Wochenende in evangelikaler Manier Lobpreisgesänge anstimmten – ein mehr als bizarrer Anblick. Mittlerweile gibt es sogar eine Gruppe namens „Christen im Widerstand“, die zu den Demos aufruft und auf ihrer Homepage behauptet, der „Wunsch, die Bevölkerung zu schützen und ihr zu dienen“ stehe bei der Bundesregierung „offenbar schon lange nicht mehr im Vordergrund“. Vielmehr scheine „das eigentliche Ziel eher zu sein, Menschen einzuschüchtern und sie kontrollierbar und manipulierbar zu machen“.

Eng einher mit der Ablehnung der Moderne geht die Sehnsucht nach der Wiederherstellung eines angeblichen „natürlichen Idealzustands“. Auch das ist eine zentrale thematische Verbindungslinie zwischen Esoterikern, Rechtsextremen und „rechtsoffenen“ christlichen Milieus, wenn auch im Detail durchaus unterschiedlich ausgerichtet. Während sich Esoteriker nach einer Rückkehr zur Natur im Einklang mit „Mutter Erde“ sehnen, streben heidnische Rechtsextremisten „natürlich reine“ Völker an. Christen mit Rechtsdrall wiederum wollen eine „natürliche Schöpfungsordnung“ wiederherstellen, womit sie sich vor allem gegen die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften bzw. oftmals sogar Homosexualität als solcher wenden. Rechtsextreme und rechtsoffene Christen beklagen zusätzlich gerne die angebliche generelle „Dekadenz“ der liberalen Gesellschaft.

Ungeachtet der genannteUnterschiede im Details aber, und das ist das Entscheidende, trägt die Verbindungslinie über den Antimodernismus und den Wunsch nach der Errichtung eines „natürlichen Idealzustands“ und ist offenbar stärker als der Drang nach einer wechselseitigen Abgrenzung. Auf diese Gemeinsamkeiten hat, was Rechtsextremisten und Esoteriker angeht, jüngst auch der Rechtsextremismusforscher Jan Rathje im „Tagesspiegel“ hingewiesen und dabei zugleich das ausgeprägte antipluralistische und autoritäre Element, das damit einhergeht, miterwähnt:

Gerade die Esoterik und Rechtsextremismus haben eine gemeinsame Vergangenheit, die weit zurückreicht. Ihre Narrative sind eng miteinander verbunden. Beide Strömungen glauben, dass eine vermeintlich natürliche Ordnung existiert, die es gegen die negativen Seiten von Modernisierungsprozessen zu verteidigen gilt. Zwar gibt es unter Esoterikern auch so etwas wie linke Freigeister. Diese Menschen mögen annehmen, dass sie nur den Weltfrieden wollen. Aber wie dann diese Gesellschaft ausgestaltet sein soll, dass gleicht den Vorstellungen rechtextremer Strömungen: Widerspruch soll in der Welt nicht mehr existieren, der „Volkswille“ soll uneingeschränkt umgesetzt werden.“

Der Göttinger Religionswissenschaftler Andreas Grünschloß wiederum hat kürzlich in der „Deutschlandfunk-Sendung“ „Tag für Tag“ zudem den Bogen zu solchen Christen gezogen, die Affinitäten zu Corona-typischen Verschwörungstheorien aufweisen:

Also die Affinität zu Verschwörungstheorien, weil man eben an eine integralere, umfassendere Weltsicht glauben möchte, das ist ein Motiv, das nun Verschwörungstheoretiker, esoterisch gestimmte Menschen, aber auch zum Teil eher rechtslastige Leute oder auf der anderen Seite auch fundamentalistisch-christlich orientierte Leute wieder miteinander vereinen kann bei so einer Demonstration, weil sie sagen, wir kämpfen im Prinzip gegen denselben Feind. Das, was die da oben uns erzählen wollen, ist nicht die wahre Sache, wir haben hier eine alternative Weltsicht. Das wäre so ein vager Anlaufversuch, wo gibt es da Affinitäten.“

Aber was wir häufig haben, die Idee oder die Sehnsucht danach, den Graben zwischen einer materialistisch ausgerichteten Naturwissenschaft und der spirituell-religiösen, geisteswissenschaftlichen Dimension des Menschen zu überbrücken. Das findet sich seit dem 19. Jahrhundert als durchgehender Tenor bis heute, eine holistische, neue, integrale Wissenschaft zu entwickeln, die beides überbrückt. Deswegen eben auch Offenheit für alternative Heilverfahren, alternative Wissenschaftskonzeptionen.“

Ja, das wäre schon so eine Gemeinsamkeit, das man sagt, die Welt ist hintergründiger als das, was uns die etablierten Medien, die etablierten Wissenschaften und natürlich auch die etablierten politischen Autoritäten weismachen wollen. Dieser Vorbehalt gegenüber der, ich sage mal Oberfläche der etablierten Diskurse, das wäre etwas, was sie alle gemeinsam haben.“

Dem ist wenig hinzuzufügen. Gewiss, die Auseinandersetzung mit den Teilnehmern der „Querdenker“-Demos steht noch ganz am Anfang. Aber gerade deshalb ist es ganz besonders wichtig, zu verstehen, was sie thematisch eint.

V. Die Verantwortung der „Grünen“ in der Auseinandersetzung mit dem Antimodernismus

Ähnlich wie bei der generellen Auseinandersetzung mit Rechten wird es zentral auf mühevolle Kleinarbeit ankommen, weil es nur so möglich ist, Menschen, die sich von der Wissenschaft abgewendet haben und lieber obskuren Verschwörungstheorien anhängen, zurückzugewinnen. Zu leicht denkt man, im aufgeklärten, digitalen Zeitalter sei das nicht mehr von Nöten. Leider aber ist das Gegenteil der Fall. Je technologischer und digitaler die Welt wird, umso mehr sehnen sich augenscheinlich nicht mehr ganz junge Generationen nach einfachen Antworten und Gegenwelten, in die sie, einmal gefunden, bereitwillig abtauchen.

Dem entgegenzuwirken ist insbesondere die Aufgabe grüner, aufgeklärter Milieus. Sie müssen in ihren eigenen Reihen genau hinsehen. Denn, wie Christian Schröder ebenfalls in seinem „Tagesspiegel“-Text schreibt, war und ist das „gefühlige, wohlige, individuelle“ Denken der modernen, also der heutigen Esoterik, mit seinen „zurück zur Natur, zur inneren Mitte“-Mantren „durchaus anschlussfähig an eine Linke und eine Ökologiebewegung, die auch wiederum Entfremdung, Fremdbestimmung und den Raubbau an natürlichen Ressourcen kritisierten.“

Vorbildlich verhielt sich insoweit jüngst Svenja Appuhn, die Sprecherin der „Grünen Jugend“ in Niedersachsen. In einer Kaskade twitterte sie unter anderem:

„Ich hoffe, dass @Die_Gruenen spätestens nach den Vorgängen gestern verstehen, dass eine klare Abgrenzung zu esoterischem Gehabe dringend notwendig ist. Das bedeutet dann auch eine klare Haltung gegenüber sog. Impfkritiker*innen. #Reichstag #Berlin2908“

„Mein Tweet von gestern hat viel größere Kreise gezogen, als ich gedacht hätte. Jetzt wo ich Eure Aufmerksamkeit habe, möchte ich dazu einige Dinge klarstellen. Das Thema geht uns alle an. (Thread)“

„Ja, von grüner Politik fühlen sich (schon immer) auch Esoteriker*innen angezogen. Und ja, wir müssen in der Partei regelmäßig Debatten dazu führen, wie wir zu Homöopathie, Impfpflicht & Waldorfschulen stehen. Gerade auf in Orts & Kreisverbänden herrscht da nicht immer Einigkeit.“

„Zur Wahrheit gehört aber auch: sowohl die Bundestagfraktion, als auch die Bundespartei ist hier auf einem zunehmen wissenschaftsfreundlichen Kurs.“

Antiwissenschaftliche Impulse müssen die „Grünen“ auch dort zurückweisen, wo solche auf Funktionärsebene anzutreffen sind, wie etwa bei Barbara Steffens, die von 2010 bis 2017 nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin war. Im Jahr 2013 fiel sie mit einer erschreckenden Äußerung im Zusammenhang mit der Homöopathie auf. Nachdem sie zunächst betont hatte, von der Wirkung selbiger „überzeugt“ zu sein, ergänzte sie, es sei „anmaßend, wenn irgendwer meint, dass man naturwissenschaftlich den Menschen Krankheitsprozesse und Genesungsprozesse mal eben so einfach erklären könnte.“ Als 2015 Verantwortliche der nordrhein-westfälischen Gesundheitsämter sowie der Ärzteverbände anregten, eine Infektionsschutzstrategie zu entwickeln, zeigte Steffens hingegen kein Interesse, wie dem Buch „Corona – Geschichte eines angekündigten Sterbens“ des Recherchenetzwerks „Correctiv“ zu entnehmen ist.

Bleibt als Fazit, dass der Ausbreitung einer irrationaler Wissenschaftsfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten ist. Und zwar immer und überall.

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17 Gedanken zu “„Rechtsoffen“, antimodern und wissenschaftsfeindlich – Zur Phänomenologie der „Querdenker“-Demonstranten;”

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    So ausfuehrlich Sie beschrieben haben, auf welche vier Ebenen man diese Protestallianz teilen koennte, was dann erheblich diversere Strukturen sichtbar macht, verfehlen Sie den Punkt im Fazit. Schade, denn hier wird es erst interessant.
    Das, was stattfindet, geht doch ueber eine „Wissenschaftsfeindlicheit“ weit hinaus. Der Punkt ist doch eben nicht, dass man als Mensch der Wissenschaft folgen sollte, sondern dass man alles wissenschaftlich (gemeint sind hier alle Disziplinen) hinterfragen sollte und zwar in der Methodik des Verstandes. Zugegeben, das setzt erhebliche Muehen voraus, fuehrt aber am Ende nicht zu den Strukturen, die sie beschrieben haben.
    Welche rationale Mensch laeuft schon mit einem Schild durch die Welt, auf dem steht, dass der oder die Traeger_in niemanden persoenlich kennt, der an COVID-19 gestorben ist? Normalerweise klopft man solchen Menschen auf die Schulter und sagt „Freu‘ Dich, Du Glueckspilz!“. Was machen die? Die folgern daraus, dass es diese Krankheit nicht gibt. 200.000 Jahre Evolutionsentwicklung fuer den A… .
    Welcher rationale Mensch laeuft schon mit einem Schild durch die Welt, auf dem steht, dass eine Demokratie nicht anderes als Diktatur ist? Denen haette auffallen muessen, dass sie mit dem Schild durch eine Stadt laufen ohne nach wenigen Metern verhaftet zu werden und dann noch ohne Gerichtsurteil fuer 20 Jahre Steine klopfen zu duerfen.
    Das liesse sich nun weiterfuehren, endet aber immer in der Erkenntnis, das die Existenz eines Gehirns und die Existenz eines Verstandes im Zweifel keine Schnittmenge haben. Im Grunde sind das Prozessionen wie im Mittelalter, es sind Quacksalber und Menschen, denen der Alltag zu kompliziert wird, die endlich wieder die Verantwortung fuer sich selbst einem Fuersten, einem Fuehrer oder welcher Gestalt auch immer in den Schoss legen wollen.
    Die von Ihnen angenommene „Wissenschaftsfeindlichkeit“ ist in der Summe eher eine „Zivilisationsfeindlichkeit“, vielleicht auch ein „Zivilisationsueberdruss“. Das bedingt dann auch ganz andere Gefahren fuer die Allgemeinheit. 38.000 Menschen, das sind 12 Regimenter, bewaffnet mit Verschwoerungstheorien, Aberglauben und Sockenschuss. So etwas nennt man einen veritablen Angriff auf die Gesellschaft. Das ist ernst zu nehmen, denn diese Menschen sind rationalen Argumenten – und damit den Grundlagen der Kommunikation in einer Demokratie – gegenueber verschlossen, unbelehrbar und viele sind womoeglich langfristig fuer die Gesellschaft verloren.
    Was hilft dagegen: Bildung – Bildung – Bildung.
    Was machen wir: Schulausfall, zu wenig und schlechte Lehrer, zu wenig Aufstieg durch Bildung.
    Fazit: Das geht wohl schief.

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    Es wäre schön zu wissen , mit wem ich in einer „offenen“ Gesellschaft demonstrieren darf?

    Ich hoffe, jedem fällt der Widerspruch auf.

    Zur Verdeutlichung: Wenn morgen die Zeugen Jehovas oder die Nazis oder wer auch immer behaupten 2+2 = 4, werde ich dem nicht widersprechen. Genauso verhält es sich mit den Corona-Maßnahmen.

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    Esoterik ist nicht wissenschaftsfeindlich. Es ist nur ein nicht wissenschaftliches Glaubensmodell, dass genauso wahr oder falsch wie das wissenschaftliche Glaubenssystem ist.

    1. avatar

      Sie haben Wissenschaft nicht verstanden, aber das macht ja nichts. Ihr Pseudonym passt dazu, obwohl Sie auch Wilson natürlich nicht verstanden haben :-).

      Grussm
      Thorsten Haupts

  4. avatar

    „Die Berichterstattung steht in keinem Verhältnis zum Anlass.“ Wieso wird dennoch derartig ausgiebig berichtet? Aufklärung benötigt niemand mehr und diejenigen, die sich nicht abgrenzen wollen, lassen sich nicht mehr „aufklären“. Sie tun das bewusst, um diese ausgiebige Berichterstattung zu provozieren.

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    Im Auftreten der sich als „Querdenker“ Bezeichnenden sind einige rhetorische Muster erkennbar, die in deren Sprache immer wieder auftauchen:
    Das „Narrativ“ der „Mainstream-Medien“, das über „wissenschaftliche“ Erkenntnisse nicht berichte.
    Die drei Begriffe haben es in sich.
    Das „Narrativ“ – ein Modewort. Klingt gut, ist schillernd und assoziativ für jeden Gebrauch einsetzbar. Soll uns mit dem Begriff etwa suggeriert werden, die „Mehrheitsgesellschaft“ bekäme etwas „erzählt“, das sie nicht hinterfragt? Ein Märchen?
    Der Begriff der „Mainstream-Medien“ taucht im Zusammenhang der Beschreibung des „Establishments“ auf und ist die wohlklingendere Variante der vulgären „Lügenpresse“.
    Und das Adjektiv „wissenschaftlich“ soll die Unantastbarkeit der eigenen Theorie adeln (passt hier ganz gut in den Zusammenhang der in Berlin gezeigten Fahnen). Dass Wissenschaft vom Diskurs, dem Hinterfragen, der Quellenkritik und der Entwicklung von Hypothesen lebt, geht dabei ein bisschen unter.
    Ach ja, und dann wären da noch die Aufforderung, das Grundgesetz abzuschaffen und die Verharmlosung des Rechtsextremismus und des Antisemitismus.
    Es ist nötig, eine klare Grenze zu ziehen!

  6. avatar

    Ja, Thorsten Haupts, der „Sturm auf den Reichstag“ war in etwa so adäquat zum tatsächlichen Geschehen wie die „Kleine Kristallnacht“ von Stuttgart. So sollen Topoi geschaffen werden. Die „Kölner Silvesternacht“ ist auch ein Beispiel, nicht etwa, um das Entsetzen über kölsche „Föttchesföhler“ zu perpetuieren, die gehören ja zur Folklore dort, sondern über die angebliche Frauenverachtung „der“ jungen Männer aus Arabien und dem Maghreb.

  7. avatar

    Ihre Analyse deckt sich in etwa mit meinen Beobachtungen der wöchentlich Montags abgehaltenen Demonstrationin in meiner Heimtstadt, bei der ca. 30 bis 50 Leute „das Volk sind“. Da sind auch Nazis willkommen und voll im Protest integriert. Der Vorturner dort faselte auch was von 3,5 Millionen Teilnehmern bei der ersten Demo in Berlin. Dazu wirre Reden, Meditation und Singsang von „Frieden“ und „Freiheit“.
    Bei den Nichtnazis dort herrscht offenbar das Selbstbild einer erleuchteten Elite vor, welche die eigentlichen sozialen und politischen Entwicklungen nach der Interpretation von z.B. Jebsen oder Autoren auf der „Achse des Guten“ durchschaut. Gates und Merkel sind scheiße. Impfen ist doof. Alles linksgrün versifft. Flüchtlinge und Corona als Symptome der beginnenden sozialistischen Weltherrschaft der üblichen Verdächtigen. Ansonsten sind wir natürlich alle „Gutmenschen“, gleichgeschaltet und zu blöde.
    Gleichwohl stimme ich dem zu, was Stevanovic weiter unten sagt, in der Berichterstattung die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Hier ist es sehr wohltuend, dass in der Lokalpresse über diesen Klamauk wenig berichtet wird.

  8. avatar

    „Nach der Mobilisierung für den Flügel, der verbreiteten Unzufriedenheit mit den Corona-Maßnahmen, der medialen Debatte (und damit bundesweiter Werbung) für die erste Demo, war das, was in Berlin tatsächlich aufgetaucht ist, eine strategische Niederlage.“

    Danke. Genau so. Die dreissigtausend haben dutzende bekannter Journalistenn Deutschland einen Anlass zum Hyperventilieren verschafft (meist wohl künstlich, so dumm sind selbst Linksliberale und Linke nicht) und Unmengen an heisser Luft produziert. Höhepunkt war dann der „Sturm auf den Reichstag“ – wenn ich den mit bekannten Versuchen von Linksextremisten vergleiche, in geschützte Bereiche mit Gewalt vorzudringen (genua et al. ff), dann war das in Berlin nicht einmal ein Spaziergang.

    Aber es gibt eben auch ein „natürliches“ Interesse auf der politischen Linken, die rechte Gefahr möglichst gross aufzublasen, um Bürgerlichen (der „Mitte“) Allianzen mit Linksradikalen und -extremisten schmackhaft zu machen.

    Ganz nebenbei – die Parallelen zwischen Esoterikern und Rechtsradikalen sind nicht neu und existieren nicht erst seit gestern. Nur galten die Esoteriker gestern noch als (im weitesten Sinne) links und als natürliche Unterstützerszene der Grünen. Die übrigens nie vor der Herauforderung standen, sich von dieser Szene abgrenzen zu müssen, weil die deutschen Medien das mehrheitlich niemals mit Nachdruck verlangten …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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      Sehe ich exakt wie Du: „Aufklärung ist wichtig. Wer beim Klima „follow the science!“ ruft, sollte das erst recht beim eigenen Körper beherzigen. Ärzt*innen und Apotheker*innen sollten sich an Aufklärungskampagnen beteiligen und die Auseinandersetzung mit Anhängern der Homöopathie suchen. Verbote sind aber der falsche Weg.“

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      Man muss an dieser Stelle aber (zu Vermeidung des verbreiteten Missverständnisses) immer wieder betonen, dass auch Wissenschaftler keine Verkünder von Wahrheit sind, sondern im besten Fall – und so sollte es auch sein – für sich beanspruchen können, dass sie die beste Methode haben, um der Wirklichkeit oder Wahrheit auf die Spur zu kommen. So wie Dieter Nuhr das in seinem Spot für die DFG versucht hat zu sagen und wofür er sehr angefeindet wurde. Wer das allerdings zu einer Aussage, wie „97% der Wissenschaftler sagen, dass.. „ in der Absicht verkürzt, das wäre ein wissenschaftliches Argument, hat gar nichts verstanden. Im übrigen vermute ich, dass der Furor z.B. gegen Prof. Drosten auf dem gleichen Missverständnis von Wissenschaft beruht, wie es auch bei denen vorliegt, die ihn am liebsten als Kanzler eines 3-Jahres Lockdown hätten. Und auch der gleichen Mentalität, nämlich nicht aushalten zu können, dass naturwissenschaftliche Erkenntnis und Analyse nicht nur Unsicherheiten, sondern auch Fehlern unterliegen. Ich hätte wesentlich weniger Bauchschmerzen, würde nicht stets ‚follow the science‘ skandiert (oder mit gleicher Vehemenz die ‚Schulmedizin‘ als krankmachend verdammt), sondern eher sowas, wie ‚think like a scientist‘. Müsste man auch den diversen ‚scientists for future‘-Aktivisten in Erinnerung rufen.

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    Liebe Frau Bednarz, vielen Dank für die Beschreibung der ganzen Szene. Ich habe eine Ergänzung. Fast zwei Wochen wurde für diese Demo mobilisiert, auf allen Kanälen. Von KenFM, über AfD bis zu den beschriebenen Christen. Das war eine unglaublich breite Koalition. Es war ein schöner Tag an einem Wochenende. Gekommen sind 30.000. Die Teilnehmerzahl ist ein Debakel. Die Berichterstattung steht in keinem Verhältnis zum Anlass. Ich verstehe nicht, warum auf allen medialen Kanälen immer und immer wieder Werbung für Avocado-Adolf gemacht wird, als ob es den Diskurs, welche Rolle die Medien beim Aufstieg der AfD spielen, nie gegeben hätte.
    Auch ist Sellners Artikel eine Bankrotterklärung. Sellners Zielgruppe sind nicht die Esoteriker. Es ist die bürgerliche Mitte, um die sich seine Strategie dreht, sei es die Sprache oder die Ästhetik. Er musste die Latte erheblich senken, um die Verbindung mit den gesellschaftlichen Randfiguren als möglichen Erfolg zu sehen. Sellner ist kein Alu-Hut. Rechtsoffen ist ein anderer Begriff für „Spinner, die halt da sind“. Nach der Mobilisierung für den Flügel, der verbreiteten Unzufriedenheit mit den Corona-Maßnahmen, der medialen Debatte (und damit bundesweiter Werbung) für die erste Demo, war das, was in Berlin tatsächlich aufgetaucht ist, eine strategische Niederlage.
    Der Sturm des Reichtags ist eine Legende. Glaubt jemand, dass unser Parlament wirklich nur von drei Polizisten verteidigt wird? Wäre der Hype um Avocado-Adolf nicht auf seinem Höhepunkt, würde man von polizeilicher Deeskalationstaktik sprechen, die auch noch ein voller Erfolg war.
    Die Frage nach dem Weltbild einiger Grüner und die Verbindung mit der Homöopathie weitet nun die Kampfzone bis zu meiner Schwiegermutter aus. Wenn das alles ein Brei ist, stehen hinter den 30.000 nun tatsächlich die Millionen, die in der Apotheke irgendwas Homöopathisches wollen. Damit schaffen Sie einen Scheinriesen, der einem genaueren Untersuchung nicht standhält. Wenn es um Wissenschaftsfeindlichkeit geht, warum zählen wir dann nicht die Millionen von Mitbürgern, die tatsächlich glauben, dass ihre täglichen Gebete von ihrer Gottheit erhört werden? Eben, es sprengt das Thema komplett. Und das passiert im Ihrem letzten Absatz.
    Sie beschreiben die Szene nach meinen Beobachtungen schon richtig. Sie (und weitaus stärker unsere Publizistik) schaffen aber ein Bild von einer breiten Bewegung, die es da draußen so nicht gibt. Zu einer wissenschaftlichen Betrachtung von Dingen gehört doch auch die Frage nach Zahl und Relevanz. Ansonsten ist ein Gruselmärchen, dass sich Liberale an dunklen Tagen erzählen und dann ist es selbst Mystifizierung und nicht Analyse.

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